Beiträge von Annegret

    Guten Abend,

    fünf Puppen des Großen Kohlweißlings habe ich gut durch den Winter gebracht. Drei sind nun schon geschlüpft. Einen Tag vorher konnte ich bei allen Puppen beobachten, wie sie sich von vorn nach hinten dunkel verfärbten. Kurz vor dem Schlupf wich die Farbe dann wieder, dieses Mal in umgekehrter Richtung.

    Ich habe zwar viele Hinweise im Netzt auf die Verfärbung gefunden, aber nicht, was diese genau verursacht. Weiß jemand, was da passiert?

    Lieben Dank für eure Antworten.

    Annegret

    Hallo Thomas,

    wie schön, dass sich jemand an meine Mini-Raupe erinnert. Ich fürchte, ich habe irgendetwas falsch gemacht. Die Kleine hat in Woche sieben begonnen, massiv zu futtern, legte dann zwei Ruhetage ein und gurtete sich schließlich an die Wand. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich gefreut habe. Eine Stunde späte kroch sie wieder durch ihre Box, rollte sich oft zusammen und fand offensichtlich keine Ruhe. Sie starb dann in der folgenden Nacht. Als ich sie am nächsten Morgen fand, war sie braun-gelb und welk. Nur eine Raupe, ich weiß, dennoch bin ich immer noch traurig, dass sie es nicht geschafft hat.

    Viele Grüße

    Annegret

    Guten Morgen soil74, dann haben Sie leider nicht alles gelesen. Es handelt sich auch sechs Wochen nach dem Schlupf immer noch um einen Raupen-Winzling. Ich habe aber inzwischen viele gute Tipps erhalten, die ich befolgen werde. Sollte es tatsächlich zur Verpuppung kommen, werde ich nochmals ein Foto posten. Gruß Annegret

    Hallo Woodstock, ich werde es wie vorgeschlagen machen und der Kleinen, so sie es denn zur Verpuppung schafft, einen Platz im Keller bieten.

    Mit Ratschlägen, der Natur einfach ihren freien Lauf zu lassen, kann ich nichts anfangen, denn dazu ist es längst zu spät. In dem Moment, wo ich mich entschieden habe, sie zu päppeln und ins Haus zu nehmen, habe ich doch schon eingegriffen. Zwei ebenfalls unterentwickelte Raupen-Geschwister sind bereits kurz nach dem Schlüpfen gestorben. Sie selbst hätte ohne ein bisschen Hilfe vermutlich auch nicht überlebt. Nun ist sie sechs Wochen alt und verpuppt sich hoffentlich bald. Ich habe mir ein Entomologie-Buch bestellt, um zukünftig vielleicht nicht mehr ganz so dumme Fragen stellen zu müssen, und werde mir erlauben, euch zu berichten, wie die Geschichte der Kleinen weitergegangen ist. LG Annegret

    Hallo Thomas,

    ich hoffe nicht, dass mein hartnäckiges Fragen euch verärgert. Ich stelle ja keinesfalls das geballte Fachwissen hier infrage, im Gegenteil. Ich möchte nur so gut wie möglich verstehen, und da ich hier im Archiv gelesen habe, dass Kohlweißlinge nicht nur als Raupen auf bestimmte Nahrungspflanzen spezialisiert sind, sondern auch als Falter lilafarbene Blüten bevorzugen, war und bin ich mir im Umgang mit der Kleinen unsicher. Das seht ihr einem Laien hoffentlich großzügig nach. LG Annegret

    Ich hatte ja schon eingangs gestanden, dass ich ein absoluter Laie bin. So habe ich auch keine Ahnung, wie groß Bläulinge werden, aber wenn sie natürlicherweise klein bleiben, dürften sie sich auch an Nahrungspflanzen angepasst haben, die ihnen zugänglich sind. Ein Kohlweißling mit starker Entwicklungsverzögerung wird hingegen nicht an den Nektar herankommen, den er benötigt. Dazu dürfte sein Saugrüssel doch viel zu kurz sein.

    Die Geschwisterraupen waren vor der Verpuppung rund fünf Zentimeter lang und gut genährt. Die Puppen sind etwa drei Zentimeter. Wie groß wäre dann wohl die Puppe der zurzeit knapp zwei Zentimeter langen Kleinen? Dass normalgroßen Puppen winterhart sind, ist mir schon klar, aber ich will mit der Miniaturausgabe kein Risiko eingehen, nachdem sie sechs Wochen so tapfer gefuttert hat.

    Euer Optimismus freut mich ja, aber ein plötzlicher Wachstumsschub erscheint mir sehr unwahrscheinlich. Ich überlege deshalb, sie für den Fall einer Verpuppung in der Wohnung zu behalten und es auf einen Falterschlupf ankommen zu lassen. Würde ein Kohlweißling eine Nährlösung annehmen und falls ja, welchen? LG Annegret

    Hallo Thomas,

    das beruhigt mich, nur an ein weiteres Wachstum glaube ich nicht mehr so recht. Würde sie Größe und Gewicht ihrer properen Geschwister noch erreichen wollen, müsste sie, vorausgesetzt die Entwicklung ginge im gleichen Tempo weiter, noch einmal sechs, sieben Wochen futtern. Dachte auch, dass nach der vierten Häutung Schluss wäre. Wirklich größer wird sie also vermutlich nicht, deshalb auch meine Sorge, dass ein Miniaturfalter mit winzigem Rüssel verhungern muss.

    LG

    Annegret

    Hallo Johanna und Thomas 1 + 2,

    lieben Dank für eure schnellen Rückmeldungen.

    Die Miniraupe hatte kurz nach der Häutung tatsächlich rotgoldene Flecken und einen sehr hellen Kopf. Beides ist inzwischen nachgedunkelt und sieht nun ungefähr genauso aus wie bei ihren Geschwistern vor einigen Wochen.

    Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass sie zwar an Umfang, aber nicht an Länge zugelegt hat und wohl knapp zwei Zentimeter misst. Würde eine Puppe, die aus so einem Winzling entsteht, tatsächlich Frost überstehen, und wovon würde sie sich nach dem Schlüpfen ernähren? Der Saugrüssel wäre doch so extrem klein, dass damit keine Nahrungsaufnahme an einer gewöhnlich großen Blüte möglich sein dürfte, oder?

    Liebe Grüße

    Annegret

    Liebe Community,

    ich wollte nur kurz den aktuellen Stand in Sachen der entwicklungsverzögerten Raupe mitteilen. Fünf Wochen nachdem sie aus dem Ei geschlüpft ist und anderthalb Wochen nachdem sich ihre Geschwister verpuppt haben, hat die Kleine sich heute morgen zum vierten Mal gehäutet. Das beigefügte Foto zeigt sie wenige Minuten nach dem für sie offenbar furchtbar anstrengenden Akt. Da sie jetzt wider Erwarten so weit gekommen ist, schließe ich auch eine Verpuppung nicht mehr aus. Hat jemand einen Ratschlag, was ich beachten sollte, falls es tatsächlich so weit kommt? Soll ich sie nach draußen stellen, um sie der Kälte auszusetzen, oder besser im Zimmer lassen, obwohl das ggf. einen Winterschlupf bedeuten würde?

    Vielen Dank im Voraus für euer Feedback.

    Annegret

    Ganz lieben Dank für all eure Antworten, die mir auch das Gefühl nehmen, mich mit meinen arg laienhaften Fragen zu blamieren. Dass es "Schwächlinge" gibt, die der natürlichen Selektion anheim fallen, war klar, dass die Entwicklung von Tieren trotz eindeutig defizitärer genetischer Ausstattung dennoch so weit fortschreitet, erstaunt mich. Ihre Geschwister wird die Kleine ganz sicher nicht mehr einholen, aber sie wächst in der Tat immer noch weiter. Sollte sie es bis zur Puppe schaffen, werde ich noch einmal ein Foto online stellen. Egal wie es ausgeht, eines haben die Raupen bereits bei mir bewirkt – mein Interesse an der Entomologie ist geweckt. Kann jemand ein gutes Einsteigerbuch empfehlen, dass nicht allzu wissenschaftlich ist, aber über reine Fragen der Bestimmung hinausgeht? Vielleicht kann mir ja jetzt schon jemand von euch erklären, was genau den Ausschlag gibt, ob und wann eine Puppe in die Metamorphose zum Falter übergeht oder mehrere Wintermonate überdauert, bevor dieser Verwandlungsprozess einsetzt. Sollte vornehmlich die Temperatur den Ausschlag geben, dann müssten doch viele Raupen durch milde Herbsttage in die Irre geführt werden, oder?

    Vielen Dank Brimstone und Woodstock für euer Feedback.

    Ich bin mir absolut sicher, dass es sich um Tiere der gleichen Eiablage handelt. Es gab überhaupt nur ein Gelege an meiner Kapuzinerkresse, und sie war ja auch nicht die Einzige, die im Wachstum zurückblieb. Drei weitere Mini-Raupen verendeten nach zwei Tagen.

    Da viele ihre Geschwister sich inzwischen auf die Suche nach einem geeigneten Platz für die Verpuppung gemacht haben, habe ich die Kleine mittlerweile ins Haus geholt. Sie frisst winzige Mengen, setzt aber fleissig Kot ab.

    Ich bin davon ausgegangen, dass solche Fehlentwicklungen gar nicht so selten sind, uns aber in freie Natur nicht auffallen, wohl aber bei der Zucht. Vielleicht hatte ja doch schon mal jemand eine solch winzige Raupe.

    Liebe Grüße

    Annegret

    Liebe Community,

    ich gestehe gleich zu Anfang, dass meine Bewunderung für Schmetterlinge groß, meine Kenntnisse über sie hingegen sehr dürftig sind.


    Nun hat Anfang September offenbar ein Großer Kohlweißling meine Kapuzinerkresse als idealen Ort für die Eiablage erkoren. Für mich nicht weiter schlimm, weshalb ich den Dingen einfach ihren Lauf gelassen habe. Allerdings habe ich die Entwicklung der Raupen fotografisch dokumentiert. Nur so fiel mir in der Vergrößerung der Bilder auf, dass einige Raupen extrem entwicklungsverzögert waren und mit dem Wachstum nicht hinterherkamen. Drei sind letztlich verkümmert, eine der Kleinen zeigt sich jedoch immer noch äußerst hartnäckig. Ich habe sie zum Vergleich mal neben einem Geschwistertier fotografiert.


    Was meint ihr, hat sie eine Chance, als Puppe den Winter zu überstehen und im Frühjahr zu einem winzigen Schmetterling zu werden?


    Lieben Dank im Voraus für euer Feedback.
    Annegret