Hallo zusammen,
nachdem ich leider im Herbst vergangenen Jahres erfolglos blieb, konnte ich in diesem Jahr Archaeoattacus edwardsii ein weiteres Mal züchten - mit sehr unterschiedlichem Erfolg:
Im letzten Jahr war es schon recht spät, als ich die Raupen erhielt und ich hatte doch einige Mühe, Ligustrum ovalifolium in noch guter Qualität aufzutreiben. Dies und die vermutlich zu feuchte Haltung (ich dachte bei einem indischen Tier muss ich feuchte Haltungsbedingungen wählen und öfter mal besprühen) führten zum 100 %igen Scheitern der Zucht!
In diesem Jahr wählte ich luftige Haltungsbedingungen und verzichtete auf jegliches Besprühen (mit Ausnahme der Eiraupen, die ich natürlich kurz nach dem Schlüpfen nur zur ersten Wasseraufnahme einnebelte). Von den 18 geschlüpften Raupen band ich 9 auf meinem Flieder im Garten aus, die 9 anderen hielt ich im Zimmer auf Schnittfutter von Lig. ovalifolium.
Zunächst entwickelte sich die Zimmerzucht besser und ich hatte auch das Gefühl, dass Liguster besser funktioniert: Die Raupen fanden bequem und ohne gegenseitige Störung auf der Blattrippe an der Unterseite ihren Sitzplatz und wuchsen gut. Auf dem Flieder kam es ca. in L3 zu einem Ausfall durch ein Häutungsproblem. Zu dieser Zeit war bei uns eine Schlechtwetterperiode mit kühlen Temperaturen und ich entschied mich schließlich, die Raupen ebenfalls ins Zimmer zu holen, fütterte aber weiterhin getrennt mit Flieder.
Aktuell haben sich nun 6 der verbliebenen 8 Raupen an Flieder eingesponnen, die anderen zwei sehen fit aus und folgen hoffentlich bald. Die an Lig. ovalifolium fressenden Tiere hingegen machen mir Sorgen: Von ihnen habe ich derzeit 3 Kokons, 2 weitere Raupen sitzen noch am Zweig, fressen aber kaum mehr, so dass ich befürchte, sie werden ihren 4 Artgenossen folgen, die in L6 eine nach der anderen eingingen.
Für mich sehr überraschend ist der anscheinend doch große Unterschied in der Verträglichkeit der beiden gewählten Futterpflanzen. Wenn ich nicht sicher wüsste, dass andere Züchr mit Lig. ovalifolium erfolgreich waren und gute Zuchtergebnisse erzielt hatten, so würde ich nach meinen 2 x negativen Erfahrungen strikt von einer Haltung auf Liguster abraten. Gerade in L6 scheint Flieder mit seinen großen Blättern die für die gefräßigen Raupen auch deutlich ergiebigere Futterpflanze zu sein. Keine Ahnung, ob das ggf. den Unterschied ausmacht. Übrigens blieben die Liguster-Tiere bei parallel angebotenem Flieder ihrer ersten Futterpflanze recht treu. Nur eine Raupe wechselte auf Flieder und spann sich dann nach wenigen Tagen ein (ist eine der drei genannten Kokons). Ein nachträglicher Wechsel auf Flieder sollte, soweit angestrebt, also wohl früher als in L6 vorgenommen werden.
Da A. edwardsii derzeit doch von einigen gezüchtet wird, würden mich natürlich auch die Erfahrungen anderer interessieren, gerne auch artunabhängig mit Lig. ovalifolium versus Flieder. Hat jemand eine Idee, warum Liguster gerade bei mir nicht zu funktionieren scheint?
LG, Andreas