Beiträge von maikaefervilla

    Hallo Frank,

    aber Tod durch Infektion schon nach einer Stunde? Gegen diesen Keim wäre ja Anthrax noch harmlos! :grinning_squinting_face:

    O.k., das mit den geschlossenen Dosen leuchtet mir ein, aber wird denn aufgenommener Düngerstickstoff tatsächlich als Ammoniak über die Blätter abgeatmet?
    Klar, wenn in den Dosen selbst Kunstdünger gewesen wäre, dann würde ich mich selbst auch nicht reinlegen wollen ...

    Wie dem auch sei, das Fazit bleibt: Vorsicht mit Grünfutter aus dem konventionellen Pflanzenbau ...

    LG, Andreas

    Hallo Bernhard,

    also zunächst muss ich mal sagen, dass ich von Deinem Bericht absolut begeistert bin! Eine derart professionalisierte Zuchtmethodik findet man wahrscheinlich nicht oft!
    Leider fehlt mir persönlich Platz und Zeit, sonst würde ich jetzt sofort zum Gärtner fahren, getopftes Futter besorgen, mir ein paar Riesen-Aerarien zulegen und versuchen, es Dir gleich zu tun! :grinning_squinting_face:

    Mir wurde nach Deinen Bildern und Ausführungen so einiges klar, was Deinen qualitativen und quantitativen Zuchterfolg anbelangt. Und daher sage ich jetzt erst mal Danke für Deine Offenheit, von der man viel über das Züchten sensibler Arten lernen kann. Super!

    Und irgendwie habe ich ein deja-vue Erlebnis: Wieder mal ein Gärtner! Irgendwie scheint Euer grüner Daumen tatsächlich mitentscheidend für den Zuchterfolg zu sein, ob das jetzt Heiner, Rudi oder Dich anbelangt. Das stützt, ebenso wie Deine Schilderungen, meine Überzeugung, dass Futter und luftige Haltung die entscheidendsten Erfolgsfaktoren für die Zucht sind.

    Was den Einfluss von Dünger anbelangt, so glaube ich allerdings, dass bei richtiger (auch mineralischer) Düngung die Tiere keinen Schaden nehmen. Allerdings muss dazu die Düngelösung entsprechend verdünnt und keinesfalls über das angegebene Maß hinaus konzentriert sein. Flüssigdünger ist in diesem Zusammenhang deutlich besser zu dosieren als das Granulat. Letzteres löst sich bei Wassergabe entsprechend der Wassermenge mehr oder weniger konzentriert auf, es kommt eher zu Konzentrationsspitzen, als bei Flüssigdünger. Auch bei den Depotpräparaten hat man wenig Überblick über die freigesetzten Mengen. Meine Philosophie ist daher, bei starker Wüchsigkeit der Pflanzen auch intensiver (aber eben nicht über das empfohlene Maß hinaus) zu düngen und es gar nicht erst zum Vergilben oder Verkümmern der Blätter kommen zu lassen. Allerdings kann ich weit nicht so viel Erfahrung damit aufweisen, wie vielleicht Heiner.

    Dass in Deinem Beispiel zu viel Dünge-Stickstoff über das Ausgasen zum Absterben der Raupen führte, kann ich allerdings nicht glauben. Unsere Luft besteht zum Großteil aus Stickstoff - warum also soll das zum Tode der Raupen führen? Vielmehr denke ich, dass die Tiere über Kontaktgifte oder andere Spritzmittel (Fungizide?) vergiftet wurden, als sie über das Futter liefen. In jedem Falle gebe ich Dir aber recht, dass man mit frisch aus der Bauschule gekauften Pflanzen extrem vorsichtig sein muss und sie am besten erst mit frischem Laubaustrieb verwenden sollte.

    Abschließend möchte ich noch einen Wunsch zu Deinem Bericht nebst Bildern äußern:

    Mehr davon!!!!!! :thumbs_up:

    LG, Andreas

    Hallo zusammen,

    nachdem meine G. zambesina in L5 nun den zweiten Oleander auf unserer Terrasse nieder machen, muss ich mir langsam Verpuppungsbehälter bereit stellen.

    Bisher nahm ich bei ähnlich großen Raupen dafür immer kleine Eimer oder ca. 15-20 cm tiefe Plastikdosen mit feuchtem Torfmull, jeweils für eine einzelne Raupe, wofür man dann natürlich in Summe recht viel Substrat benötigt.
    Aber: Braucht es das überhaupt oder reichen bei diesen großen Erdverpuppern auch flachere Dosen, ohne dass die Tiere bei der Verwandlung Schaden nehmen?
    Was sind Eure Erfahrungen dazu?

    LG, Andreas

    Hallo Celia,

    wenn der Falter noch weich ist, kann er natürlich eingefrohren werden, um ihn nach dem Auftauen gleich "spannfrisch" zu haben.

    Wenn er schon angetrocknet ist, macht das aber kaum noch Sinn. In diesem Fall würde ich ihn so wie er ist trocknen und dann in einer dichtschließenden Dose aufbewahren bis Du ihn zum Präparieren wieder aufweichst. Das Präparieren an sich braucht natürlich viel Übung. Es gibt einiges, auf das man achten muss. Aber dazu solltest Du Dich einfach mal im Forum oder andernorts im Internet belesen.

    LG, Andreas

    Hallo Mark,

    das ist völlig normal, aber nicht immer gut und in der Zucht kritischer Arten (z.B. bei Gebirgstieren) ein in meinen Augen völlig unterschätztes Problem:
    Selbst wenn die Tagestemperatur im Haus identisch zur Außentemperatur ist, so führt doch insbesondere die ausbleibende Nachtabsenkung zu einer deutlich schnelleren Entwicklung. Bei manchen Arten führt dies dazu, dass die Diapause ausbleibt, die Entwicklung völlig desynchronisiert und eine regelhafte Weiterzucht in einer Folgegeneration nicht mehr möglich ist. Bei machaon dürfte es allerdings unerheblich sein, weil sich die Generationenflugzeit auch draußen recht ausgedehnt ist.

    LG, Andreas

    Hallo Celia,

    Falter müssen vor dem Präparieren nicht konserviert werden, sondern werden am besten ganz frisch präpariert.
    Ältere und bereits (an)getrocknete Falter müssen hingegen aufgeweicht werden. Ein Einweckglas mit feuchtem Sand und ggf. etwas Thymol als Schimmelhemmer ist dafür gut geeignet. Die Falter dann auf z.B. ein Stück Styropor dort hineingeben, Deckel drauf und 24 bis 48 Stunden aufweichen lassen. Für das Päparieren brauchst Du zumindest Insektennadeln, ein Spannbrett, Spannstreifen und Stecknadeln. Anleitungen dazu findest Du hier im Portal oder im Internet.

    LG, Andreas

    O.k., wer lesen kann ist klar im Vorteil: Ich hab die Antwort bereits in einem älteren Beitrag gefunden und werde noch ein feuchtes Papiertüchlein dazu legen:

    Brahmaea-Arten verpuppen sich nach meiner Erfahrung nur an der Oberfläche in einer Mulde, die diese selbst anlegen.

    Ich gebe meine Brahmaea Raupen immer nur in eine Schale mit 2-3 cm lockerer Erde (Torf, Blumenerde, oder ähnlichem), welche mit Sand angereichert und somit feiner wird. Darüber lege ich große Blätter oder im Notfall auch Zewatücher. Diese sprühe ich dann noch an. Dann die Raupen rein und Deckel drauf. Ich gebe in Abhängigkeit der Größe der Box immer nur eine bestimmte Anzahl an Raupen in die Box, damit diese sich nicht stören.

    Das Problem bei Brahmaea Raupen ist, dass diese, wenn sie keinen geeigneten Verpuppungsplatz z.B. unter einem Blatt finden, endlos lange umherlaufen, bis sie nicht mehr können. Dann bleiben sie liegen und verpuppen sich, vorausgesetzt sie werden in dieser Zeit nicht gestört, einwandfrei. Deshalb gebe ich in eine Box immer nur einmal die entsprechende Anzahl an Raupen und stelle die Box dann verschlossen an eine kühle ruhige Stelle. Nach ca. 10 Tagen sollten alle verpuppt sein.

    Hallo liebe Actianer,

    seit zwei Tagen habe ich die ersten Brahmaea japonica-Raupen verpuppungsreif (weil deutlich verfärbt und auf Wanderschaft) in jeweils einem großen Becher mit Torf. Ich war bisher davon ausgegangen, dass sich die Tiere zur Verpuppung eingraben. Dies ist aber bislang nicht erfolgt. Die Raupen scheinen sich hingegen bereits zur Präpuppe zu wandeln, obwohl sie noch an der Oberfläche liegen.

    Da ich mit Brahmaeiden bisher keine Erfahrung habe, will ich mal ganz dumm nachfragen, ob es bzgl. der Verpuppung einen besseren Haltungstipp gibt.

    Danke schon jetzt für Eure Hilfe,

    Andreas

    Hallo,

    wie immer findet die Ingolstädter Insektenbörse auch dieses Jahr am 3. Sonntag im Januar statt, also am 18.01.2015.

    Noch sind einige Standplätze verfügbar, daher bitte rechtzeitig anmelden!

    Veranstalter: Entomologische Gesellschaft Ingolstadt e.V.
    Kosten für Ausstellungs-/Verkaufsfläche: 8,- € pro laufendem Meter
    Kontakt / Reservierung: Andreas Haller, Tel. 0841/9519343 oder per PN bzw. E-Mail (siehe Kontakt links)

    Parkmöglichkeiten befinden sich unmittelbar am Veranstaltungsort, an dem auch ein Mittagsimbiss eingenommen werden kann. Restaurants mit z.B. gutbürgerlicher/bayerischer Küche befinden sich in Gehweite zum Veranstaltungsort.

    LG, Andreas

    Hallo Werner,

    ich würde Dir empfehlen, die Raupen zunächst luftig, trocken und warm (> 20 °C) zu halten.

    Seid Ihr sicher, dass die Diapause in L3 stattfindet? Nach meinen Beobachtungen übersommern sie erst später (zeitlich im Juli bis erste August-Hälfte), sind da aber noch recht klein. Ich heb mir dazu immer die abgestreiften Häute auf und kam bei hebe auf L5/L6.

    Kurz vor der Sommerruhe laufen sie auffallend hektisch umher, verspinnen sich dann in trockenen Futterresten und verfallen wenig später in Inaktivität. In der Ruhephase alle 2 Tage ein wenig frisches Futter dazulegen, welches sparsam befressen wird. Aber auch trockenes Futter wird in dieser Phase beknabbert und braucht nicht gewechselt zu werden (Voraussetzung: trockene und schimmelfreie Haltung!). Gelegentlich kann leicht (!) besprüht werden, um den ansonsten trocken gehaltenen Tieren etwas Feuchtigkeit zu bieten.

    Fällt die Temperatur dann (normalerweise Ende August) wieder auf unter 20 °C, beginnen die Raupen wieder mehr zu fressen. Bei milden Temperaturen wird auch in den Wintermonaten Nahrung aufgenommen. Sie sind dann überraschend unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Kälte, sollten aber vor scharfem Frost geschützt werden. Sonneneinstrahlung nutzen die Raupen aber sehr dankbar zum Auftanken von Wärme. Im Spätwinter beginnend machen die Tiere dann einen gigantischen Schub und putzen die frisch austreibenden Löwenzahnstöcke bloß so weg.

    Bei einer Winterzucht ist die Simulation all dessen natürlich nicht gerade einfach. Es lohnt sich aber, die ansonsten während der Raupenentwicklung herrschenden Klimabedingungen bei der Zucht nachzuahmen.

    LG, Andreas

    Liebe Freunde,

    längst schon überfällig, komme ich nun endlich mal dazu, ein Fazit zur Zucht zu ziehen:

    Ich erhielt schließlich 25 Kokons, die alle recht dünn gesponnen waren. Ich bin mir nicht sicher, ob dies bei hesselorum so üblich ist, die Puppen sehen aber bis auf eine leicht verkrüppelte ganz gesund aus. Insofern habe ich 2/3 der Raupen durchbekommen.

    Wenn ich aus den Erfahrungen, den wertvollen Tipps von Euch und den Diskussionsbeiträgen hier im Forum etwas ableiten kann, dann ist es dies:

    1. Bis zu L4 würde ich bei Automeris weiterhin die Haltung in mehr oder weniger geschlossenen Behältern durchführen. Danach kommt es sehr auf den Ursprung und die klimatischen Bedürfnisse der Art an. Während ich brasilianische Automeris spec. quasi verlustfrei in den auch bei diesem Bericht beschriebenen Kunststoffbehältern aufzog (rel. LF > 90 %), werde ich bei subtropischen Arten zukünftig strikt auf luftige Zuchtbehälter (rel. LF ca. 60 %) umsteigen. Eine große Kunststoffwanne mit Gazedeckel erlaubt in diesem Sinne noch keine ausreichende Luftzirkulation, dies haben die beschriebenen Messungen der rel. LF gezeigt! Eine ausreichende Luftzirkulation wird erst erreicht, wenn der Behälter auch an den Seitenwänden Lüftungsfenster aufweist oder vollständig mit Gitter bespannt ist.

    2. Das Futter kann zum besseren Frischhalten ins Wasser gestellt werden. Ein Futterwechsel alle 2-3 Tage ist zu empfehlen, um einer Verkeimung des Wassers und der Nährstoffabnahme in den Blättern zu begegnen. Bei geschlossenen Behältern eignet sich Robinia pseudoacaciae recht gut. Bei luftiger Haltung wird dieses Futter jedoch viel zu schnell welk. Daher muss vor dem Umstellen auf Zuchtbedingungen mit niedrigerer Luftfeuchtigkeit auf z.B. Rubus umgestellt werden. Ein idealer Zeitpunkt hierfür ist ein Futterwechsel während einer Häutungsphase, nach der die Raupen nach meiner Beobachtung dann problemlos ans neue Futter gehen.

    3. Als Verpuppungssubstrat verwendete ich bei hesselorum trockenes Buchenlaub. Ich hatte den Eindruck, dass die Tiere dies weniger gern annehmen, weil es zu starr für das Verspinnen zum Kokon ist. Vielleicht wäre bei dieser Art, deren Raupen bei Verpuppungsbereitschaft viel am Behälterboden umherwandern, Moos eine bessere Alternative gewesen. Bei den meisten anderen Automeris-Arten werden die Kokons jedoch problemlos im Geäst zwischen frischem Futterlaub angefertigt, das sich von den Tieren auch gut zusammenrollen lässt. Daher werde ich in dieser Phase zukünftig eher auf eine gute Füllung des Zuchtbehälters mit frischem laubreichem Futter sorgen und die Kokons dann beim Futterwechsel vorsichtig entfernen.

    4. Die Ausfälle in den letzten Stadien sind für mich weiterhin nicht eindeutig zu begründen. Es scheint die Luftfeuchte im Behälter bzw. die Luftzirkulation im Behälter einen Einfluss zu haben, die Haltung in luftigen Behältern führt aber trotzdem nicht unbedingt zu verlustfreien Zuchten. Denn: Nach den Erfahrungen mit hesselorum hielt ich in diesem Jahr auch noch frankae und randa. Von 15 frankae verendete lediglich eine Raupe im vorletzten Stadium (eine weitere verletzte ich versehentlich mit einem Brombeerdorn beim Futterwechsel), bei randa gehen mir derzeit wieder einige Tiere in der letzten Haut ein (bislang ca. 1/4 der Tiere), obwohl ich sie seit L5 im luftigen Gazekasten halte. Es bleibt mir persönlich also weiterhin ein Mysterium!

    Abschließend möchte ich mich noch bei allen bedanken, die mir mit ihren guten Tipps weitergeholfen und sich hier im Forum an der Diskussion beteiligt haben.

    Ich hoffe natürlich, dass die Überwinterung der Puppen gut funktioniert (hab sie seit einiger Zeit im kühlen aber frostfreien Kellerraum über einer Wasserschale gelagert) und ich im nächsten Jahr dann auch ein paar Fotos der Falter hier einstellen kann.

    Ich würde mich aber freuen, wenn die Diskussion an dieser Stelle rege weitergeführt wird.

    LG, Andreas

    Hallo Torsten,

    die Glimmspanprobe funktioniert nur bei recht hohen Sauerstoffkonzentrationen, die in offenen Behältern sicher nicht erreicht werden. Ich hatte als Jugendlicher ziemlich viel Spaß an Chemie und diese Experimente regelmäßig selbst in unserem Keller durchgeführt. Ferner produzieren Pflanzen nur bei Lichteinfall Sauerstoff, während sie in Dunkelheit sogar Sauerstoff verbrauchen. Eine Sauerstoffanreicherung in relevanten Konzentrationen sollte es also nicht geben.

    Ich gehe davon aus, dass es eher das Verhältnis von eingebrachter Blattmasse/Verdunstungsoberfläche und Behältervolumen/-belüftung sein dürfte: Wenig Futter in einem großen Behälter führt zu ausgewogener Luftfeuchtigkeit und Belüftung, viel Futter in zu kleinen Behältern führt zu stark erhöhter LF und schlechter Luftzirkulation. Eine ideale Brutstätte für Bakterien und Schimmelpilze also!

    Damit kommen tropische Arten ganz gut klar, haben sie sich doch evolutionär an diese Klimabedingungen angepasst. Raupen aus wechselfeuchten oder eher trockeneren Gegenden kommen dagegen mit der Keiminvasion nicht mehr zurecht. In ihren Biotopen trocknet es ja zwischendurch immer mal wieder ab, stehende Luft kommt nicht vor. Dies dämmt das Keimwachstum effektiv ein.

    Das alles hat vermutlich nichts mit einer Kontamination zu tun, da es sich meines Erachtens nicht um besonders pathogene Keime handelt, sondern eher um ubiquitär vorkommende, die sich aber bei ungünstigen Bedingungen massiv vermehren und durch den hohen Keimdruck oder toxischer Metabolite zu Krankheiten führen. Ich desinfiziere meine Behälter zwar trotzdem zwischendurch, aber vermutlich würde auch eine ordentliche Reinigung mit guter Austrockenung genügen, die Behälter für die nächsten Zuchten wieder fit zu machen. Und natürlich ist auch der regelmäßige Futterwechsel wichtig, um verkeimte Blätter durch unbelastete zu ersetzten.

    LG, Andreas