Ursprung des Zuchtmaterials:
Nachzucht; Fundort: Florida Canyon, Santa Rita Mtns., Pima Co., Colorado National Forest, Arizona, USA
Das Verbreitungsgebiet von C. splendens (Druce, 1886) erstreckt sich vom südlichen Arizona bis in das süd-östliche Mexiko, die Unterart sinaloensis findet sich vom süd-östlichen Arizona bis ins zentrale und nord-westliche Mexiko. Habitat sind Flussufer/-täler und Buschland in Vorgebirgen. Die Falter erscheinen in einer Generation von Juli bis August.
Eiablage:
Die Eier werden in kleinen Gruppen von 1-4 Stück auf den Blättern der Futterpflanze abgelegt.
Futterpflanzen:
Natürliche Futterpflanzen sind Gossypium thurberi, Rhus trilobata, Arctostaphylos pungens and Rhus choriophylla. Als Ersatzfutterpflanzen in Europa werden verschiedene Arten angenommen, die natürliche Präferenz für Rhus spec. legt jedoch nahe, Anacardiaceae als Futter zu verwenden. In meiner Zucht bot ich daher Rhus typhina an, was ohne Probleme angenommen wurde. Erwähnenswert ist, dass Rhus trilobata als natürliche Futterpflanze auch bei uns kultiviert wird und auch winterhart ist (Danke an Heiner für diesen Hinweis
). Gute Resultate werden aber insbesondere auch mit Liquidambar berichtet.
Haltung der Raupen:
Die Raupen fressen die Eischale unvollständig. Nach dem Schlüpfen nehmen sie etwas Wasser auf, sollten daher bis zur Futteraufnahme wiederholt leicht besprüht werden. Sie weisen in den ersten Stadien die für Citheronia spec. typische Vogelkotmimese auf und sitzen meist auf einem kleinen Sitzpolster auf der Blattoberseite. Sie fressen nachts, sind aber zunächst sehr unruhig und wandern viel umher, gesichert von einem Seidenfaden. Werden sie zu eng aufeinander gehalten, kann dies dazu führen, dass sich die Tiere gegenseitig mit Spinnfäden behindern und eingehen. Daher ist während der ersten ein bis zwei Raupenstadien die Dunkelhaltung in nicht zu hoher Besatzdichte zu empfehlen.
Erst ältere Stadien sitzen an Blattstengeln oder am Zweig und fressen nun auch tagsüber. Insbesondere erwachsene Raupen trinken gerne regelmäßig Wasser von den Blättern der Futterpflanze. Daher sollte täglich 1-2 maliges Besprühen mit gefiltertem Wasser erfolgen, bei jüngeren Tieren und geschlossener Dosenhaltung am besten beim Futterwechsel und zwar nur auf das alte Blattwerk, mit dem die Raupe - ohne sie davon abzulösen - auf das frische Futter verbracht wird. Die Tiere können hierdurch ausreichend Flüssigkeit aufnehmen ohne dass das frische Futter und damit das Klima in den Zuchtboxen zu feucht wird.
Zuchtdaten:
Raupenschlupf: 20.07. (11 x) und 21.07.14 (1 x)
Dunkelhaltung in flachen Kunststoffdosen mit feuchter Toilettenpapiereinlage; als Futter wird Rhus typhina angeboten und ohne Probleme angenommen.
flache Zuchtdose (Deckel zur besseren Darstellung im Foto entfernt) mit L1-Raupen
L1-Raupe
L1-Raupe kurz vor der Häutung
1. Häutung: ab 24.07.2014
Haltung von L2 wie L1
2. Häutung: ab 28.07.2014
Haltung von L3 nun in geräumigeren Kunststoffdosen (Haribo) mit kleinem Lüftungsfenster oben im Deckel. Einlage von Küchenpapier, das feucht gesprüht wird. Futterwechsel alle 2 Tage. Zuchttemperatur 25-26 °C

3. Häutung: ab 01.08.2014
Haltung von L4 wie L3
L4-Raupe
4. Häutung: ab 07.08.2014
Haltung auf in Wasser stehenden Rhus-Zweigen im Heizkasten (bis zu 30 °C) mit Einlage von feuchtem Küchenpapier. 1-2 x tgl. werden die Raupen feucht gesprüht, damit sie trinken können. Der Appetit ist nun sehr groß.
L5-Raupe und zugehöriger Zuchtkasten 
Verpuppung: Raupen verkrochen sich vom 14.-22.08.2014 ins Substrat.
Das gesamte Raupenstadium betrug also lediglich 4 Wochen!
Als Verpuppungssubstrat dient feuchter ungedüngter Torfmull in Kunststoffdosen, Schichtdicke 9-10 cm. Vor dem Umherlaufen geben die Raupen verhältnismäßig nur wenig breiigen Kot ab. Aufgrund der braunen Grundfarbe ist die Verfärbung vor dem Eingraben in die Erde nicht sehr deutlich zu sehen, die Haut wirkt jedoch etwas glänzender.
14 Tage nach dem Eingraben werden die Puppen aus der Erde genommen. Sie sind alle einwandfrei. Auffällig war, dass sich die Verpuppungshöhle stets am Boden der Gefäße befand, die Erdschicht von 9-10 cm also durchaus dicker hätte sein können, um dem natürlichen Verpuppungstrieb bzw. der gesuchten Verpuppungstiefe gerecht zu werden.
Raupen verkriechen sich in die Erde 
Überwinterung: Frostfrei und ausreichend feucht, z.B. im Keller oder Kühlschrank. Ein Überliegen kommt vor.
Hoffen wir mal, dass es klappt und ich dann im nächsten Jahr auch die Faltern fotografieren kann! 
LG, Andreas