Beiträge von maikaefervilla

    Hallo zusammen,

    mir fiel aktuell bei der Beobachtung meiner T. alecto-Raupen auf, dass erwachsene Raupen kurz bevor sie einen Verpuppungsplatz aufsuchen und sich einspinnen noch am Futter sitzend eigenartige Verrenkungen machen und mit dem Kopf am Hinterende des Körpers kreisende Bewegungen ausführen, so als wollten sie diesen bespinnen oder einspeicheln, was aber nicht der Fall ist. Hat jemand ähnliche Beobachtungen gemacht oder kann dieses Verhalten erklären?

    Vielen Dank schon jetzt für Eure Rückmeldungen

    Andreas

    Hallo Max,

    noch ein Hinweis: L. dumi mag es zwar feucht, es empfiehlt sich aber - wie bei den meisten Raupen - sie nicht in geschlossenen Dosen zu halten. Ich würde die Dosen mit einem großen Gazefenster ausstatten, damit keine gestaute Feuchtigkeit entsteht. Löwenzahn kann dann durchaus auch mal feucht gereicht werden, solang die Blätter dann im Laufe der Zeit abtrocknen können. Als Unterlage Küchenpapier, bei Jungraupen anfangs auch angefeuchtet. Die Einlage alle 2 Tage wechseln. Die Infektion kann dann nicht mehr so leicht greifen, aber eine Garantie gibt es leider nie und woher eine Seuche dann kommt, ist mir auch immer schleierhaft... :verwirrt:

    LG, Andreas

    Hallo Max,

    ich kann Deinen Frust sehr gut nachvollziehen, möchte Dir aber gut zureden. Solche Erfahrungen kennen wohl viele von uns. Ich selber bin froh, dass ich Dank Freunden wie Heiner bisher nicht zu Antidepressiva greifen musste :grinning_squinting_face:

    So wie Du das beschreibst, glaube ich an irgend so eine blöde Infektion, die sich kontinuierlich durch die ganze Zucht frisst und auch "Neuzugänge" rasch erfasst. Da hilft höchstens noch Einzelhaltung und für den nächsten Versuch eine gründliche Desinfektion oder Ersatz der Zuchtbehälter. L. dumi ist bei der Raupenhaltung nämlich eigentlich sehr unkompliziert. Löwenzahn geht dabei sehr gut, auch als Schnittfutter. Die Zuchtbedingungen sollten eher feucht und mäßig warm sein (die Art lebt auf Wiesen mit derartigem Mikroklima). Auch warme Haltung ist in Ordnung, die Raupen explodieren dann aber förmlich im Wachstum. Schwierig wird es dann aber bei der richtigen Behandlung der Puppen. Dazu gibt es aber hier gute Hinweise von Falk.

    Also: Kopf hoch, beim nächsten mal wird´s bestimmt besser.

    LG, Andreas

    Hallo zusammen,

    da hat sich dieses Forum - zumindest für mich - wieder einmal "bezahlt" gemacht!
    Auf den Gedanken, dass es am noch nicht ausgehärteten Chitin liegt, wäre ich, obwohl eigentlich logisch und naheliegend, erst mal nicht gekommen.

    Aber es passt: Das Problem tritt bei mir in erster Linie bei Zuchtfaltern auf, die ich bisher, um ein Abstoßen der Flügel zu verhindern, schon einige Stunden nach dem Schlüpfen präpariert habe. Als Tötungsmittel verwende ich Salmiak. Meine Hypothese war bislang, dass die Falter so frisch noch voll "im Saft" sind, also einen höheren Anteil an Körperflüssigkeit aufweisen und daher im Inneren "strukturinstabil" wären, Weibchen natürlich auch den kompletten Eivorrat besitzen, der sich dann beim Eintrockenen ungleichmäßig zusammenziehen würde. Ich habe das "Einschrumpeln" daher als naturgegeben hingenommen, quasi als Preis für makellose Flügel. Die Falter liegen dabei bei Zimmertemperatur, der Trocknungsvorgang geschieht über 4-5 Wochen. An einem zu raschen Trockenprozess kann es also nicht liegen.

    Aber eigentlich ist es total logisch: Woher soll denn die Stabilität auch kommen, wenn das Exoskelett nicht ausgehärtet ist? Zerfallen sind mir meine Präparate allerdings - Gott sei Dank - noch nie.
    Danke an alle. Ich werd mal versuchen, meine Methode "umzustellen" und mir mehr Zeit bis zur Präparation zu lassen.

    Beste Grüße, Andreas

    P.S. - Zum Thema Winkel zwischen Vorder- und Hinterflügeln:
    Ist Euch in dem Zusammenhang schon mal unser ACTIAS-Logo-Falter aufgefallen...?...Einfach mal nach oben scrollen... :grinning_squinting_face:

    das mit der Hitze- oder Kälteeinwirkung habe ich mir auch schon überlegt, da natürlich insbesondere von I.io bekannt. Wie in der Bildergalerie beschrieben, schlüpfte das Tier nachdem es ein Jahr überlag nach der zweiten Überwinterung. Mag sein, dass die relativ hohen Temperaturen während des Sommers (im Puppenkasten in einer Garage, die insbesondere im Juli und August annähernd tropische Temperaturen erreicht...) diese Farbvariante induziert haben, die kalten Winter dürfte die Art ja ohne weiteres tolerieren. Da die anderen Falter normal gefärbt waren, gehe ich nicht davon aus, dass die auslösenden Einflüsse zur Verpuppungszeit vorlagen.


    Danke allen für die Hinweise


    P.S.: Ja, das mit den Flügeln ist mein altes Problem... :smiling_face_with_horns: Ich werd mir jetz wohl doch mal ein Raster auf die Spannbretter aufmalen...

    Hallo zusammen,

    ich muss jetzt doch mal was los werden - auch auf die Gefahr hin, dass es keiner hören will:

    Immer wieder sind "industriell" hergestellte tierische Nahrungsmittel in der Kritik. Hauptgrund für diese Kritik sind zum einen Hormoncocktails, aber eben auch Antibiotika-Zusätze zum Futter, die sich natürlich auch in unserer Nahrungskette wiederfinden. Wir kämpfen in der Humanmedizin ständig gegen die Ausbreitung resistenter Keime. Ursache für die Resistenzentwicklung ist dabei oftmals der unkritische (z.B. in der Tierhaltung) oder falsch dosierte Einsatz von Antibiotika. Die Antwort der Pharma-Industrie sind immer wieder neue (Gott sei Dank finden wir die noch), aber eben auch immer teurere Wirkstoffe.

    Zugegeben: Ich kenne dazu keine zitierbare Studie, gehe aber aufgrund der bekannten Hintergründe davon aus, dass wir uns mit Antibiotikazusätzen zum Raupenfutter keinen Gefallen tun! Prinzipiell kann man nicht ausschließen, dass sich in so einer Zucht ein Keim entwickelt, der bei Übertragung auf den Menschen zu schwer behandelbaren Infektionen führen könnte. Die Tatsache, dass das bei der Zucht auftretende Keimspektrum wohl noch niemand untersucht hat, dieses andererseits wohl aber recht vielfältig sein dürfte, bedeutet, dass man dafür immer ein Breitbandantibiotikum anwenden müsste. Auch die Dosierung erfolgt meines Wissens ohne jegliche belegbare Grundlage, was bei Bakterien zwangsläufig zu "subletalen" Dosen und damit in der Regel erleichterter Resistenzentwicklung führt.

    Ich kann nur davor warnen und stelle also (wie auch Rudi) die Frage: Muss das denn wirklich sein? :confused_face:

    Gruß, Andreas

    Hallo,

    dem Aufruf nach mehr Fotos komme ich natürlich gerne nach, obwohl ich erst etwas spät mit dem Knippsen begonnen habe:

    Trotz schlechtem Wetter und dementsprechend mieser Anfahrt: Die Börse ist trotzdem gut besucht. Da lacht der Vorstand!

    Faszination pur: Schmetterlinge in den schönsten Farben!

    Und von dem ganzen Krabbelgetier ist der Junior natürlich schwer beeindruckt! Hoffentlich hilft er irgendwann ja auch mal mit beim Versorgen der häuslichen Raupenbestände ... :grinning_squinting_face:


    Beste Grüße, Andreas

    :hilfe:

    Hallo zusammen,

    einige wenige Puppen meiner in diesem Jahr aufgezogenen Rothschildia aurota und Automeris hamata entließen bislang keine Falter und scheinen wohl zu überliegen. Bei den europäischen E. pavonia und S. pyri ist mir das natürlich schon bekannt, die ließ ich einfach nur ein Jahr länger im Puppenkasten, den ich den jahreszeitlichen klimatischen Schwankungen aussetzte - und dann kamen auch die Falter irgendwann. Was ist in einem solchen Fall aber bei tropischen Arten zu tun? Kann man den Schlupf irgendwie induzieren?

    Über einen Tipp disbezüglich würde ich mich sehr freuen und bedanke mich schon jetzt


    Andreas

    Hallo Tim,

    keine Panik: Ich halte meine Falter für die Zucht oft für einige Tage im Kühlschrank (z.B. in kleiner Pappschachtel). 2-3 Tage ohne Nahrungsaufnahme verkraften insbesondere frisch geschlüpfte Falter ohne Probleme, soweit sie eben keinen hohen Nährstoffumsatz haben. Dann sollte man allerdings an Zwangsfütterung denken.

    Hallo zusammen,

    entgegen meinem ansonsten ganz glücklichen Händchen, hatte ich bislang bei der Zucht von Automeris-Arten irgendwie immer Probleme. Die Raupen gingen meist nach und nach ohne erkennbaren Grund (kein Durchfall oder ähnliches) noch während der Jugendphase ein, kaum eine kam durch. Ich hielt die Tiere anfangs bei hoher Luftfeuchtigkeit, die zumindest meinen Rothschildia ganz gut bekam, und ca. 25 °C in Kunststoffdosen mit nur mäßiger Luftzirkulation. Nun meine Fragen:
    1. Brauchen Automeris-Raupen eher hohe Luftfeuchtigkeit oder kann es sein, dass genau hierin mein Problem lag?
    2. Damit verbunden ist natürlich auch die Luftzirkulation. Also eher stehende Luft oder gut zirkulierend?
    3. Wie sieht es mit der Temperatur aus?

    Vielleicht kann mir jemand mit mehr Erfahrung ein paar Tipps geben, für die ich mich jetzt schon recht herzlich bedanken möchte.

    Andreas

    :hilfe:

    Hallo zusammen,

    also das mit den getriebenen Tieren kann ich absolut nicht bestätigen. Zwar ist die Anzahl der abgelegten Eier bei getriebenen Faltern deutlich niedriger als bei regulärer Entwicklungszeit, die Eier sind nach meiner Erfahrung jedoch dann doch zum Großteil befruchtet und die geschlüpften Raupen entwickeln sich völlig normal.

    Gruß, Andreas

    Hallo Fritz,

    in dem Alter sind sie eigentlich eher unproblematisch. Die Tiere brauchen tagsüber aber ein bisschen Material, um sich zu verkriechen (z.B. trockene Futterreste, weshalb es sich empfiehlt, immer reichlich zu füttern). Die Behälter sollten unbedingt offen und luftig sein.

    Gruß, Andreas