Es hat mich doch gestochen, meinen Senf auch noch breitzutreten!!
Diese Technik mit den Glaskopfnadeln eignet sich schon für Tagfalter und grössere Nachtfalter. Bei kleineren Lepidopteren, vor allem bei Microlepidoptera wird man zwangsmässig zu Spannstiften wechseln müssen. Es bedingt eine gewisse Umstellung, wenn man es aber intus hat ist diese Art des Spannens sehr komfortabel. Diese Spannstifte sind in etwa zwischen 13-17 mm lang, eigentlich sind es abgeschnittene Insektennadel, wahrscheinlich von Ausschussnadeln fabriziert. Diese Spannstifte erhält man in allen entomologischen Handlungen. Dazu braucht es aber auch die richtige Pinzette, die man heute allerdings suchen muss wie die berühmte Nadel im Heuhaufen. Sie muss vorne gebogen sein und unbedingt mit einer Feilenriffelung versehen sein, damit die Nadel nicht abbricht. Die kleinen Spannstifte steckt man in eine kleine Styroporplatte und dann kann man sie mit der Pinzette erfassen und auf das Spannbrett applizieren. Wenn man es beherrscht geht es sehr schnell und mit der Pinzettenspitze und dem Spannstift kommt man überall hin. Und zudem schont man das Spannbrett, besonders die sehr kleinen Microspannbretter.
Ich habe mir vor etwa 40 Jahren mit einem Produzent feiner Insektenkästen zusammen an den Tisch gesetzt, und wir haben zusammen Spannbretter mit Rillenbreiten von 4 mm bis 17 mm konstruiert und ich habe für mich etwa 150 Stück produzieren lassen, produziert in perfekter Qualität. Ich habe noch nie ein praktischeres Spannbrett gesehen und benützt, dazu war es leicht und sehr einfach zu fabrizieren – vielleicht zu einfach!! Allerdings war das Holz der Spannleiste ein exotisches, sehr weiches Holz, dagegen sind Linde und Pappel geradezu wie Eisen!!! Leider habe ich vor kurzem fast alle verschenkt. Eines der letzten Muster habe ich vor vielen Wochen an die Firma Schunke geschickt mit der Bitte es zu testen und dann eventuell in Menge herzustellen. Von der feinen Firma habe ich kein Sterbenswörtchen mehr gehört, die haben das Ding einfach behalten. Da muss man sich schon fragen wie viel Wert der Kunde hat, wenn man nicht einmal den Brief beantwortet erhält und etwas Fremdes einfach in sein Eigentum übernimmt. Vielleicht liest Herr Schunke diesen Thread und schickt mir mein Spannbrett wieder zurück.
Jetzt bin ich aber vom Thema abgewichen! Da ich in letzter Zeit eher Käfer sammle muss ich mir auch wieder neue Präpariertechniken aneignen. Doch einige Falter präpariere ich schon noch, z. B. selber gezüchtete Saturniden und andere tropische Nachtfalter. Dabei präpariere ich auch nach der Deutschen Spannmethode, der Hinterrand der Vorderflügel steht rechtwincklig zum Körper. Bei der Englischen Technik hängen die Vorder- und Hinterflügel nach hinten, was eine etwas natürlichere Haltung darstellt. Dabei verlässt man sich mehr oder weniger nach der eigenen Ästhetik. Dadurch gehen allerdings einige Informationen verloren. Solche so gespannte Schmetterlinge kann man allerdings kaum verkaufen oder tauschen. Die Deutsche Technik hat sich weltweit durchgesetzt.