Lieber Rudi,
Zu Deiner Frage von L. camilla: der Kleine Eisvogel ist in Europa grundsätzlich sehr verbreitet und häufig. Die Überwinterungsgehäuse (Hibernaculum) sind manchmal recht klein, sind aber besonders auf kleinen Exemplaren von Lonicera xylosteum (Rote Heckenkirsche), meist an den bodennahen Trieben direkt an einem Gewässer oder im Bereich von Fichtenhorsten, mit ein wenig Übung zu entdecken.
Zu Satyrium spini: der Kreuzdorn-Zipfelfalter kommt wirklich nur auf Magerrasen und trockenen Hängen, aber auch Gebüsche, Waldränder und trocken Waldlichtungen vor. Der Standort an welchem wir Eier von Satyrium spini gefunden haben ist ein steiles, von Felsen und Geröllhalden durchsetztes Waldstück. Am Fusse eines trockenwarmen Waldes, südexponiert wächst dort ein Mosaik aus Gebüschen und Trockenrasen, der Boden ist sehr flachgründig und in den steilen Lagen sind Schuttfelder eingestreut. Im Untersuchungsgebiet haben wir die Eier zur Hauptsache auf Gemeinem Kreuzdorn (Rhamnus cathartica), aber auch auf Alpen-Kreuzdorn (Rhamnus alpina) und einmal auch auf Faulbaum (Frangula alnus) in einem Gelege aus fünf Eiern entdeckt.
Zu Apatura iris: aus eigener Erfahrung habe ich Raupen sehr oft auf kümmerlichen Salweiden entdeckt. Natürlich gibt es immer auch Ausnahmen, wie etwa der Fund in 2.50m Höhe, wie das Foto im Bericht zeigt. Auch habe ich schon Raupen in älteren Salweidenbeständen gefunden, aber oft war ich erfolgreich mit Raupenfunden auf eher kleineren Salweiden – kommt dazu, dass die kleineren Exemplare weniger zeitaufwendig sind...
Ich hoffe damit sind Deine Fragen beantwortet, lieber Rudi.
Herzliche Grüsse
Andreas