Speziell für Anfänger möchte ich hier einmal meinen Zuchtbericht über das kleine Nachtpfauenauge, Saturnia pavonia, darstellen.
Also, los geht's!
Am 19.5.2010 erhielt ich 32 Eier dieser interessanten, einheimischen Saturniida.
Sie schlüpften einfach auf täglich abends besprühtem (Taubildung simulieren) Küchenpapier.
Hierzu einmal meine Tabelle:
Schlupftabelle
| Datum | Uhrzeit beim Reingucken | Schlüpflinge |
| 25-05-2010 | 6:45 Uhr | 3 |
| 26-05-2010 | 6:45 Uhr | 18 |
| 26-05-2010 | 14:15 Uhr | 6 |
| 27-05-2010 | 6:45 Uhr | 2 |
| 27-05-2010 | 17:10 Uhr | 1 |
Es schlüpften also insgesamt 30 Raupen aus 32 Eiern. Eine Raupe verendete ca. eine Stunde nach dem Schlupf - Jetzt sind es noch 29 Raupen.
Beachtlicher Größenunterschied zwischen einer eintägigen Raupe und zwei 2 Tage alten Raupen.
Ein Pulk aus drei Tage alten Raupen. Interessant war ein Herdenverhalten zu beobachten, bei dem abwechselnd gefressen wird, im Karussell-Prinzip:
Einige Raupen fraßen und stellten sich dann sozusagen „hinten an“.
Die kleinen Raupen wurden bei normaler Zimmertemperatur (ca. 20°C) mit leichter Nachtabsenkung (17°C) und mit Nachteinnebelung gehalten.
So gediehen sie recht gut. Als Futterpflanze nutzte ich bis L3 Malus domestica (Kulturapfel). Ab L4 verwendete ich Prunus padus (Traubenkirsche).
Der Grund war ganz einfach, dass diese bei uns neben den normalgroßen Blättern (7-10 cm), teilweise auch bis zu 18 cm große Blätter bildet!
Damit ist hierzu auch schon alles erzählt. Als Bodengrund diente eine Lage Küchenpapier, das alle 2 Tage gewechselt oder zumindest gesäubert wurde.
Auch das Futter wurde ca. alle 2 Tage gewechselt und ab L4 immer dann, wenn es kahl gefressen war.
Die Raupe in dem Pulk oben rechts bereitet sich zur Häutung vor, erkennbar an den beiden gelben Spitzen.
Nach einigem Rumgekrabbel entschied sie sich zur Häutung.
Dazu nun:
Häutung zu L2
| Datum | Uhrzeit | Anzahl |
| 30-05-2010 | 22:32 Uhr | 1 |
| 31-05-2010 | 6:00 Uhr | 0 |
| 14:20 Uhr | 6 |
| 16:30 Uhr | 9 |
| 17:30 Uhr | 4 |
| 20:05 Uhr | 6 |
| 1-06-2010 | 6:15 Uhr | 1 |
| 20:05 Uhr | 2 |
| 3-06-2010 | 12:00 Uhr | 1 |
Eine fertige L2 Raupe!
Unter denselben Bedingungen ging es weiter:
Häutung zu L3:
| Datum | Uhrzeit | Anzahl |
| 4-06-2010 | 23:00 Uhr | 1 |
| 5-05-2010 | 9:30 Uhr | 18 |
| 11:30 Uhr | 3 |
| 13:15 Uhr | 1 |
| 17:30 Uhr | 1 |
| 20:45 Uhr | 2 |
| 6-06-2010 | 7:00 Uhr | 2 |
| 8-06-2010 | 21:20 Uhr | 1 |
Einige L3 Raupen. Zu erwähnen gäbe es höchstens den intensiven Geruch des Kots nach Apfel.
Und weiter geht's mit L4:
| Datum | Uhrzeit | Anzahl |
| 8-06-2010 | 16:50 Uhr | 1 |
| 19:40 Uhr | 1 |
| 20:55 Uhr | 1 |
| 9-06-2010 | 6:45 Uhr | 8 |
| 14:15 Uhr | 4 |
| 16:40 Uhr | 2 |
| 20:15 Uhr | 3 |
| 10-06-2010 | 7:55 Uhr | 4 |
| 17:15 Uhr | 3 |
| 15-06-2010 | 8:45 Uhr | 1 |
[size=10]Frisch gehäutet zu L4 am Nachmittag.
Zwei Stunden später.
Noch am selben Abend.
Zwei Tage später nahmen sie diese Färbung an - links ist eine frisch gehäutete Raupe.
Wie ihr wahrscheinlich gemerkt habt, gibt es eine Raupe, die immer einige Tage hinterher ist.
Sie hat eine besonders interessante Färbung, ganz im Gegensatz zu den anderen - Aber, seht selbst!
Nicht wundern: die anderen Raupen waren zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits in L5.
Und genau dazu komme ich jetzt - L5, das letzte Stadium:
| Datum | Uhrzeit | Anzahl |
| 13-06-2010 | 20:45 Uhr | 1 |
| 14-06-2010 | 7:05 Uhr | 7 |
| 10:00 Uhr | 2 |
| 11:45 Uhr | 3 |
| 16:30 Uhr | 1 |
| 15-06-2010 | 7:30 Uhr | 3 |
| 14:45 Uhr | 1 |
| 17:15 Uhr | 3 |
| 16-06-2010 | 6:45 Uhr | 3 |
| 15:00 Uhr | 1 |
| 21:00 Uhr | 3 |
| 24-06-2010 | 18:30 Uhr | 1 |
[size=10]Die erste L5 Raupe vom 13-06-2010, direkt nach der Häutung fotografiert.
Ein mächtig belagerter Zweig.
Die Raupen können die Länge und die Dicke eines Fingers erreichen!
Die Farb-Variationsbreite ist in L5 relativ klein. Es gibt Raupen mit wenig Grünanteil und mit viel Grünanteil, mit gelben oder mit orangen Warzen.
Diese Färbungen sagen nach meinen Erkenntnissen aber gar nichts über das spätere Geschlecht des Falters aus. Die aus Interesse nach diesen Färbungen sortierten Raupen waren je ca. zur Hälfte männlich und zur Hälfte weiblich.
Raupe mit wenig Grünanteil
Raupe mit viel Grünanteil
Der Kokonbau:
| Datum | Uhrzeit | Beginn Kokonbau |
| 22-06-2010 | 6:45 Uhr | 1 |
| 14:45 Uhr | 3 |
| 23-06-2010 | 6:30 Uhr | 2 |
| 14:45 Uhr | 4 |
| 24-06-2010 | 15:45 Uhr | 3 |
| 25-06-2010 | 20:30 Uhr | 5 |
| 26-06-2010 | 9:30 Uhr | 6 |
| 27-06-2010 | 19:00 Uhr | 4 |
| 04-07-2010 | 9:15 Uhr | 1 |
Raupe rechts verfärbt sich zur Verpuppung.
Ein mittlerer Fortschritt
Fast fertiger Kokon
Nachgedunkelter Kokon
Eine Raupe konnte sich nicht verpuppen
Die Zucht ergab aus 29 Jungraupen 28 Kokons.