Hallo Josephine,
auch ich möchte noch meinen Senf dazugeben, denn ich habe T. betulae schon 2mal erfolgreich, und zwar in einem Petriglas (im Zimmer), gezüchtet. Wegen der Kleinheit der geschlüpften Räupchen ist die Zucht tatsächlich nur am Anfang problematisch. Ich würde Dir vorschlagen, die Zweige mit den Eiern solange wie möglich im Freiland zu belassen (z.B. die Ästchen mit den Eiern in einen Blumentopf mit Sand stecken). Die Natur hat es so eingerichtet, dass die Räupchen von betulae erst schlüpfen, wenn die Knospen der Schlehe entsprechendes Futter für die Jungräupchen bieten. Bei der Schlehe ist zuerst die Blüte da, die jungen Blättchen entwickeln sich erst anschließend. Hier müßtest Du zwischen Ende März und im April jeden Tag die Ästchen mit den Eiern mit einer Lupe kontrollieren, um festzustellen, wann das erste Räupchen geschlüpft ist. Dieses Räupchen wirst Du nicht mehr finden. Ab diesem Zeitpunkt, solltest Du die restlichen Ästchen in die Wohnung nehmen und in ein geschlossenes Gefäß geben (Luftzufuhr muß zur Vermeidung von Schimmel vorhanden sein). Ich nehme hierzu meistens kleine, durchsichtige Gefäße, weil hier dann die Räupchen besser aufzufinden sind. Bevorzugt nehme ich hier Petrigläser. Du kannst hierfür natürlich auch ein kleines, durchsichtiges Plastikgefäß nehmen (kleine Löcher mit Nadel reinstechen). Beim Schlupf der Räupchen stehen zu diesem Zeitpunkt an sonnenexponierten Örtlichkeiten meistens schon Schlehenzweige mit frischen Blättchen zur Verfügung. Die schneidest Du dir zurecht und gibst sie in Dein Zuchtgefäß. Alle 2 bis 3 Tage solltest Du die alten Zweige rausnehmen und diese durch frische ergänzen. Das Ganze geht aber nur mit Lupe oder -wie ich es handhabe- mit einer Lupenbrille. Beim Futterwechsel mußt Du allerdings wegen der Winzigkeit der Räupchen mit aller Vorsicht vorgehen, weil diese sehr empfindlich sind. Vorher die Räupchen mit einem feinen Haarpinsel suchen usw. usw.... Dann sollte Deine Zucht gelingen!
Wenn Du noch weiltere Einzelheiten erfahren möchtest oder noch irgendwelche Unklarheiten bestehen, kannst Du mich gerne anmailen. Am besten unterhalten wir uns dann telefonisch, weil da doch am meisten rüberkommt.
Viele Grüße und viel Erfolg bei der Zucht.
Alfred