Posts by andiwasa

    Moin,


    in Hamburg gibt es gerade ein wenig Öffentlichkeit für den Nachtkerzenschwärmer: https://www.ndr.de/fernsehen/s…chwaermer,hamj108084.html


    Auf einer Brachfläche in der Hafencity wurden im letzten Jahr Imagines beobachtet wurden. Einige AnwohnerInnen protestieren nun gegen die Bebauung der Fläche. Die Stadt Hamburg sieht keinen Grund dafür, die Bebauung aus Naturschutz-Gründen zu stoppen. Mir scheint das mit Proserpinus proserpina auch nicht so einfach zu sein. Die Art befindet sich hier Gebiet der nördlichen Verbreitungsgrenze und fliegt wohl immer mal wieder durch städtische Kleinst-Biotope. Ich konnte auch schon eine Raupe im Hamburger Zentrum am Rande einer Baustelle finden. Ob es sich um relevante Biotope der Art handelt, scheint mir noch ungeklärt. Trotz alledem ist die Bedeutung von Brachflächen für die Biodiversität gerade im verdichteten städtischen Bereich sicher enorm.


    Viele Grüße aus dem Norden,


    Armin

    Moin, ich tendiere zu Saturniidae. Schau mal unter Othorene spec.


    Vielleicht ist es Othorene intermedia!


    Viele Grüße,


    Armin


    (Eric war schneller ;) )

    Quote

    Wie überall richten sich die Preise nach Angebot und Nachfrage.

    Hallo Manfred, willst du das auch belegen oder reicht deine Erfahrung als Argument? Ich würde die Bedeutung von Angebot und Nachfrage hier im Forum stark einschränken. Für Arten bei denen davon ausgegangen werden kann, dass diese fast ständig angeboten werden (Samia ricini z.B.) und deren Nachzucht sehr leicht ist, lässt sich das Angebot vielleicht vorhersagen ( das gilt auch umgekehrt für einige Raritäten). Bei vielen anderen Arten ist trotz schwankendem Angebot der Preis seit Jahren immer sehr ähnlich, was sicherlich nicht aus der schwankenden Nachfrage zu erklären wäre...

    Hallo ihr,


    viel wurde bereits gesagt. Da ich auch nicht denke, dass in unserem Hobby-Forum kommerzielle Anbieter die Mehrheit sind, würde ich auch nicht auf Angebot und Nachfrage (also die typische BWL-Antwort) verweisen wollen. Die Preise werden sich meistens daran orientieren, was die anbietende Person als "faire", das heißt in Abwägung von eigenen Kosten bei der Zucht und dem Interesse, dass alle die Möglichkeit haben sollen auf Zuchtmaterial zurückgreifen zu können, Bedingungen ansieht. Gerade bei importierten Zuchtmaterial und F0-Material von vielen Arten explodieren die Preise häufig, das liegt dann aber nicht selten (aber nicht immer!) an dem hohen Aufwand bei der Beschaffung/ dem Sammeln des Zuchtmaterials.



    Viele Grüße,


    Armin

    Hallo alle,


    Ende Mai konnte ich in Hamburg auf einem Feldweg eine Apamea spec. Raupe finden (wahrscheinlich Apamea monoglypha). Die Auzucht erfolgte Problemlos auf Grasbüscheln. Statt der Puppe konnte ich heute allerdings nur ein ungewöhnliches Etwas finden, was von außem einem Pilz ähnelt. Ich vermute aber mal, dass es sich um den Kokon eines Endoparasiten handelt. Kann mir jemand mit der Bestimmung weiterhelfen?


    actias.de/attachment/82588/actias.de/attachment/82589/
    Die Raupe/ Der ungewöhnliche Kokon



    Vielen Dank und beste Grüße,


    Armin

    Hallo Silvan,


    ich kann nur von meiner eigenen Erfahrung berichten: 2014 gab es bei mir eine Hybrid-Paarung von einem C. erminea Weibchen mit einem C.vinula Männchen. Es resultierten keine befruchteten Eier.


    Viele Grüße,


    Armin

    Hallo Rudi,


    auf welchte Qualitätsmedien beziehst du dich denn bei der Analyse kleiner und großer Klimawandel?
    Außerdem interessiert mich, wer eurer Meinung nach ein Interesse daran hat einen "angeblich" menschengemachten Klimawandel in den "Leitmedien" zu problematisieren?






    P.S.:
    Danke Heinrich für die schönen Bilder, den Kommentar zum Klimawandel hättest du dir vielleicht sparen können. Du redest von Fakten, aber ob du das nötige Wissen hast, die Entwicklung der Wassermassen in den Victoria-Fällen über die letzten Jahre zu analysieren scheint mir fragwürdig.


    “In previous years, when it gets dry, it’s not to this extent,” Dominic Nyambe, a seller of tourist handicrafts in his 30s, said outside his shop in Livingstone, on the Zambian side. “This [is] our first experience of seeing it like this.
    “It affects us because ... clients ... can see on the internet [that the falls are low] ... We don’t have so many tourists.”
    Victoria Falls dries to a trickle after worst drought in a century | World news | The Guardian

    "Na, jetzt kommen aber doch ein paar Zungenschläge in die Diskussion, die man beim Thema "Verschwinden der Schmetterlinge" so nicht erwartet hätte."


    Ich mache mich hier vermutlich gleich wieder unbeliebt, aber hier müssen dringend mal einige Mythen aufgeklärt werden:


    a) Ich denke, um die Analyse, dass ein - historisch bisher in diesem Ausmaß in der Menschheitsgeschichte vermutlich erstmaligen- Artensterben (mit dieser Geschwindigkeit) vorliegt, müssen wir im Entomologie-Kreis nicht streiten.


    b) Die Analyse wird vermutlich von Großteilen des politischen Spektrums (exklusive der reaktionären und verblendeten AfD und populistischen Teilen der CDU/CSU) geteilt.


    c) Die Analyse ergibt jetzt aber noch keine politische Schlussfolgerung: Der Naturschutz ist nicht politisch "neutral", wer das meint fällt auf zwei der größten hegemonialen politischen Mythen rein: a) die Extremismustheorie, also die Gleichstellung von Links und Rechts und der Vorstellung einer demokratischen Mitte und b) die Neutralität der Wissenschaft, also die Vorstellung das alle Wissenschaften (häufig aber vor allem die "Naturwissenschaften") wertfrei sind und es lediglich um die neutrale Wissenserarbeitung gehe. Den zweiten Punkt möchte ich hier kurz ausführen, weil es doch eine der größten Mythen, die uns naturwissenschaftlich geprägten EntomologInnen beschäftigt. Wissenschaft kann nicht neutral sein, weil mit der Wissenschaft auch immer selektive Entscheidungen über den Gegenstand der Forschung getroffen werden und es ist doch ein wesentlicher Unterschied macht, ob man seine limitierten Ressourcen in die Forschung zu Atombomben oder die ökologisch nachhaltige Bewirtschaftungen von Feldern investiert. Darüberhinaus ist die Naturwissenschaft auch nicht unabhängig von gesellschaftlichen Interessen, das heißt im einem Wissenschaftssystem, dass sich die Forschungsschwerpunkte über eine künstliche Verknappung von Forschungsgeldern selbst aussuchen kann (Drittmittel usw.), besteht ein politischer Konflikt um die Ausrichtung aller Forschung. Das Dritte Reich sollte uns allen hierbei im Hinterkopf bleiben. Dabei haben die Naturwisschenschaften (vor allem die Rassenbiologie und die Geografie) ganz erheblich zur Ideologiebildung beigetragen und die Chemie sowie die Physik die Grundlagen für diverse Kampfstoffe erschaffen.


    d) Wenn man jetzt davon ausgeht, dass Naturschutz politisch ist, kann der eigentliche Streit (durchaus positiv gemeint) beginnen: Gibt es bessere Argumente für einen "konservativen" oder einen "progressiven" Naturschutz?



    Ab hier noch kurz etwas zu meiner persöhnlichen Position in Sachen Naturschutz: Ich halte es für einen Mythos, dass die Marktwirtschaft zum Erhalt der Biodiversität beitragen kann. Die Neoklassik also die vorherrschende theoretische Strömung in den Wirtschaftswissenschaften geht teilweise bis heute davon aus, dass natürliche Reserven keinen Gebrauchswert haben, sondern erst als genutze Ressourcen also mit der Produktion (Land -> Agrarprodukte) einen Tauschwert erhalten. Dass dabei nicht selten vertreteten wird, dass z.B. der Wald (und somit das Holz auf) auf einer Fläche oder die Nährstoffe im Boden lediglich als natürliche, kostenfreie, Produktionsmittel gelten, sollte uns Sorgen bereiten. Für mich ist der Erhalt der Biodiversität abhängig von sozialen Verbesserungen (die Grundlage für eine bessere [Umwelt]Bildung sind) sowie von einem fundamentalen Wandel in der Art wie der Mensch wirtschaftet. Denn: Solange die (unendliche) Kapitalakkumulation und somit der dauerhafte Zwang der Investitionen im Vordergrund stehen, kann die Naturzerstörung nicht aufhören. (Man darf hierbei ja nunmal nicht außer Acht lassen, dass Investitionen zur Produktion führen und jedes Produkt auf natürlichen [und eben endlichen] Ressourcen beruht.


    Also, ich würde es begrüßen, wenn wir endlich wieder einen politisierten Naturschutz erleben und auch wenn Actias-Mitglieder dabei eine Rolle spielen (das ist auch wichtig, wenn es in 100 Jahren noch viele Arten zur Bestimmung geben soll ;) ). Gerade heute sollte man aber auch daran denken, dass solche Kämpfe durchaus bestehen: Der alte Hambacher Forst, soll dem (wissenschaftlich überholten) Braunkohleabbau den Weg frei machen und deswegen komplett gerodet werden. Viele Menschen protestieren aktuell dagegen auch mit der Besetzung des Waldes (die Rodung wurde aktuell wegen eines laufenden Verfahrens gegen RWE vorläufig gestoppt).


    Ich freue mich hier auf eine (hoffentliche) differenzierte und argumentative Debatte, abseits von Populismus und reaktionären Gedankenguts. Das heißt aber auch, dass man sein Wutbürgertum ablegen muss (in dessen Rahmen hier ja schon einige wissenschaftlich unhaltbare Sachen vertreten wurden sind)




    Viele Grüße (und etwas nachdenkliche an Andreas)