Beiträge von Heune

    Ich möchte noch ergänzend zu meinem Beitrag anmerken:
    Es wird über Desinfektion der Eier gesprochen. Aber es wurde noch nicht dargelegt wie erkenne ich direkt am Ei, ob auf der Oberfläche oder gar im Inneren des Eis Krankheitserreger vorhanden sind also ob die Eier kontaminiert sind. Vermutungen sind keine Tatsachen.
    Sollte man dies feststellen können (bei kränkelnden ♀♀ bezweifle ich, daß sie viele Eier legen und ob eine Kopula überhaupt zustande gekommen ist, eher gehen die ♀♀ ein), dann wäre eine Desinfektion angezeigt und sinnvoll.
    Welches sind aber nun die direkten Merkmale an kontaminierten Eiern (nicht auf Grund von Umständen) um sie zu desinfizieren?
    Wenn man gute Haltungsbedingungen hat, dann hat man auch die Hygiene beachtet. Nur die Desinfektion bedeutet einen Eingriff am Ei. Natürlich braucht man in der Medizin auch Hygiene, aber ich gehe ja nicht zum Arzt der Hygiene wegen sondern wegen des Eingriffs, also der Behandlung. Und wenn ich keine Kontaminierung direkt am Ei feststellen kann, ist es dann sinnvoll zu desinfizieren sozusagen als Prävention?
    Viele Grüße
    Dieter

    Meine erste Frage auf die Frage von" hayes09" lautete: What is the reason for egg sterilization?

    Ich möchte hierzu vermerken, daß es letztendlich kaum einen Sinn hat, Schmetterlingseier zu desinfizieren. Man kann darüber diskutieren mit welchen Mitteln und wie man Eier desinfiziert ohne sie zu zerstören aber es bringt keinen Sinn darüber zu diskutieren, ob man Eier desinfizieren soll, um eine höhere“ Produktionsrate“ zu erhalten. Immer wieder höre ich von meinen Kunden, „Super, Schlupfrate fast 100 %.“ Also mit Desinfektion kann es somit nicht besser werden oder humorvoll gesagt, mit Desinfektion erreiche ich fast 120% Schlupfrate( von insgesamt 100 Eiern müssten somit 120 Räupchen schlüpfen).
    Wenn man die Eier fach- , sach- und artgerecht lagert, wird man in der Regel auch eine hohe Schlupfrate erreichen, es sei denn, die Eier sind nicht befruchtet oder die Eiablage ist von ein und demselben ♀ erfolgt nach der letzten Eiablage. Dann nämlich könnte es sein, daß die letzten Eier meist, nicht immer, nicht befruchtet sind. Dies ist meine Erfahrung seit fast 60 Jahren Zuchterfahrung.
    Ich habe noch nie Eier desinfiziert und werde es auch in Zukunft nicht tun, da ich immer eine hohe Schlupfrate (Humor: zwar nicht 120 % , aber fast 100 % von 100 Eiern) von fast 100 % bei befruchteten Eiern erreicht habe.
    Daher meine Empfehlung: Finger weg von der Desinfektion. Dies schadet mehr als der Erfolg. Natürliche fach- und sachgerechte Bedingungen herstellen, z. B. Feuchtigkeit, Temperatur etc.). Dann ist auch eine entsprechend hohe Schlupfrate zu erwarten. Ich konnte auch alle Räupchen bis zur Verpuppung bringen und erhielt auch einwandfreie Imagines.
    Gruß
    Dieter

    Hallo Rudi,
    vielen Dank für deine Erfahrungen mit "edlen" Rosenblätter für Actias isis. Mit Edelrosen, also mit saftigen dicken, fleischigen Blättern mache ich zur Zeit die erfreuliche Erfahrung, daß auch Actias maenas sehr gut die Edelrosenblätter annehmen (sie "verputzen" die Blätter wie die Weltmeister), sehr gut wachsen und auf eine beträchtliche Größe angewachsen snd. Dies ist um so erfreulicher, daß Edelrosenblätter bis weit in den Dezember hinein zur Verfügung stehen und auch bis dahin grün bleiben, sich also ausgezeichnet als Winterfutter eignen. Es gibt auch mmergrüne winterharte Hyriden von Kletterrosen (Hybriden von Rosa sempervirens), die evtl. auch angeommen werden. Dies wäre gut, habe aber hierzu noch keine Erfahrung.
    Nochmals vielen Dank für deinenTipp.
    Gruß
    Dieter.

    Der Herkunfsnachweis hat meines Erachtens auch eine Lücke (oder besser ein Schlupfloch, wenn auch ein illegales).

    Hierzu ein Beispiel: Ich bestelle bei einem außerdeutschen Kollegen ein in seinem Land nicht geschützte Species, z. B. den Schwalbenschwanz oder auch eine andere dort nicht geschützte Schmetterlingsart. Der Verkäufer schickt mir die Ware und auch ganz legal den Herkunftsnachweiß. Nun kann ich weiterzüchten und auch weiter verkaufen mit entsprechendem legalem Herkunftsnachweis vom Vorgänger und für den Käufer, der bei mir die Nachzucht kaufen will.

    Nun das Schlupfloch: Entnehme ich illegal z. B. durch Wildfang ein unter Schutz stehender Schmetterling in Deutschland und züchte den auch weiter, so ist letztendlich beim Verkauf nicht mehr zu unterscheiden, ob mit Herkunftsnachweis legal gezüchtet oder illegal durch Wildfang in Deutschland.

    Hier ist die Ehrlichkeit des Verkäufers gefragt. In der Regal sind die Verkäufer auch ehrlich. Ausnahmen bestätigen die Regal. Aber ohne Zweifel gibt es hier die erwähnte Lücke. Mit dem legalen Herkunftsnachweis kann ich somit sowohl legal auch illegal gezüchtete Species verkaufen. Natürlich kann der Züchter bei illegaler Zucht bestraft werden, wenn er denn beim Wildfang entdeckt wird.

    Insoweit geht mein Apell dahin, immer schön ehrlich bleiben und nicht das Risiko einer erheblichen Strafe eingehen und damit dem Naturschutz dienen.
    Gruß
    Dieter

    Hallo liebe Actias Freunde,

    ich habe eine Frage.

    Mein Bruder und ich waren am Samstag, den 3. November diesen Jahres auf der Insektenbörse in Frankfurt. Ein Massenbetrieb aber hoch interessant, weil viel Interessantes angeboten wurde. Als Beispiel: Ein Zwitter von Graellsia isabellae für 3.200,- Euro. Die rechte Seite komplett ♀, die linke Seite komptell ♂. Nun werden ,wie stets, eine Menge an ausländischen Insekten , zum Teil auch lebend als Puppen oder Raupen, angeboten. Und nun meine Frage. Wie kriegen die Anbieter diese Insekten aus dem Ausland über den deutschen Zoll? Es werden ja nicht alle ausländische Insekten in Deutschland gezüchtet. Habt ihr eine Erklärung? Danke für Antworten.

    Gruß

    Dieter

    Hello Susanne,

    I send my caterpillars when they reach L2 or L3. For this I take a simple cardboard box, which can still be sent as a small parcel. For foreign countries a large letter may be enough. I then simply fill the corresponding fresh food into this box and put the caterpillars in. Then I seal the edges of the package with adhesive tape so that there is no possibility for the caterpillars to escape. This keeps the package airy and prevents condensation from forming. With this simple method I have never had failures. I always send by registered mail. But this is only possible with large letters and package not with parcels. By the way I always pay attention to how hot or cold the weather is. This could lead to losses if it is too cold or too hot. Then better to move the shipping. And pay attention how long are the postal routes. See "Postwegzeiten von Deutschland nach Belgien” under Actias Internes. I sent a 1st parcel to Belgium on 4 October this year and it arrived at the recipient on 31 October this year. A second parcel, which I sent on 9 October, has not arrived yet.

    I hope I've helped you a little with my tips.

    With the best wishes

    Dieter

    Hallo,
    ich möchte hier einen Tipp zur Ersparnis von Pergamentsteifen für Falterpräparationen geben. Soweit ich informiert bin, ist dies hier in Actias noch nicht angesprochen worden.
    Es ist eine Ersparnis von Kosten möglich, wenn folgende Tipps beachet werden:
    Den ersmals benutzten Spannstreifen mit den Fingernägeln auf einer glatten Tischplatte mehrmals beidseitig obendrauf durchziehen bis keine Stechspuren von den Spannnadeln mehr zu spüren sind. Alternativ läßt sich dies auch mit einem Messer oder einem glatten Bleistift durchführen. Dann den Spannstreifen nochmals mit Zeigefinger und Daumen durchziehen. Verspührt man keine Spannstreifennadeldurchlochung mehr, ist der Spannstreifen wieder in einwandfreien Zustand für eine 2. Präpration geeignet. Diese Prozedur kann wiedeholt werden, wenn man Nadellöcher spürt.
    Spannstreifen können nach der Prozudur durchaus bis zu 4 mal benutzt werden. Dann aber entsorgen.Ich hatte damit noch nie Schäden an den Präparaten.
    Es ergeben sich u.U. auch noch, eher unwahrscheinlich, folgende Vorteile: 1. Die Preise bei den Händlern für Spannstreifen könnten sinken (eher unwahrscheinlich!), aber denkbar.
    2. Die angebotenen Falter könnten im Preis wegen der wenigen Kosten der Spannstreifen minimal sinken, denkbar, aber auch hier eher unwahrscheinlich.
    In jedem Fall aber eine Ersparnis für den Präparator, je nach Menge der Präparationsobjekte können so bis zu 20,-- € und mehr gespart werden.
    Viele Grüße
    Dieter("Heune")

    Hallo Sabrina,

    die sichtbaren Phänomene, die Du am Anfang von Deinen Raupen beschrieben hast, konnte ich an meinen Raupen ebenfalls beobachten. Was "Rudi" beschrieben hat trifft absolut zu. Interessant hierzu wären in diesen sog. heißen "Hundstagen" aber auch die einzelnen Erläuterungen im meinem Beitrag "Totalausfall von Zuchtmaterial in diesem heißen Sommer ohne Regen", die den Grund des Ausfall versuchen zu erklären. Ob auch hier ein Zusammenhang bestehen könnte, vermag ich nicht zu beurteilen.
    Dennoch nicht verzagen, weiter die Zucht wagen.
    Gruß Dieter

    Hallo Frank und Andreas,
    vielen Dank für eure Antworten. Ich werde die Gründe weiter recherchieren. Einen Hinweis muß ich aber noch geben zur Kopula. Vor einigen Wochen war es sehr schwül daußen (ca. 28 Grad Celsius).
    Ich dachte, das ist genau richtig für eine Kopula (schwül und sehr warm). Habe 1 ♀ und später am Abend 2 ♂ dazugesetzt ohne zu achten auf Lockung des ♀. Morgens keine Kopula bemerkt. Das ♀ hat dann am nächsten Tag Eier gelegt. Habe sie dann eingesammelt in der Annahme, diese seien nicht befruchtet und aufgehoben und siehe da, 14 Tage später sind Räupchen geschlüpft.
    Aber leider sind mir auch diese alle eingeganen.
    Gruß
    Dieter

    Hallo Uwe und Hans und die anderen Antworter zu meiner Fragestellung,

    Eine gute Nachricht habe ich noch. Ich hatte im Mai 2018 36 Eier von Andreas Weitzmann bestellt. Davon sind leider nur 25 Räupchen geschlüpft, der Rest war unbefruchtet. Von diesen 25 Rüupchen sind mir leider 13 Räupchen eingegangen, aber 12 Raupen konnte ich im Kokon zur Verpuppung bringen. Das ist meine gute Nachricht. Die Räupchen, die ich von schweizer Anbietern erhalten habe, und alle sind erfreulicherweise zu fast 100 % geschlüpft, sind mir in der Zucht Mitte Juni/Juli alle eingegangen( haben tot am Boden gelegen oder tot im Geäst von gewässerten Kiefern gehangen, wie bei "Chutz"auch). Die von Andreas Weitzmann konnte ich mit 12 Kokons zur Verpuppung brimgen. Die Zucht war also im Mai/Anfang Juni zum Teil erfolgreich.
    Vielleicht ist dies eine Erklärung zur Zucht. Mai und Anfang Juni keine große Hitze und hin und wieder Regen. Juni / Juli große Hitze (bis zu 33 Grad Celsius) ohne viel Regen. Selbst die Raupen, die ich in meinem Garten geschützt an Kiefer ausgesetzt habe sind eingegangen. Ich vermute als Fazit, zu viel Trockrenheit.
    Selbst Bäume verlieren Rinde wegen der Trockenheit. Es könnte also sein, daß die Kiefernnadeln nicht genurg Wasser aufnehmen und bei Raupenaussätzen ins Freie unter Schutz nicht genügend Saft haben. Dies ist aber nur eine Vermutung, kein Nachweis.
    G. isabellae lebt in Spanien in einigen Gegenden, wo es auch kalte Winter (auch um Madrid) gibt. Es könnte also sein, daß in diesen Gegenden mehr Feuchtigkeit herrscht. Diese Feuchtigkeit dann auch hier bei der Zuch herzustellen ist vielleicht nicht so einfach. Bei Besprühren (Wassernebel) mit Wasser bedeutet bei hohen Temperaturen schnelle Virus und Bakterienvermehrung, auch an einem Tag. Auch Ultraschallvibrationen mit kleinesten Wassernebeln ist nicht hilfreich, da entsprechende Vorrichtungen und Zuchtbehälter notwendig sind.

    Ich würde mich über Antworten von G. isabellae Züchter freuen, die dieses Jahr erfolgreich gezüchtet haben oder auch keinen Erfolg hatten, wie auch immer.
    Vielen Dank
    Dieter

    Was Hans sagt, kann ich nur bestätigen. Eine Verzögerung der Schlupfzeit bei ununterbrochener Generationsfolge ohne Diapause ist allenfalls bei Kühlung für nur kurze Zeit möglich, ich spreche hier von wenigen bis villt. max. ca.10 (-14) Tagen je nach Kühlungstemperatur. Ich habe bei meiner Morpho peleides und Caligo memnon Zucht dies auch versucht, ohne Erfolg. Einen Versuch die Futterpflanzen (hier Musa) auch in den Wintermonaten zu erhalten ist kläglich gescheitert. Also versuche so viel wie möglich zu züchten, soweit es dies bei ausreichenden Futterpflanzen ermöglicht.
    Gruß Dieter

    Hallo Dennis, Werner, Hans ud Manfred,
    so ganz langsam komme ich dem Totalausfalls der Raupen auf den Grund. Ich glaube folgende Gtünde sind dafür verantwortlich::
    1. Massenzuchten vermeiden,
    2. Wenn möglich Zuchten im Freien halten (natürlich geschützt),
    3. Nicht zu lange mit der Hygiene warten, also täglich säubern bei dieser Hitze,
    4, Das Wasser in Behältnissen für eingefrischtes Futter ständig erneuern, Öffnungen abdichten, damit keine Kotteilchen ins Wssser fallen, um bakterielles Wasser zu vermeiden,
    5. Käfige und Plastikboxen immer wieder desinfizieren (Ethanol,also Methylalkohol oder Flächendesinfektionsmittel wie Buraton)
    6. Nicht zu viele Raupen in einen Zuchtkäfig geben,
    7.Die Feuchtigkeit muß stimmen,
    8. Raupen bei Zimmerhaltng, luftig halten und vielleicht auch noch andere Gründe.
    Nun, ich habe meine Erfahrung gemacht und danke für die hilfreichen Tipps. Allen zusammen nochmals ein Danke schön.
    Gruß
    Dieter