Beiträge von res

    Hallo Moe,

    Anflüge von Arctiidenmännchen zur passenden Flugzeit im passenden Biotop ist sehr einfach.
    Ein Anflugkäfig reicht aus, zur Not sogar eine Plastikschachtel mit einem Damenstrumpf als Überzug.
    Nicht alle tagfliegenden Arctiiden können nachts angelockt werden, wie z.B. Coscinia striata. Diese Art lässt sich am besten nachmittags anlocken.
    Die meisten Arten aber erhält man nachts (fast alle Großarctiiden und Lithosiinae).
    Ein geschlossener Anflugkäfig hat den Vorteil, zum einen, dass man sich sein "passendes" Männchen aussuchen kann, zum anderen kann man auf diese Weise mehrere Biotope mit einem Weibchen "bearbeiten".
    Ich selbst habe mit Weibchen schon C. striata, Arctia caja, Arctia villica, Arctia flavia, Callimorpha dominula, Hyphoraia aulica und ziemlich alle heimischen Lithosiinae angelockt.
    Auch bei Cucullinae scheint das anlocken zu klappen. Besser ist aber hier ein Anflugkasten mit Reuse, da man gerade Cucullinae häufig "übersieht".
    Ich habe hier meine Erfahrung mit C. chamomillae.
    Ich hoffe, dass Dir mein Beitrag weiterhilft.

    Beste Grüße
    Robert

    Ein Hallo an alle Actianer des Landshuter Treffens,

    schön wars unter so vielen Gleichgesinnten und ein herzliches Dankeschön an Heinz und alle anderen Organisationshelfer. Es wäre schön, wenn es im kommenden Jahr zu einem erneuten Zusammentreffen käme.
    Beste Grüße aus Regensburg
    res
    Robert E. Schwarz

    Hallo Andreas,

    ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass ich Agar-Agar-Pulver den Agar-Agar-Fäden gegenüber bevorzuge.
    Allerdings kostet ein Kilo Pulver so um die 100 Euro.
    ( Die optimale Mischung wird dir diese Ausgabe danken)

    Beste Grüße
    Robert

    Hallo Andreas,

    ich stelle "Kunstfutter" auf der Basis Bergomaz & Bopprè her, angereichert mit Kieselsäure und Oxalsäure.
    Siehe auch die Artikel unter der Rubrik "Züchten allgemein" vom 07.03.2007 und vom 20.09.2006.
    Die Mischung , die "Literaturo" am 15.08.2006 erwähnt, ist m.M. nach, nicht optimal.

    Folgendes Mischungsverhältnis scheint mir im Moment das Beste zu sein:
    5 Teile Wasser / 1/5 Teil Agar-Agar-Pulver / 1 Teil Futtermischung

    Beste Grüße
    Robert

    Hallo Gerd,

    jacobaeae zählt bei den Arctiiden zu den sog. "Futterspezialisten", der sich von S. jacobaea (Jakobskraut), ersatzweise von tussilago (Huflattich) ernährt.
    Leider muss ich dich enttäuschen, meine Versuche auf Kunstfutter führten bisher zu keinem Ergebnis.
    Du wirst dich also mit Huflattich begrügen müssen.
    Ich kann dir aber im Herbst einige Seneccio-Pflanzen zukommen lassen, wenn du dies willst.
    Beste Grüße
    Robert

    Hallo Julian,

    vielen Dank für deine Informationen.
    Die Bezugsquellen derartiger Diäten sind uns wohl bekannt.

    Unser Anliegen ist es, eine Diät zu entwickeln, die es erlaubt, eine möglichst große Anzahl von Schmetterlingsarten zu züchten, ohne für bestimmte Arten bestimmte Diäten einzusetzen.
    Die Diät nach Bergomaz und Bopprè,die wir versuchen zu erweitern, ist im derzeitigem Stadium für die meisten Arctiiden, vielen Lithosien, vielen Noctuiden und einigen Lasiocampiden gut einzusetzen.
    Es wird nun versucht, mit Zugabe von pflanzentypischen Inhaltsstoffen diese Diät so zu erweitern, dass vielleicht in Zukunft auch Pflanzenspezialisten dieses "Kunstfutter" annehmen, wobei wir darauf verzichten wollen, Pflanzenteile in frischer oder getrockneter Form beizugeben.

    Es freut mich jedoch, dass unser Anliegen dein Interesse geweckt hat.

    beste grüße
    Robert

    Hallo Moritz,

    nicht jeder hat die Möglichkeit auf Zyankali zurückgreifen zu können.
    Essigäther hat sich als Alternative gut bewährt.
    (In der Apotheke als Essigsäure-Ethylester zu beziehen.)

    Ein Stück eines Schwammes in ein Glas geben, mit weicher Gipsmischung begießen und trocknen lassen. In die getrocknete Gipsplatte ein kleines Loch bohren, zum Befüllen des Schwammes mit Essigäther.
    Nachteil: bei hoher Aussentemperatur bildet sich schnell Feuchtigkeit an den inneren Glaswänden.

    beste grüße
    Robert

    Arctiidenzuchten mit Kunstfutter I

    Hallo Züchterkollegen,

    nachdem ich schon mehrmals aufgefordert wurde, komme ich nicht mehr umhin, über Fortschritte der neuen Generation Kunstfutter zu berichten.

    Das bisher gut einsetzbare Kunstfutter auf der Basis
    Bergomaz & Bopprè (1986) zeigt seine Grenzen auf, wenn man damit Lithosiinae, Endrosiinae und andere Gruppierungen von flechtenfressenden Arctiiden züchten will.

    Bisher ist es gelungen der Diät von Bergomaz und Bopprè zwei flechtentypische Inhaltsstoffe beizugeben, die die Bandbreite von Zuchten mit Flechtenbären erheblich erweitert.

    Im Einzelnen sind dies:
    Kieselsäure mit 3% Zugabe pro Portion Grunddiät
    Oxalinsäure mit 1,5 g Zugabe pro Portion Grunddiät

    Mit weiteren flechtentypischen Inhaltsstoffen wird derzeit experimentiert, wobei sich Hyaluronsäure als vielversprechend zeigt.

    Die neue Generation Kunstfutter zeigt, dass die meisten Großarctiiden und viele Flechtenbären dieses Futter gut annehmen, es teilweise sogar bevorzugen und dass auch der Wechsel von der Grünpflanze zur Diät häufig unproblematisch ist.

    Ausblick:
    Es wird versucht der Grunddiät weitere Inhaltsstoffe beizumischen um eine noch größere Bandbreite von Zuchten zu erreichen.
    Vielleicht gelingt es in näherer Zukunft auch, laubfressende Raupen damit groß zuziehen.
    Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, wird darüber berichtet.

    Robert E. Schwarz

    Hallo Thorsten,

    Kannibalismus bei Schmetterlingsraupen ist nicht ungewöhnlich.
    Besonders bei Arctiiden ist dies besonders zu beobachten.
    Die Gründe hierfür sind nicht genau bekannt.
    Es wird allgemein vermutet, dass die Raupen als Folge von Trockenheit bei der Zucht
    ihre "weichen" Artgenossen (nach Häutung oder als frische Puppe)
    mit Vorliebe verzehren.
    Ich kann da z.B. bei Hyphoraia aulica (Arctiidae) ein Klagelied singen.

    Auch bei Cucullien (Noctuidae) scheint Kannibalismus sehr verbreitet zu sein.
    Bei der Zucht von Cucullia umbratica blieben mir von ca 80 Raupen nur noch 25 übrig, bevor ich die Raupen auf "frischer Tat" ertappte.

    Don`t worry

    res

    Hallo Franz,

    Gib 20 ml Rapsöl ( gibt es im Supermarkt)mit 1 Liter Wasser in eine Sprühflasche und besprühe damit die ganze Pflanze.
    Die Fliegen sind weg und der eventuelle Nachwuchs (Eier) auch.
    (Falls Eier vorhanden verkleben sie)
    Nach ein paar Tagen die Pflanze mit reinem Wasser mehrmals absprühen,
    dann ist sie wieder einsatzfähig.

    beste Grüße
    res

    ( Kurzinfo - Bitte auch P.S. lesen)

    Viele Arctiiden- und Noctuidenzüchter verwenden schon seit langer Zeit für ihre Zuchten "Kunstfutter" auf der Basis Bergomaz & Boppré (1986).

    Für die meisten Arctiiden und viele, an niedrigen Pflanzen fressenden Noctuiden ist dieses Futter gut geeignet.
    Lediglich Flechtenbären scheinen diese Diät nur zögerlich oder gar nicht anzunehmen.
    Die Ursache kann momentan nur vermutet werden. Viele niedrige Pflanzen, wie Taraxum et al. enthalten Alkaloide, welche den Flechten gänzlich fehlt.

    Es wurde nun versucht, die Diät von Bergomaz und Bopprè mit einigen flechtentypischen Inhaltsstoffen anzureichern.
    Bei einigen Lithosiinae und bei Dysauxes punctata scheint die Erweiterung der Diät Erfolg zu versprechen.
    So wurden folgende Arten vom Ei bis zur Puppe mit diesem Futter erfolgreich gezogen:
    Pelosia muscerda
    Miltochrista miniata
    Eilemma lutarella
    Eilemma lurideola
    Eilemma complana
    Eilemma deplana
    Eilemma sororcula
    Dysauxes punctata

    Desweiteren wurde dieses Futter auch von "großen" Arctiiden angenommen, ja teilweise sogar bevorzugt, wobei bei einigen Arten auch der Futterwechsel von der Grünpflanze zur Diät gelang.
    Auch mit einigen Noctuiden wurden bereits erfolgreiche Zuchten durchgeführt.

    Perspektive:
    Es wird versucht, die Diät um weitere flechtentypische Inhaltsstoffe anzureichern,um eine noch größere Bandbreite von Arctiiden, Lithosien und Noctuiden zu erreichen, deren Raupen mit dieser Diät erfolgreich gezüchtet werden können.

    P.S.
    Von Anfragen über Details bitte ich abzusehen.
    Sobald hinreichend fundierte Ergebnisse vorliegen, wird darüber ausführlich publiziert.

    res


    Lediglich Atolmis rubricollis verweigerte die Annahme der Diät.