Hallo Freunde,
ich arbeite sehr viel mit trockenem Material und präpariere auch sehr viel. Meine Methode ist absolut simpel und funktioniert absolut tadellos.
Ich benutze eine große flache Plastikdose, so A4 Größe und 8cm hoch. Der Deckel schließt absolut dicht.
Vorbehandlung der Tiere im Freiland:
Große Tiere (Spingidae und so Zeug wird mit Amoniak gespritzt) und dann auf Baumwatte geschichtet (Baumwollwatte hat den Vorteil der kurzen Fasern, Viskosewatte halte ich für eher ungünstig)
normale Größe wie Noctuidae und Spanner werden lediglich abgetötet und dann auf Baumwollwatte geschichtet
kleine Spanner werden meißt genadelt und dabei ebenfalls gespritzt. Dann ein kleines Papierplättchen drunter und die Flügel und Fühler flach ausgebreitet (erleichtert das Präparieren wesentlich)
alle Tagfalter werden von mir gespritzt und in Tüten verpackt. Außnahme Bläulinge und Dickköpfe, die werden gespritzt, genadelt und auf Papierplättchen gesteckt. Das Pritzen von Bläulingen kann auch von Oben erfolgen wenn sie umgeschlagen sind. Dann einige Minuten warten und die Tiere lassen sich dann problemlos umdrehen und nadeln.
Grüne und farbempfindliche Tiere werden ebenfalles gespritzt, genadelt und auf Papierplättchen gesetzt. Gut ablüften lassen damit die Farben bleiben!!!
(kleiner Tip, wenn man in Spanien ist kann man dort in jeder Kaufhalle Amoniako (Reinigungsmittel) mit 3 - 5% Amoniak ein Liter für so 2 Euro kaufen. Endhält meißt keine Tensiede.)
Ablauf des Aufweichens:
In der Plastikdose ist eine 10mm Polestyrolplatte als Steckfläche. Grundsätzlich sprühe ich lediglich den Deckel auf der Innenseite mit einem Zerrstäuber mit klarem Leitungswasser ein. Dabei bilden sich dicht an dicht kleine Wasserperlen die dann die Feuchtigkeit an die Tiere abgeben.(mit der Zeit bilden sich oft Kalkfecken im Deckel die ich dann mit Kalkentferner abwische)
Große Tiere werden für 24 - 36h in die Dose gegeben und nach 12h geprüft ob noch genügend Wasserperlen im Deckel sind. Oft muss man etwas nachsprühen.
Normal große Tiere stecke ich Morgens in die Dose und kann dann am Abend präparieren. Das gilt auch für Bläulinge (länger als 12h ist bei Bläulingen gefährlich, da sich Wasserflecken auf den Flügeln bilden können)
kleine Spanner und Noctuide können oft schon nach 4h präpariert werden.
Was ein absolutes Problem ist sind die farbempfindlichen Tiere (vor allem Grüne). Hier weiche ich maximal nur 3 - 4h und präpariere dann. (Kontrolle nach 1 - 2h, wenn dann Farbveränderungen sichtbar werden sofort präparieren, gegebenfalls etwas spritzen -vorsichtig-)
Grundsätzlich arbeite ich mit einer kleineren flachen Dose beim Präparieren. Hier nehme ich immer fünf bis zehn Tiere aus der großen Dose und stecke sie in die kleinere (Der Deckel ist ebenfalls von innen mit Wasser besprüht) und arbeite diese erstmal ab. Dann wieder fünf bis zehn und so weiter.
Bei Großen störrischen Tieren hat sich eine Injektion mit etwas Wasser bewährt. Dazu nehme ich wieder einzeln die Teire aus der großen Dose, spritze sie und stecke sie in die kleinere. Wenn ich dan fünf bis zehn Tiere gespritz habe kann ich das erste Tier präparieren und so weiter.
Bei Tütenfaltern gehe ich etwas anders vor. Die Tüten werden geschlossen in die große Dose gelegt und über Nacht (12 - 24h) aufgeweicht. Dann nehme ich die Tüten jeweils einzeln aus der Dose, öffne sie, nadle die Tiere und stecke sie in die kleine Dose. Wenn ich dann wider zehn Tiere hab werden die erstmal präpariert und das Spiel beginnt von vorne. Mann kann die Tiere auch von der Seite spritzen, was ich auch häufig tue. Dabei achte ich aber darauf das kein Wasser austritt denn das ist ein Zeichen das zu viel Wasser verwendet wurde. Dafür muss man ein Gefühl entwickel und erstmal mit nicht so wertvollen Tieren üben. Nach meiner Erfahrung weden oft die Flügel nass wenn beim Spritzen Wasser austritt.
Bei störrischen grünen Tieren kann man ebenfalls nach 3 - 4h etwas spritzen und nach ca. zehn Minuten präparieren.
Natürlich kann Jeder weichen und präparieren wie er will. Das ist einfach eine Frage der eigenen Erfahrungen, aber vielleicht konnte ich ja die eine oder andere Anregung geben. Ich jedenfalls fahre mit dieser Methode sehr gut und habe schon viele tausen Tiere so behandelt.
Mit besten Grüßen und viel Erfolg
Bernd