Hallo allerseits,
das Thema hat Stoff für einen mehrteiligen Krimi. Ich versuche mich kurz zu halten.
Von einem Flugort der fast vollständig zerstört wurde besteht nun die Gefahr dass das verbleibende Stückchen mit Mädesüss zuwächst. Durch ungeheuerliche Eingriffe wurde das Biotop zerstört und nur ein angrenzender Holzlagerplatz bietet noch ein winziges Rückzugsgebiet für die Perlmuttfalter. Dieser wächst nun in rasanter Geschwindigkeit mit Brombeere und Mädesüss zu.
Letztes Jahr gab es noch 11 Blütenstände von Polygonium bistorta, die einzige vorhandene Futterpflanze für Boloria eunomia. Ich sah dort noch zwei Männchen und ein Weibchen fliegen. Da mir momentan nichts besseres einfiel habe ich begonnen die Mädesüss Pflanzen heraus zu reißen. Sie lösten sich gut, rissen unter der Oberfläche ab, aber es war schon so spät dass sie unterirdische Ausläufer gebildet hatten. Diese Arbeit kann man sich also sparen. Ich suche nach einer einfachen Möglichkeit das Mädesüss so lange zurück zu drängen bis die Wiese gegenüber wieder Hergestellt ist. Es ist klar dass gegen die allgemeine Überdüngung aus der Luft nicht anzukommen ist.
Hat Jemand eine Idee wie man das Mädesüss reduzieren kann ohne die Falter zu vernichten?
Vor ca 10 Jahren war es noch ein gutes Biotop und war nur durch eine wenig befahrene Straße von einer Feuchtwiese die traditionell gemäht und Heu gemacht wurde getrennt. Da die Falter auf den Holzlagerplatz wechseln konnten spielte es keine Rolle ob die Mahd schadet oder nicht, es gab hunderte. Der Landwirt der die Wiese von der Gemeinde gepachtet hat hat sie geschlitzt und Glatthafer eingesäht, daraufhin die Fläche jedes Jahr gemulcht und liegen lassen. Ich habe das der Stadt gemeldet, sie haben sich empört, aber es geht nun schon seit sechs Jahren so weiter. Die Stadt verspricht die Wiese wieder herrichten zu lassen, doch irgendwer wütet genauso weiter. Es ist eine Systematische Veranderung der Pflanzengemeinschaft. Die ehemaligen Pflanzen, darunter Trollblume sind verschwunden. Es steht noch vereinzelt Wiesenknöterich ( P. bistorta ) und Bachnelkwurz. Ich bin weiter daran Druck auszuüben, auch das Regierungspräsidium war schon da, alle sind entsetzt, dennoch macht der Landwirt unvermindert weiter und schafft das Mähgut nicht weg.
Der Holzlagerplatz bietet die einzige Chance die Art Boloria eunomia zu erhalten bis sich evtl. doch noch was auf der Wiese tut.
Danke für Vorschläge
Elmar