Beiträge von fusca

    Hallo Steffen,

    dies ist ein Raupensack, hergestellt aus einem Blattauschnitt, es handelt sich um eine Art aus der Familie der Coleophoridae, einer Familie der Kleinschmetterlinge.

    viele Grüsse
    Franz

    Hallo Werner,

    die Männchen von isabellae kommen nicht oder kaum zurück wenn als Lockweibchen Geschwistertiere verwendet werden. Man muß bei Isabellae möglichst 2 Zuchtstämme verwenden.

    viele Grüsse

    Franz

    Hallo,

    Diese Fraßspuren im Blatt sind Gangminen, verursacht von Stigmella tityrella. Wenn die Räupchen erwachsen sind, verlassen sie die Mine und fallen zu Boden, dort verpuppen sie sich in einem braunen, winzigen Kokon. Der Schmetterling schlüpft dann im Mai Juni.

    Viele Grüsse
    Franz

    Hallo Enrico,

    bei den beiden ersten Faltern im ersten Beitrag handelt es sich ganz sicher um den Hybriden Saturnia pavonia oder pavoniella Männchen X Saturnia pyri Weibchen. Habe diese Hybriden schon zu Hunderten gezogen. Es ist nicht sicher zu sagen, ob das Männchen nun pavonia oder pavoniella war, bin aber ziemlich sicher, daß es ein pavoniella Männchen war. Dieser Hybrid wurde von Standfuss vor gut 100 Jahren erstmals gezogen und von ihm Sat. hybr. daubii genannt.

    Viele Grüsse

    Franz

    Hallo Züchter,

    Da ich mich seit 20 Jahren mit der Zucht von Hybriden mit pavonia, spini, pyri und atlantica beschäftige, möchte ich auch meinen "Senf" dazugeben:

    1. Die Kopula S. pyri Männchen x S. pavonia Weibchen ist gelegentlich erreicht worden, doch bislang ist über Raupen oder gar Falter dieser Art nichts bekannt geworden. Alle abgelegten Eier erwiesen sich meines Wissens als steril, auch alle Ablagen die ich selbst erreicht habe, waren steril. Auch in grossen Museumssammlungen sind mir keine Falter bekannt geworden.

    2. der Hybrid S. pavonia Männchen x S. pyri Weibchen wurde erstmals von Max Standfuss vor ca. 100 Jahren erstmals erreicht. Diese Paarung wurde dann von vielen Züchtern, besonder von Ph. Amiot und später von F. Hohl sehr oft erzielt. Ich habe weit über Hundert Paarungen dieser Kombination erzielt. In vielen Fällen sind die abgelegten Eier befruchtet und ergeben oft bis zu 90 Prozent die Räupchen. Die Aufzucht ist nicht schwierig. Von Max Standfuss wurde für dieen Hybriden der Name Sat. hybr. daubi bzw. emiliae vergeben. Es ist also kein Phantasiename! Zu den resultierendenFaltern:

    - Die Weibchen, von mir wurden über 1000 Exemplare überprüft, sind ausnahmslos steril, der Hinterleib enthält nur eine Flüssigkeit.

    - Die Männchen sind teilweise fertil und paaren sich leicht mit Weibchen von S. pavonia und S. pyri. Die Nachkommenschaft von solchen Ablagen ist sehr gering und man kann sagen, im Schnitt gibt es pro Gelege nur 1 (!!!) Räupchen. Die Aufzucht dieser abgeleiteten Hybriden ist recht schwierig.

    - die Hybridfalter der Paarung S. pavonia x S. pyri paaren sich zwar auch ganz leicht, doch es gibt keine Nachkommen, da die Hybrid-Weibchen steril sind. Es mag zwar vielleicht einmal vorkommen, daß die Hybrid-Weibchen winzige, unentwickelte Eier enhalten ( habe ich bei anderen Hybridkombinationen schon beobachtet), doch auch nach einer Paarung git es keine Nachkommen.

    -Noch eine Bemerkung:

    Bei der Angabe einer hybriden Paarung, also z. B. pavonia Männchen und pyri Weibchen wird stets das Männchen zuerst genannt. Also S. pavonia x S. pyri bedeutet: Der Hybrid resultiert aus der Paarung S. pavonia Männchen x S. pyri Weibchen!! Da diese Schreibweise oft nicht beachtet wird, gibt es immer wieder Mißverständnisse.

    - Noch eine Bemerkung zu einer "neuen Art"

    Durch Hybridenzucht ist noch nie eine neue Art entstanden! Hybriden sind nicht voll fortpflanzungsfähig. Wenn Hybriden fortpflanzungsfähig wären, gabe es keine "Arten" sondern nur eine kunterbuntes "Durcheinander". Wenn man den Begriff Art (= Spezies) verwendet, sollte man schon wissen, was damit gemeint ist.

    Vielleicht konnte ich mit diesen Ausführungen einiges klären.

    Viele Grüsse

    Franz

    Hallo Rhodinia-Züchter,

    Mit den Schlupfproblemen bei R. newara habe ich auch gekämpft. Bei meinen ersten Zuchten habe ich die Tiere auch so um diese Zeit warm gestellt und ein Schlüpfen erhofft. Die ersten Tiere sind erst im Dezember und Januar gekommen und die meisten waren verkrüppelt, viele sind gar nicht geschlüpft.

    Ein Jahr später habe ich wieder einen Zuchtversuch unternommen und hatte über 100 newara Kokons von verschiedenen Fundorten zur Verfügung. Die Kokons habe ich unter Freilandbedingungen bis Anfang November gehalten. Unter den gleichen Bedingungen hatte ich auch R. fugax aus Japan und China. R. fugax sind bis Anf. November zum Großteil unter diesen Bedingungen geschlüpft.

    Anf. November, die newara Kokons hatten bereits etwas Frost abbekommen, stellte ich die Schlüfbehälter in einen kühlen Keller an ein offenes Fenster. Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, es wollte einfach nichts schlüpfen. Ab Mitte Dezember bis Mitte Januar sind dann alle Falter bei sehr niedrigen Temperaturen geschlüpft und haben sich prächtig entwickelt.

    Also, viel Geduld und keine Wärme, die Falter kommen schon.

    Viel Erfolg wünscht

    Franz

    Hallo Markus,

    ich würde die Raupen für Spilosoma menthastri, die Weiße Tigermotte, halten. Meiner Meinung nach sind es ganz sicher keine A. caja. Spilosoma menthastri überwintert als Puppe.

    Viel Erfolg mit Deinen Raupen!

    Franz

    Hallo,

    Rhodinia fugax paart sich in der Nacht und die Paarung dauert bis zum nächsten Abend. So jedenfalls hat sich die R. fugax ssp.?? aus China bei mir verhalten. Die Falter schlüpfen am späten Nachmittag und paaren sich dann gleich in der Nacht.
    Die Paarung gelingt wohl am besten im Freien (bei mir war es so) bei kühler Temperatur. Bei Zimmertemperatur wird die Paarung wohl kaum gelingen.
    Wünsche viel Erfolg!
    (Evtl. können wir bei Erfolg Eier tauschen)

    Hallo,

    das Foto zeigt ein sehr typisches Präparat von Pyrgus trebevicensis und ist mit Pyrgus alveus eigentlich niemals zu verwechseln.
    Pyrgus trebevicensis und Pyrgus alveus sind endeutig genitalmorphologische zu trennen, die Flugzeiten sind unterschiedlich und in sauberen Serien sind auch die Imagines zu trennen.
    Das trebevicensis früher schlüpfende alveus sind, kann ich nicht nachvollziehen. Es wäre sehr interessant, wenn diese aus Zucht erzielten Tiere einmal genitalmorphologisch untersucht würden.
    In der Pyrgus Gruppe ist aber noch viel Forschungsarbeit zu leisten.

    Viele Grüsse
    Franz Renner

    Hallo,

    ich habe stets mit hearseyi-Material aus China gearbeitet, die Fundorte lagen stets recht hoch, z.T. über 3000m(!!). In diesen Höhenlagen gibt es natürlich auch Frost. Alle meine hearseyi habe ich bis zu -5 Grad Celsius überwintert und ich habe nie Probleme gehabt. Z.B. habe ich 2005 hearseyi aus der Prov. Sichuan aus über 3000m Höhe bekommen, es ist nicht ein einziger Falter vor der Überwinterung geschlüpft, eine Nachzucht 2006 lieferte ebenfalls Puppen, die nicht spontan schlüpften, diese sind momentan in Überwinterung.

    Grüsse
    Franz Renner