Posts by glischrochilus

    Hallo,

    mit Lygaeidae (Bodenwanzen) hast du völlig Recht, Walter. Aber ich halte sie für Kleidocerys resedae, die Birkenwanze. Vielleicht hat Frank irgendwas von draußen reingeholt (Kaminholz?), was sie sich als Überwinterungsquartier ausgesucht hatten.

    Gruß

    Thomas

    Da es jetzt vermehrt um Massenanflüge geht und ich SEHR viel Zeit habe (Krankenhaus - Dummheit wird oft grausam bestraft) gebe ich auch mal ein eindrucksvolles Erlebnis zum Besten.

    Auf diversen Autoreisen nach Westafrika hatte ich in Küstennähe immer wieder Hyles livornica beobachtet, die offenbar auf der Wanderung gen Norden waren. Eines Abends in Mauretanien hatten wir die Strandpiste zur Übernachtung verlassen und saßen gemütlich in meinem schrottreifen Renault Master beisammen. Die Beleuchtung bestand aus einem 5W - Birnchen, das am Kabel von der Decke baumelte. Der ständige Wind legte sich und es wurde plötzlich sehr warm. Und es flogen Unmengen Linienschwärmer durch die offene Schiebetür, es waren weit mehr als 100. Ihr könnt euch vorstellen, was das für ein Gebrumm ist. Einen Großteil konnten wir noch am selben Abend rausschmeißen, am nächsten Morgen noch mal ca.20, aber auch in den nächsten Tagen tauchten immer wieder etliche aus irgendwelchen Ecken und Ritzen auf.

    Guten Rutsch wünscht

    Thomas

    Hallo,

    es gibt einen sehr feinporigen Schaumstoff mit gutem "Grip", ich habe hier so einen Streifen von 1 cm Dicke. Leider weiß ich nicht, wie das Zeug genau heißt. Davon würde ich einen kleinen Klotz ausschneiden, den an entsprechender Stelle auf den Boden der Objektrahmens kleben und den genadelten Falter dort einstecken.

    Eventuell könnte man die Nadelspitze noch mit Kleber versehen, falls der Schaumstoff das verträgt.

    Wenn du das Klötzchen nicht zu groß machst, fällt es unter dem Falter gar nicht auf.

    Und wenn die Nadel zu lang ist, kannst du oben ein Stückchen abknipsen. Die Objektrahmen gibt es ja auch in verschiedenen Dicken, so weit ich weiß

    Thomas

    Hallo,

    nur noch mal abschließend: Wie man an den Inseraten (Eier) in der Börse sieht, ist G. tyrrhea nicht fest auf eine Diapause bis etwa April festgelegt. Man kann die Puppenphase offenbar durch Trocken- und anschließende Feuchthaltung verkürzen.

    Thomas

    Hallo Dave-danielo,

    wenn deine L 3 in Häutung sind und du eine Raupe mit größerem Kopf und Beinen hast, zudem eine abgestreifte Haut, ist die Sache ja eigentlich klar: Sie hat die Häutung schon hinter sich und ist L 4. Natürlich ist sie noch nicht größer als die anderen, das muss sie sich ja erst mal anfuttern.

    Gruß

    Thomas

    Kurze Ergänzung zu Michas Beitrag: Ich habe der Hälfte meiner Lobobunaea acetes nach dem Schlupf Q. petraea und der anderen Hälfte Q. rubra angeboten. Beides wurde gleichermaßen sofort angenommen, aber es zeigte sich schnell, dass die an Roteiche im Wachstum zurückblieben. Ich habe sie natürlich schnell auf Steineiche umgestzt, trotzdem sind sie eine ganze Häutung zurück.

    Roteiche scheidet daher für mich in Zukunft aus.

    Thomas

    Hallo Frank,

    gerade gestern hat mir ein Kollege von einem Trauermantel mitten in Uetersen erzählt, flog vor einigen Tagen zielstrebig durch die Stadt. Fehldiagnose ausgeschlossen, der kennt sich gut aus. Den letzten hatte er vor über 20 jahren in HH Kirchwerder gesehen. Könnte da auch eine Wanderung im Gange sein?

    Gruß

    Thomas

    So, ich habe mir jetzt mal die Mühe gemacht, alle Beobachtungen in o.g. Seite den Monaten zuzuordnen. Dabei kam erst mal heraus, dass sie bei der Saisonalitätskurve Raupen und Falter in einen Topf geworfen haben. Das erhoffte Maximum im September geht auf Raupenfunde zurück.

    In der Kapregion (von hier stammen fast alle genannten Nachweise) geht die Hauptflugzeit der Falter von März bis Mai mit Maximum im April, wie Manfred schon ganz richtig sagte. Also im dortigen Herbst.

    Die meisten Raupen (L4 / L5) wurden im August / September gemeldet, also im Spätwinter / beginnendem Frühjahr. Da allerdings schon fast erwachsen, d.h. die Entwicklung scheint mitten im Winter (Juni / Juli) zu beginnen. Oktober / November / Dezember gibt es nur einen Raupenfund (Okt.), Januar / Februar keine Falter. In dieser Zeit werden die Puppen also übersommern.

    Allerdings gibt es auch übers ganze Jahr verteilt einzelne Funde von sowohl Faltern als auch Raupen. Trotzdem halte ich zumindest die Kap-Population generell für einbrütig.

    Gruß

    Thomas

    Hallo Uwe,

    mich plagt die selbe Frage. Vermutlich stammen deine auch aus der südafrikanischen Kapregion. Dort ist ja jetzt Winter mit Temperaturen auch unter 10°C. Da stellt sich automatisch die Frage, ob sie eine "Kälteperiode" für die weitere Entwicklung brauchen.

    Laut einem südafrikanischen Portal hat die Art dort 2 Generationen, die zweite mit Max. Mitte September, also im dortigen Frühjahr (pillar-parade-s-afr; dort auf "Arten" gehen).

    Andererseits gibt es die Art ja auch in Gegenden mit deutlich wärmerem Klima, wo solche Temperaturen nicht vorkommen.

    Es wäre klasse, wenn jemand seine persönlichen Erfahrungen dazu mitteilen könnte.

    Schöne Grüße

    Thomas

    Hallo,

    ich hatte ein ähnliches Problem mit Rothschildia erycina und tendiere zu Annas Annahme "zu heiß", natürlich in Abhängigkeit von der Wohnsituation. Meine Dachbude hatte in der kürzlichen Hitzewelle tagsüber 35°, die L 3 waren 300ml Plastikbechern mit durchlöchertem Deckel. Ich könnte mir vorstellen, dass dies für eine Durchlüftung nicht ausreichte und sich das Innere noch zusätzlich aufheizte. Wobei ich nicht weiß, ob das physikalisch überhaupt möglich ist (ich war immer eine Physik-Niete).

    Auf jeden Fall sind die 9 Überlebenden jetzt bei moderateren Temperaturen wieder ganz normal.

    Thomas