Posts by glischrochilus

    So, ich habe mir jetzt mal die Mühe gemacht, alle Beobachtungen in o.g. Seite den Monaten zuzuordnen. Dabei kam erst mal heraus, dass sie bei der Saisonalitätskurve Raupen und Falter in einen Topf geworfen haben. Das erhoffte Maximum im September geht auf Raupenfunde zurück.

    In der Kapregion (von hier stammen fast alle genannten Nachweise) geht die Hauptflugzeit der Falter von März bis Mai mit Maximum im April, wie Manfred schon ganz richtig sagte. Also im dortigen Herbst.

    Die meisten Raupen (L4 / L5) wurden im August / September gemeldet, also im Spätwinter / beginnendem Frühjahr. Da allerdings schon fast erwachsen, d.h. die Entwicklung scheint mitten im Winter (Juni / Juli) zu beginnen. Oktober / November / Dezember gibt es nur einen Raupenfund (Okt.), Januar / Februar keine Falter. In dieser Zeit werden die Puppen also übersommern.

    Allerdings gibt es auch übers ganze Jahr verteilt einzelne Funde von sowohl Faltern als auch Raupen. Trotzdem halte ich zumindest die Kap-Population generell für einbrütig.

    Gruß

    Thomas

    Hallo Uwe,

    mich plagt die selbe Frage. Vermutlich stammen deine auch aus der südafrikanischen Kapregion. Dort ist ja jetzt Winter mit Temperaturen auch unter 10°C. Da stellt sich automatisch die Frage, ob sie eine "Kälteperiode" für die weitere Entwicklung brauchen.

    Laut einem südafrikanischen Portal hat die Art dort 2 Generationen, die zweite mit Max. Mitte September, also im dortigen Frühjahr (pillar-parade-s-afr; dort auf "Arten" gehen).

    Andererseits gibt es die Art ja auch in Gegenden mit deutlich wärmerem Klima, wo solche Temperaturen nicht vorkommen.

    Es wäre klasse, wenn jemand seine persönlichen Erfahrungen dazu mitteilen könnte.

    Schöne Grüße

    Thomas

    Hallo,

    ich hatte ein ähnliches Problem mit Rothschildia erycina und tendiere zu Annas Annahme "zu heiß", natürlich in Abhängigkeit von der Wohnsituation. Meine Dachbude hatte in der kürzlichen Hitzewelle tagsüber 35°, die L 3 waren 300ml Plastikbechern mit durchlöchertem Deckel. Ich könnte mir vorstellen, dass dies für eine Durchlüftung nicht ausreichte und sich das Innere noch zusätzlich aufheizte. Wobei ich nicht weiß, ob das physikalisch überhaupt möglich ist (ich war immer eine Physik-Niete).

    Auf jeden Fall sind die 9 Überlebenden jetzt bei moderateren Temperaturen wieder ganz normal.

    Thomas

    Auch in meiner Umgebung (Stadtrand HH) sind Nesselfalter seit Jahren komplett verschwunden, obwohl früher Massenarten. Ein Hauptgrund ist ganz offensichtlich der Ordnungswahn auch der Grünämter.

    So waren die Brennnesseln an voll besonnten Grabenrändern früher voll mit Raupen von A. urticae. Manchmal gab es Kahlfraß und sie wimmelten überall am Boden herum, in der Hoffnung, eine neue Nahrungsquelle zu finden, was aber oft unter einer Schuhsohle oder im Schnabel einer Amsel endete (von denen es übrigens auch deutlich weniger gibt).

    In jener schönen, fernen Zeit wurden die Gäben 1 x jährlich im Herbst gemäht. Heute passiert das 2-3 x, es muss immer alles schön kurz und adrett sein. Und schon die erste Mahd rafft alle Bestände dahin. Angesichts der Tatsache, dass an anderer Stelle viel Geld für "Insektenförderung" ausgegeben wird, ist das für mich der reale Irrsinn.

    In diesem Sinne

    Thomas

    My experience is that A. atlas is one of the most easy species to breed including pairing. For example I put a fresh couple on the wall of my room, the mal closely to the female. Constant light and about 14°C made me sure they won´t fly. And they didn´t. The male just crawled on top of the bride and did his job (see photo).

    Also handpairing was no problem after watching the movie from Bart Coppers. Of course you need a little patience and a calm hand.

    Thomas


    Zusätzlich zum Dauerlicht sind natürlich auch niedrigere Temperaturen zweckdienlich, weil dadurch der Stoffwechsel der wechselwarmen Tiere herabgesetzt wird. Ich hältere meine tropische Saturniiden immer im Keller bei 12-15°.

    Den umgekehrten Effekt konnte ich mal bei der Zucht von Pseudimbrasia deyrollei beobachten (ganz wunderbare Art, wird gerade wieder angeboten). Im heißen Sommer 2018 in einer Dachwohnung mit min 35° hatte ich Idiot noch eine Heizmatte unter den Schlupfbehälter mit den Puppen gelegt. Keine Ahnung, wie heiß es in dem Behälter war, aber bestimmt deutlich über 40°. Mit der Folge, dass die nachts geschlüpften Weibchen noch am selben Nachmittag an Ort und Stelle Eier legten, was eigentlich nur an einem völlig überdrehten Stoffwechsel gelegen haben kann.

    Gruß

    Thomas

    Puncto Nachtkerzenschwärmer in Hamburg ist mir ein anderer Fall vor einigen Jahren bekannt. Auf einer ebenfalls zur Bebauung vorgesehenen Brache in Bahrenfeld (?) wurde eine Raupe und ich glaube auch eine Puppe gefunden. Das führte immerhin zur Auflage, eine Ausgleichsfläche zu schaffen.

    Dies wurde dann am Rissener Elbhang realisiert, wo Teile des Baumbestandes einem Kahlschlag weichen mussten. Was wiederum einen Sturm der Entrüstung bei den Anwohnern auslöste ("Unser schöner Wald wird vernichtet"). Diese südexponierten Flächen sind inzwischen zumindest zu einem recht individuenreichen Habitat für die Zauneidechse geworden (die in HH weitgehend verschwunden ist) und ein Paradies für Wildbienen. Ob hier allerdings jemals ein Proserpinus gewesen ist, weiß niemand. Obwohl sogar bei Mahd jede Nachtkerze sorgsam stehen gelassen wird.

    Grundsätzlich blutet mir aber jedes Mal das Herz, wenn so eine Brache plattgemacht wird, weil diese doch zumindest im städtischen Bereich Hotspots der Artenvielfalt sind. So konnten wir letztes Jahr auf einer Brache in Bahrenfeld (ca. 0,4 Hektar) die bisher höchste Artenzahl von Aculeaten (Stechimmen) in HH feststellen. Ich bin aber sicher, dass die Nachbarschaft das Gelände als Schandfleck betrachtet, die benachbarten Kleingärtner haben es schon als Müllplatz entdeckt, auch Autowracks stehen herum. Müll zu Müll, das ist leider die Devise vieler Leute.

    In diesem Sinne

    Thomas

    Hello Martin,

    I can recommend the book "Saturniidae of the World" by Rudolf E. J. Lampe. It gives a good overview and also some breeding informations, though in german. But at least you can discover the foodplant used. It´s not cheap, but worth it´s money.

    Or you search the internet, for example Saturniidae world or BOLD-systems.

    Thomas

    Hallo Amira,

    ich fürchte, das sieht schlecht aus. Vielleicht hat die Raupe im Stress auch Darminhalt herausgewürgt. Aber wenn du mit einer Nadel pulen musstest, um die alte Kopfkapsel abzubekommen, halte ich eine Verletzung für wahrscheinlicher. Wofür auch die verkrümmte Haltung spricht. Aus meiner Erfahrung behalten Raupen mit Häutungsproblemen diese auch oft bei und gehen früher oder später ein. Es sei denn es liegt an zu geringer Luftfeuchte, dem man ja entgegenwirken kann.

    Aber ich werde es auch immer wieder versuchen. Dabei ist übrigens wichtig, dass sich beim Entfernen der Hautreste auch die Tracheen häuten. Aus jedem Stigma muss sich also ein feiner weisser Faden ziehen.

    Gruß

    Thomas