Hallo Alexandra,
mit dem Lichtfang ist das so eine Sache... Da macht jeder seine eigenen Erfahrungen.
Vor allem in Wohngebieten spielt die Leistung der Lampe - oder vielmehr die Lichtausbeute - eine Rolle.
Es sollte möglichst Licht mit hohem UV-Anteil sein (grell-weiß, blau-weiß oder Schwarzlicht).
Wenn Du eine Steckdose zur Hand hast und nicht auf energiesparende Varianten für Akku-Betrieb angewiesen bist, kannst Du Dir z.B. eine Lampe mit zwei Leuchtstoffröhren zulegen, die es komplett im Baumarkt gibt und eigentlich für Arbeitsplatzbeleuchtungen gedacht ist (so etwas <klick!> beispielsweise, gibt es auch deutlich preiswerter als hier abgebildet). Diese könntest Du mit einer Neutral-weiß-Röhre und mit einer Schwarzlichtröhre bestücken. Das sollte brauchbare Erfolge bringen. (Ich selbst leuchte mit einer HQL-Lampe mit UV-durchlässigem Quarzglaskolben).
Zitat
- Wann ist die beste Uhrzeit zum Leuchten?
Das ist unterschiedlich und hängt stark vom Leuchtort ab. Auf alle Fälle solltest Du schon zur Dämmerung anfangen. Dann sind viele Falter unterwegs, die an Abendblüten Nektar saugen. Erfahrungsgemäß lässt das dann etwas nach. Zwischen 23.00 und 01.00 Uhr nimmt die Aktivität wieder zu. Zwischen ca. 01.00 und 02.30 fliegt sehr wenig, ab etwa 03:00 Uhr bis zur Morgendämmerung sind eine Reihe von Arten unterwegs, die zu anderen Zeiten kaum zu erwischen sind. (Hierfür eignen sich dann aber auch eher Lichtfallen).
Zitat
- Was ist die beste Witterung?
Üblicherweise ist schwül-warmes Wetter sehr gut geeignet - am besten kurz vor einem Gewitter. Mondschein und vor allem Wind wirkt sich negativ aus. Leichter Regen schadet nicht.
Es hängt aber auch vom Wetter der vorangegangenen Tage ab. Nach einer kühlen Periode sind dann an einem ersten warmen Abend viele Falter am Licht zu finden, während bei den selben Temperaturen innerhalb einer Schönwetterperiode weniger zu erwarten ist.
Zitat
- Kann ich in einem Wohngebiet (Bäume überall in den Gärten, ca. 300 m Luftlinie bis zu einem See mit Waldgebiet) mit diversen anderen Lichtquellen überhaupt mit Anflug rechnen?
Eigentlich schon. Die Konkurrenz durch andere Lampen ist natürlich beträchtlich, wobei die heute üblichen Natriumdampflampen mit ihrem orangenen Licht wesentlich weniger Insekten anlocken, als die grell weißen Quecksilberdampflampen, die vor einigen Jahren üblich waren. Natürlich zahlt es sich beim Lichtfang aus, heller und vor allem mit höherem UV-Anteil zu leuchten, als die Lichtquellen der Umgebung. Andererseits sind Wohngebiete oftmals sehr interessant für Schmetterlinge, weil sie einen hohen Anteil an nektarreichen (Zier-) Blumen haben und viele Futterpflanzen für Raupen vorhanden sind. Und die von Dir angegebene Nähe zum Waldrand (der oftmals auch sehr attraktive Blütenpflanzen besitzt), ist ein weiterer Vorteil.
Es sind bei Dir durchaus eine Reihe interessanter Arten zu erwarten ... auch Schwärmer, obgleich hiervon natürlich nur wenige Arten, aber auch Eulen, Spinner und (ebenfalls sehr interessante
Spanner). Aber auch interessante "Nicht-Schmetterlinge", wie Käfer und Köcherfliegen.
Viel Spaß und Erfolg beim Lichtfang wünscht
Achim
P.S.: Lichtfang ist übrigens ein sehr soziales Event, wenn man nicht alleine sammelt/beobachtet. Ein gemeinsamer Lichtfangabend bei der einen oder anderen Flasche Bier bringt Erlebnisse, an die man sich noch nach langer Zeit gerne erinnert
.