Beiträge von Joe

    Hallo Spinne,
    ja-nö, Du hast völlig recht!!! Strukturfarben bleichen nicht aus.
    Aber neben den schillernden Strukturfarben besitzen die von Dir genannten Falter auch Pigmentfarben. In alten Schaukästen in Schulen und vielen kleinen Museen und Heimatstuben findest Du z.B. Morphos, deren schwarze Ränder und Bänder (z.B. M. helenor) graubraun bis beige ausgeblichen sind und gerade bei Apatura gibt es Beispiele, die zwar noch schillern, wo aber nahezu keine Zeichnung mehr sichtbar ist.

    Cheers
    Achim

    Ich denke, dass es sich um die Larve eine Kleidermotte (Tineola bisselliella) evtl. auch der Pelzmotte (Tinea pellionella) handelt.
    Ursprünglich leben diese Arten in Nestern von Vögeln und Säugetieren, wo sie sich von totem organischem Material ernähren (Haare, Federn, Hautschuppen...). Im Wohnbereich des Menschen finden sie ideale Lebensbedingungen. Sie leben dann an Wolle, Filz (aber auch versteckt in den Flusen aus Fasern, Haaren und Staub - den sog. "Staub-" oder "Wollmäusen" oder in der Polsterung von Sesseln und Sofas).
    In naturkundlichen Sammlungen gehören sie zu den gefährlichsten und gefürchtetsten Schädlingen.
    Ein Befall durch T. biselliella ist leicht an den flockenartigen Fraßpartikeln und an den Kotkrümeln sowie an den Verpuppungsgespinsten zu erkennen, die sich oftmals an den Boden des Insektenkastens oder an große Sammlungsexponate schmiegen.
    Was man dagegen tun kann, wurde hier im Forum schon öfters diskutiert - z.B. hier , hier , hier und hier, (einfach mal nach "Sammlungsschädlinge" suchen.)
    Ich empfehle Dir, das Sammlungsmaterial zunächst in einem Tiefkühlschrank einzufrieren. Nachhaltig kannst Du die Sammlung schützen, indem Du die Kästen mit Insektensprays einsprühst oder besser Mottenschutzpapier mit in die Kästen steckst. Das oben von Apollo 13 genannte Pyrethrum zersetzt sich tatsächlich unter Lichteinwirkung sehr schnell, aber auch im dunklen Insektenkasten wirkt es nicht lange. Deshalb basieren heute die meisten Insektizide für den Wohnbereich (so auch die gennanten Inseltensprays und Mottenstreifen) auf Pyrethroiden - synthetische Stoffe, die dem natürlichen Pyrethrum ähnlich sind, aber deutlich länger wirken.
    Nähere Informationen findest Du unter den genannten Links hier im Forum.

    Viel Glück
    Achim

    Hallo allerseits,
    wie Annett oben schrieb, bleichen alle Schmetterlinge (und die meisten zoologischen Objekte) aus, wenn sie nicht vor Licht geschützt werden.
    Wenn man den Schaukasten an eine schattige Stelle des Zimmers hängt, wo die Sonne nicht direkt draufscheint, dauert es schon etwas länger.
    Für Ausstellungsvitrinen und Schaukästen in Museen kommen UV-Schutzglas und - was eigentlich die bequemste Lösung ist - UV-Schutzfolien zum Einsatz.

    Diese Schutzfolien sind meist selbstklebend und werden üblicherweise innen auf die Scheibe der Vitrine oder des Kastendeckels geklebt. Es gibt getönte und glasklare Folien, letztere sind (bei ordentlicher Verarbeitung) nicht sichtbar.
    Gute Folien filtern weit über 90% der UV-A Strahlung aus und sind ca. 10 bis 12 Jahre wirksam.

    Hersteller solcher Folien sind z.B. Haverkamp, Bruxsafol und vor allem LLumar.
    Die Preise liegen im Schnitt bei 25 bis 30 Euro je m².

    (Siehe z.B. auch hier [klick] )

    Cheers
    Achim

    Hallo Roland,

    darum meine Frage, da ich die Kästen ja in der Wohnung lagern muß.

    Genau aus diesem Grunde sind die Mottenstreifen günstig. Sie sind fast geruchlos und für den heimischen Kleiderschrank (also den Wohnbereich) gedacht.

    Viel Freude mit den Schmetterlingen!
    Achim

    Hallo allerseits,
    zu Fragen des Schutzes gegen Sammlungsschädlinge haben wie hier schon mehrfach diskutiert:
    hier: Schädlinge im Schrank ?
    hier: Nochmal Schädlinge im Schrankhttps://www.actias.de/index.php?page=Thread&postID=36489 und
    hier: Schädlingsbefall getrockneter Käfer - Was tun?https://www.actias.de/index.php?page=Thread&postID=36428

    Ich empfehle die Verwendung von Mottenschutzpapier, wie es in der Drogerie erhältlich ist. Diese enthalten heute in den allermeisten Fällen Pyrethroide - Substanzen, die gegen Insekten hoch wirksam und bei sorgfältiger Handhabung ungefährlich für Menschen sind. Wie Dietrich oben schrieb, ist unter diesen Mottenpapieren das Produkt von Nexalotte am effektivsten, da hier sowohl die Wirkstoffmenge ziemlich hoch ist und zwei verschiedene Wirkstoffe enthalten sind (zwar beides Pyrethroide - Transfluthrin und Empenthrin - aber strukturell so verschieden, dass eine breite Wirkung erreicht wird und für den -sehr unwarscheinlichen - Fall, das Schädlinge gegen einen Wirkstoff resistent sind, greift der andere).
    Auf alle Fälle sollte man jedes Objekt - egal ob eingetauscht, Leihrückgabe oder vom eigenen Spannbrett - bevor es in die Sammlung kommt, einfrieren. Nähere Hinweise dazu in den o.g. Beiträgen.

    Kampfer ist tatsächlich wirksam, wenn man es in hoher Konzentration anwendet - aber Freude macht das dann nicht mehr. Der intensive Geruch dringt überall hin.

    Von solchen Naturmitteln wie Zedern- und Lavendelöl, Rosmarin, Salbei oder Pfefferkörnern kann ich nur abraten. Diese wirken (wenn überhaupt), indem sie die Schädlinge vertreiben. Aber wie sollen die Tierchen aus einem dichten Kasten entkommen. Sie werden weiter fressen, wenn auch ohne Freude :grinning_squinting_face:

    Demgegenüber ist Naphthalin völlig unwirksam. Es riecht sehr stark und unangenehm aber die Samlungsschädlinge stört es nicht. Ich hatte vor Jahren mal einen Versuch durchgeführt, indem ich Speckkäfer (Dermestes lardarius) gehalten habe und dem Zuchtsubstrat ca. 10% Naphthalin zugesetzt habe. Das hat die Tierchen gar nicht gestört, die haben fröhlich weitergefressen und reproduziert.

    Viele Grüße
    Achim

    Hallo Alexandra,
    mit dem Lichtfang ist das so eine Sache... Da macht jeder seine eigenen Erfahrungen.
    Vor allem in Wohngebieten spielt die Leistung der Lampe - oder vielmehr die Lichtausbeute - eine Rolle.
    Es sollte möglichst Licht mit hohem UV-Anteil sein (grell-weiß, blau-weiß oder Schwarzlicht).
    Wenn Du eine Steckdose zur Hand hast und nicht auf energiesparende Varianten für Akku-Betrieb angewiesen bist, kannst Du Dir z.B. eine Lampe mit zwei Leuchtstoffröhren zulegen, die es komplett im Baumarkt gibt und eigentlich für Arbeitsplatzbeleuchtungen gedacht ist (so etwas <klick!> beispielsweise, gibt es auch deutlich preiswerter als hier abgebildet). Diese könntest Du mit einer Neutral-weiß-Röhre und mit einer Schwarzlichtröhre bestücken. Das sollte brauchbare Erfolge bringen. (Ich selbst leuchte mit einer HQL-Lampe mit UV-durchlässigem Quarzglaskolben).

    Zitat

    - Wann ist die beste Uhrzeit zum Leuchten?

    Das ist unterschiedlich und hängt stark vom Leuchtort ab. Auf alle Fälle solltest Du schon zur Dämmerung anfangen. Dann sind viele Falter unterwegs, die an Abendblüten Nektar saugen. Erfahrungsgemäß lässt das dann etwas nach. Zwischen 23.00 und 01.00 Uhr nimmt die Aktivität wieder zu. Zwischen ca. 01.00 und 02.30 fliegt sehr wenig, ab etwa 03:00 Uhr bis zur Morgendämmerung sind eine Reihe von Arten unterwegs, die zu anderen Zeiten kaum zu erwischen sind. (Hierfür eignen sich dann aber auch eher Lichtfallen).

    Zitat

    - Was ist die beste Witterung?

    Üblicherweise ist schwül-warmes Wetter sehr gut geeignet - am besten kurz vor einem Gewitter. Mondschein und vor allem Wind wirkt sich negativ aus. Leichter Regen schadet nicht.
    Es hängt aber auch vom Wetter der vorangegangenen Tage ab. Nach einer kühlen Periode sind dann an einem ersten warmen Abend viele Falter am Licht zu finden, während bei den selben Temperaturen innerhalb einer Schönwetterperiode weniger zu erwarten ist.

    Zitat

    - Kann ich in einem Wohngebiet (Bäume überall in den Gärten, ca. 300 m Luftlinie bis zu einem See mit Waldgebiet) mit diversen anderen Lichtquellen überhaupt mit Anflug rechnen?

    Eigentlich schon. Die Konkurrenz durch andere Lampen ist natürlich beträchtlich, wobei die heute üblichen Natriumdampflampen mit ihrem orangenen Licht wesentlich weniger Insekten anlocken, als die grell weißen Quecksilberdampflampen, die vor einigen Jahren üblich waren. Natürlich zahlt es sich beim Lichtfang aus, heller und vor allem mit höherem UV-Anteil zu leuchten, als die Lichtquellen der Umgebung. Andererseits sind Wohngebiete oftmals sehr interessant für Schmetterlinge, weil sie einen hohen Anteil an nektarreichen (Zier-) Blumen haben und viele Futterpflanzen für Raupen vorhanden sind. Und die von Dir angegebene Nähe zum Waldrand (der oftmals auch sehr attraktive Blütenpflanzen besitzt), ist ein weiterer Vorteil.
    Es sind bei Dir durchaus eine Reihe interessanter Arten zu erwarten ... auch Schwärmer, obgleich hiervon natürlich nur wenige Arten, aber auch Eulen, Spinner und (ebenfalls sehr interessante :face_with_tongue: Spanner). Aber auch interessante "Nicht-Schmetterlinge", wie Käfer und Köcherfliegen.

    Viel Spaß und Erfolg beim Lichtfang wünscht
    Achim

    P.S.: Lichtfang ist übrigens ein sehr soziales Event, wenn man nicht alleine sammelt/beobachtet. Ein gemeinsamer Lichtfangabend bei der einen oder anderen Flasche Bier bringt Erlebnisse, an die man sich noch nach langer Zeit gerne erinnert :applaus: .

    Zitat

    Ja das mit dem Ethanol (purer Alkohol) wird öfters erwähnt

    Das ist echt interessant - muss ich mal ausprobieren. Gibt es dazu auch eine Angabe in der Literatur?

    Zitat

    Meine ersten Motten die ich fing habe ich umgebracht indem ich Obstbrand gespritzt habe

    Meinst Du jetzt mit Motten die umgangssprachlich als Motten bezeichneten Nachtfalter oder die Kleinschmetterlingsfamilie Tineoidea (echte Motten)?

    Ein hervorragendes (leider fast in Vergessenheit geratenes) Tötungsmittel für "Kleinschmetterlinge" ist Ammoniumcarbonat (=Hirschhornsalz). Dazu wird in ein kleines Glasröhrchen (z.B. Tablettenröhrchen) etwas Ammoniumcarbonat gegeben und durch eine lockere Watteschicht fixiert. Zum Abtöten kommt der Falter in das Gläschen, welches dann verschlossen wird. Das Ammoniumcarbonat zerfällt allmählich in Ammoniak, Wasser und Kohlendioxid (wobei das Ammoniak dann teilweise in Lösung als Ammoniakwasser/Salmiakgeist vorliegt). Die Ammoniakdämpfe töten die Tiere innerhalb weniger Minuten. Diese sind weicher als bei anderen Tötungsmitteln und sehr gut zu präparieren.

    Viele Grüße
    Achim

    Zitat

    aber dabei muss man natuerlich ausdiskutieren, ob Schmetterlinge Schmerz empfinden.

    Yepp Lucas - natürlich hast Du recht!
    Einfrieren scheint mir jedoch günstig zu sein, da hierbei zunächst das selbe passiert, wie bei einem natürlichen Kälteeinbruch. Der Stoffwechsel der Insekten wird heruntergefahren und sie fallen in eine Kältestarre. Sinkt die Temperatur weiter, sterben sie dann einfach ab.

    Zitat

    Für grössere Tiere habe ich immer eine Spritze mit Ethanol dabei

    Injektion von Ethanol???
    Das habe ich noch gar nicht gehört. Geht das gut (schnell)? Ist das irgendwo publiziert?
    Schmetterlinge injiziere ich mit Ammoniakwasser (Salmiakgeist). Das geht sehr (!) schnell (1 bis 2 Sekunden), die Falter bleiben weich und lassen sich ausgezeichnet präparieren.

    Zitat

    seitdem muss ich mich mit Stroh80 begnuegen.

    Uiii - ich bin selbst ein großer Liebhaber von Rum, aber Stroh80 fällt - zumindest geschmacklich - nicht in diese Kategorie edler Brände. :bibber:
    Machst Du die Falter betrunken oder verenden die freiwillig ob der Unerträglichkeit dieses Gesöffs? :grinning_squinting_face:

    Cheers
    Achim

    Man moege mich korrigieren ,aber ist Chloroform ueberhaupt frei verkaeuflich

    In der Bundesrepublik darf meines Wissens Chloroform nicht an Privatpersonen verkauft werden.
    Eine Ausnahme ist jedoch Forschung und Analytik. Wenn Du das nachweisen kannst (am besten in Zusammenarbeit mit einer Institution), ist es im Chemikalienhandel oder auch in der Apotheke (teilweise im Entomologie-Fachhandel) erhältlich. Da es aber nicht ungefährlich ist und die Ergebnisse in der Entomologie ohnehin unbefriedigend sind (s.o.), sollte man die Finger davon lassen.

    Achim

    Chloroform kommt kaum zum Töten von Insekten zum Einsatz. Die Hauptgründe hat Dir Franz schon genannt. Lediglich auf Grund des hohen Dampfdrucks und der damit verbundenen langsamen Verdunstungsgeschwindigkeit (und langen Wirksamkeit) wird Chloroform bisweilen als Tötungsmittel in automatischen Fallen angewendet.
    Als nahezu universelles und wirksames Tötungsmittel in der Entomologie hat sich seit vielen Jahren Ethylacetat (Essigsäureethylester, Essigether) bewährt. Für Schmetterlinge eignet sich am besten eine Injektion mit Ammoniakwasser (Salmiakgeist). Mäßigen Erfolg erzielt man mit
    Diethylether (Äther, Narkoseäther). Das wirkt sehr schnell, hat aber den Nachteil, dass die Objekte hart werden und der Stoff hochentzündlich ist.
    Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man die Tiere einfach lebend einfrieren. Das ist sicherlich die humanste Methode und die Objekte sind nach dem Auftauen weich und gut zu präparieren.

    Viele Grüße
    Achim

    Üblicherweise werden Maulwurfsgrillen ausgenommen und ausgestopft, so wie es Martin weiter oben beschrieben hat. Der Grund dafür ist, zu vermeiden, dass Darm, Fettkörper und Geschlechtsorgane in Fäulnis übergehen, was bei diesen Tieren recht schnell passiert (weshalb sie auch nicht allzu lange im Tötungsglas bleiben sollten - eine, höchstens zwei Stunden).
    Am besten führt man mit einer feinen Präparier-, notfalls Nagelschere auf der Unterseite des Hinterleibes einen Schnitt. Dabei ist darauf zu achten, dass das erste und letzte Abdominalsegment unverletzt bleibt (das erste, um den festen Halt des Hinterleibes zu gewährleisten, das letzte, um die Hinterleibsanhänge nicht zu lösen). Mit einer Pinzette entfernt man dann die Innereien. Dabei sollte man vom Hinterleib aus mit der Pinzette bis in den Thorax greifen, um den Vorderdarm zu entfernen. Diesen kann man einfach herausziehen, da er üblicherweise problemlos im Schlundbereich abreißt. Den Enddarm nicht abreißen (!), sondern mit der Schere kurz vor dem Ende abschneiden. Anschließend mit einem Wattestäbchen (Q-tip) oder einfach einem Stückchen Zellstoff die verbliebene Körperflüssigkeit aufsaugen (die Körperflüssigkeit ist normalerweise gelblich - hat sie eine dunkelbraune Farbe, so ist das ein Hinweis darauf, dass mit der Präparation zu spät begonnen wurde und die Verwesung bereits eingesetzt hat).
    Anschließend wird die nun leere Körperhöhle mit Watte gefüllt. Dazu sollte man sich am besten kleine Wattekugeln drehen und mit diesen das Präparat füllen. Dabei nicht vergessen, auch den Thorax vom Hinterleib aus zu füllen. Das Abdomen kann ruhig etwas praller als natürlich aussehen (ohne gleich eine Presswurst herzustellen :grinsen: ). Um nun die letzte Fäulnisgefahr zu bannen, tränkt man üblicherweise die Wattefüllung mit alkoholischer Borsäurelösung (Herstellung siehe unten). Es geht aber auch ein einfaches Desinfektionsmittel wie Sagrotan. Neben der fäulnishemmenden Wirkung hat das zur Folge, dass die Watte wieder etwas zusammenschrumpft (deshalb zuvor etwas praller füllen) und außerdem etwas modellierbar wird. Mann kann also nun durch vorsichtiges Drücken mit den Fingern das Abdomen in die natürliche Form bringen und auch die Wundränder einfach zusammendrücken. Nach dem Trocknen sollten sie fast nicht mehr zu sehen sein. (Zunähen oder -kleben ist nicht nötig).
    In den letzten Jahren sind viele Heuschreckenspezialisten dazu übergegangen, statt Watte kurzgeschnittenen (1-2 mm) Dichtungshanf zu verwenden, da das Material schneller trocknet und sich die Nadel viel besser durch den Thorax stechen lässt.

    Viel Glück bei der Präparation!
    Cheers Achim

    P.S.:
    Herstellung einer alkoholischen Borsäurelösung (Borsäure gibt es als weißes kristallines Pulver für wenig Geld in der Apotheke)
    In erwärmten 96 %igen Alkohol (oder Brennspiritus) unter leichtem Schütteln oder Rühren so viel Borsäurekristalle geben, bis keine mehr gelöst werden (die Lösung gesättigt ist). Dann abkühlen lassen und durch ein Filterpapier gießen.

    Hallo allerseits,
    der Antwort von Claude gibt es eigentlich (fast) nichts hinzuzufügen. Der Hauptgrund für das Verblassen von Pigmentfarben ist Licht. Vor allen in kleinen Heimatmuseen, wo seit 'zig Jahren neben Großmutters alter Schiefertafel und einer Druckerpresse auch ein Schmetterlingskasten an der Wand hängt, ist deutlich zu sehen, dass die Tiere ausbleichen.
    Deswegen sollten Insektensammlungen immer möglichst dunkel aufbewahrt werden.
    Besonders problematisch ist grüne Farbe, aber auch rote bzw. orange und schwarze Farben sind sehr empfindlich.
    Was den Totenkopf angeht, so habe ich schon einige Stücke in Schaukästen gesehen, deren orange/gelbe Hinterflügel fast weiß geworden sind.
    Am Rande sei noch erwähnt, dass auch einige Chemikalien die Farben schädigen (darunter auch das früher in Sammlungen häufig verwendete Paradichlorbenzol).

    Cheers
    Achim

    P.S.: ich wollte hier keinesfalls Heimatmuseen diskriminieren - sie sind überaus wichtige Einrichtungen zum Verständnis der Natur- und Heimatgeschichte. Schaumuseen sind aber natürlich für die Besucher und nicht die Ausstellungsstücke gemacht und in Heimatmuseen wird besonders Augenmerk auf ein breites Ausstellungsspektrum gelegt. Außerdem fehlt diesen Einrichtungen oftmals das Geld für entsprechende Schutzmaßnahmen wie UV-Schutz-Fenster und - Filter vor den Leuchten.

    Nicht zu vergessen: Wenn Du Dein Hobby zum Beruf machst, hast Du kein Hobby mehr...!

    Naja - das kommt darauf an, wie sehr man darin aufgeht.
    Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und bin in der überaus glücklichen Lage, dass ich meinem Hobby nachgehen kann und dafür auch noch Geld bekomme. Allerdings hat das zur Folge, dass ich früh ins Institut gehe, nachmittags oder abends nach Hause und dort das selbe weiter mache. Ich lasse regelmäßig 'zig Überstunden verfallen und habe noch keinen Tag meines Urlaubes von 2008 (!) genommen. Dafür braucht man eine sehr verständnisvolle Partnerin (die ich auch habe - ich Glückspilz :grinning_face_with_smiling_eyes: )

    Cheers
    Achim

    Hallo goro

    Alle Insekten, die in die Sammlung kommen, stecke ich für maximal 15 Sekunden in den Mikrowellenofen, die gespannten Falter zusammen mit dem Spannbrettchen (aber erst wenn die Falter trocken sind).

    Entschuldige bitte - aber eine Behandlung im Mikrowellenofen halte ich für eine denkbar ungünstige Methode.
    Die Mikrowellen werden von einem Magnetron erzeugt und mittels einer Hohlleitungsantenne in den Garraum geleitet. Der Garraum ist also keinesfalls mit Mikrowellen angefüllt. Vielmehr "schwirren" die schmalen Mikrowellen durch den Innenraum, werden von den Wänden und der Tür ungleichmäßig reflektiert und treffen an unvorhersehbaren Stellen die Speisen (oder was auch immer man in die Mikrowelle steckt). Deshalb befinden sich in den Mikrowellen Drehteller, um das Gargut halbwegs gleichmäßig zu erwärmen. Dass jedoch ein kleiner Sammlungsschädling in den (üblicherweise ebenfalls kleinen) Sammlungsobjekten getroffen wird, ist sehr unwahrscheinlich.
    Auch zum Abtöten der Schädlinge durch Erhitzen der Sammlungsobjekte ist der Mikrowellenofen ungeeignet. Die Wirkungsweise des Mikrowellenherdes besteht ja darauf, dass die elektromagnetischen Wellen (Mikrowellen) Wassermoleküle zum Schwingen anregen und dadurch Reibungswärme erzeugt wird. Üblicherweise beinhalten Sammlungsobjekte (getrocknete Insekten) so wenig Wasser, dass nur ungenügend und wenn überhaupt nur in sehr eng begrenzten Regionen des Objektes Wärme entsteht.
    Demgegenüber werden Metallteile sehr stark erhitzt - durch die hohe Leistung des Magnetrons können Ströme von über 10 A in diesen Teilen fließen. Es kann sogar zu Funkenbildungen kommen. Deshalb ist die Gefahr, dass sich die Insektennadeln stark erhitzen und die Sammlungsobjekte Schaden nehmen, viel zu groß.

    Viel effektiver ist die (hier im Forum schon öfter vorgestellte) Methode, die Objekte einzufrieren.
    Bei Temperaturen von -30°C werden alle Schädlinge zuverlässig abgetötet. Üblicherweise erreichen jedoch Haushaltstiefkühlschränke keine so tiefen Temperaturen, sondern meist -12 bis -18 °C. Das reicht aber auch aus, um Imagines und Larven der Schädlinge abzutöten (oft jedoch nicht für Eier und Puppen). Um alle Schädlinge zuverlässig abzutöten, empfiehlt sich das weiter oben erwähnte mehrfache einfrieren.

    An anderer Stelle habe ich im Forum vor wenigen Tagen eine Abbildung zur Anwendung von Mottenpapier in der Insektensammlung eingestellt:
    Siehe hier (klick)!

    Cheers
    Joachim

    Hallo Kathe,
    Einfrieren ist erstmal die einfachste und effektivste Bekämpfungsmaßnahme.

    Zitat

    Und dann Mottenkugeln kaufen.

    Mottenkugeln sind nicht so sehr geeignet. Ich empfehle dagegen die Verwendung von Mottenpapier. Das hat den Vorteil, dass es für Menschen relativ(!) ungefährlich und fast geruchlos ist, zuverlässig und langanhaltend gegen Schadinsekten wirkt und einfach anzuwenden ist. Man kann ein bis zwei Abschnitte zusammenfalten und mit Stecknadeln im Insektenkasten befestigen. Außerdem kann man darauf notieren, wann der Streifen eingesteckt wurde - um ihn rechtzeitig nach ca. einem Jahr zu wechseln.

    [Blockierte Grafik: http://www.zoologische-sammlungen.uni-halle.de/entomol/images/prp/kasten.jpg]

    Cheers
    Joachim

    Hallo goro,

    Ich bin eineigermassen erstaunt dass es mit der normalen Alt-Funktion dieses Zeichen nicht gibt!!

    Doch - das geht:
    :male Alt+11
    :female Alt+12
    (Alt + Ziffern auf dem nummerischen Tastenblock.)
    Das ist eigentlich ein Relikt aus DOS-Zeiten und der Verwendung der ASCII-Zeichentabelle.
    Viele - aber nicht alle Programme unterstützen diese Funktion auch heute noch (so z.B. StarOffice/OpenOffice, MS-Word, das DTP-Layoutprogramm Adobe InDesign und einige Texteditoren, nicht jedoch WordPerfect).

    Cheers
    Achim

    Blaue Farbe ist bei Nachtfaltern wirklich ziemlich selten.
    Bei den Syntomiden gibt es aber eine Reihe ganz irre gefärbte Arten.
    Blau sind z.B. die Vertreter der Gattung Cyanopepla (hier liegt es sogar im Namen) - z.B. C. fastuosa (Walker, 1854), C. jucunda (Walker, 1854) und C. alonzo (Butler, 1876). Aber auch Agyrta dux (Walker, 1854) und Euagra azurea (Walker, 1854) aus der gleichen Familie/Unterfamilie - alle samt Arten aus Mittel- und Südamerika.
    Wobei die Syntomidae zwar Heterocera sind (also keine Tagfalter) aber überwiegend am Tage fliegen.

    Die Syntomidae (=Amatidae) werden inzwischen mit einer Reihe anderer Artengruppen als Unterfamilie Ctenuchinae der Arctiidae betrachtet.

    Cheers
    Achim