hallo

    ich wollte mal fragen ob man präperate von schmetterlingen irgendwie gegen sonnenlicht schützen kann?

    ich weis am besten lagerd man sie in schupladen aber wenn sie in einem
    schaukasten sind habe ich angst das die präperate ausbleichen oder
    brauch ich mir da keine sorgen machen?

    gruß toni

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    Hallo Toni!

    Recht empfindlich gegen das Ausbleichen sind eine Reihe von Nachtfaltern. Tagfalter sind i.d.R. weniger empfindlich. Überhaupt keine diesbezüglichen Sorgen mußt du dir bei Faltern machen, deren Färbung in der Hauptsache auf Strukturfarben beruht (besonders bekannt z.B. Apatura, Morpho, Urania).

    MfG, spinne

    Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen,
    aber haben keine Bedenken, dies mit leerem Kopf zu tun,

    Orson Welles

    Hallo ihr beiden.

    Nach meinen Erfahrungen, die ich in meiner Jugend machen durfte/musste,
    als ich mir noch keinen Insektenschrank leisten konnte, bleicht jedes Schmetterlingspräparat
    im Laufe der Zeit mehr oder weniger aus. Kräftige Farben erwischt es
    schneller und stärker, als z.B. helle Farben. Kräftig gefärbte Arctiiden
    und Sphingiden sind anfälliger, als denn helle Geometriden oder
    Pieriden. Und ich spreche hier nicht von 10 Jahren, sondern von einem
    oder zwei Jahre Lagerung.

    Auch Morphos sind nicht unbedingt davor gefeit. Es geht zwar langsamer,
    aber sie bleichen aus. Wenn man nur ein Präparat hat, merkt man es eben
    nicht so schnell, aber wenn man mehrere Tiere zum Vergleich hat, ist es
    ganz klar zu erkennen.

    Wenn die Insektenkästen irgendwo an der Wand aufgehängt lagern, kann
    man sich entsprechende Pappe zurechtschneiden und mit Klebestreifen am
    Kasten befestigen. Sind zwar besch....en aus, aber wirkt relativ gut.
    Aber wer mag schon aus einem Zimmer einen "Altkartonvoratsraum"
    machen!?

    Somit bleibt auf die Dauer nur: Kästen in absoluter Dunkelheit lagern,
    wie immer man das bewerkstelligt. Da hilft auch kein Sortieren nach
    "nicht so empfindlichen" und "empfindlichen" Präparaten.
    :thumbs_down:


    PS: Dieser Beitrag ist nicht allein auf meinem Mist gewachsen, der nette Herr der dies verfasst hat, wollte seinen 1000 Beitrag nicht für dieses hier verwenden. Der 1000 Beitrag soll was ganz besonderes werden! Jedoch haben wir das telefonisch abgesprochen.

    Beste Grüße
    Annett und der Deutschlandflüchter :kissing_face: Rudi

    Hallo allerseits,
    wie Annett oben schrieb, bleichen alle Schmetterlinge (und die meisten zoologischen Objekte) aus, wenn sie nicht vor Licht geschützt werden.
    Wenn man den Schaukasten an eine schattige Stelle des Zimmers hängt, wo die Sonne nicht direkt draufscheint, dauert es schon etwas länger.
    Für Ausstellungsvitrinen und Schaukästen in Museen kommen UV-Schutzglas und - was eigentlich die bequemste Lösung ist - UV-Schutzfolien zum Einsatz.

    Diese Schutzfolien sind meist selbstklebend und werden üblicherweise innen auf die Scheibe der Vitrine oder des Kastendeckels geklebt. Es gibt getönte und glasklare Folien, letztere sind (bei ordentlicher Verarbeitung) nicht sichtbar.
    Gute Folien filtern weit über 90% der UV-A Strahlung aus und sind ca. 10 bis 12 Jahre wirksam.

    Hersteller solcher Folien sind z.B. Haverkamp, Bruxsafol und vor allem LLumar.
    Die Preise liegen im Schnitt bei 25 bis 30 Euro je m².

    (Siehe z.B. auch hier [klick] )

    Cheers
    Achim

    Hallo Ihr Beiden!

    Nochmal ein Nachtrag von mir: Pigmentfarben können durch äußere Einflüsse, in diesem Fall wohl am meisten durch UV-Strahlung, chemisch zersetzt werden und damit ausbleichen oder andere Farben annehmen. Farben, die eine hohe Absorption haben, schneller, helle i.d.R. langsamer. Strukturfarben, die durch Interferenz an den feinen Schuppenstrukturen entstehen, können definitiv nicht ausbleichen, denn dann müßte sich die mechanische Struktur der Schuppen ändern. Macht sie aber durch UV-Strahlung nicht. Also bleiben solche Farben auch nach langer UV-Einwirkung erhalten. Ihr könnt selbstverständlich gern bei eurer Meinung bleiben, würdet mir aber sehr helfen, wenn ihr mir dann dafür auch eine chemisch/physikalische Erklärung gebt.

    MfG, spinne

    Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen,
    aber haben keine Bedenken, dies mit leerem Kopf zu tun,

    Orson Welles

    Hallo Spinne,
    ja-nö, Du hast völlig recht!!! Strukturfarben bleichen nicht aus.
    Aber neben den schillernden Strukturfarben besitzen die von Dir genannten Falter auch Pigmentfarben. In alten Schaukästen in Schulen und vielen kleinen Museen und Heimatstuben findest Du z.B. Morphos, deren schwarze Ränder und Bänder (z.B. M. helenor) graubraun bis beige ausgeblichen sind und gerade bei Apatura gibt es Beispiele, die zwar noch schillern, wo aber nahezu keine Zeichnung mehr sichtbar ist.

    Cheers
    Achim

    Hallo zusammen,

    auch ich kenne leider Exemplare (Morphos), deren Pigmentfarben selbst auf der Unterseite, der dem Licht abgewandten Seite, verblasst waren.
    Neben der ganz dunklen Unterbringung in Insektenschränken, sind sicherlich die UV- Schutzfolien, die man nicht unbedingt an jedem Kasten anbringen muss, es reicht die Anbringung am Fenster nach aussen, sehr nützlich. Da schützen sie nicht nur einen Kasten sondern gleich mehrere. Dann ist aber darauf zu achten, das die künstliche Beleuchtung in diesem Raum nicht zuviel UV Licht abstrahlt, wie zum Beispiel extra helle Leuchtstoffröhren oder ältere 12 Volt Halogenlampen ohne UV Filter.
    Bei der Unterbringung in Schränken, habe ich das Problem, des Verblassens, leider auch durch diverse Stoffe zur Vergiftung (Fernhalten und Abtöten von Staubläusen, Museumskäfern) gehabt. :fluchen: Leider stand auf der Verpackung nicht drauf, das Chlor (oder andere Halogene) frei werden können. Ich denke diese Präparate sind heute vom Markt, da sie auch für den Menschen extrem gesundheitsschädlich sind.

    Wer eine Sammlung (wissenschaftlich) sein Eigen nennt, wird seine Kästen immer in Schränken aufbewahren und wenn möglich in einem gesonderten Raum und nicht im Schlaf- oder Wohnzimmer.

    Für die Präsentation ein paar schöner Exemplare sollte man sich eine dunkle Stelle zum Aufhängen aussuchen. Flure oder andere dunklere Ecken, die kein direktes Sonnenlicht abbekommen, bieten sich da an. Zur Beleuchtung ist dann nur darauf zu achten, das die Leuchtmittel, nur wenig UV Licht absondern und das die Lampe nicht dauernd leuchtet.

    So habe ich einer Bekannten mal Ihre Präsentationssammlung von selbstgefangenen Tieren aus Afrika in einem tageslichtfreien langen Flur eingerichtet. Für die Beleuchtung kamen kleine Spots zum Einsatz. Die Tiere zeigten nach etwa 10 Jahren immer noch schöne Farben. Sicherlich wird man, wenn man frisches Vergleichsmaterial daneben hält, auch eine leichtes Verblassen der Tiere erkennen können. Wie sie heute, nach weiteren 10 Jahren, aussehen, weiß ich leider nicht :loudly_crying_face:

    Viele liebe Grüße
    Franz

    Hallo Franz,
    vielen Dank für den sehr schönen Beitrag!

    Zitat

    "habe ich das Problem, des Verblassens, leider auch durch diverse Stoffe zur Vergiftung "

    Yepp. Das war ein Problem von Dichlorvos, wo Chlor freigesetzt wird und (vor allem grüne) Farben angegriffen werden.
    Dichlorvos (Handelsnamen u.a. Vapona, Mutox) ist heute nur noch sehr selten in handelsüblichen Insektiziden enthalten.

    Viele Grüße
    Achim

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