Beiträge von caligo58

    Zur Sache zurück.

    Natürlich ist es sehr sinnig die Fundorte / Herkunft anzugeben bzw. auch auf den Fundortzetteln entsprechenden zu notieren.

    Aber nach der x-ten Nachzucht ggf. zu Auffrischung mit Faltern anderer Züchter oder Arten aus "Schmetterlingshäusern" welche "Fundorte" sollen da denn noch angegeben werden?

    Lieber keine als Phantasie.

    Ich für meinen Teil bin froh über jeden, welcher in das Thema "Insekten" einsteigt und sei es am Anfang nur zur "Haustierhaltung" oder einfach weil die Tiere schön / interessant sind.

    Wie habt Ihr den Einstieg vor 30 / 40 / 50 / ? Jahren gefunden und wie seht Ihre es heute?

    Ich kenne die Hintergründe der z.T. heftigen Anfeindungen (eher persönlich als fachlich motiviert ???) nicht, aber könntet Ihr das nicht bei 3 Bier oder im Morgengrauen an einer Friedhofsmauer klären?

    Mal alle Scherze beiseite.

    Ich bin Forstbeamter und mache meine Job jetzt seit dem Studium seit rund 38 Jahren in Baden-Württemberg.

    Es darf hier "Jäger" und Förster (Forstbeamte i.d.R. Hilfsbeamter der Staatsanwaltschaft; können sich ausweisen und / oder tragen Wappen an der Kleidung) nicht verwechselt werden. Das einzelne "Jäger" (i.d.R. private Pächter eines Jagdbezirkes) sich aufspielen, obwohl sie keinerlei diesbezügliche Rechte haben, konnte ich leider mehrfach an eigener Person erleben.

    Neben den Natur-und Artenschutzrechtlichen Vorgaben rate ich dringend einen Blick ins Landeswaldgesetz zu werfen. Kann nur für Ba-Wü reden, aber hier verweise ich auf § 37 Landeswaldgesetz.

    Grundsätzlich ist das Betreten von Waldflächen auf eigene Gefahr möglich, aber es gibt gesetzliche Ausnahmen.

    Insbesondere sollte man eine Erlaubnis zu Befahren der Waldwege (Transport Anlage) haben, ansonsten => Bußgeld.

    Ich hatte verschiedene "regelmäßige Leuchter mit Genehmigung der höheren Naturschutzbehörde" in meinem Zuständigkeitsbereich. Nach Abstimmung mit den Forstamt und Waldbesitzer und dem Förster lief die Sache problemlos.

    Ich habe auch regemäßig die Beobachtungslisten in Kopie bekommen. Alles eine Frage der Kommunikation.

    Grüße Armin

    Ich habe die "Schmetterlingssucht" auch schon ein paar Jahre (seit ca. 1973) und in den Siebzigern die Straßenlaternen abgeklappert und seit 1976 zusammen mit einem Kumpel (hatte schon ein Auto) die Laternen in der Umgebung von KA. Für die "Jungen Mitglieder bei Actias" nicht vorstellbar, gab es damals an günstig stehenden Straßenlaternen mehr Anflug (Arten und Stückzahlen) als heute an optimalen Standorten zum Leuchten.

    (Über die Gründe hierfür will ich mich weiter nicht auslassen, aber damals gab es noch Werbung für Reinigungsmittel für Autoscheiben und Kühlergrill zur Beseitigung der toten Insekten und die Weltbevölkerung war unter 50 % der heutigen.)

    Von Hauseigentümern, welche Angst hatte, dass wir mit unsern Netzen sein Goldfische klauen wollten, bis zu einer Polizeistreife, welche -nach intensiver Befragung- es dann auch mit dem Netz probiert hat. Sehr mäßiger Erfolg.

    Am besten war aber eine Streife der Bahnpolizei. Wir waren an einer Brücke zum Wald Nähe Hauptbahnhof KA. Die dortigen 4 Lampen am Waldrand waren immer sehr erfolgversprechend. Unser Ausrüstung Steckschachten, Spritzen für Salmiak und kleine Flasche für den Salmiak hatten wir aufs Brückengeländer gelegt. Die meisten Polizeistreifen kannten uns schon, aber eines nachts kam eine "neue" mit einen offensichtlich jung dynamischen Polizisten. Da waren zwei langhaarige verdächtige Gestallten unterwegs und Spritzen lagen offen rum.

    Endlich ein paar Junkies bei frischer Tat! Oder Sympathisanten der RAF, welche den Bahnhof ausspähen. Das Gelaber mit dem Schmetterlinge fangen ist doch nur Ablenkung!

    Weder unser Warnung noch der Hinweis seines älteren Kollegen konnten ihn davon abhalten, einen tiefen Nasenzug aus der Salmiakflasche zu nehmen.

    Die Wirkung war durchschlagend und vermutlich hatte er für die nächste Zeit keinerlei Nasenverstopfungen mehr.

    Unser größtes Problem war, das Lachen zu unterdrücken.

    Ich weiß nicht was Euch so echauffiert.

    Der Beitrag ist doch exakt auf den Durchschnitt ausgerichtet.

    Fundierte Unwissen gepaart mit der Tendenz die Schafherde in Panik zu versetzen.

    Ansonsten kann ich Rainer nur Recht geben. Wer sich schon als junger Kerle (bin ü 60ig) in der Natur rumgetrieben hat, hatte mit Sicherheit schon amüsante Erlebnisse mit allerlei Tierchen und Pflanzen auch in der heimischen Umgebung. Wobei ich die Hirschlausfliege zwar lässig finde, aber Sie zum Glück nie sehr häufig war.

    Viel amüsanter fand ich die Kriebelmücke, Schwärme von Mücken oder 30 Bremsen als Dauerbegleiter bei heimischen Sammeltouren (vor 40 - 50 Jahren). Auch das allabendliche Absuchen nach Zecken an den lustigsten Stellen hat seinen Reiz. (Hatte schon meine Borreliose)

    Schon als Steppke (unter 10 Jahren) habe ich erfahren, dass der Lederlaufkäfer "Säure" verspritzen kann, da ich ein Exemplar in der Hand hatte und eine volle Ladung ins Gesicht bekam.

    Aber wer "schöne" Natur erleben wollte / will, muss auch mit den "negative" Dingen klar kommen.

    Nur die Harten kommen in den Garten.

    Oder wie ich meiner Frau vor der ersten Reise nach Costa Rica sagte, wer Morphos fliegen sieht, muss auch mit Taranteln rechnen.

    In diesem Sinne.

    Armin

    Dennoch muss ich Thomas recht geben.

    "learning by doing" der bessere Weg bzw. einzige Weg um was zu lernen.

    Zwischen den Fragen : "was ist das für ein Schmetterling?" und könnte diese "X" oder "Y" sein, bin mir nicht sicher" ist ein enormer Unterschied!

    (Auch wenn Perlmuttfalter nicht ganz einfach sind :winking_face: )

    Grüße Armin

    Werte Kollegen,

    selbst wenn ich mal wieder in ein Wespennest steche, schon mal daran gedacht, dass das Vorgehen des amtlichen Natur-und Artenschutz in Deutschland einen tieferen Sinn hat ?

    Wäre es nicht auch in diesem Bereich unerträglich, falls eine größere Zahl von nicht weisungsgebundenen Fachleuten vorhanden wäre.

    Denke man nur an die konsequente Verneinung des Insektensterbens auf politischer Ebene und durch die entsprechenden Lobbyisten.

    Kann Kevin nach eigenen Beobachtungen nur Recht geben.

    Der geringe Zahl von geschlüpften Raupen kann, neben den zu Recht geschilderten Gründen, auch an der Kopula liegen.

    Hatte eigene Zuchten mit länger beobachteten Kopula, dennoch sind kaum 10 % der Raupen geschlüpft.

    Wobei die Quote bei den zuerst abgelegten Eiern i.d,R. höher war, als bei den zum Schluss abgelegten.

    Hallo Sarah,

    Acherontia atropos wird in der Literatur als ziemlich polyphag beschrieben.

    Es gab vor vielen Jahren in der Entomologischen Zeitung (noch als Heftle und schwarz-weiß) eine längere Auflistung der bekannten Futterpflanzen.

    Schon die Liste bei Wikipedia unter Totenkopfschwärmer ist recht lang.

    Vielleicht ist etwas dabei, was verfügbar ist. Und denk dran, die Kerle fressen viel!

    Grüße Armin

    Hallo Celina

    sehr guter Zuchtbericht vom Frank.

    Habe die Art 3 x aus gekauften Eiern gezüchtet. Erstmals um 1980 im Winter bis - 15 Grad, musste den Liguster (Ligustrum vulgare! Hecke) unterm Schnee rausholen und auftauen. Die Blätter sind z.T. abgefallen, aber die Raupen haben diese mit den Vorderbeinen gehalten und gefressen. Zuchtbehälter auf bzw. über der Heizung.

    Gab sehr schöne und große Falter.

    Die 2. Zucht (2000 im Sommer) ging daneben, da ich die Puppen zu trocken gelagert hatte => alle vertrocknet!!!. Ist mir bei Schwärmer Puppen in dieser Form sonst nie passiert.

    Die 3. Zucht (2015 im Sommer) gab sehr schöne und große Falter, da ich die Puppen relativ feucht gelagert hatte.

    Nach meinen (übersichtlichen) Erfahrungen ist der Totenkopf deutlich empfindlicher hinsichtlich Trockenheit der Puppen als andere "tropische" Schwärmer.

    Grüße Armin

    Und Löwenzahn (solange kein Schnee) klappt prima. Notfalls die Brennnessel Pflanzen ausgraben und ins "Warme" bringen.

    Die sollten flott austreiben. Auch in Hinblick auf eine evtl. Nachzucht im Winter, da die Falter vermutlich im Spätwinter / zeitiges Frühjahr schlüpfen werden und je nach Winterverlauf, dass Futter unterm Schnee liegen könnte.

    Grüße Armin

    Hallo Hans,

    abgesehen davon, dass die Art sehr variabel gefärbt ist, finde ich es schlimmer, dass die Art offensichtlich so selten geworden ist, dass die Falter nicht mehr an jeder Hauswand oder Haustürleuchten in vielfacher Zahl sitzt. In älterer Forstliteratur wird er noch als zu beobachtender Schädling geführt. Leimringe an Waldbäumen um anhand der gefangenen Frostspanner-Weibchen den Fraßschaden im Frühjahr abschätzen zu können

    Habe selbst mehrfach erlebt, dass die "Frostspanner-Schadgesellschaft" in Laubwäldern (Eichenmischwälder) zu Kahlfraß auf größeren Flächen geführt hat. Auch in Ortschaften saßen dann im Herbst / Winter die verschiedenen "Frostspanner"-Arten in sehr großer Zahl überall an den Hauswänden etc.

    Habe diese Jahr bislang auch nur 2 Falter vom Großen Frostspanner gesehen und wesentliche Fraßschäden an den mir seit rund 50 Jahren bekannten Waldflächen auch nicht mehr.

    Grüße Armin

    Obwohl meine "Tropenreisen" nicht mit denen von Manfred vergleichbar sind (18 Thailand / 4 CR), kann ich ihm nur voll und ganz zustimmen.

    Vor allem in der Regenzeit (ohne größeren Kühlschrank) ist es eine Herausforderung größere Mengen Falter vor Schimmel und Ameisen geschützt aufzubewahren.

    Hallo Luis,

    als ich vor 50 Jahren angefangen habe, war ich etwa in Deinem Alter.

    Die gezielte Suche nach Puppen, wie von Manfred richtig beschrieben, war zumeist "ernüchternd" und dies zu einer Zeit in der es noch (aus heutiger Sicht) massig Insekten incl. Schmetterlinge gab.

    Habe Erdpuppen in der Regel zufällig beim Umgraben im Garten etc. gefunden. (Ist oft wie beim Pilze sammeln; die großen Funde hat man, wenn man nicht danach sucht oder an Orten an denen man mit nichts gerechnet hat)

    Hinsichtlich der Suche nach Raupen vom Brombeerspinner. Habe diese im Herbst in den Abendstunden gesucht. Bei Sonnenuntergang sind die Raupen an den Pflanzenstengeln hochgekrabbelt.

    Konnte diese dann gut sehen. An manchen Abenden waren Dutzende zu finden.

    Auch andere "Glucken" wie Eichen-und Kleespinnerraupen habe ich (Ende Mai / Anfang Juni) in der Abenddämmerung gesucht.

    Im Dunkeln mit Taschenlampe haben mich meine Eltern nicht gelassen.

    Wie auch Kevin und die Anderen geschrieben haben. Jeder fängt kleine an und muss immer Lernen (das hört nie auf).

    Weiterhin viel Freude und Erfolg.

    Grüße Armin

    Hallo soil74,

    losgelöst von der Frage ob H. euphorbiae zurück in den Süden wandert, sind m.E. Rückwanderungen etlicher Arten (z.B. Distelfalter oder Taubenschwänzchen) durchaus bekannt.

    Das etliche Arten z.B. Admiral / Taubenschwänzchen heute (war bei den Wintern vor 30+ Jahren nicht denkbar) auch in Deutschland überwintern können, ändert daran nichts.

    Kann mich selbst an massive Wanderungen des Distelfalters (2009 ?) erinnern. Flugrichtung immer Richtung Süden.

    Ende Oktober 2018 war ich in Andalusien. Sehr viele Distelfalter! Sofern diese nicht Nahrung aufgenommen haben, war eine deutlicher Tendenz der Flugrichtung Richtung Süden (übers Meer) zu erkennen.

    Grüße Armin

    Zur Frage vom Toni,

    nein ich habe nicht geleuchtet; der Fundort des "Muttertiers" war in eine Wohnsiedlung mit Wohnblocks aus den 60igern Ka-Durlach mit parkartigen Gehölz-Strukturen.

    Es war in 15 Jahren, dass einzige dort beobachtete Weibchen von L. dispar. Männchen konnte ich öfters zur Flugzeit tagsüber beobachten (eher vereinzelt).

    Sofern Männchen nachts an der Hausbeleuchtungen (Eingangstüren) saßen, waren diese "normal" gefärbt.

    Keiner Hinweise am Rande (will damit aber keinesfalls eine Verschwörungstheorie verbreiten !!!!!)

    Die Tigermücke wurde schon vor ein paar Jahren (weiß nicht mehr genau wann) in Karlsruhe nachgewiesen.

    Der Fundort der Mücken hat eine Abstand zum Fundort der "Muttertiers" von ca. 700 m Luftlinie.

    Pfützen entlang von Bahnlinien. War damals einer der ersten Funde in BaWü.

    Hallo Andreas,

    wie gesagt, könnte ich mir in den Ars... beißen, dass ich die meisten Raupen ausgesetzt habe.

    Aber wer rechnet den mit so etwas.

    Von den rund 25 Raupen habe ich 3 Weibchen und 18 Männchen erhalten. Neben den 12 Exemplaren auf dem Foto habe ich noch 4 Stück mit z.T. deformierten Flügeln gespannt (aber Mosaikgynander) und 4 Stück hatten so verkrüppelte Flügel, dass ich diese "entsorgt" habe.

    Grüße Armin

    Hallo Kollegen,

    vielen Dank für die Rückmeldungen.

    Von "Wolbachia" hatte ich noch nie gehört.

    Wie gesagt, konnte mir nicht vorstellen, dass alle Männchen "FLECKZWITTER" sein könnten. Könnte mich jetzt sehr ärgern, dass ich die meisten Raupen ausgesetzt habe.

    Wäre eine interessante Falterserie geworden.

    Auch eine Folgezucht (falls überhaupt bei "FLECKZWITTER" möglich) wäre vermutlich sehr interessant gewesen.

    Nun ja, hinterher ist man oft schlauer.

    Beste Grüße Armin