Hallo,
die Zucht der Raupen zum Falter ist eine Sache, die Falter später zur Paarung zu bewegen, eine andere. Das gelingt mir leider eher selten, obwohl ich verschiedene Methoden versucht hatte.
Daher frage ich mal nach Expertenwissen, wie man es am besten schafft, Schmetterlinge, vorwiegend Tagfalter, zur Paarung und Eiablage zu bekommen, die in einer Zuchtumgebung leben.
Bei Morpho peleides ist mir das nicht gelungen und bei Danaus plexippus nur bedingt. Mit Iphiclides podalirius war es auch erfolglos.
Gibt es eventuell gute Ratschläge, wie man Paarungen recht erfolgreich hinbekommen kann?
Gruß,
TB
Beiträge von Forenwanderer
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Das ist egal. Wenn in der Umgebung Blauregen ist, kann man auch gern davon füttern. Gerade wenn die Raupen größer werden, ist Blauregen ergiebiger.
Gruß,
Thomas -
Es heißt immer, Danaus plexippus ist die best erforschte Schmetterlingsart. Dennoch finde ich elementare Informationen nicht. Gerade die europäischen Populationen müssen ja einen anderen Lebenszyklus wie die amerikanischen Artgenossen besitzen. Dort gibt es ja das Phänomen der Massenwanderung von Nordamerika nach Mittelamerika und zurück.
In Europa existieren kleinere, aber beständige Populationen auf den Kanaren, Madeira und Portugal. Von einer Wanderung der Falter ist mir hier nichts bekannt. Auch konnte ich selbst schon Falter im Dezember auf La Palma bewundern. Nun stellt sich mir die Frage, ob die europäischen Monarch- Populationen ihren Wandertrieb verloren haben, womöglich sogar gar keine Winterruhe machen? Wieviele Generationen bilden europäische Monrach- Falter aus? Gibt es eine Dia- Pause und wenn ja, in welchem Stadium?
Gruß,Thomas
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Ich habe an einer kleinen Salweide 3 weiße Eier gefunden. 2 davon waren auf der Unterseite eines auf der Oberseite eines Blattes. Die Eier sind ziemlich rund und leuchtend weiß. Also definitiv nicht Apatura iris. Die Größe der Eier entspricht etwa den Apatura-Arten oder auch Vanessa cardui.
Gruß,
TB -
Hallo,
bei mir sind 12 Oleanderschwärmer nach und nach geschlüpft. 3 weitere werden wohl noch ausschlüpfen. Nun sehe ich Probleme mit den Füttern.
Ich habe die Falter in einem Flugkäfig von 200x160x60cm (BHT) untergebracht. Darin stehen Pfanzen wie Oleander, Vinca major und auch andere. Zusätzlich stecken selbst gebastelte Kunstblumen gelb und blau-violet drin, die mit einer Traubenzucker/Sirup/Alkohol- Lösung getränkt sind. Ich hatte es auch schon mit echten Blüten versucht, die allerdings nur kurzzeitig frisch bleiben. Ein Lüfter steht auch drin, der per Zeitschaltuhr gelegentlich die etwas Luft durchpumpt.
Ich bin mir nicht sicher, ob de Tiere das Futter annehmen, habe es zumindest nicht beobachten können. Die Handfütterung hat eher nicht funktioniert.
Bibt es vielleicht gute Tipps, wie ich die Falter füttern könnte, damit auch eine Paarung möglich wird?
Gruß,
Thomas -
Also das "Abduschen" von behandelten Pflanzen sehe ich riskant. Es kommt schließlich darauf an, womit die Pflanzen behandelt wurden. Biozide, also Bacillus thuriginesis kann man mit Sorgfalt abwaschen. Herbizide oder Pestizide, die über den Boden und das Wasser aufgenommen werden, lassen sich nicht abwaschen. Hier muss man dann einfach abwarten, bis die Gifte abgebaut sind, was u.U. ein Jahr dauern kann. Dafür muss man die Pflanze umtopfen und auch die Wurzeln abwaschen, um es etwas zu beschleunigen. Selbst kaufe ich meine Futterpflanzen in Gärtnereien, die ihre Pflanzen nicht behandeln. Da muss ich dann leider deren Aussagen vertrauen.
Mir ging es hier aber eher um die Umgewöhnung auf eine andere Futterpflanze, die einfacher zu beschaffen ist. Bei Daphnis nerii funktioniert das ziemlich gut, auch wenn die L1- Raupen an Oleander gewöhnt sind. Ich biete ihnen dann Liguster an und das klappt problemlos. Manchmal bestreiche ich die Ligusterblätter mit dem Saft des Oleanders. Aber ich denke, das braucht man nicht unbedingt.
Bei Charaxes jasius wurde Lorbeer jedoch gar nicht angenommen.
Gruß,
T.B. -
Hallo,
mit dem Erdbeerbaumfalter musste ich bei der Zucht eine leidige Erfahrung machen, was mir einen Totalausfall bescherte.
Laut Informationen soll man die Raupen gut bei Zimmertemperatur züchten können. Als Futterpflanzen werden Arbutus- Arten, vorwiegend A. unedeo angegeben. Auch Laurus nobilis oder auch Rosa corymbifera soll angenommen werden. Leider hat die Umstellung von Erdbeerbaum auf die beiden anderen Futterpflanzen nicht funktioniert.
Lorbeer wurde verschmäht, soweit ich das anhand fehlender Fraßspuren feststellen konnte. Und die Blätter von Rosen wurden zwar angeknabbert, aber die Raupen haben dieses Futter wohl nicht wirklich vertragen. Zu dieser Jahreszeit sind die Blätter noch frisch und weich, was womöglich der Auslöser gewesen sein könnte.
Ich kann es derzeit nicht sicher beurteilen, vermute allerdings, dass Raupen von Charaxes jasius nicht so einfach auf Ersatzfutterpflanzen umgewöhnt werden können bzw. zu frische, junge Blätter nicht vertragen. Zwar werden diese Futterpflanzen wohl auch gefressen, aber es scheint so, dass Raupen, die mit Arbutus- Arten gefüttert wurden, nicht mehr umzustellen sind.
Sollte ich wieder die Gelegenheit haben, diese Raupen zu züchten, werde ich darauf besonderes Augenmerk legen. Es wäre interessant zu wissen, welche Erfahrungen andere Züchter mit dieser Art gemacht haben. -
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FinnK ...aus Polen und die wurden hier in der Actias- Börse angeboten.
Und bei uns in der Nähe (Mosel) gibt es auch Populationen in der freien Natur.
Gruß,
T.B. -
Hallo,
bei einer Puppe eines Segelfalters scheinen die Flügel bereits durch. Nun ist es erst März und der Falter wird wohl demnächst ausschlüpfen. In unserer Region (Nordsaarland) ist es derzeit noch ziemlich kalt und die Vegetation noch nicht soweit, dass ausreichend Nektarpflanzen vorhanden wären. Einige Weiden blühen und Krokusse am Boden.
Nun werde ich wohl den Schmetterling künstlich füttern müssen. Reicht da Zuckerwasser oder gibts für diese Art spezielle Mischungen?
Gruß,
T.B. -
Ich halte sie eher warm und feucht. Es schwankt von 22 bis 28 Grad Celsius, im Durchschnitt eher bei 23 bis 24 Grad. Die Luftfeuchtigkeit variiert etwa von 35% bis 80%, im Durchschnitt so bei 50%.
Mir ist nicht wichtig, dass die Falter möglichst schnell schlüpfen, aber möglich zusammen, dass die Möglichkeit der Fortpflanzung besteht.
Gruß,
TB -
Hallo,
derzeit habe ich noch 26 Kokons von Attacus atlas. 4 Falter sind zwischen Anfang November und Ende Dezember geschlüpft. Alle jeweils so zeitlich auseinander, dass sie nie Kontakt miteinander hatten. Sie lebten etwa 2 Wochen, bis auf den ersten Falter, welcher ein Männchen war. Er war verkrüppelt und konnte seine Flügel nicht ausbreiten, weil er nicht vollständig aus dem Kokon kam. Er lebte nur 3 Tage. Danach schlüpften 2 Weibchen im Abstand von 2 Wochen. Als das letzte Weibchen gestorben war, schlüpfte ein Männchen. Dieses starb dann am Heilig Abend. Seither ist kein Falter mehr geschlüpft. Eine Kopula war demzufolge auch nicht möglich, wenngleich beide Weibchen fleißig unbefruchtete Eier gelegt hatten.
Nun habe ich Sorge, dass die restlichen Falter nicht schlüpfen. Zwei Kokons habe ich mal vorsichtig geöffnet. Die Puppen waren lebendig. Mir ist rätselhaft, dass die Puppen nicht schlüpfen bzw. in so großen Zeitintervallen, obwohl die Raupen sich doch ziemlich im gleichen Zeitkorridor (Oktober) verpuppten. Hat jemand eine plausible Erklärung dafür?
Gruß,
Thomas -
Zitat
wann sind die Zuchten durchgeführt worden?
Die Zucht von Morpho peleides begann bereits im November. Der Blauregen im Garten hatte noch nicht alle Blätter abgeworfen. Danach bin ich auf Klee umgestiegen. Zuletzt hatte ich sogar Klee im Keller gezogen, um frisches Futter kontrolliert direkt verfüttern zu können.
Die 29% Celsius und 90% Luftfeuchtigkeit sind die absoluten oberen Werte gewesen, die nur sporadisch und kurzzeitig erreicht wurden. Der Durchschnitt lag bei 25Grad und 70%. Ich habe versucht, die tropischen Bedingungen möglichst nahe herzustellen. Es handelt sich ja um Arten, die in solchem Klima leben.
Ja, ich habe auch die Befürchtung, dass der Transportweg bei Morpho peleides ausschlaggebend war. Zwar herrschten keine Temperaturen im negativen Bereich, aber der Transport dauerte fast 2 Wochen und einige Räupchen sind schon während des Transports geschlüpft. Dem Versender kann man keinen Vorwurf machen. Ich habe mich mit ihm verständigt, dass eine weitere Lieferung erst bei Temperaturen im zweistelligen Bereich erfolgen soll. Das Problem der Paketdienste bleibt bestehen.
Danke Rudi für dein Statement. -
Hallo Johanna,
als Futter verwende ich für Caligo Calathea- Arten. Die Beantwortung der Frage, ob diese behandelt wurden, steht noch aus.
Aber auch die Morpho sind gestorben. Diese wurden mit Klee und Blauregen aus dem eigenen Garten gefüttert. Stets vorher mit warmem Wasser abgewaschen.
Ja, es sind auch etliche Eier nicht geschlüpft, weil sie zu lange bei niedrigen Temperaturen unterwegs waren. Aber dass die dennoch geschlüpften Raupen, die auch anfangs gefressen haben, starben, führe ich eher nicht auf die Kälte während des Postweges zurück.
Gruß,TB
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Hallo,
beide Zuchten, Caligo atreus & Morpho peleides, sind bereits im L1- Stadium gescheitert. Die Räupchen sind einfach auf den Blättern der Futterpflanze eingegangen, obwohl sie auch etwas gefressen hatten.
Ich kann mir nicht erklären, wieso die Raupen gestorben sind.
Unter diesen Bedingungen habe ich die Raupen gehalten:
23 bis 29 Grad Celsius.
50 bis 90% Luftfeuchtigkeit
5 Stunden zusätzliche Tageslichtlampe im Raum
Zuchtbehälter wie sie für Heimchen und Heuschrecken im Fachhandel erhältlich sind.
Was daran ist falsch?
Gruß,
Thomas -
Ich habe auch schon mehrere Generationen von Samia ricini gezüchtet. Aktuell hatte ich auch erhebliche Verluste zu beklagen, obwohl die klimatischen Bedingungen eigentlich optimal waren. Ich suche natürlich auch immer nach der Ursache.
Es ist sicher schon schlecht, wenn Raupen während des Transports schlüpfen. Das sind dann für L1- Raupen ganz schlechte Bedingungen und sie können sich dann auch mit allem möglichem infizieren. Pilzsporen sind allgegenwärtig und können in enger Umgebung bei so vielen Raupen schon Probleme bereiten.
Aber das ist nur eine mögliche Theorie. Ich habe auch die Futterpfanzen in Verdacht. Liguster als auch Lorbeerkirsche ist Ersatzfutter, dass von S. ricini angenommen wird, da sie polyphag leben. Diese Pflanzen bilden im Winter Stoffe in den Blättern, um Frost überstehen zu können. Sind diese biologischen "Frostschutzmittel" zu konzentriert, bekommen die Raupen eine Art Durchfall. Sie fallen regelrecht von den Futterpflanzen und auf dem Küchenpapier erkennt man dann fast immer einen bräunlichen Fleck unterhalb vom After.
Gerade im Winter ist es schwierig, geeignetes Futter aus der Natur zu bekommen. Nicht die Nässe ist bei S. ricini dann entscheidend, sondern eher, dass das Futter noch zu kalt serviert wird. Ich lege daher die Blätter einige Minuten im warmes Wasser. Vorteilhaft ist auch, möglichst frische Blatttriebe zu verfüttern, weil dort das biologische Frostschutzmittel noch nicht so stark dosiert eingelagert ist. Das verkraften die Raupen besser. -
Ich musste leider auch feststellen, als 2 Weibchen von Attacus atlas geschlüpft waren, aber in dieser Zeit eben kein Männchen, dass die beiden Tiere nach einiger Zeit dennoch Eier legten. Hier war klar, dass sie nicht befruchtet sein konnten. Ich hoffe nicht, dass bewusst solche Eier über die Börse verkauft werden.
Als ich 100 Eier von Attacus atlas erhalten hatte, waren auch etwa die Hälfte nicht geschlüpft, womöglich auch, weil sie unbefruchtet waren. Ohne etwas unterstellen zu wollen, gelangen viele unbefruchtete Eier in den Verkauf. Das ist auch nicht zu vermeiden. Aber wenn man es vorher schon weiß, darf man solche Eier auch nicht verkaufen. -
Ich habe aktuell mit Morpho peleides Erfahrungen sammeln können bzw. müssen. 10 Falter konnten frei im Heizungskeller fliegen. Etwa 12qm stehen den Faltern zur Verfügung, was bei dieser Art definitiv die untere Grenze bedeutet. Den Raum konnte ich gut auf einer Durchschnittstemperatur von 25 Grad halten und auch die Luftfeuchtigkeit konnte ich dauerhaft über 50% einstellen. Tatsächlich finden die Falter immer wieder Plätze, wo sie von allein nicht mehr raus kommen. Da muss man Lücken schließen. Auch nahmen die Falter das Futter nicht selbstständig an. Man musste sie immer von Hand an die Bananen oder Orangen setzen. Eine Paarung gelang nicht. Ich spekulieren, dass zu wenig Tageslicht vorhanden war. Im Herbst ist das ein Problem. Ob entsprechende künstliche Beleuchtung helfen würde, kann ich nicht sagen...
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Hallo,
da ich kürzlich 10 Morpho peleides (8 Männchen , 2 Weibchen) gleichzeitig im Raum gehalten habe und es zu keiner Kopula kam, frage ich mich, ob es an den Haltungsbedingungen gelegen hat.
Sie sind nicht selbstständig zu den Futterquellen geflogen, sondern haben immer nur an den Früchten gesaugt, wenn ich sie explizit daran gesetzt habe.
Der Temperatur wegen halte ich die (tropischen) Falter und Raupen im Heizungskeller. Da kann ich mindestens 22 Grad Celsius garantieren und habe zum Teil auch die Temperatur bis 33 Grad erhöht. Im Durchschnitt dürften so etwa 25 Grad Celsius geherrscht haben. Die Luftfeuchtigkeit habe ich durch diverse Topfpflanzen (Hibiscus, Oleander, (Mini) Banenenpalmen und Passionsfruchtstock durch häufiges Besprühen immer über 50% gehalten.
Mein größtes Problem war das Licht. An sonnigen Tagen dringt zwar Sonnenlicht ein, dass der Raum hell ist, aber im Herbst war eben wenig Sonne da und die Tage wurden kürzer. Ich habe eine kleine Pflanzenlampe zusätzlich 6 oder gar 12 Stunden eingesetzt. Alles hat nichts geholfen. Die Falter waren nicht zur Paarung bereit. Der Raum hat eine Größe von 12 qm.
Da mir nun auch noch alle Raupen von Danaus plexipuss eingegangen sind, suche ich nach den Gründen. Ich denke, die Haltungsbedingungen sind suboptimal und tendiere zum fehlenden Sonnenlicht. Nun habe ich überlegt, ob eine Lampe, die das Spektrum des Sonnenlichts simuliert, hierbei helfen könnte? Da ja bei der Vogel- bzw. Reptilienzucht auch Lampen eingesetzt werden, um die natürlichenb Lebensbedingungen der Tiere bestmöglich zu simulieren, nehme ich an, dass hierin das Problem zu verorten wäre. Oder irre ich mich da und mache grundsätzlich etwas völlig anderes falsch?
Anmerkung: andere Arten wie Samia ricini oder Attacus atlas machen unter gleichen Bedingungen keine Probleme, sind aber auch keine Tagfalter.
Gruß,
Thomas -
Ich habe L. quercus immer an Lorbeerkirsche überwintern lassen. Diese Pflanze hält sich lange frisch, ist winterhart und fast überall verfügbar. Je nach Temperatur fressen die Raupen oder ruhen. Ich denke, unterhalb von 12 Grad haben die bei mir nicht mehr gefressen.
Gruß,
thomas