Posts by Zitronenschale

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Farbe bei denen nicht ganz so viel aussagt. Bei mir sind sowohl sehr dunkle Puppen, als auch relativ helle bereits geschlüpft. Dachte auch anfangs, dass die dunkleren eher schlüpfen, aber bei meiner letzten Gruppe Argema mittrei ist die dunkelste Puppe von Beginn an tatsächlich erst als allerletzter Kometenfalter geschlüpft. Gewicht und Beweglichkeit der Puppe sind hier ausschlaggebend.

    Ich habe bisher nur Tütenfalter und andere unpräparierte Insekten aus Russland bekommen und musste dabei aber immer relativ lange warten. Keine Sendung war unter 2 Wochen unterwegs, auch wenn es nie Probleme mir dem Zoll gab, weshalb ich selbst es mit lebenden Tieren gar nicht erst versuchen würde.

    Ich kann dem auch nur zustimmen, dass Argema mittrei wirklich gut riechen und das auch bereits im Kokon. Ich habe aktuell ein geschlüpftes Weibchen und noch 8 weitere Kokons und das ganze Zimmer riecht nach ihnen. Es ist ein grüner, recht frischer Duft. Wahrscheinlich trägt das einfach auch etwas mit zu ihrer Tarnung bei? Ist auf jeden Fall sehr angenehm bei der Zucht.

    Bei dieser Art sind die Weibchen und Männchen von der Flügekspannweite gleich groß in etwa. Unterscheiden kannst du sie an den Antennen und der Körperform. Das Weibchen hat schmalere gefiederte Antennen und einen deutlich korpulenteren Körper. Spätestens wenn das Weibchen zu locken beginnt, siehst du es auch deutlich, dass es ein Weibchen ist.

    Hier das Weibchen:

    Hier das Männchen:

    Und eine gemischte Gruppe:

    Da sieht man auch, dass die Bestimmung eindeutig leichter von einem Bild ist, wenn man sie von der anderen Seite fotografiert.


    Liebe Grüße,

    Franzi

    Hallo Manfred,

    Prinzipiell hast du damit Recht, aber an den Schulen geht es in den wenigsten Fällen um eine Nachzucht. Hier will man meist nur einmal den Lebenszyklus miterleben und die Tiere dann ziehen lassen. Während wir hier die Spinner dabei für die Zucht sehr zu schätzen wissen und man bei ihnen auch durchaus tolle Beobachtungen machen kann, kann ihre Optik als Falter durchaus problematisch sein im Kontext Schule. Bei den kleinen Kindern gibt es immer wieder welche, die nur wenig Kontakt zu Insekten bisher hatten und dadurch gewisse Ängste haben. Ein im allgemeinen als hübsch angesehene Tier kann da helfen. Ich selbst ziehe auch lieber Spinner mit den Kindern groß, habe aber schon sehr unterschiedliche Reaktionen erlebt. Uns ist zum Beispiel auch mal eine traumhaft schöne und große Libelle in den Klassenraum geflogen und selbst da war das Geschrei groß. Bei den Spinnern sind immer wieder Kinder dabei, die sie genauso toll finden, wie die hübschen Tagfalter, aber auch deutlich mehr Kinder mit Angst. Die Zucht und Aufzucht der Tiere an den Schulen ist ein kritisches Thema in vielerlei Hinsicht. Ich selbst bin auch sehr froh, dass ich den Weg von der Aufzucht, wie sie im Lehrerversandhandel vermarktet wird, zu einer, welche mehr die Tiere im Blick hat, gekommen bin. Allerdings wird leider dieses "einmal den Zyklus miterleben" einmal im Schuljahr bei immer mehr Schulen dazu gehören.

    Manfred,

    Hierzu muss man sagen, dass der botanische Garten unter anderem auch mit dem BUND Leipzig zusammenarbeitet und sich hierbei durchaus auch für den Artenschutz mit einsetzt. Auch werden die Tiere im Bereich des Möglichen selbst heran gezogen und es wird durchaus auch gerne ein regionaler Züchter beim Kauf der Puppen unterstützt und nicht nach "Hauptsache billig" im Ausland eingekauft. Jedoch sind auch vor Ort die Futterpflanzen eben begrenzt und nicht jede Art kann selbst gezüchtet werden, gerade auch, weil der Botanische Garten Leipzig keine riesige Mitarbeiterzahl dahinter stehen hat.


    Die Tiere werden hier nicht zur Geldmacherei groß ausgeschlachtet, dafür ist das Schmetterlingshaus auch einfach ein eher zu kleines im Vergleich zu den vielen, die es europaweit doch so gibt, doch auch ein botanischer Garten muss einen Weg zur Finanzierung finden. Auch wird eine Nachzucht im Bereich des Möglichen umgesetzt, aber ist eben auch nicht immer zu händeln. Doch auch hier muss jeder für sich entscheiden, wo die ethische Grenze für einen selbst liegt. Der eine tötet die Tiere direkt nach dem Schlupf für seine Sammlung, für einen top Erhaltungszustand und findet das ok und erhält so auch keine Nachzucht. Ein anderer lässt das Tier seinen natürlichen Lebenslauf nehmen und ermöglicht anderen den Kontakt, um aufzuklären, zu bilden und Interesse zu wecken. Ich möchte mir dabei nicht anmaßen zu entscheiden, welcher Weg sowohl ethisch korrekter ist, als auch sinnvoller für den Artenschutz.


    Was ich jedoch bei meiner eigenen Arbeit als Grundschullehrerin jeden Tag auf ein Neues sehe, wie prägend so ein Besuch im Botanischen Garten, in einem Schmetterlingshaus oder generell die Begegnung mit den Tieren und auch Pflanzen für die Kinder sind. So schön auch eine Ausstellung oder ein Vortrag sein kann, eigene Erfahrungen sorgen für ein deutlich tieferes Verständnis und Interesse, gerade bei dem Nachwuchs. Es ist sehr löblich, was du selbst alles an Dingen ehrenamtlich auf die Beine stellst und ich ziehe davor auch meinen Hut, ebenso deiner generellen Erfahrung, doch auch in anderen Themen hast du da bereits Verurteilungen von anderen Herangehensweisen gezeigt, zu dem ich nur sagen kann, dass es in vielen Dingen im Leben nicht immer nur den einen richtigen Weg zum Ziel gibt.


    Dieses Thema ist letztlich nur ein kleiner Aufruf. Niemand wird zu einer Spende gezwungen und jeder ist alt genug, um für sich zu entscheiden, ob das mit den eigenen Prinzipien vereinbar ist und man unterstützen möchte, oder nicht. Ich für meinen Teil unterstütze den Botanischen Garten gerne, da ich froh bin, so einen Bildungsort für meine Schulklassen zu besitzen und blicke auf eine tolle bisherige Zusammenarbeit zurück, die über die Schmetterlinge weit hinaus geht.

    Liebe Schmetterlingsbegeisterte,

    der Botanische Garten in Leipzig besitzt auch ein Schmetterlingshaus. Betrieben wird dies vom Förderverein. Bedingt durch die Schließung in der Pandemie (so war der Garten zum Beispiel konstant von November an bis Mitte Mai geschlossen) und dem Ausfall vieler Veranstaltungen, die sonst den Garten finanzieren, sind sie finanziell am Ende ihrer Reserven. Doch die Schmetterlinge sind das, was die Besucher und Schulklassen in den Garten zieht. Hier finden Bildungsprojekte statt und da der Botanische Garten auch darauf angewiesen ist Puppen zu kaufen, steht dem Schmetterlingshaus ohne Hilfe das Aus bevor.


    Solltet ihr eine kleine Spende tätigen wollen, oder eventuell Puppen für den Botanischen Garten haben, so findet ihr hier alles an Informationen:Lasst die Schmetterlinge fliegen


    Liebe Grüße,

    Franzi

    Hallo Lucas,

    Meine Weibchen haben unter Dauerlicht oft dennoch das Locken begonnen bzw. oft auch tagsüber dann gelockt. Das Dauerlicht hatte meist nur wirklich bei den Männchen Erfolg. Auch kam die Eiablage nicht zeitverzögert unter Dauerlicht. Vielleicht sind allerdings dafür auch manche Arten einfach besser geeignet als andere? Natürlich könnte es auch daran liegen, dass ich zusätzlich nicht noch die Temperatur herabgesetzt habe. Bei den Männchen hingegen hat es immer gut funktioniert mit dem Dauerlicht.


    Liebe Grüße,

    Franzi

    Hallo,

    Ich schließe mich Motte77 an. Ich hatte schon Weibchen von Bunaea aslauga, Attacus Atlas, Argema mittrei, Argema mimosae, Actias Ningpoana und Epiphora intermedia, bei denen es zu keiner Paarung aus unterschiedlichen Gründen kam. Alle haben zunächst versucht ein Männchen zu locken und dann dennoch begonnen die Eier abzulegen. Manchmal sind es dann weniger als üblich, aber zu einer gewissen Eiablage kam es immer und sie waren alle unbefruchtet und sind in sich zusammen gefallen. Dadurch und auch weil die Weibchen eh eher nur an einem Fleck sitzen, ist die Methode mit Tageslichtlampen oder einer Kühlung die kurze Lebensdauer zu verlängern auch bei den Weibchen absolut nicht zweckdienlich.

    Hallo Silva,

    Ich habe meine Saturnia pavoniella liegend im Kühlschrank in ihrem Behältnis. Das ist gar kein Problem. Bei Balkon und Treppenhaus würde ich schauen, wie die Bedingungen in Sachen Temperatur usw. sind.


    Liebe Grüße,

    Franzi

    Vielen Dank für die schnelle Antwort. Wir konnten uns so direkt noch im Unterricht Bilder ansehen, was aus der kleinen Raupe werden wird und was diese so frisst. Zusammen haben wir sie dann wieder nach draußen gebracht.

    Hallo liebe Forenmitglieder,

    Ein Schüler meiner 1. Klasse hat soeben von der Hofpause eine Raupe mit in die Klasse gebracht. Könnt ihr mir helfen, diese Raupe zu bestimmen?

    Liebe Grüße,

    Franzi und die Klasse 1d

    Danke für deine Antwort. Ich werde auch mal in der Bildergalerie stöbern. Ich finde es einfach total spannend, wie es einerseits Arten gibt, die sich so extrem ähneln (bei einigen der Actias ja zum Beispiel), aber bei anderen dann so starke Farbunterschiede innerhalb der Art entstehen können. Meine restlichen Bunaea aslauga sind alle rostrot gefärbt, sie sticht da schon deutlich heraus. Einfach ein schöner und spannender weiterer Aspekt der Zucht.


    Liebe Grüße,

    Franzi

    Hallo liebe Actias-Gemeinde,

    Ich habe Bunaea aslauga Kokons über timetobreed bezogen. Nun ist das ja eine Art, über die es zumindest im europäischen Raum eh kaum Informationen zur Zucht gibt. Heute schlüpfte nun aus meinem letzten Kokon ein Weibchen, welches eine deutliche Farbabweichung hat. Der Körper ist nicht in einem dunklen, rostroten Fell bedeckt, sondern ockerfarben. Auch die Flügel sind viel heller und eher in Ocker gehalten. Alle anderen Bunaea aslauga hatten die übliche rote Färbung egal ob Weibchen oder Männchen. Puppen waren identisch und wurden zumindest bei mir identisch gehalten und die Farbverteilung, Größe usw. stimmen auch überein.

    Nun meine Frage an euch, was waren eure größten Farbabweichungen, die ihr mal feststellen könntet bei einem Falter?


    Liebe Grüße, Franzi

    Hallo Nicole,

    Generell kannst du die Nadeln kürzen, musst aber darauf achten, dass der Falter dennoch genug Halt hat. Getrocknete Baumwolle ist relativ groß, ich drücke dir die Daumen, dass die unter die Glocke passt. Bei Stonedaffection kannst du dir Beispiele für solche Glocken ansehen. Das ist ein Shop aus England. Auf Instagram zeigt sie auch viel von ihrem Prozess, von der Zucht über das Präparieren bis hin zum Zusammensetzen der Rahmen und Glocken. Ich selbst habe hier auch beides, präparierte Tiere in Rahmen zur reinen Deko und der täglichen Freude daran und dann die gut verstaute Sammlung für den eher wissenschaftlichen Hintergrund. Ich persönlich richte auch gerne die Flügel der Tiere etwas natürlicher aus für die Dekozwecke, aber das ist dann wie immer Geschmackssache.


    Liebe Grüße,

    Franzi

    Liebe Nicole,

    was als Alternative zum Schaukasten/Rahmen noch ganz gut funktioniert, wenn man den Falter als Deko haben möchte und nicht für die eigene Forschung, sind diese Glasglocken. Darin kann man den Falter entweder an einer Stange befestigen, oder mit getrocknetem Moos, etwas Holz, Trockenblumen etwas basteln und daran den Falter feststecken. Das Mittel gegen die Schädlinge kann man einfach unter dem Moos optisch verstecken und auch das Staubproblem tritt nicht auf.


    Vom ungeschützten Lagern rate ich dir aus selbigen Gründen ab wie meine Vorredner.


    Liebe Grüße,

    Franzi

    Unabhängig von dem Paarungsverhalten kannst du, wenn aktuell kein Weibchen zur Paarung vorhanden ist, nachts auch eine Tageslichtlampe anschalten. Das sollte man nicht dauerhaft tun, aber so 3-4 Nächte sind kein Problem. Ich nutze das, wenn ich weiß, dass demnächst das Weibchen schlüpfen wird, da so die Lebensspanne der Männchen auch verlängert wird. Durch die Lampe sitzen sie dann auch nachts entspannt an einem Fleck. Du wirst allerdings immer Tiere haben, die sich die Flügel ramponieren, wenn du sie natürlich leben lässt. Auch, wenn sie im Raum frei herum fliegen, beschädigen sie sich diese. Deshalb werden ja auch die Tiere überhaupt erst von einigen getötet, um sie eben im bestmöglichen Zustand präparieren und archivieren zu können.


    Ansonsten haben sich meine Samia Ricini immer verpaart wie die Karnickel und das durchaus auch mehrmals.

    Hallo,

    das mit dem Warenkorb an sich wäre kein Problem. Bei den Spannbrettern müsste ich dafür nur wissen, ob du lieber den Stil haben möchtest,bei dem die Flügel der präparierten Tiere gerade aufliegen am Ende oder dir der kontinentale Stil lieber ist, bei dem die Flügel leicht angewinkelt sind. Das Spannbrett bei Meier hätte auch diesen leicht angewinkelten Stil. Ich persönlich mag den leicht angewinkelten Stil bei Tagfaltern und auch generell lieber, da sich die Flügel besser vom Grund des Rahmens oder Insektenkasten abheben, aber der gerade Stil kommt bei Saturniidae eher an die natürlich geöffneten Flügel heran, so wie sie eben auch fast die ganze Lebensdauer über da sitzen.


    Zu deiner Frage mit der Zeit und Vorbereitung kann ich dir auch antworten. Ich töte die Tiere auch nicht und präpariere die verstorbenen Tiere, bei denen die Flügel noch relativ intakt sind nach dem natürlichen Tod. Wenn du die Tiere vor Einsetzen der Starre einfrierst, wenn sie natürlich gestorben sind, dann kannst du auch so verfahren, wie von Rudi beschrieben. Du kannst aber auch die Tiere erst gänzlich trocknen lassen und dann später aufweichen. Ausnehmen musst du sie nicht. Dabei kannst du dir auch bei der richtigen Lagerung Zeit lassen, bis du präparierst. Da das Einfrieren auch gegen Schädlinge hilft, packe ich meine Präparate vor dem Setzen in den Schaukasten eh immer noch einmal in das Gefrierfach. Für das Aufweichen der Tiere gibt es verschiedene Methoden und auch bereits Themen hier im Forum. Zu Bedenken dabei ist, dass die Saturniidae eher große stämmige Tiere sind.


    Liebe Grüße,

    Franzi

    Hallo.

    Auf das Spannbrett von Meier passen entspannt 5 Samia Ricini (habe sowohl Brett, als auch unpräparierte Samia hier und habe sie testweise einmal aufgelegt, man könnte sogar 6 bei kleineren Tieren schaffen). Solltest du allerdings sparen wollen, lohnt es sich zu schauen, ob du eventuell bei Entosphinx günstiger weg kommst. Gerade, wenn du das Präparieren erst einmal austesten möchtest und du zudem das an der einen Art testen möchtest, muss es kein verstellbares Spannbrett sein, sondern tut es auch ein günstiges in der passenden Größe aus Plastazote. Ansonsten, das verstellbare Brett von Meier hat in der Rinne bereits eine Einlage aus Plastazote. Darum musst du dich also nicht sorgen. Es kostet nur eben 4 mal so viel wie ein Plastazote Spannbrett, welches nicht verstellbar ist.


    Zur Pinzette kann ich sagen, dass es ein wenig Geschmackssache ist. Ich persönlich verwende auch gerne die gebogene Deckglaspinzette, müsste ich mich aus Kostengründen aber für eine entscheiden, würde ich auch eine spitze Pinzette favorisieren, da diese vielseitiger ist.


    Liebe Grüße,

    Franzi