Beiträge von Woodstock

    Hallo,

    mal eine Frage: Wie kommt man als Normalsterblicher zu so einer Entnahmegenehmigung besonders und streng geschützter Tiere? Muss man da Hauptberuflicher Wissenschaftlere sein? Oder genügt es, bspw. hobbymäßig zu kartographieren?
    Ich hätte die gerne und zwar nichtkommerziell. Ich möchte einzig und allein z.B. Tiere vom Straßenrandstreifen oder vor dem Rasenmäher retten.Und möchte mich da nicht in der Illegalität bewegen. Begründen würde ich das natürlich mit "Kartierung". :winking_face:
    Also, wie sieht's aus, gibt es da eine (einigermaßen unkomplizierte) Möglichkeit?

    VG

    Thomas

    Hallo zusammen,

    Ergänzung zum Paarungsverhalten: Dass pavonia sich nur genau einmal paart istimmt nicht immer. Ich habe vor 30 Jahren ausgiebig Erfahrung gesammelt. Es kam vor, dass sehr große Weibchen sich paarten, Eier ablegten und ein, zwei Tage später nochmals ein Männchen anlockten. Anscheinend hatte das erste für die vielen Eier nicht gelangt. :winking_face:

    unvergesslich ist für mich folgendes Erlebnis:

    Einst tanzte auf einer Grünfläche in einem Gerwerbegebiet des Mittags ein Schwalbenschwanz herum. Ich beobachtete ihn genau, fotografierte ihn und siehe da, er legte das eine und andere Ei. Es gelang mir, zwei davon ausfindig zu machen, was bei dem Zick-Zack und Hin und Her gar nicht so leicht war. Es war ein wunderschönes Zuchterlebnis, die beiden Kerle - Max und Moritz - heranwachsen zu sehen. Habe sie auf eingetopfter wilder Möhre gezogen.
    Übrigens wurde das Areal einige Zeit später abgemäht, was meine Mitnahmeentscheidung bestätigte. Und das Freilassen der Falter bzgl. heimischer Population natürlich erst recht kein Problem.

    Wann genau sich das zugetragen hat, lasse ich mal weg. Ich kenne mich nicht so gut mit den Verjährungsfristen für derartige Schandtaten aus. :winking_face:

    Bei bestellten Raupen aus Zucht hatte ich schon ähnliche Probleme, was ich z.T. auf Inzucht zurückführe. Konkret dieses Jahr bei G. Isabellae. Nach Misserfolg habe ich nochmal Eier von einem anderen Züchter bestellt und siehe da, diesmal wunderbar entwickelt trotz desselben Futters.
    Unvollständig gehäutete Raupen unbedingt befreien mithilfe von Lupe, Nadel und Pinzette. Ist mir neulich bei einer Patientin mit Erfolg gelungen.

    LG

    Thomas

    Die Wunde kannst Du mit UHU zukleben. Zuvor achte darauf, dass die rechte Flugelabdeckung wieder richtig aufgesetzt ist. Die scheint mir verrutscht. Vielleicht hast Du Glück und der Falter entwickelt sich doch noch. Kann natürlich sein, dass er dann etwas verkruppelt ist.

    LG

    Thomas

    Hallo Nadine,

    dem schließe ich mich an.

    Zudem (die vereinzelten) kranken Raupen mit trockenen, d.h. verdorrten (!) Blattern füttern! Alles total trocken halten! Mit viel Glück beginnen Sie, an den trockenen Blättern zu knabbern. So habe ich schon die eine oder andere kranke Raupe wieder auf die Beine gebracht.

    LG

    Thomas

    Hallo Sandra,

    ich sehe die Gefahr, dass die Puppen bzgl. der Jahreszeit durcheinanderkommen. D.h. es könnte sein, dass, wenn Du sie rausholst, sie schlüpfen, weil sie denken, das war jetzt schon der Winter. Deshalb bewahre ich Puppen während des Spätsommers bei Normaltemperatur auf. Freilich keine direkte Sonne.

    Die Temperatur von 9°C macht ihnen per se nichts aus. Ich würde sie also entweder sofort wieder herausholen (sie rechnen dann mit einem kurzen Kälteeinbruch, den sie ignorieren), oder aber konsequent ab jetzt bis zum Frühjahr im Kühlschrank lassen (Befeuchtung natürlich beachten). Auf keinen Fall im Dezember rausholen, das könnten sie dann als Schlupfimpuls erachten. Freilich diese Empfehlungen ohne Gewähr. Bestimmt spielt auch die Taglänge eine Rolle, was die Wahrnehmung des Schlupfzeitpunkts betrifft.

    Viel Erfolg noch!

    LG

    Thomas

    Hallo Sandra,

    Stengelenden schräg anschneiden. Unter Wasser liegende Blätter abreißen. Ein bisschen könnte auch helfen, wenn an jedem einzelnen Ast weniger Blätter sind. Also z.B. aus einem langen Ast zwei kurze machen. Evtl. den obersten frischen Trieb abschneiden, der zieht viel Wasser. Zudem immer wieder mit Wasser besprühen. Das macht in einem luftiegn Käfig den Raupen überhaupt nichts aus.

    LG

    Thomas

    Guten Morgen Sandra,

    Mit 30 Raupen hat man natürlich so seine liebe Not. So viele habe ich zum Glück nie gleichzeitig. Einzelne "Rennraupen" habe ich schon mal quer durch das Wohnzimmer laufen lassen, damit sie das Gefühl haben eine weite Reise zurückgelegt zu haben. Danach haben sie sich schneller vergraben. Hatte zumindest das Gefühl.

    Meine Erfahrung sagt mir, ich kann mich auch täuschen, dass die Raupen es tendenziell bevorzugen, wenn ihre Puppenhöhle einen "Deckel" hat. Also ein Stück Holz, Rinde oder ein flacher Stein. Da schieben sie sich gerne darunter. Allerdings sind auch Raupen durchaus verschieden, was ihren Geschmack anbelangt. :winking_face_with_tongue:

    LG

    Thomas

    Hallo Sandra,

    bei Arten, die sich zum Verpuppen eingraben, kann es hilfreich sein, den Boden abwechslungsreich zu gestalten: Ein bisschen Moos, Grasschnitt, Rindenstücke oder auch mal den einen oder anderen Stein. Außerdem bewegen sich manche Raupen "absichtlich" über größere Strecken, was der Verbreitung dient. Also, keine Panik, die haben es irgendwann satt und dann vergraben sie sich. Übrigens kann es sein, dass sie sich gegenseitig stören. Ich habe mit Schwärmern beispielsweise bessere Erfolge, wenn ich sie in einzelne Verpuppungsbehälter gebe.

    Viel Erfolg!

    LG

    Thomas

    Hallo Sandra,

    manchmal kann man aber nachhelfen, sofern man die häutungswilligen Raupen genau im Auge behält. Wenn man schnell genug dran ist, kann man eine "verklemmte" Kopfkapsel noch entfernen. Z.B. mit einer (nicht allzu spitzen) Nadel die Kopfkapsel von der Stirn her nach unten wegheben. Habe ich schon einige Male mit Erfolg praktiziert. Allerdings sollte man der Raupe wiederum genug Zeit geben, es von alleine zu schaffen bevor man eingreift.

    Viel Zuchterfolg noch,

    LG

    Thomas

    Stimmt, die alte Kopfkapsel sollte eher hellgrün durchscheinend aussehen und ebenso spitz zulaufen. Mir scheint, das Maul ist an einer Stelle verletzt bzw. deformiert. Ich befürchte, die Raupe wird gar nicht fressen können. Hab mal eine kleine L5 Deilephila elpenor herumlaufen sehen. Habe dann festgestellt, dass einer der Mundkiefer abgespreizt war. Ich war damals noch ein Kind und habe alles versucht incl. gehäckselter Flüssignahrung. Hat leider alles nichts geholfen, die Raupe ist eingegangen.

    Mir scheint, das Zeitfenster kann bis zu 24h dauern. Hatte schon Sphingidae, die absolut schlupfreif waren (Flugel durchscheinend etc.), aber partout nicht raus wollten. Jedenfalls nicht alle. Manche sind dann einfach am Folgetag geschlüpft und waren sauber entwickelt. Trotzdem: Mehr als 24h sind es garantiert nicht, danach kannst Du es vergessen. Meist beginnt der Falter dann schon zu faulen. :tired_face:

    Hey Leute,

    den Unterschied merkt sowieso keiner aus dem gemeinen Volk. Beispiel: Ein Freund erzählte mir von etlichen wandernden (und überfahrenen) rosa Raupen. Da auch ich zu der Zeit einige Cossus cossus gesehen hatte, war die Bestimmung für mich klar. Später einmal zeigte ich ihm voller Stolz ein Foto von Hyles euphorbiae, was ich doch für eine tolle, schöne Raupe gefunden hätte. Sein Kommentar: Ja, das waren genau dieselben Raupen, die ich damels über die Straße laufen gesehen habe. Da fällt mir nix mehr ein...