Beiträge von altmeyer

    Wie ist eigentlich das Geschlechterverhältis bei Schmetterlingen im Allgemeinen oder zum mindesten bei einigen, diesbezüglich erforschten Arten? Meine Frage lässt sich am besten über das Geschlechterverhältnis bei Menschen erläutern: Auf 100 Mädchen kommen bei der Geburt 104 Jungen. Gibt es qualifizierte Studien dazu bei Schmetterlingen? Das Problem liegt an der großen, erforderlichen Stückzahl zur Beobachtung. Will man auf 1 % genau sein, also 100 von 101 Individuen unterscheiden können, benötigt man eine Probnennahme in der Größe von 10.000 Individuen. Ich würde von daher am ehesten vermuten, dass eine solche Untersuchung bei Seidenraupen vorliegen könnte. Weiß da jemand was?

    Liebe Grüße, Stefan

    Hallo Peter,

    eine Antragsvorlage gibt es meines Wissens nicht. Ich selber habe in der Vergangenheit einen Antrag gestellt, der abschlägig beschieden wurde. Darin enthalten waren bis auf das Thema "ich will Forschung treiben", alles, was dem Gesetz nach eine Genehmigung erlaubt hätte. Es scheint sehr auf die jeweiligen Sachbearbeiter in den Naturschutzbehörden anzukommen und deren Sorge, ggf. Präzedenzfälle zu schaffen, die im Nachgang viel Arbeit machen.

    Halte mich auf dem Laufenden, wie es bei Dir ausgeht. Ich will meinerseits auch noch einmal nachfassen...

    Liebe Grüße, Stefan

    Seit einiger Zeit fliegt bei uns wieder einiges an papilio machaon. Er besucht unseren Garten regelmäßig, da es dort viel Buddleja und Skabiose gibt. Letztere bevorzugt er ganz klar! Meinen mittlerweile über 1 m groß gewordenen Fenchelpflanzen im Garten lässt er jedoch links liegen. Das Beet ist zugewuchert. Es heißt, dass p. machaon offenen, warmen Boden mit Störstellen liebt und zudem kleine Pflanzen bevorzugt. Gesagt getan. Ich habe einen Bereich Wiese ausgehoben und umgegraben und darin am 13.06. neben einer großen viele kleine Fenchelpflanzen eingesetzt.

    Es hat nicht lange auf sich warten lassen und ich konnte am 14.06. folgendes beobachten.

    Nachsuchen auf den Pflanzen zeigt folgendes Bild.

    ... dabei entsteht zuweilen echtes Gedränge...

    Beim Nachgehen habe ich heute, am 15.06. bereits 12 Eier gezählt und freue mich riesig!

    Mit entomologischem Gruß, Stefan

    Ich hätte da mal eine Frage...

    Die Falter unterschiedlicher Arten fressen in Gefangenschaft unterschiedlich gut. Einige nehmen eingestellte Blumen gut an, andere nicht. Einige saugen begierig an Läppchen mit Honigwasser, die man auf die Gaze an der Decke des Käfigs legt (z.B. aglais urtica), andere nicht. Einige "erkennen" aufgeschnittenes Obst als gutes Futter (z.B. vanessa atalanta), andere nicht. Einige müssen sogar - wie ich hier des öfteren gelesen habe - zwangsgefüttert werden (z.B. acherontia atropos).

    Wie machen das die großen Schmetterlingshäuser, z.B. in Zoos. Die können doch unmöglich Falter zwangsfüttern. Weiß jemand, welche Nährlösungen diese verwenden? Werden diese aromatisiert, damit die Falter diese erkennen und finden? Gibt es ein allround-Rezept, welches immer funktioniert - wenn vielleicht auch nicht für alle Arten gleich ideal?

    Liebe Grüße, Stefan

    Ich bin heute mit meinem jüngsten Sohn (er wird morgen 4) beim Biobauern unseres Vertrauens spazieren gegangen. Dabei hat er am Rand des begangenen Feldes etwas gefunden, was mir bisher immer verborgen geblieben ist. Ich bin natürlich mächtig stolz...







    Damit wird auch klar, warum die Raupenfunde zu stark überwiegendem Anteil am Feldrand und nicht im Feldinneren erfolgen. Die Mütter denken bei der Eiablage bereits an Ihre Kinder....

    Liebe Kollegen,

    ich hätte da eine -vielleicht- dumme Frage. Die Raupen der Ritterfalter haben ja alle ein Osmaterium. Variiert der Geruch bei einer Art, z.B. papilio machaon, in Abhängigkeit von der Futterpflanze, z.B. Dill, Fenchel, Möhre, Pastinak (Doldenblüter) und Weinraute, Diptam (Rautengewächse) oder Zitursgewächsen? Variiert der Gurch zwischen der Arten, z.B. papilio machaon gegenüber iphiclides podalirius? Gibt es Arten, bei denen der Geruch gleich ist und andere, bei denen sich der Geruch unterscheidet? Hat dies ggf. eine Korrelation zu der Kreuzbarkeit (Hybride) verschiedener Arten? Ralph Sturm und Sune Hauch sind ja auf dem Gebiet der Hybriden tätig.

    Liebe Grüße, Stefan

    Das Klima ist toll für den Schwalbenschwanz! Futerpflanzen habe ich in der Umgebung aber noch keine gesehen xD

    Was frisst p. machaon bei Euch denn in der ersten Generation? Ich habe selber noch nie eine Raupe der ersten Generation gefunden (außer auf dem Fenchel im eigenen Garten, was jetzt das dritte Jahr in Folge funktioniert). Ich habe schon öfter "kleine Bibernelle" gelesen, finde diese aber bei uns nur sehr selten. Bei uns findet sich im Augenblick schon viel Pastinak. Sie blüht zwar noch nicht, aber an den Wegrändern ist schon ordentlich Blattmasse vorhanden.

    Liebe Kollegen,

    zum Thema Erzwespen und Papilio machaon hätte ich noch ein paar Fragen.

    • Legen Erzwespen die Eier ausschließlich in die Raupen von P. machaon oder legen sie die auch in bereits fertigen Puppen ab?
    • Befallen Erzwespen auch andere Arten als P. machaon? Mir sind die noch nie untergekommen, aber ich bin eigentlich auch nur bei Nymphaliden einigermaßem erfahren.
    • Wenn die Erzwespen maßgeblich für die starken Populationsschwankungen von P. machaon sind - was für mich zunächst einmal eine Behauptung ist (ich will niemandem auf die Füße treten, es ist vermutlich auch mehr als eine Behauptung) - dann müssten sich doch Gebiete mit dauerhaft häufigem P. machaon und Gebiete mit dauerhaft seltenem P. machaon auch signifikant in der Besiedlungsdichte mit Erzwespen unterscheiden. Irre ich da? Gibt es vielleicht solche Untersuchungen?

    Liebe Grüße, Stefan

    Mein besonderes Interesse gehört an dieser Stelle p.machaon und von daher möchte ich die Frage nach der "richtigen" Mahd noch einmal aufgreifen.

    Wenn ich es richtig sehe, ist doch die Achillesferse von p. machaon die Überwinterung als Puppe. Wenn ich mir eine größere Wiese vorstelle, würde ich davon ausgehen, dass die Puppen von p. machaon auch auf der Wiese zu finden sind. Damit vernichtet jede Herbstmahd - wann auch immer - an dieser Stelle den gesamten Bestand auf der Wiese. An dieser Stelle sind in meinen Augen Straßenränder für p. machaon günstiger. Es besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass die Puppen sich nicht in dem zu mähenden Grünstreifen befinden, sondern an einigen Metern weiter gelegenen Sträuchern oder Bäumen. (Oder hängen sich die Puppen an solchen Stellen gar nicht auf?) Was meint Ihr?

    Hallo!

    Bei uns in Dormagen zwischen Düsseldorf und Köln habe ich dieses Jahr auch co viele p. machaon wie noch nie gesehen, was mich riesig gefreut hat.

    Im Garten: 3 Raupen an Dill/Fenchel in der ersten Generation und 11 Raupen an Dill/Fenchel in der zweiten Generation

    Auf Brachland: 1 Raupe 2te Generation und 1 Raupe 3te Generation

    Auf Bio-Bauern Möhrenfeldern: ca. 35 Raupen 1te Generation und ca. 20 Raupen 2te Generation und ca. 10 Raupen 3te Generation

    Falter habe ich in der ersten Generation keine gesehen, in der zweiten ca. 10, in der dritten 3.

    Liebe Grüße, Stefan

    Mir fällt auf, dass in den allermeisten Fällen bezüglich Handpaarung auf p. machaon und a. atlas verwiesen wird. Hiermit meine ich nicht nur diesen Thread, sondern auch das Internet allgemein. (Allerdings habe ich keinen Überblick über die Fachliteratur.) Warum ist das so? Ist es bei diesen Arten besonders einfach?

    Kann mir jemand Hinweise zur Handpaarung von vanessa atalanta geben? Hat es schon einmal jemand versucht oder kennt jemand Berichte von Leuten, die es versucht haben? Ich bin ebenso an Informationen zu v. cardui, a. urticae, i. io und a. levana (überhaupt machbar?) interessiert.

    Ich wäre froh, wenn jetzt keine Diskussion über die Notwendigkeit der Handpaarung bei unseren Brennnesselfaltern entbrennt - es ist ein Leichtes, Raupen von diesen zu finden und Freilandweibchen habe ich auch von allen obigen Arten schon erfolgreich zur Ablage gebracht.... Auch die ethische Seite würde ich an dieser Stelle gerne außen vor lassen.

    Nach dem was ich weiß, ist es aber bei diesen Arten erheblich schwerer eine Kopula in Gefangenschaft zu erzielen als beispielsweise bei p. machaon.

    Liebe Grüße, Stefan

    @ Michael (Glossina) und Sphinx: herzlichen Dank für Eure Beiträge. Ich glaube das Rätsel ist damit gelöst. Wir hatten doch wirklich eine große Hitzewelle (der heißeste Juli seit Wetteraufzeichnung, hieß es). Von daher verwundert mich der Farbschlag jetzt überhaupt nicht. Das Buch von Arno Bergmann habe ich leider nicht...

    Liebe Grüße, Stefan

    @ Sven (soil 74): Meine Annahme, es sei etwas Normales, bezog sich auf die Aussage vom anderen Sven (mosnang), der so etwas anscheinend auch schon gesehen hat.

    @ Klaas: The varaition shown at the referenced web-site looks quite dark and does not show the red spots - but it is an astonishing strong variation in my eyes. On the same website emerging imagos are shown and they show red spots on the rear side of the wings. I have seen such rear side spots quite often, but none on the top side.

    @ Dietrich (lepi). Ich weiß nicht ganz, wie ich Deine Anmerkung verstehen soll: Meinst Du, dass es etwas ganz normales ist oder meinst du, dass es im Alterungsprozess verschwindet?

    Liebe Grüße, Stefan

    Lieber Holger,

    wie im Artikel geschrieben sah ich den Falter bei mir im Garten. Ich wohne in Dormagen, das ist zwischen Düsseldorf und Köln.
    Diese Jahr fliegen bei uns mindestens drei mal mehr papilio machaon als aglais urticae. Letztere sind zugegebenermaßen dieses Jahr selten...

    Liebe Grüße, Stefan

    Liebe Schmetterlingsfreunde,

    ich habe heute in meinem Garten einen für mich auffällig anderen Schwalbenschwanz gesehen. Normalerweise sehen sie in unserer Gegend so aus:

    Heute allerdings zeigte sich das folgende Exemplar:

    Auf den Hinterflügeln befinden sich auffällige, zusätzliche rote Zeichnungen. Handelt es sich da um eine Unterart von papilio machaon? Oder ist es eine natürliche Variation? Ich habe auf jeden Fall so etwas noch nie gesehen (was aber nichts heißen muss).

    Liebe Grüße, Stefan

    Heute im Garten beobachtet:

    zahlreiche Inachis Io (>10), Vanessa Cardui (2), Vanessa Atalanta (2), Aglais Urticae (0), Papilio Machaon(3), zahlreiche Autogramma grapha (>10), zahlreiche Maniola Jurtinia (>5), zahlreiche Pieris Brassicae und Rapae (>10)

    (davon waren keine Zuchtfalter)

    Liebe Grüße, Stefan

    [map]Dormagen[/map]

    Lieber Sebastian,

    solche Zufälle sind gar nicht nötig! Ich habe nicht zufällig viel Fenchel in Töpfen. Und diese Fencheltöpfe stehen nicht zufällig auf der Terasse in Südlage mit grau-schwarzen (=heiß) Steinen. Und weil bei uns der Schwalbenschwanz fliegt, hat er dieses Jahr bereits zwei mal daran abgelegt. Auch nicht zufällig gibt es bei uns im Garten sehr viele Nektar-Pflanzen. Im Frühjahr hatte ich drei Raupen an meinem Fenchel und jetzt in der zweiten Generation sogar elf! Diese Mikro-Biotop Vorliebe konnte ich sogar im Möhrenfeld beobachten. Dort finden sich die Raupen stets an etwas vereinzelt stehenden Pflanzen (d.h. eine davor oder dahinter in der Reihe ist nicht aufgegangen) und die Raupen sitzen meist an ausladenden Zweigen über "möglichst warmem Boden".

    Was mich gewaltig stört, ist das Verbot, diesen Tieren zu helfen. Abgelegte Eier werden gerne von Ameisen "ausgesaugt". Jungraupen werden, so lange sie klein sind, auch von Marienkäfer(Larven) vertilgt. Raupen auf landwirtschaftlich genutzten Pflanzen können bespritzt werden oder bei der Ernte "unter die Räder" geraten. Raupen und Puppen am Straßenrand können der Maht zum Opfer fallen...

    Bevor ich mich jetzt wieder über meine abgelehnte Zuchtgenehmigung ärgere sollte ich mich lieber darüber freuen, dass der Schwalbenschwanz bei uns fliegt und ich hier jedes Jahr die Möglichkeit habe, Raupen und Falter zu sehen. Ca. dreißig Jahren habe ich erfolglos nach diesen Tieren gesucht und seit zwei Jahren wohne ich in einem geeigneten Gebiet und finde sie :applaus: