Hallo!
Man sollte den Reißverschluß erst öffnen wenn sich das Weibchen einen Platz gesucht hat (meist oben an der Gaze) und damit beginnt, die Männchen anzulocken. Dann fliegt das Weibchen nicht mehr weg. Würde ja auch keinen Sinn ergeben wenn sich die Weibchen ständig bewegten. Das Männchen folgt ja dem Geruch der Pheromone um das Weibchen anzufliegen. Wenn das Weibchen ständig fliegt und den Platz wechselt würden ja nur die Männchen aus der unmittelbaren Nähe mehr oder weniger zufällig das Weibchen finden. Selbst bei den sonst so flugtüchtigen und enorm scheuen Ordensbändern ist das so. Das habe ich dieses Jahr zum ersten Mal bein Blauen Ordensband beobachten können und sogar eine Paarung erreicht.
Du solltest aber nicht schon in der Dämmerung oder vor Einbruch der Dunkelheit das Flexaruim oder Explorarium öffnen (übrigens reicht eine kleine Öffnung völlig aus!) da die Weibchen vorher schon mal umherfliegen können. Mir ist es schon beim Ligusterschwärmer passiert dass ich keine Paarung am nächsten Morgen vorfand sondern einen leeren Käfig weil ich den Käfig bereits vor der Dämmerung aufgemacht habe. Da war ich zu faul in der Nacht noch mal hinzugehen und da hat sich das Weibchen aus dem Staub gemacht. Soll vorkommen. Also lieber spät am Abend nochmal nachsehen und sobald das Weibchen zu "Locken" beginnt kann man den Käfig getrost ein Stück öffnen. Die Männchen von Smerinthus ocellata kommen eh erst ab ein Uhr. Man kann sich natürlich auch die halbe Nacht um die Ohren schlagen und warten bis die Männchen anfliegen und sie dann zum Weibchen sperren. Ist die sicherste Methode aber beim Abendpfauenauge dauert es eben die halbe Nacht. Beim Lindenschwärmer klappt das besser - die kommen schon in der Dämmerung. Ich habe aber mit dem runden Explorarium mit der seitlichen kleinen Öffnung die besten Ergebnisse erzielt ohne dass ich stundenlang auf die Männchen gewartet habe.
Übrigens würde ich Dir empfehlen einen kleinen Zweig Apfel in eine kleine Flasche mit Wasser zu stellen - Öffnung der Flasche zund um den Ast mit Zellstoff dicht machen dass keine Raupe ins Wasser kann. Die Raupen sitzen nämlich gern wie in der Natur an der Unterseite der Blätter. Außerdem hält der Apfel sich länger frisch und Du brauchst die kleinen empfindlichen Raupen nicht ständig umsetzen. So wie es im Moment ist mit dem Verschluss aus Stoff werden die Blätter schnell welk. Das gewässerte Futter macht den jungen Raupen nichts. Kleiner Tipp noch: junge Apfeltriebe halten am längsten frisch. Es reicht dann sicher das Futter alle 4 - 5 Tage zu erneuern falls es nicht vorher welk ist. Dürfte aber bei gewässerten jungen Trieben nicht passieren. Da kannst Du auch ruhig ein größeres Glas oder eine große Plastebox nehmen. Die Raupen verlassen das Futter eigentlich nicht solange es frisch und weich ist.
Viele Grüße
Ralf