Birnengitterrost schädlich für Raupen?

    Hallo!
    Ich wende mich hier mal an alle Züchter in der Hoffnung dass mir jemand eine Auskunft geben kann.
    Ich habe gerade Eier von O. pruni erhalten und wollte die Art gern an der bevorzugten Futterpflanze Birne züchten. Da die Raupen überwintern hatte ich vor die kleinen Räupchen gleich von Anfang an an Birne auszubinden. Das hat bereits früher schon am besten geklappt. Nun mußte ich aber feststellen dass die Birne in meinem Betrieb überall rötliche Flecken auf den Blättern hat. Nachforschungen im Internet ergaben das es sich um Birnengitterrost, einen Pilzbefall handelt. Kann mir jemand sagen ob das schädlich für die Raupen ist wenn man sie auf der befallenen Birne ausbindet oder fressen die Raupen einfach nur die gesunden Blattteile weg? Ich möchte hier kein Risiko eingehen. Leider hat auch keiner meiner Bekannten eine Birne stehen und wie ich festgestellt habe zeigen auch viele andere Birnenbäume in der Umgebung den Befall mit Birnengitterrost. Vielleicht kann mir auch jemand eine andere Futterpflanze empfehlen die von O. pruni auch gern genommen wird. Kirsche, Apfel oder Pflaume hätte ich auch zur Verfügung, habe ich aber bisher noch nie ausprobiert und "Friedrich" gibt im Zuchtbuch eben Birne als bevorzugtes Futter an. Ist auch lange her als ich die Art gezüchtet habe. Wäre schön wenn mir jemand einen Tipp geben kann.

    Viele Grüße
    Ralf

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    Servus Ralf.

    Ich züchte sie gerade auf Apfel und Annett hatte sie auf Pflaume ausgebunden. Beide Stämme sind gerade in der Verpuppungsphase, bzw. schon fertig.
    Sowohl Apfel als auch Pflaume funktioniert super.

    Wie sie auf Birnengitterrost reagieren kann ich nicht sagen.

    Tschau
    Rudi

    Hallo Rudi!

    Vielen Dank für den Tipp. Da es hier wohl kaum eine Birne ohne den Blattrost gibt werde ich es auch mal mit Apfel bzw. Pflaume probieren. Ich hoffe die gerade geschlüpften Raupen steigen noch auf anderes Futter um.
    Bei der Gelegenheit möchte ich gleich mal noch eine andere Frage in den Raum stellen. Weiß jemand ob der weißliche Belag, ist glaube ich Mehltau, der sich jetzt langsam wieder auf den Blättern an unseren Eichen ausbreitet, schädlich für Raupen ist wenn solche Blätter mit als Futter gereicht werden? Ich habe bisher nichts in der Literatur gefunden aber vielleicht hat jemand eine Antwort darauf.

    Viele Grüße
    Ralf

    Moin.

    Bei einer Zucht von Marumba quercus hat der Mehltaubelag ziemlich sicher negativen Einfluss.
    Aber auch hier gilt: die Dosis macht das Gift.
    Es kommt halt auf die Befallsstärke und wie lange du dieses Futter an deine Tiere verfütterst an.

    Zu anderen Arten kann ich nichts sagen.

    Tschau
    Rudi

    Hallo Rudi!

    Vielen Dank für die Info. Noch ist der ja der Befall erst im Anfangsstadium hier aber je mehr es in den Sommer und Herbst zugeht um so schlimmer wird es meist. Da muss man ganz schön suchen um einigermaßen gutes Futter noch zu finden. Eigentlich vermeide ich die Deutsche Eichen als Futter, nehme lieber die amerikanische Roteiche die offenbar nicht anfällig ist, aber die Raupen die ich bekommen habe sind bis jetzt eben mit der Deutschen Eiche gefüttert worden. Vielleicht bekomme ich sie damit noch groß oder ich versuche mal das Futter umzustellen. Klappt ja in vielen Fällen auch. Also nochmals vielen Dank für die Auskunft.

    Viele Grüße
    Ralf

    Moin.

    Eine Marumba quercus kannst du zB nicht auf Amerikanischer Roteiche (Quercus rubra) züchten. Da bleibt dir nur Quercus robur und damit der Mehltau in machen Gegenden Deutschlands.

    Welche Schmetterlingsart züchtest du denn gerade auf Eiche?

    Rudi

    Hallo Rudi!

    Ich habe halb erwachsene Raupen von S. fagi bekommen die bisher mit Eiche gefüttert wurden. Ich wollte sie an einer Eiche bei mir im Betrieb ausbinden, da haben aber die Blätter der jungen Triebe schon den Mehltau und ich nehme an, der breitet sich weiter aus. Ich könnte natürlich den Versuch machen das Futter umzustellen wie ich es gerade bei pruni von der Birne (wegen des Blattrostes) auf Pflaume probiere. Aber im Moment sitzen die pruni - Raupen noch an der Birne und haben die angebotete Pflaume noch ignoriert. Ich weiß nicht ob pruni oder fagi sich so leicht wie andere Arten auf eine andere Futterpflanze umstellen lassen. Ich füttere immer gern durchgängig ein und dasselbe Futter wenn möglich. Im vergangenen Jahr habe ich ohne Ausfälle fagi vom Ei an an Buche gezogen. Leider sind mir die Puppen dann über den Winter eingegangen. Keine Ahnung warum. Eiche vermeide ich wenn es geht immer als Futter weil wir hier jedes Jahr das Problem mit dem Mehltau haben. Im Moment geht es noch und vielleicht bekomme ich die fagi - Raupen noch groß ohne auf anderes Futter zu wechseln.
    Bei der Gelegenheit die Frage: Du hattest ja glaube ich auch fagi gezüchtet. Wie hast Du die Puppen überwintert? Ich weiß dass sie leicht austrocknen sollen. Ich habe sie nicht aus dem Gespinst genommen und eigentlich auch immer feucht gehalten - trotzdem ist nichts geschlüpft. Davon abgesehen sind mir in diesem Winter auch viele andere einheimische Arten in der Puppe abgestorben, vor allem Schwärmer wie populi, ligustri oder fuciformis (ist mir sonst in dem Ausmaß noch nie passiert). Ich nehme an die Puppen haben die Temperaturschwankungen und den Kälteeinbruch im Mai nicht vertragen. Ein Bekannter von mir hatte ein paar Puppen von ligustri in seiner ungeheizten Werkstatt liegen bei annähernd gleicher Temperatur über den Winter. Die haben nicht mal Frost abbekommen und es sind trotzdem die einzigen Puppen die hier aus unserem Sammlerkreis geschlüpft sind. Schon komisch. Aber mir ist aufgefallen dass in diesem Jahr wenig Schwärmerarten in der Börse zu finden sind. Und vor allem A.atropos scheint fast ganz verschwunden. Wo ist die Art geblieben. Annett sagte mir dass die Zuchten bei vielen Züchtern eingegangen sind. Ich selbst hatte letztes Jahr noch Eier von Dir aber selbst Du als großer Schwärmerzüchter hast bisher nichts angeboten. Da frag ich mich: Was ist nur dieses Jahr mit den Schwärmern und den anderen Arten los? Ich hoffe das nächste Jahr wird besser!

    Viele Grüße
    Ralf

    Hallo,
    ich hatte meine S.ligustri über den Winter ohne Frost bei dauerhaften 10-12° überwintert, es sind fast alle geschlüpft. Die die noch nicht geschlüpft sind leben noch, scheinen also zu überliegen und warten aufs kommende JAhr.
    Meine A. atropos konnte ich nicht überwintern, ich hatte sie zu lange im Zimmer liegen gehabt und sie sind alle noch im vergangenen Jahr geschlüpft. Vieleicht ging es anderen ebenso?

    liebe Grüße
    Frances

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