Posts by Rudi

    Moin zusammen.

    Noch mal kurz zum Kirschlorbeer....es gibt mittlerweile jede Menge unterschiedlicher Sorten zu kaufen, die sich meist in der Wuchshöhe, -form und Winterhärte unterscheiden. Alle drei Kriterien haben Einfluss auf die Blattausbildung betreffend Konsistenz, Inhaltsstoffe welche die Winterhärte beeinflussen, etc. Der Laie kann die Unterschiede nur selten wirklich einschätzen.

    Sprich "Kirschlorbeer" ist nicht gleich "Kirschlorbeer". Dass es da bei manchen Zuchten zu Akzeptanzproblemen kommen kann, ist naheliegend und schwer lösbar, da man die Pflanzen ja nicht von heute auf morgen ändern kann. Ausser man geht "klauen".

    Als Anhaltspunkt kann man sagen, je hellgrüner (und damit meist weicher) die Blätter und je rundlicher sie ausgeformt sind, desto besser werden sie wohl von den Raupen akzeptiert werden. Diese Pflanzen (Sorten) mit solchen Blättern sind aber oftmals die, die nicht so gut winterhart sind.

    Nur mal so aus Sichtweise des Gärtners :winking_face:

    Bezüglich Brennhaare reagiere ich je nach Zuchtstamm und Herkunft der Tiere unterschiedlich. Mal tut sich fast nichts und bei den nächsten geht ohne Handschuhe gar nix. Am schlimmsten sind dann die Kokons, wenn ich sie aus den Blättern popeln will. Das geht nur in Vollmontur im Freien und die Klamotten (Jacke) danach sofort ab in die Wäsche.

    So hält das gut 2-3 Wochen mit Lorbeerkirsche.

    Andreas, wie oft wechselst du dann das Wasser? Ich hätte da ein bisschen die Befürchtung, dass das Futter über diese lange Zeit, auch mit Wasserwechsel, zu gammeln anfängt. Quercus ist natürlich nicht sonderlich empfindlich, aber über die lange Larvenperiode hinweg könnte es trotzdem negative Auswirkungen haben. Wie sind da deine Erfahrungen hierzu?

    Grüße

    Rudi

    Servus Andreas,

    bei meinen f. alpina-Zuchten kamen immer von hellen bis dunklen Tieren alle Übergänge zustande, wobei die Anzahl dunkler Tiere eindeutig überwog. Angeblich wären auch Tiere aus "feuchteren" Biotopen dunkler gefärbt.....dazu fehlt mir allerdings ausreichendes Vergleichsmaterial um hierzu eine Aussage zu treffen. Vielleicht kann man also was mit feuchter Lagerung beeinflussen.

    Was jedoch auffällig war, dass Weibchen, die einmal überlagen, wirklich sehr dunkel und oftmals auch hyalin verfärbt waren.

    Ich habe meine Tiere allerdings auch nicht nach der Überwinterung im Frühjahr rein genommen, sondern im Freiland belassen und im Sommer schlüpfen lassen.

    Grüße

    Rudi

    Moin,

    meine Erfahrungen mit atropos sind da ein bisschen differenzierter.

    Um einer Nosema-Infektion der Weibchen und damit deren Nachkommen vorzubeugen, sollte möglichst alter Honig verfüttert werden. Nosema überleben in Honig bis zu zwei Jahre.

    Quelle: DANNER & all. "Die Schwärmer der westlichen Palaearktis", Seite 20

    Ich selbst verwende Honig dreierlei Herkünfte, der teilweise schon bis zu 15 Jahre alt ist.

    Verschiedene Herkünfte deshalb, weil ich schon atropos-Stämme hatte, die den einen oder anderen Honig verweigerten; und das scheitert nicht am Alter der Honigs. Mit ner andren Geschmacksrichtung geht es dann problemlos. Das kann auch sein, wenn man die Imagos sehr lange vital hält. Sechs Wochen immer wieder täglich denselben Honig zu schlürfen scheint selbst für einen "versoffenen" atropos mitunter des Guten zuviel zu sein. :grinning_face_with_smiling_eyes:

    In Biohonig hast halt eventuell gleich weniger Pestizide drin.

    Was auch interessant ist, ist welche Tracht die Bienen eingebracht haben. Tracht von Giftpflanzen kann über Pollen das Gift auch bis in den Honig verbringen. Wenn ich sehe, wie aufgrund von Blütenmangel die Bienen an Prunus laurocerasus, Ligustrum und Hedera dran hängen, kann man sich Gedanken machen. Ob das für einen atropos ein Problem darstellt? Wahrscheinlich nicht. Aber ein klassischer Waldhonig (Honigtau), oder Rapshonig könnte das Problem grundsätzlich ausschließen :winking_face:

    Tschau

    Rudi

    Noch mal, so wie Franki es schon schrieb:

    der freie Verkauf in Drogeriemärkten ist seit diesem Jahr verboten.

    In Baumärkten kann es weiterhin verkauft werden.


    Ich wurde bei mir bei Obi fündig.

    Sieht gut aus, Sandra. Solltest du zu viele Löcher gemacht haben und das Futter trocknet zu schnell aus, kleb einfach ein paar Löcher von aussen wieder mit Tesa zu.

    Du kannst auch Weide und Cornus zeitgleich verfüttern. Bei quercus kannst du wechseln wie du möchtest. Du wirst an den Fraßspuren sehen, ob sie etwas bevorzugen, oder es ihnen wurst ist.

    Läuse hab ich auch auf dem Cornus, aber immer nur wenige Blätter und auch eher "inselartig". Musst mal paar Meter weiter schauen. Da kanns dann ganz anders sein. Einzelne verlauste Blätter knipps ich einfach ab.

    Wenn du sie nun noch überwintern möchtest, musst du sie umgehend ins Freie verfrachten. Bezüglich Überwinterung gibt es gerade nen anderen Thread.

    Ich werde meine Tiere dieses Jahr alle Überwintern lassen; möchte im Herbst meine Ruhe vor ihnen haben :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Solltest du sie im Zimmer weiter ziehen, hast du die ersten Kokons so Anfang/Mitte Dezember rum. Die letzten dann um Heilig Drei König. Die kannst du dann frostfrei, aber kalt bis April lagern und dann in einem Puppenkasten im Freien. Die Falter schlüpfen dann trotzdem relativ geregelt, als hätten sie als L3 normal überwintert. Je nach Herkunft dann von Juni bis September.

    So zumindest bei mir.

    Ich habe Haribo-Dosen unterschiedlicher Größen, in deren Seitenwände ich unterschiedlich viele Bohrungen mit 8 bis 10 mm gemacht habe. Hinzu kommen Deckel mit unterschiedlich großen Bohrungen.

    Auf diese Weise kann ich durch Tausch von Deckeln/Behälter schnell auf nötige Änderungen reagieren. Mehr Luft, mehr Feuchtigkeit, wie auch immer. Und zum reinigen sind sie auch ganz einfach, da keine Ecken.

    Ideal für die Aufzucht von L1 bis L3.

    So habe ich im Moment 40 L2/L3 von Lasiocampa quercus auf Cornus sanguinea in so einem Behälter. Und das läuft seit Jahren perfekt so. Futter bleibt frisch ohne zu faulen. Natürlich wird es langsam gelb und trocknet aus. Schimmel gibt' nicht, Kot bleibt locker und rieselt. Alle zwei bis drei Tage einen frischen Zweig drauf. Einmal wöchentlich alles raus.

    Für quercus reicht das locker.

    90% der Raupen sitzen oben am frischeren Futter und können damit ganz einfach umgesetzt werden.

    Moin Sandra,

    also erstens: Schmetterlingszucht ist IMMER learning by doing. Was beim Kollegen klappt, muss bei dir noch lange nicht funktionieren. Jede Menge Parameter wirken auf unsere Zuchten ein. Manche davon können wir anpassen, andere nicht. Entsprechend tendieren die Ergebnisse oftmals weit auseinander, obwohl man anscheinend alles genauso macht, wie der andere Züchter.

    Nun.... so luftig wie in einem Aerarium musst du sie auch nicht halten. Da trocknet dir nur das Futter zu schnell weg, wie du schon vermutest. Vielleicht ist das was für die Tiere ab L5, wenn du ihnen laurocerasus eingewässert anbieten wirst.

    Nimm ruhig einen Plastikbehälter und schneide/bohre in den Deckel und in die Seitenwände ein paar Löcher rein, die du mit Gaze verkleben kannst, so dass ein kleiner dauerhafter Luft- und Feuchtigkeitsaustausch erfolgen kann. Das reicht völlig.

    Je größer die Tiere werden und damit die Behälter, desto mehr Luft sollte halt ran kommen.

    Ich Arbeite bei mir mit Haribo-Dosen in unterschiedlicher Größe. Dort bleibt der Cornus gut 3 Tage ungewässert frisch. Darauf lege ich dann wieder einen frischen Trieb. Sauber machen tu ich nur einmal in der Woche. Der Kot darf halt nicht zu schimmeln beginnen; das ist ein guter Anzeiger ob alles passt.

    Ich schau mal, ob ich mit dem Handy noch ein paar aussagekräftige Fotos hinbekomme.

    Ansonsten kannst du echt jeden dichten, aber leicht zu säubernden Kunststoffbehälter nehmen. Jeder Eimer etc. oder du holst dir aus nem Bau- oder Drogeriemarkt etwas entsprechendes und passt es deinen Bedürfnissen an.

    LG

    Rudi

    Moin Sandra,


    ich züchte quercus seit so einigen Jahren mit unterschiedlichen Herkünften.

    Wenn ich früher Ausfälle wie die von dir gezeigten hatte, dann war die Haltung zu feucht und/oder zu wenig Luftaustausch im Behälter. Negativ sind auch Stress durch hohe Besatzdichte und eventuell auch schimmelnder Kot. Die Tiere sitzen gerne an der Körpergröße angepassten Ästen. Wenn nicht oder nur wenig vorhanden, suchen die Tiere mitunter danach und sorgen für unnötige Unruhe. Oder alles in Kombination. Also....welche Behälter nutzt du und wie schaut es mit der Belüftung/Zuchtumständen aus?

    Wenn du sie über den Winter weiter züchten willst, um die Überwinterung zu umgehen, solltest du sie auch nicht zu kühl halten. Über 20°C sollten es schon sein.

    An eine Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel glaube ich hier nicht wirklich. Allerdings kann man so was sowohl im Negativen, als auch im Positiven nur selten beweisen. Daher wird dieses Argument gern ausgegraben, wenn man nicht mehr weiter weiß, wenn eine Zucht hops geht. Ist immer schöner, als sich selbst ein Eigenversagen eingestehen zu müssen. Aus eigener Erfahrung heraus sterben die meisten Zuchten durch Selbstverschulden des Züchters und weniger durch Einflüsse von aussen. Das trifft jeden Züchter.


    Desweiteren will ich dir abraten, diese L2/L3 jetzt schon auf Prunus laurocerasus umzufüttern. Das kann funktionieren, muss aber nicht. Kommt auf die Konsistenz deines laurocerasus an. Die Blätter von laurocerasus sind jetzt im Herbst meist schon zu hart für die kleinen Raupen, oder eben nur unter größerer Anstrengung für sie zu fressen. Ab L4, spätestens L5 ist Prunus laurocerasus dagegen ein super Futter für quercus.

    Es gibt für Raupen deiner Größe bessere Alternativen wie Rubus fruticosus und idaeus, Salix sp. und auch Cornus sanguinea. Auf Cornus-Schnitt füttere ich meine Tiere im Herbst, bis ich sie auf laurocerasus umsetzte, sollte ich die Überwinterung umgehen. Das Zeug wächst hier bei mir an jeder Ecke und bleibt bis mindestens Mitte Oktober verfütterbar.

    Mit Efeu und Kiefer hab ich persönlich keine Erfahrung.


    Dass einzelne Tiere immer mal wieder abstürzen ist ganz normal, wie du selbst schon gesagt hast. Egal bei welchem Futter. Auch als L5 oder L6 sterben immer mal wieder Tiere ab oder bleiben zurück.

    Viel Glück bei der weiteren Aufzucht und ich drücke die Daumen, dass du das Ruder nochmal herum reißen kannst.

    Rudi

    Moin,

    die Weide im Ganzen, die Blätter und den Kot (mit Größenvergleich1 Cent-Münze) fotografieren. Kommt drauf an, was du bei Kot unter "groß" verstehst :winking_face:

    Ich tippe, wie Josef, auf Smerinthus ocellata oder Cerura vinula.

    Tschau

    Rudi

    Was bedeutet "notwendig"!?

    Entweder überwintern, oder bis Dezember/Januar durchziehen und die Puppen dann kühl stellen.

    Beide Wege stehen offen.

    Willst du "nur" die Präparate, dann durchziehen und das Risiko des Überwinterns umgehen.

    Willst du im zeitlich "normalen" Turnus züchten, dann eben überwintern. Wobei das bei quercus nun auch nicht so wirklich mit großem Risiko verbunden ist, egal wie du das machst. Siehe obige Beispiele.

    Gemischt, Sven.

    Vor dem Laubfall mach ich nochmal im Beutel sauber, also jetzt um diese Zeit.

    Ich lasse in meinen Ausbindesäcken dann das anfallende Falllaub und auch den restlichen Kot (bei L3 ist das nicht viel) im Beutel.


    Die Tiere wechseln, je nach Witterung im Herbst/Frühjahr zum Fressen höher, oder verkriechen sich runter ins Falllaub. Je nach Temperaturen.

    Schön zu lesen, dass nicht nur meine sicula dieses Jahr (noch) nicht gekommen sind. Das beruhigt mich etwas.:thumbs_up:


    Raupen aus dem "Bayrischen Wald" überwintern nur einmal und die Falter schlüpfen im Juni, spätestens Juli. Puppen aus dieser Region überliegen normalerweise nicht.

    Meine "Rosenheimer" überwintern als Raupe auch nur einmal, aber als Puppe teilweise auch nochmals. Diese Tiere schlüpfen von Mitte Juni an, bis Ende August. Die meisten derzeit Mitte Juli bis Mitte August. Auch das Weibchen, aus dessen Ablage diese Zucht entsprang, wurde erst im August gefangen. Und da sie befruchtet abgelegt hat, also auch im Freiland anscheinend kein Einzelfall.

    Grüße

    Rudi

    Moin Markus,

    ich hab vor 2 Jahren eine L4 in Südtirol auf ca. 1300 m Anfang Oktober an Erle gefunden. Sie überwinterte bei mir im Garten, ausgebunden an einer Weide relativ frei am Ast. Ich müsste nachsehen, wann der Falter genau geschlüpft ist.

    Meine Tiere schlüpfen in der Regel später Vormittag bis später Nachmittag. Die meisten um die Mittagszeit. Meine Kästen mit den Kokons stehen allerdings schattig. Paarung dann meist am Nachmittag. Aber wenn ein Weibchen Vormittags zu locken beginnt, dann natürlich auch dann.

    Ich habe derzeit auch wieder Tiere zur Überwinterung ausgebunden und da sind dieses Jahr erneut auch L4 mit dabei. Die Aufzucht erfolgt bis Dato seit Anfang August fast ausschließlich ausgebunden im Freiland, halbschattig. Also nicht ausgesprochen warm. Keine Ahnung was die so angetrieben hat. Ob sie den Winter erneut so groß gewachsen überstehen werden, wird sich zeigen.

    Die Imago schlüpfen bei mir von Juli bis Mitte September, mit einer Spitze Anfang/Mitte August. Ausreißer auch früher/später. Doppelte oder dreifache Überwinterung ist keine Seltenheit. Herkunft der Tiere Bayern und Südfrankreich.

    Du brauchst die Überwinterung im Freiland nicht vor dem Regen geschützt durchführen. Der Regen verhindert, dass sowohl Raupen und Pflanzen vertrocknen. Ein halbschattiger Platz, geschützt vor großer Hitze und die Tiere machen den Rest von alleine. Nur aufpassen, dass du keine Prädatoren mit den Pflanzen in dein Aerarium mit einschleppst.

    VG

    Rudi

    Moin Dirk und Heiko.

    An einen Flechtenbären hatte ich auch gedacht, aber das passte nirgends wirklich.

    Acronicta euphorbiae ist ein neuer Ansatz. Im Lepiforum ist ein Bild einer Raupe, die an Betula frisst. Vielleicht gehen sie zusätzlich auch an Salix und nicht nur auf Euphorbiae. Wobei Euphorbia cyparissia am Fundort stellenweise vorhanden war.

    Zusätzlich: das Tier war parasitiert. Aus diesem Grunde möchte ich eben auch möglichst die Raupe bestimmt haben, um das Präparat um diese Info zu ergänzen. Als ich das Tier fand, war es agil, sah genauso aus wie auf dem Foto und fraß noch 3 Tage ganz aktiv. Erst zur Häutung kam dann der Parasit zum Vorschein.

    Nicht dass jemand auf die Idee kommt, die komische Ausfärbung der Raupe begründet sich auf eine unvollständige Häutung.:winking_face:

    Auf alles Fälle vielen Dank an euch beide für den Input. Ihr habt mir sehr geholfen.:winken::thumbs_up:

    Rudi

    Moin.

    Folgende Raupe harrt einer Bestimmung.

    Funddaten:

    Österreich, Bad Gastein, 1000mNN, an einer sonnig stehende Weide (Salix pupurea) fressend, überhalb eines Gebirgsbachs, 15.8.2025

    Ca. 10 mm Körperlänge.

    Sie hat Ähnlichkeit mit einer Phragmatobia fuliginosa. Aber passt da die Jahreszeit? Die Ausfärbung des Körpers ist irgendwie zweigeteilt.

    Auf dem Foto ist sie 3 Tage nach Auffinden in Häutungsruhe zu sehen, welche sie allerdings nicht überstanden hatte. Eine Häutung fand nicht statt.

    Danke schon mal für Eure Hilfe

    Rudi

    Moin,

    die L1 von Daphnis nerii fressen beim Oleander ausschließlich weiche Triebspitzen, die dortigen weichen Blätter und Blüten.

    Harte Oleanderblätter werden, wenn überhaupt, in größerem Umfang erst ab L4 gefressen.

    Sehr gutes Ersatzfutter, neben Liguster, ist auch Vinca major. Nicht Vinca minor.

    Gruß

    Rudi