Posts by Siegfried Winkler

    Dann noch meinen Senf: Ich habe Hyal. cecropia 2 x gezogen.

    Jeweils zunächst bis L2 an Liguster, dann an Kirschlorbeer bis zur Verpuppung.Nach meinen Beobachtungen nahmen sie nach dem Schlupf Liguster besser an, meiner Faulheit folgend hab ich dann auf Kirschlorbeer umgestellt, da diese Pflanze länger frisch bleibt.

    Bei meiner letzten Zucht im Herbst (von etwa 12 Zuchten insgesamt) dauerte die Entwicklung von Puppe bis Falter 8 Wochen bei einer Temp. zwischen 19 und 22 Grad.

    Ich hatte auch schon Schlupf nach 5 Wochen, aber es hat auch schon mal 12 Wochen gedauert. Es gibt auch gelegentlich "Nachzügler"...

    Ich habe maura auch schon überwintert, allerdings an einem geschützten Platz im Freien mit Mooseinlage und Sägespänen, gelegentlich angesprüht, wenn es mir zu trocken erschien... und immer wieder Löwenzahnpflanzen, später Erle aufgelegt. Ich hatte zwar Verluste, konnte aber mind. 30 Falter später fliegen lassen. Ist aber schon 30 Jahre her. Es war die letzten Tage kalt, vielleicht haben sie sich bei Dir wirklich noch verkrochen...und kommen noch!

    Wie oben bereits beschrieben: Wenn exot. Falter wie atlas, selene, suraka, dubernardi, usw. wiederholt Häutungsprobleme haben, liegt es sehr oft an der zu geringen Luftfeuchtigkeit.

    Diese Zuchten laufen bei mir grundsätzlich in Plastikbehältern mit gelegentlichem Ansprühen, aber auch mit folgender, stringenter Hygiene wie Windel und Futterwechsel.

    Es ist hier ja schon vieles gesagt, ich möchte meinen Senf aber auch noch abgeben. In über 50 Jahren "Falterzucht" habe ich solche Pleiten auch schon erlebt, oft bei als einfach beschriebenen Zuchten wie E. pavonia. Nobody is perfect. Rudi hat oben kurz und knapp aus meiner Sicht das Notwendige geschrieben. Massenzuchten fördern sehr oft Erkrankungen, ob Viren oder Bakterien , das spielt dann eigentlich keine Rolle und ist schwierig zu diagnostizieren.(Ich habe mal Raupen nach "Schlaffsucht" nach Darmstadt in die Biolog. Bundesanstalt..BBA.. gebracht und dort hat man ein Poypaxvirus festgestellt mit der Bemerkung, dass es alleine davon viele Erscheinungsformen gibt!).

    Ich habe Pflanzen selten in Wasser gestellt. Wichtig ist einfach eine gute Hygiene, bei vielen Arten wechsle ich spätestens am 2. Tag das (ungewässerte) Futter. Raupen von Exoten wie dubernardi, ricini, atlas usw. mögen es, wenn sie mal mit Wasser benetzt werden, aber den Sprühnebel lasse ich wieder "verdunsten", bevor ich meine, überwiegend Plastikzuchtbehälter, wieder verschliesse. Das ist alles aufwändig, aber der Erfolg heiligt die Mittel.

    Hallo Uwe. Nach meinen Erfahrungen schlüpfen die Falter bereits nach 5-6 Wochen, wenn man sie im warmen Zimmer (20-24°) aufbewahrt. Gelegentliches Besprühen mit Wasser ist wichtig, damit sich die Falter nach dem Schlupf problemlos entwickeln können. Sie haben ja auch im Raupenstadium eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigt. Ich habe dubernardi 10- 12 x gezogen und auch erlebt, dass sich ein Teil der Puppen in eine Art "Diapause" begab. Diese Falter schlüpften dann nach etwa +- 12 Wochen. Ursache dafür war wohl, dass die Zimmertemperatur zeitweise zu niedrig war. Man kann es also etwas "steuern".

    Hallo Isabella.

    Ich kenne Deine Vorkenntnisse nicht.

    Wenn Du Dich erstmals an so etwas heranwagst, würde ich es mit einfacheren Zuchten versuchen. Zb im Frühjahr mit Raupen vom Tagpfauenauge oder Kl. Fuchs oder Landkärtchen, die Du an Brennesseln findest. "Blaue Morpho" gibt es viele Arten mit zT nicht einfach zu beschaffenden Futterpflanzen. Auch A. dubernardi ist etwas "tricky" und kann misslingen.

    Grüsse aus dem Odenwald

    Siegfried Winkler

    Ich habe A. tau oft gezogen. Immer an Hainbuche (C. betulus), da die Blätter dieser Baumart relativ früh austreiben und nicht so schnell welken!
    Nur als Ergänzung. Wichtig war und ist, nicht zu viele in einem Zuchtgefäss. Sie "verhakeln" sich leider oft mit ihren roten Dornen.

    Ich denke, dafür gibt es keinen generellen Vorschlag. Das hängt ganz von den Arten ab, die dort auf der Magerwiese (als Raupe) vorkommen.
    Wir pflegen eine Wiese mit 2 Widderchenarten seit 40 Jahren durch nur eine Mahd auf jährlicher Teilfläche durch Teilmahd (Balkenmäher) Ende Juli/Anf. August. Damit konnten wir die Population dort auf nur 1 ha Fläche stabil halten. 2 x Mahd ist einmal zuviel...aus meiner Sicht.

    Hallo Michael,
    Danke für Ihr Engagement. Ich habe das wiederholt mit Grundschulkindern gemacht , die Metamorphose ist für Kinder faszinierend.


    Ich empfehle, im Frühjahr Brennesselfelder nach Raupen abzusuchen.
    Die dort vorkommenden Arten (Tagpfauenauge, Kl. Fuchs, Landkärtchen usw) sind nicht besonders geschützt.


    Die Raupen können dann in einem Plastikgefäss (dort welken sie nicht so schnell) im Schulraum aufgezogen werden.
    Anfang Mai ist eine gute Zeit zur Raupensuche!


    Falls Sie Fragen haben, gerne über PN oder Mail. (Muss nicht alles öffentlich gekaut werden)
    Siegfried

    Ich denke, die Lichtquellenproblematik wird hier in der Diskussion ein wenig überbewertet. Viele Nachtfalterarten "stehen" nicht auf Lichtquellen und der hier zitierte Prof. Reichholf hat bei Tagfaltern im Raum um München einen Rückgang von über 75% zitiert. Seine Studie ist lesenswert und mW vom Sept/Oktober verg. Jahres. Nebenbei: er hat auch festgestellt, dass die Falterpopulationen in den Wäldern kaum Rückgänge zu verzeichnen haben. Es darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass unsere Wälder um 1850 (nachdem sie durch Übernutzung, Vieheintrieb usw. in einem miserablen Zustand waren, stark verändert wurden. Die Übernutzung war Grund für die ersten Waldverordnungen in dieser Zeit (1820-1870). Als Konsequenz wurden aber viele Wälder danach von Laub- in Nadelholzbestände umgewandelt, die bekanntlich weniger Insekten beherbergen. Jeder mag das auf seine Weise bewerten, wie er denkt. Aber ohne (schnellwachsende) Nadelwälder bei uns und in Mitteleuropa wäre die Holznot auch heute präsent, ...auch zu Lasten von Exotenhölzern! Bauholz ist eben Nadelholz und Laubhölzer sind überwiegend dafür ungeeignet. Wir "verbrauchen " mehr Holz, als bei uns nachhaltig nachwächst! Es muss dennoch das Ziel unserer Gesellschaft sein, dort, wo es standörtlich möglich ist, Nadelwälder wieder in Laubwaldungen "umzubauen". Das geschieht momentan im Schwarzwald, im Odenwald und im Bayerischen Wald.
    Zu den Pestiziden: Der Erfinder von DDT wurde seinerzeit mit einem Nobelpreis versehen, weil das hochgiftige Arsen damit abgelöst werden konnte. Bis man...die Persistenz dieses Giftes feststellt. Danach kamen HCH-Mittel, diese wurden durch Lindan abgelöst, ( das waren die gereinigten Gama-Isomeren von HCH). Ich möchte auf die weitere Entwicklung zu den heute "modernen" insektiziden nicht weiter eigehen, alle neuen Wirkstoffe wurden als "Verbesserung" eingestuft. Aber auch sogenannte "biolog. Bekämpfungsmöglichkeiten" , wie den Bac. thuringiensis töten Schmetterlingsraupen ohne grosse Selektion, genau wie der Häutungshemmer Dimilin. Der Einsatz in den Wäldern wurde aber überall in Deutschland stark eingeschränkt. Und in der Landwirtschaft? Seit dem explosionsartigen Anbau von Mais und anderen Futtermitteln (oder Energiequellen!!!) vor ca 30 Jahren, Flächenzusammenlegungen, einhergehend mit der Rodung von Büschen und Bäumen, wurden Herbizide und Insektizidapplikationen stark vermehrt . Stichwort: Neonicotinoide. Für mich ist es naheliegend, dass alle Mittelchen, die Bienen erwiesenermassen schädigen (Nervensysteme), auch unseren Faltern schadet. Es gäbe sehr viel zu diskutieren. BTW: Ich stelle meine Bienenvölkern schon lange nicht mehr in die Nähe von Rapsfeldern, da Rapshonige stärker, als andere Honige, mit Pestiziden belastet sind.