Posts by Siegfried Winkler

    Es ist kein humoristisches Erlebnis, aber ein entomologisches Highlight, dessen Stellenwert ich erst später, erst recht in der heutigen Zeit, so richtig einordnen konnte/kann.


    Ich war Forstschüler in der damaligen "hessischen Försterschmiede" in Schotten im Vogelsberg 1967/68. Auf einer der zahlreichen Exkursionen in der Region führte uns unser Botaniklehrer in einen aufgelassenen Steinbruch, um uns unter anderem dort den Lerchensporn (Corydalis) vorzustellen. ( Ich denke, es war der "Hohle" C. cava, das weiss ich aber heute nicht mehr genau.


    Der geneigte Leser ahnt sicher schon, was jetzt folgt: Es flogen, ohne zu übertreiben, dutzende (40-50 oder mehr...) Falter des "Schwarzen Apollo" (P. mnemosyne hassicus) in diesem relativ kleinen Biotop. Mit meiner Mütze gelang es mir, 2 Exemplare zu fangen...man möge mir verzeihen..


    Ich habe diesen Steinbruch später leider nie mehr besucht und werde das wohl auch nicht mehr schaffen.

    Ende der 90ger in einem kleinen Dorf im Odenwald.


    In Friedhofsnähe, etwas vom Ort entfernt war der Zufahrtsweg mit Eichenstockschlag besäumt, die Bäume also nicht so hoch.


    Unter einem der Bäume gab es eine Bank.


    Eines Tages anfangs Juni rief mich ein Bekannter aus dem Ort an und erzählte mir, seine Tochter sei im Krankenhaus, nachdem sich bei ihr am (nahezu) gesamten Körper rote, juckende Pusteln gebildet hatten. Es stellte sich heraus, dass sie am Vorabend mit ihrem Freund auf der Bank sass. Es war ein lauer Sommerabend…und das Pärchen hatte wohl schöne Ideen.


    Der Kenner der Materie kann sich denken, dass sich auf dem Baum Eichenprozessionsspinnerraupen befanden, die Härchen der Häutungen hatten für die „Hautirritationen“ gesorgt.


    Wir haben übrigens eine Feuerwehrübung organisiert, die Raupen mit Wasserkraft von den Bäumen geholt, zusammengekehrt (Schutzanzüge!) und entsorgt. Eine gezielte, punktuelle Bekämpfung geht also auch ohne Gifteinsatz.

    Meine Erfahrungen mit dubernardi sind nach 11 oder 12 Zuchten auch sehr differenziert. Ich habe verzögerten Schlupf (bis zu 6 Monaten) genauso erlebt, wie schlagartiges Schlüpfen aller Puppen binnen weniger Tage nach 5-6 Wochen. Da ich Exoten nur von Herbst bis zum Frühjahr im überwiegend beheizten Raum züchte, fehlen mir Erfahrungen von Sommerzuchten im Freien. Mir ist es vor 2 Jahren auch passiert, dass 5 männliche Falter nach ca 6 Wochen schlüpften, 4 weibliche Falter aus der gleichen Zucht 6 Monate später. Ein "Überliegen", also Schlupf nach einem Jahr Puppenruhe habe ich aber nie erlebt. Futter: P. silvestris und Picea abies.

    Hier im hessischen Odenwald und an der Bergstrasse gab es 2018 und 2019 aufgrund der Wärme und Trockenheit eine ansonsten unübliche 3. Generation von machaon. Ich fand in diesen beiden Jahren im Oktober nur vertrocknete Raupen an vertrockneter Wilden Möhre. Davon haben sich die Populationen hier bisher nicht erholt. Vielleicht nur eine lokale Erscheinung...Obwohl ich wöchentlich auch auf Bergrücken (den bevorzugten Paarungshabitaten...) für eine AG Monitoring betreibe, konnte bisher nicht ein Falter bestätigt werden.

    Ich kann D sannio seit vielen Jahren recht zahlreich auf einer ungedüngten Talwiese tagsüber beobachten und habe den Falter zumindest am Tage (er ist auch tagaktiv..) nie an einer Blüte erwischt. Wie Thomas erwähnte: Ein "flugfauler" Falter, dessen Flugradius recht eingeschränkt erscheint. Er spart seine Kräfte...

    Dieses Thema wurde hier schon öfter diskutiert.

    Bei ca 12 Zuchten hatte ich schon Schlupf nach 6-8 Wochen, aber auch erst nach 3-4 Monaten.

    Entscheidend sind wohl die Temperaturverhältnisse während der Zucht und/oder im Puppenstadium.

    Schon oft diskutiert.

    Meine Meinung: Im Garten hat der Sommerflieder seine Berechtigung und ist als Spätblüher für viele Insekten eine gute Nahrungsquelle.

    Die Sache mit den "betrunkenen, vergifteten" Insekten wird mE zu sehr hochgespielt.

    Ich konnte das in den letzten Jahrzehnten meiner Bobachtungen noch nie feststellen.

    Klar ist aber auch: Es ist ein Neophyt, der auf geeigneten (trockenen) Standorten andere einheimische Pflanzen verdrängen kann und mE in der freien Landschaft daher nichts zu suchen hat!

    Dann noch meinen Senf: Ich habe Hyal. cecropia 2 x gezogen.

    Jeweils zunächst bis L2 an Liguster, dann an Kirschlorbeer bis zur Verpuppung.Nach meinen Beobachtungen nahmen sie nach dem Schlupf Liguster besser an, meiner Faulheit folgend hab ich dann auf Kirschlorbeer umgestellt, da diese Pflanze länger frisch bleibt.

    Bei meiner letzten Zucht im Herbst (von etwa 12 Zuchten insgesamt) dauerte die Entwicklung von Puppe bis Falter 8 Wochen bei einer Temp. zwischen 19 und 22 Grad.

    Ich hatte auch schon Schlupf nach 5 Wochen, aber es hat auch schon mal 12 Wochen gedauert. Es gibt auch gelegentlich "Nachzügler"...

    Ich habe maura auch schon überwintert, allerdings an einem geschützten Platz im Freien mit Mooseinlage und Sägespänen, gelegentlich angesprüht, wenn es mir zu trocken erschien... und immer wieder Löwenzahnpflanzen, später Erle aufgelegt. Ich hatte zwar Verluste, konnte aber mind. 30 Falter später fliegen lassen. Ist aber schon 30 Jahre her. Es war die letzten Tage kalt, vielleicht haben sie sich bei Dir wirklich noch verkrochen...und kommen noch!