18. November 2009 um 17:25 - Beitrag: Actias selene ningpoana - Luna Moth - SATURNIIDAE, Thema: Lepidoptera Zuchtberichte
- Offizieller Beitrag
Wie versprochen hier der nächste Zuchtbericht, diesmal über die Unterart ningpoana der besonders beliebten und häufig gezüchteten Actias selene.
Ich hoffe er gefällt euch, besonders die Bilder.
Ich erhielt die Eier dieser Art am 18. November 2008. Am selben Abend begann der Schlupf, doch auch nach einer Woche kam ab und zu noch eine Raupe aus der Eihülle gekrochen. Wegen der niedrigen Temperaturen und des damit verbundenen zeitigen Laubfalls versuchte ich, die Jungraupen mit Rhododendron zu füttern, musste aber feststellen, dass die Kleinen erhebliche Probleme mit diesem Futter hatten.
Ich wechselte die Nahrung daher schnell auf eine Lorbeerkirschenart, was die L1er mit wesentlich höherem Appetit annahmen.
Nach reichlich einer Woche, am 25. 11. 08 häuteten sich die Tiere zum ersten Mal. Es gab natürlich auch Nachzügler, welche diese Phase erst 1 Woche später erreichten.
Von der Färbung her veränderten sich die Larven wenig, die schwarzen Streifen verschwanden und die Warzenpunkte wurden dunkler.
Ein Besprühen mit Wasser zeigte, dass die Raupen sehr gern auch größere Mengen Wasser aufnahmen. Bei ausreichendem Futter und erhöhter Temperatur wuchsen sie sehr schnell heran, sodass ich bereits ab dem 03. 11 .08 die Raupen im dritten Kleid bewundern konnte, welches sich, außer dass die Raupe größer wurde und farblich auch heller, nicht besonders von L2 unterschied. Am auffälligsten in diesem Stadium waren die erstmals deutlich abstehenden Tuberkel und Haare an den "Warzen". Diese veranlassten mich auch dazu, die Raupen weitestgehend zu vereinzeln (in kleine Grüppchen), da diese sich offenslichtlich bei häufigerem Kontakt damit gegenseitig störten.
Durch einige starke Fröste verfärbte sich das Futter, welches ich reichte teilweise bräunlich, unbeachtet jedoch von den Raupen, die munter und unter erhöhter Feuchtigkeitsaufnahme weiter wuchsen und fraßen.
Ab dem 11. 12. 08 warfen die Tiere ihre Haut ab und wandelten sich zu L4ern. Hier war nun erstmalig der satte, grüne Grundfarbton zu sehen, weiterhin vergrößerten sich die 4 vordersten Tuberkel und Warzen. Mit außergewöhnlich großem Appetit fraßen sie sich in den nächsten Tagen prall und mussten infolge ihres relativ aggressiven Umgehens mit den Tuberkeln weiter vereinzelt werden. Die Luftfeuchtigkeit war in diesem Stadium besonders wichtig, auch zusätzliche Tropfenaufnahme schadete nicht, im Gegenteil - bei Unterlassen vertrockneten mir 2 Tiere...
Die fünfte und vorletzte Haut, mit dem weitgehend endgültigen Aussehen wurde von den ersten Tieren kurz vor Weihnachten, ab dem 22. 12. 08 erreicht. Die Warzen, außer den 4 vordersten, färbten sich nun langsam dunkel-gelb bis orange, die 4 vordersten dagegen blieben gelb, vergrößerten sich nur noch mehr - genauso wie die daran wachsenden Tuberkel, welche von nun an vor allem durch die Härte der daran wachsenden Dornen eine nicht zu unterschätzende Abwehrmaßnahme gegen Artgenossen darstellte. Dies bedeutete eine weitere Platzerweiterung - sie zogen also in ein Terrarium ein. Bemerkt sei noch der recht große Hunger, mit dem sie sich auf das Futter stürzten und der beim Ausmisten auftretende, ganz ehrlich nicht unangenehme und sehr intensive Geruch nach Marzipan oder Bittermandeln, welcher von den Kotballen ausging. Ich vermute, dies liegt an dem Futter: Lorbeerkirsche.
Einige Tage nach Silvester, ab dem 03. 01. 09 bekamen die Larven ihre letzte Haut. In den Folgetagen entwickelten sie sich hervorragend zu einer stattlichen Größe, viel beeindruckender aber war die Dicke der Raupen und ihr Gewicht, welches man bei etwa 6-7 cm Länge den Tieren gar nicht zutraute.
Neu hinzu kam auch, dass aus den Warzen jetzt nicht mehr nur jeweils 4 Dornen sprossen, sondern noch viele feine, weiße Härchen. Diese fungierten anscheinend als eine Art Tasthaar - jedenfalls war es beinahe unmöglich, mit irgendetwas in die Nähe des Raupenkörkers zu kommen, ohne dass diese mit den vorderen Segmenten wild um sich schlug.
Am 10. 01. 09 begannen die ersten Larven mit dem Kokonbau. Dieser fand meist zwischen 2 großen Lorbeerkirschenblättern oder an einer Ecke des Terrariums statt. Die sehr feine dünne Seide, welche erst weiß war und sich später durch die Luftfeuchtigkeit goldgelb verfärbte, wurde von der Raupe 2 Tage lang zu einem filigranen Kokon gesponnen, mit einer Lichquelle konnte man ihn durchleuchten und so die Raupe als Schemen beobachten. Eine deutliche Reuse fehlte, es gab aber einige dünnere Stellen, aus denen der Falter später schlüpfen sollte.
Nach 10 Tagen, als die Puppen erhärtet waren, entnahm ich sie den Kokons, um Männchen und Weibchen zu trennen.
Um ein vorzeitiges Schlüpfen zu verhindern, stellte ich die Puppen bei durchschnittlich 10°C in den Keller, einmal pro Woche leicht mit Wasser besprüht. Ende Februar holte ich sie wieder langsam ins Warme, zuerst die Weibchen, 2 Wochen später die Männchen, da diese sehr viel weniger Zeit für ihre Entwicklung benötigten. Um den Weibchen nochmals Vorsprung zu geben, kamen diese am 20. 03 .09 zusätzlich noch in die Heizkammer.
Meine Taktik ging auf, und ab dem 29. 03. 09 schlüpften alle Puppen, sowohl Männchen als auch Weibchen, binnen einer Woche aus.
Ich erhielt einige Kopulas und eine stattliche Nachzucht.
MFG,
Lucas