Callosamia promethea

    Hallo,

    ich brauche dringend Hilfe bei Callosamia promethea:
    Ich hatte das Glück, dass mir ein Pärchen schlüpfte. Gestern das Männchen und vorgestern das Weibchen. Ich setzte sie gestern in einen Netzkäfig und stellte sie ins überdachte Freie. Aber das Männchen flog nicht einmal, es saß am Morgen am genau gleichen Platz wie am Abend, geschweige denn, dass es sich paarte. Aber der Falter lebt.

    Nun schlüpfte mir heute wieder ein Männchen, so dass ich nun zwei Männchen und ein Weibchen habe.

    Könnte mir jemand sagen, was man machen kann, damit sich die Falter paaren? Paaren sie sich eventuell nicht in Inzucht?

    Bitte antwortet rasch, damit es heute nacht klappt.

    Vielen dank im Vorraus und viele Grüße
    Alfons

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    Lieber Alfons,

    das freut mich sehr!
    Ja, so ist es, das Männchen fliegt eher tagsüber, das Weibchen nachts. Und nun wünsche ich Ihnen eine schöne Zucht und viel Freude mit den herrlichen, gesellig lebenden Raupen. Sehen Sie sich nach einem Tulpenbaum (liriodendron tulipifera) um...

    Viel Spaß und schöne Pfingsten,
    Bostjan Dvorak

    Hallo Herr Weinzierl,

    jawohl, viele Laubbaumarten werden als Futter angenommen - aber am besten verläuft die Zucht auf der eigentlichen Futterpflanze der Art, Liriodendron tulipifera. Die großen glatten Blätter eignen sich zudem besonders gut als Futter für die großen Scharen gesellig lebender Raupen, die anfangs eng beieinander bleiben.

    Viele Grüße,

    Wichtig ist, daß die Raupen sich auf einer möglichst großen ebenen Fläche versammeln können... wie auf den folgenden Bildchen (mal sehen, ob ich die Technik beherrsche - und daß das Blatt möglichst lange frisch bleibt.

    Hallo Herr Dvorak,

    danke für die Antwort, sehr schöne Bilder. Angesichts dieser herrlichen Raupen freue ich mich schon auf die Zucht.
    Wenn das Futter möglichst lange frisch bleiben soll, dann kann man es doch ins Wasser stellen, oder?

    Viele Grüße
    Alfons

    Ja, eine herrliche Art! - Am besten einfach den Stiel des Blattes in nasses Klopapier einwickeln und fest zusammendrücken, und so in ein kleines flaches Gefäß stellen (z.B. eine Philadelphia-Frischkäseschachtel). Wenn sie schön zusammen in der Freßgemeinschaft bleiben, wachsen sie sehr schnell...

    Viele Grüße,

    Hallo Herr Weinzierl,

    im Prinzip ja, denn der Tulpenbaum ist botanisch selbst eine Magnolienart. Allerdings ist das Laub der Magnolienarten, wie sie bei uns wachsen und überall zu finden sind, ziemlich schlecht als Futter geeignet, da die Blätter alles andere als glatt und einheitlich sind... eine rein physische Eigenschaft. Als Ersatz eignen sich wohl Flieder (Syringa vulgaris), Esche (Fraxinus sp) und Liguster relativ gut.

    Finden Sie in Ihrer Umgebung keine Tulpenbäume? - Diese sind manchmal noch recht klein, wenn sie in Hausgärten gepflanzt sind. (In Berlin war es auch extrem schwer, sie zu aufzutreiben, ich fand nur 2 Bäume!) Die Blätter sehen aus wie ein Hasengesicht. Dummerweise werden manche frühblühenden japanischen Magnolien ebenfalls als "Tulpenbäume" bezeichnet. Dazu kurz ein Link http://www.tu-darmstadt.de/fb/bio/bot/liriodendron/index.html Aber ich bin mir sicher, daß es sie auch in Ihrer Umgebung gibt.

    Schlüpfen die Raupen schon?

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    Hallo Herr Dvorak,

    ich finde einfach keinen Tulpenbaum nur Magnolie. Ich werde die Jungraupen auf Magnolie, Esche, Flieder, Liguster setzen und dann schauen, was sie am besten fressen.
    Ich hoffe, dass ich so Erfolg haben werde.

    Die Raupen schlüpfen noch nicht, aber ich wollte es zuvor schon wissen.

    Viele Grüße
    Alfons

    Lieber Alfons, nicht minder lieber Herr Dvorak

    Entschuldigt bitte, dass ich mich hier in euer Zwiegespräch einklinke. Eine Beobachtung möchte ich hier aber loswerden, denn vielleicht hilft sie dir Alfons aus deinem Dilemma. Seit Jahrzehnten wird hier in Europa Liriodendron tulipifera als alleinglückseligmachendes Futter für C.promethea gepriesen und niemand hat dies bisher angezweifelt, denn die Zuchten verlaufen damit in der Tat oft problemloser als mit anderen Pflanzen.
    Vor einem Jahr verbrachte ich einige Winterwochen in Wisconsin/USA. Dort gibt es keine wildwachsenden Tulpenbäume, doch C.promethea Kokons hängen überall an den verschiedensten Park- und Garten-gehölzen. Wir haben sie in grosser Zahl einfach einzusammeln brauchen.
    Der Kollege bei dem ich wohnte, versicherte mir, dass die Falter die Eier an alles mögliche ablegen, mit absoluter Vorliebe allerdings an "wild cherry". Ob dies nun unser Prunus avium (Vogel- oder Wildkirsche) ist weiss ich allerdings auch nicht genauer. Sicher ist aber, dass mein amerikanischer Freund die Art noch nie an etwas anderem gezüchtet hat.
    Da der Name Kirsche in diesem Zusammenhang noch nicht gefallen ist, wollte ich diese Option nicht unerwähnt lassen. Es wäre sicher ein Versuch wert.

    Viel Glück!

    Bernhard

    Lieber Herr Wenczel,

    natürlich geht das, und ist auch gar kein Geheimnis. Und es werden, wie schon gesagt, die meisten Laubbaumarten angenommen, das will ja niemand abstreiten. Aber -- technisch -- ist die Zucht auf einer sehr kompakten Pflanze leichter und verläuft oft besser, als auf einer, deren Laub man tagtäglich auswechseln oder im Wasser halten muß (in der Natur ist das natürlich kein Problem).

    Ob die Kokons in Wisconsin nun tatsächlich hauptsächlich (und nicht nur vorübergehend) auf einer Prunusart gefunden werden - und nicht, wie sich später meist herausstellt, daneben doch noch Arten aus der Lorbeer- oder anderen Familien mit aromatischem Laub bevorzugt werden - das finde ich wirklich eine spannende Frage! Könnten Sie da evtl. ein bißchen weiter nachforschen und noch ein paar Informationen sammeln?

    Vielen Dank im Voraus und schönen Gruß,

    Wie gesagt,

    Es sind die Weibchen die - dort in Wisconsin! - ihre Eier vorzugsweise an diese "Wild Cherry" - Bäume ablegen. Die Raupen müssen also zum Einspinnen nicht den Baum verlasssen, um auf einen anderen hochzuklettern und dort das zu tun, was sie auf dem Futterbaum genausogut tun könnten. Ein Verhalten, welches ich bei Spinnern, die ihre Kokons an die Zweige hängen sowieso kaum beobachten konnte. wenn sie runterkommen, wie S.pyri z.B., dann um sich irgendwo richtig zu verstecken.

    Mein Hinweis sollte auch das "technisch beste Futter" nicht in Frage stellen, sondern Alfons eine Hilfe sein. Was nützt ihm das Wissen um die beste Zuchtpflanze, wenn ihm diese nicht zur Verfügung steht?

    Beste Grüsse

    Bernhard

    Vielen Dank für die Antwort;

    also Hilfeleistung verhindern wollte ich eigentlich keine - und nehme das auch niemandem übel, zumal da ich selbst an der Information über die Wildkirschen sehr interessiert bin - macht wohl einen dummen Eindruck, weil meine Neugier nur theoretisch begründet ist - und mit großen Züchtern streiten will ich schon gar nicht. Warum Sie auf den Futterwechsel der Raupen verweisen, verstehe ich im Moment noch nicht; ich meinte nicht den Umzug der (ohnehin eher standorttreuen) Raupen, sondern, ob es dort auch Baumarten wie Sassafras, Hickory, Liquidambar, diverse Nußbaumarten usw. gibt, die z.B. im europäischen Wald fehlen. Wenn nicht, dann ist es sicher, daß Prunus-Arten (wie z.B. bei Cecropia, einem Verwandten) eine Grundnahrungspflanze sind, und nicht nach einer gewissen Generation evtl. plötzlich auf eine andere Art abgelegt wird (wie z.B. Raupen von Samia cynthia vorübergehend zwar Vieles fressen und auch an vielen Baumarten gefunden werden können, die Art jedoch auf Gebiete angewiesen bleibt, in denen es auch Götterbäume gibt.)

    Für A. luna heißt es z.B. sehr oft, die Birke sei in nördlichen Gebieten eine favorisierte Futterart; darauf werden denn in der Natur auch oft genug die Raupen gefunden. Aber Züchter (mit Voelschow beginnend) erzählen dann meistens, die Raupen würden auf Nußbaum immer besser gedeihen als auf Birkenlaub, auch bei diesen nördlichen Populationen - und seltsamerweise scheinen irgendwelche Nußbaumverwandte, Juglans- oder Carya- (Hickory), obgleich sie selten sind, bis in die nördlichsten Gebiete des Areals von A. luna verbreitet zu sein. Wo es nur noch Birken gibt, scheint es A. luna nicht mehr zu geben. Also schwierig zu beurteilen.

    Bei diesen Kirschen sieht es nun aus, als seien sie dort, wie Sie es beschreiben, wirklich das Futter Nr. 1 der Art, was ja eine interessante Überraschung ist, für mich zumindest, obwohl ich mich erinnere, darüber auch gelesen zu haben; Verzeihung, ich war von einem Artikel beeinflußt, in dem es über "false and true foodplants" ging - und habe dabei auch zu sehr an Callosamia angulifera und C. securifera, die viel wählerischeren Verwandten, gedacht, mein Fehler.
    Es würde mich in diesem Zusammenhang noch zusätzlich interessieren, - wenn ich Sie fragen darf - ob die Art in diesem Gebiet eher in einer oder in mehreren Generationen pro Jahr auftritt, sofern irgendwie bekannt.

    Ich bitte um Verständnis und bedanke mich im Voraus,
    Bostjan Dvorak

    Hallo Alfons

    Amerikamischer Kirschbaum -Black Cerry ist Padus serotina BORKH.
    Diese Art ist in Noramerika Kanada bis Florida verbreitet.
    In Deutschland wird der Baum unter den Namen Spätblühender Traubenkirschbaum fast überall angebaut.

    grüsse Günther

    Schön, das ist vielversprechend. An diese Art habe ich nicht gedacht, danke beiden für die Hinweise! Die Blätter sind schön glatt und groß, und sie ist häufig, und Cecropiaraupen mochten sie auch. (Es ist wirklich anstrengend, morgens um 4h aufzuwachen und im Park dem einzigen bekannten Tulpenbaum unbemerkt ein Blatt abzuknöpfen... auch wenn man später mehr davon findet.)

    Herr Weinzierl, jetzt drücken wir Ihnen alle die Daumen - und hoffen, daß Sie uns nächstes Jahr auch ein paar Eier senden können, und wahrscheinlich werden Sie schon heuer eine 2. Generation haben...

    Viele Grüße an alle drei,

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