Urlaub in der Nähe des Gardasees

  • Guten Tag allerseits,
    gestern kehrten wir von einem 12-tägigem Urlaub in der Nähe des Garda- und Ledrosees, zurück. Da nun schon öfters die Frage nach der Vielfalt in dieser Gegend kam, dachte ich mir, dass ich mal meine Erfahrungen und Beobachtungen ausführlich aufschreibe.
    Wir hatten eine schöne Ferienwohnung in Tremalzo, auf 1600m. Die Höhe macht sich in dieser Gegend sehr stark bemerkbar, da am Ledrosee meist 10 und am Gardasee schon 20 Grad mehr waren. Wer das Hauptaugenmerk eher auf die Fauna legt, ist wahrscheinlich in den niedereren Lagen besser bedient. Wer hingegen Wert auf die Flora legt, für den sind diese Höhenlagen ab 1600m –aus meiner Sicht- nahezu ein Paradies. Ich zählte allein in den 12 Tagen 13 verschiedene Orchideenarten. Darunter sehr seltene und schöne, wie die Waldhyazinthe, dem Brandknabenkraut, dem Zweiblatt, der Kugelorchis und dem Kohlröschen, welches in Massen auf den Wiesen zu finden war. Die meisten Arten gab es so häufig, dass man selbst auf normalen Wanderwegen immer wieder welche zertrat und die Blüten bei den Einheimischen mit Vorliebe in Sträußen Verwendung fanden. Aber auch andere Pflanzen, wie Leberblümchen, Arnika, Alpenveilchen, gelben und mehrere andere Enziane gab es zu Hauf.






    An Tieren konnte ich wohl nicht die ganze Vielfalt genießen, da wir häufig mittelmäßiges Wetter hatten und Temperaturen um 10° keine Seltenheit waren. Dennoch reichten ein paar Stunden Sonne, um das wahre Potential aufzuzeigen. Vor allem auf tiefer gelegenen Wiesen können Käfer- und Schmetterlingsliebhaber voll auf ihre Kosten kommen. Und sogar 3 kleine Skorpione fand ich in unserer Garage!


    Schon am ersten Tag beobachtete ich einen prächtigen Schwalbenschwanz und einen schwarzen Apollo in unseren Garten. Zu dem flogen in dieser Höhe zahlreiche Mohrenfalter, Widderchen und Kaisermäntel. Als Raupe konnte ich leider nur einen Alpenflechtenbär feststellen. Ein erfolgreicher Lichtfangabend war mir hier allerdings auch nicht so richtig gegönnt. Wenn es schon mal nicht regnete, war es sehr kalt, oder Vollmond. Dennoch versuchte ich es 3 Mal. Zwar kam nicht allzu viel, aber mit der Bestimmung war ich meist überfordert. Den größten Teil der Falter –nur Eulen und Spanner, selten ein Spinner- sah ich zum ersten Mal. Identifizieren konnte ich dann doch einige Arten, wie Crymodes furva, Hepialus fusconebulosus, Anaitis praeformata und Syngrapha micrcrgamma(?).
    2 Tage führten uns auch ins Concei-Tal – ein Tag natürlich wieder im Regen -. Dennoch konnte ich an den 2 Tagen 6 saugende Schönbären und 6 sich sonnende, saugende und wild umherfliegende kleine Eisvögel beobachten. Zudem gab es graue und orange Kaisermäntel in Massen (auf jeden noch so kleinen Zierflieder saßen mind. 20 Falter) Was ich auch noch entdecken konnte war ein Ulmenzipfelfalter und mehrere Weisfleckwidderchen, sowie einen Segelfalter und einen Schwalbenschwanz.





    Auch am Gardasee waren wir 2 Tage –hier allerdings meist am Strand. Trotzdem konnte ich 6 Schwalbenschwänze und 4 Segelfalter beobachten, die ruhig über den Köpfen der Urlauber hinwegsegelten und ab und zu am feuchten Sand saugten.



    Also trotz mittlerem Wetter konnte ich eine enorme Artenvielfalt beobachten und würde diese Gegend wirklich jedem weiterempfehlen.
    Ich hoffe mein Bericht war nicht zu ausführlich und konnte vielleicht ein paar Fragen, für ein geeignetes Urlaubsziel, klären.


    Mit freundlichen Grüßen,
    Toni


    Ps.: Danke noch mal an die, die mir diese Region im Frühjahr empfohlen hatten.

  • https://www.exotic-insects.com
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