2. Juli 2012 um 23:24 - Beitrag: Provence Südfrankreich, Thema: Reisen
In der Provence 2012
Pflanzen, Insekten, Höhlen und mehr in Südfrankreich
Strahlend blauer Himmel, die Sonne geht auf, im Tal des Doubs wabern die Morgennebel.
Wir machen Rast auf dem Weg nach Südfrankreich. Wie jedes Jahr im Frühjahr sind wir auf der Autobahn in Richtung Süden unterwegs.
Wir, das sind Wolfgang, mein bester Freund seit Unitagen, und meine Wenigkeit.
Traditionell fahren wir im Frühjahr nach Südfrankreich, um unseren Hobbies zu fröhnen.
Die Landschaft, das Wetter, die Kulinaria geniessen und einfach aus dem Alltag für einige Tage ausbrechen.
Wir haben kein festes Programm und entschließen uns, nach Roussilion zu fahren und uns dort einen Campingplatz als Stützpunkt zu suchen.
Auf einer 40 Meter hohen Ockerklippe finden wir einen ruhigen Zeltplatz und fahren von dort in die Ockerbrüche von Rustrell.
Dort fotografieren wir die fantastischen Farbspiele des Ocker.
Auf dem Rückweg finden wir eine Lichtung, die unsere Aufmerksamkeit fesselt.
Orchideen, wohin man sieht, Schmetterlingshafte schwirren über der Wiese und Widderchen sitzen auf den Skabiosen.
Wir lassen uns ins Gras fallen und fotografieren um die Wette, ein Motiv ist schöner als das andere!
Bei der Bestimmung bitte ich um Mithilfe.
Bläuling
Widderchen Zygaena rhadamatus
Bockkäferpärchen
Eulenpärchen
Ragwurz
Ragwurz
Ragwurz
Ragwurz
Ragwurz
Scheckenfalter
Schmetterlingshaft Libelloides coccajus
Reste alter Industrieanlagen, hier eine Dampfmaschine.
Langsam wird es dunkel und wir müsssen uns noch ums Abendessen kümmern.
Am nächsten Tag steht Carniol auf dem Programm, dort suchen wir nach Fossilien. Wir finden einige schöne kleine Ammoniten und Belemniten.
Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel bemerken wir in einer alten Sandgrube eine Kolonie mit Bienenfressern, sicher einer der schönsten europäischen Vögel.
Danach nehmen wir uns die Gegend um Oppedette vor.
Hier liegen dünne Kalkschichten ähnlich wie in Solnhofen, die herrliche Fische enthalten.
Die ehemalige Fundstelle Cereste ist mittlerweile absolut gesperrt, sogar die Besitzer dürfen auf ihrem eigenen Grund nicht nach Fossilien suchen.
Da wir uns im "Reserve geologique du Luberon" befinden, dürfen wir nicht mit Werkzeug graben, Trotzdem finden wir einige kleine Fischreste.
Für nächstes Jahr untersuchen wir noch einige erfolgversprechende Stellen, es gibt genug zu tun.
Unser nächstes großes Ziel ist die Ardèche-Schlucht. Hier wollen wir die Höhle Grotte du Colombier II suchen, die wir vor zwei jahren nicht finden konnten.
Damals waren wir kurz nach einem verheerenden Hochwasser in der Schlucht und in dem Chaos konnte man keinen Meter vorwärts kommen.
Nun also auf ein Neues. Mit einer ungenauen Beschreibung der karlsruher Höhlenfreunde und einer genauen topographischen Karte für die Triangulation.
Leider regnet es, was für mich noch schlimme Auswirkungen haben sollte.
Nach wenigen hundert Metern sind wir völlig durchnäßt. Wir haben unsere Höhlenklamotten an. Wir müssen von der Hochfläche aus mehrere hundert Meter in die Schlucht absteigen.
Wildschweine haben jeden Quadratzentimeter Wald und auch den Weg durchwühlt und wir stolpern durch dieses Chaos.
Irgendwann sind wir am Fluss und orientieren uns nach der Karte. Durch Triangulation finden wir bald den ungefähren Ort des Höhle und tatsächlich stehen wir bald vor dem Eingang.
Hier wurde eine wissenschaftliche Grabung durchgeführt und ein Teil der Grotte ist abgezäunt.
Wir stehen vor dem Eingang und sind fassungslos. Wir müssen klettern, um in die Höhle zu gelangen.
Die gelbe Linie zeigt den möglichen Aufstieg, bis dort waren wir, dann gaben wir auf, weil ab dort freies Klettern notwendig gewesen wäre.
Klettern hieße: Frei klettern ohne Sicherung in 8 Metern Höhe, Stunden von einer eventuell nötigen Rettung entfernt, falls einer von uns abstürzt.
Fazit: Wir haben die Höhle gefunden, zu gefährlich, wir sparen uns die prähistorischen Gravierungen fürs nächste Mal auf.
Wir steigen noch in ein kleines Loch, dort hängt eine Fledermaus.
Nun gehts an den Aufstieg, meine Billigschuhe haben sich im Regen aufgelöst und ich habe riesige Blasen am linken Fuss. Der Aufstieg wird so zur Tortur, verd...man soll eben nicht an der Ausrüstung sparen.
Durch einen Märchenwald aus grünem Moos steigen wir wieder aus der Schlucht und für heute reicht es!
Vor der Rückfahrt decken wir uns noch mit Spezialitäten ein, dann gehts ab nach Hause, die nächsten Pläne sind schon geschmiedet.
Coeur de boeuf, die für mich beste Tomate der Welt
A l´année prochaine, oder so ähnlich.