20. November 2013 um 15:52 - Beitrag: Zuchtbericht Nudaurelia krucki, Thema: Lepidoptera Zuchtberichte
Nudaurelia krucki Hering, 1930
Erfahrungen einer Zucht
Im Juli 2013 erhielt ich über actias 20 Eier von Nudaurelia krucki. Die Art wird auch unter Imbrasia krucki oder Gonimbrasia krucki gehandelt. Bei der Nomenklatur habe ich mich nach Frank Meister, Die Zucht von tropischen wilden Seidenspinnern, 2011, gerichtet.
Ca. 07.07.2013 erfolgte die Eiablage. Die Aufbewahrung der Eier erfolgte auf einem Kunststoffnetz knapp über der Oberfläche eines Wasserbehälters, bei Zimmertemperatur.
26.07.2013: innerhalb eines Tages schlüpften 20 Räupchen aus den Eiern, die sofort Kirschlorbeer annahmen. Die Räupchen sassen in zwei Gruppen, die sich später zusammenschlossen. Einzeln fressende Räupchen wurden nicht beobachtet. Diese Formation wurde bis L3 beibehalten, löste sich dann jedoch zusehens auf.
05.08.2013: während zweier Tage erfolgte bei allen Raupen die Häutung zu L2. Dabei warteten die schon gehäuteten Raupen, bis der Rest der Gruppe ebenfalls gehäutet war, dann zog die Gruppe geschlossen zu einem neuen Frassplatz.
13.08.2013: die ersten Raupen häuten sich zu L3. Drei Raupen sind inzwischen aus unbekanntem Grund eingegangen.
22.08.2013: fast alle Raupen sind jetzt in L4.
28.08.2013: die Raupenlänge liegt bereits jetzt bei ca. 7 cm, der Appetit ist gewaltig ! Da ich eigentlich mit einer kürzeren Raupenphase gerechnet hatte, unternahm ich auf Anraten einen Fütterungsversuch mit Eiche, denn eine Urlaubsreise nach Kroatien stand an, und ich wusste aus den Vorjahren, dass am Urlaubsziel kein Kirschlorbeer zur Verfügung stand, jedoch Steineiche.
Die zeitgleich gereichte Eiche wurde auch angenommen, Kirschlorbeer jedoch deutlich bevorzugt.
Um den Raupen noch etwas Vorsprung zu geben, erfolgte der Transport nach Kroatien dann auf 2 Eimer verteilt, die randvoll mit Kirschlorbeer gefüllt waren.
31.08.2013: erste Raupen haben sich unterwegs zu L5 gehäutet.
01.09.2013: der Reiseproviant ist mittlerweile aufgebraucht, am Urlaubsziel wird Steineiche (Quercus ilex L.) gereicht, die nach einigem Zögern auch gut angenommen wird.
15.09.2013: die Raupen sind inzwischen zu einer Grösse von ca. 11 cm herangewachsen. Wieder in Deutschland zurück, versuche ich, wieder auf Kirschlorbeer umzustellen, dieser wird jedoch strikt verweigert, Eiche problemlos weiter gefressen.
18.09.2013: erste Raupen wirken zusammengezogen und wie vertrocknet, liegen reglos am Boden (Erde ca. 15 cm hoch in die Eimer gefüllt).
25.09.2013: erste Raupen haben sich am Boden liegend verpuppt, andere graben sich ein.
29.09.2013: alle Raupen haben sich am Boden liegend verpuppt, oder sich in die Erdschicht eingegraben.
07.10.2013: vorsichtiges Durchsuchen der Erde zeigt, dass sich alle Raupen problemlos verpuppt haben, immer noch auf 2 Eimer mit o.a. Erdschicht verteilt. Die relative Enge hat nicht gestört.
Die Aufbewahrung der Puppen erfolgt nun in einem Terrarium, auf Küchenpapier, mit Moos abgedeckt. Temperatur im Terrarium 22-23°, nachts auf 18-20° absinkend. Das Moos und Papier werden durch tägliches Sprühen feucht gehalten, sind allerdings bis zum nächsten Sprühen wieder abgetrocknet.
16.11.2013: völlig überraschend sitzen morgens zwei Falter im Terrarium dicht beieinander. Eine Copula wird auch in der folgenden Nacht nicht beobachtet. Dennoch finden sich am 17.11. morgens über 120 Eier im Terrarium, teils häufchenweise verteilt.
Nachtrag: soweit es technisch und zeitlich möglich war, wurden die einzelnen Stadien fotodokumentiert. Bei L1-L3 ist die Bildqualität durch Bearbeitung allerdings nicht besonders gut.
Nachzutragen sei auch noch, dass in o.a. Werk von Frank Meister Eiche und Kirschlorbeer als bekannte Futterpflanzen noch nicht erwähnt sind.
Für Ergänzungen oder weitere Empfehlungen bin ich jederzeit dankbar !
Hans Erdmann