Zuchtbericht für Brahmaea tancrei / Breeding Report for Brahmaea tancrei - Siberian Owl Moth

    ---English Version below---

    Zuchtbericht für Brahmaea tancrei, (Austaut, 1896)

    Manuel Andreas Staggl1,2

    1 Department of Palaeontology, Faculty of Earth Sciences, Geography and Astronomy, Josef-Holaubek-Platz 2, 1090 Vienna, Austria

    2 Vienna Doctoral School of Ecology and Evolution (VDSEE), University of Vienna, Djerassiplatz 1, 1030 Vienna

    Zusammenfassung:

    Brahmaea tancrei, auch bekannt als Sibirischer Eulenfalter, ist eine faszinierende Mottenart, die in Russland, Korea, China und Indonesien vorkommt. Diese beeindruckende Art weist während seines gesamten Lebenszyklus einzigartige Merkmale auf. Die Raupen mit ihren charakteristischen peitschenartigen Anhängseln ernähren sich von Pflanzen aus der Familie der Olivaceae, hauptsächlich von Ligustrum-Arten. Bei der Aufzucht der Larven muss auf Temperatur, Belüftung und Nahrungsangebot geachtet werden. Die Puppen gehen in Diapause. Die erwachsenen Falter besitzen zwar einen funktionstüchtigen Rüssel, gelten aber als nicht fressend und sind auf Feuchtigkeit angewiesen. Das Wissen um den Lebenszyklus und die Bedürfnisse von Brahmaea tancrei kann zu einer erfolgreichen Zucht dieser bemerkenswerten Art beitragen.

    Allgemeine Informationen:

    Brahmaea tancrei ist eine faszinierende Art, die zur Familie der Brahmaeidae gehört. Diese Falterart ist von Russland (Amur, Sibirien und Russisch-Fernost) bis Korea, China und Indonesien verbreitet. Sie wurde erstmals 1896 von Austaut beschrieben. Die Zucht von Brahmaea tancrei stellt eine faszinierende und lohnende Erfahrung dar, erfordert jedoch die sorgfältige Beachtung einiger spezifischer Bedingungen und Entwicklungsstadien.

    Geeignete Futterpflanzen:

    Die Larven von Brahmaea tancrei ernähren sich meiner Erfahrung nach hauptsächlich von gewissen Pflanzen aus der Familie der Ölbaumgewächse, wobei Ligustrum ovalifolium (Liguster) und Syringa vulgaris (Flieder) die bevorzugten Wirtspflanzen sind. Ligustrum hat sich aufgrund von Erfahrungen und Beobachtungen als die am besten geeignete Nahrungspflanze für ihre Entwicklung erwiesen. Das Angebot frischer und gesunder Futterpflanzen ist für die erfolgreiche Aufzucht der Larven entscheidend.

    Fig. 1: Netzkäfig (60x40x40cm) mit etwa 30 Raupen in L4 und L5, links mit .frischem Futter am Abend, rechts am nächsten Morgen, raupen am Boden in der .Wanderphase auf der Suche nach einem Platz zum Verpuppen.

    Eistadium:

    Die Eier von Brahmaea tancrei sind rund, an der Unterseite abgeflacht und blassweiß. Befruchtete Eier verändern ihre Farbe und werden wenige Tage vor dem Schlüpfen dunkel bis ganz schwarz. Die Dauer des Eistadiums beträgt je nach Temperatur etwa 8 bis 15 Tage, die meisten Raupen sind zwischen dem zehnten und zwölften Tag nach der Eiablage geschlüpft. Zimmertemperatur ist für die Inkubation der Eier ausreichend, und leichtes Besprühen kann den Schlupf erleichtern. Nachdem die kleinen Raupen aus den Eiern geschlüpft sind, weisen sie bereits ihre charakteristischen peitschenartigen Anhänge auf. Es wird empfohlen, den Raupen ausreichend Platz zu bieten, da sie in diesem Stadium sehr aktiv sind und eine Unmenge von

    Seidenfäden spinnen.

    Fig. 2: v.l.n.r., Eier, teils schon mit dunkler Verfärbung; Schlupf; L1;

    Larvenstadien (L1-L5):

    Die Raupen von Brahmaea tancrei durchlaufen mehrere Stadien, die jeweils zwischen 5 und 8 Tagen dauern. Die Dauer der einzelnen Stadien nimmt mit dem zunehmenden Alter der Larven zu. Die Raupen des ersten Stadiums sind überwiegend schwarz und haben vier peitschenartige Fortsätze an den Thorakalsegmenten, einen am vorletzten Segment und zwei kurze Fortsätze am Analsegment. Sie fressen bevorzugt an den Blatträndern und können in Plastikbehältern aufgezogen werden. Der Behälter sollte mindestens zweimal am Tag gelüftet werden, um Kondenswasserbildung zu vermeiden. Die Raupen des zweiten Stadiums sind dunkelviolett gefärbt und haben längere Anhänge; sie können ebenfalls in Plastikbehältern aufgezogen werden. Unter günstigen Bedingungen erreichen die Larven schnell das dritte Larvenstadium, das sich durch kräftige Farben und leuchtend rote Farbmuster auszeichnet. Ab dem dritten Stadium ist die Belüftung von entscheidender Bedeutung, und die Larven werden am besten in Netzkäfigen gehalten, um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten. Wenn sie gestört werden, zeigen die Raupen von Brahmaea tancrei ab dem dritten Stadium ein typisches Abwehrverhalten, indem sie mit ihrem Thorax ausschlagen und ihre peitschenartigen Fortsätze einsetzen, um Fressfeinde wie parasitische Wespen abzuwehren.

    Fig. 3: v.l.n.r, L2; L3 an Ligustrum ovalifolium;

    Brahmaea tancrei behält seine langen, tentakelartigen Fortsätze auch während des vierten Stadiums. In diesem Stadium hat die Raupe eine blassrosa Färbung mit schwarzen und gelben Markierungen an der Seite.

    Fig. 4: v.l.n.r, L4 in der Gruppe an Liguster; L4 kurz vor der Häutung zu L5; L4 in .Ruheposition;

    Im fünften Entwicklungsstadium wirft die Raupe jedoch alle Anhänge ab und nimmt ein sandfarbenes, gelb-bräunliches Aussehen mit hellen weißen Sprenkeln an. Vor allem gegen Ende des letzten Stadiums ist das Farbmuster aus der Nähe besonders schön.

    Fig. 5: v.l.n.r, L4 in Häutungsruhe vs. L5 kurz nach der Häutung; L5 in Ruheposition Totale + Detail;

    Verpuppung:

    Wenn die Larven bereit sind, sich zu verpuppen, werden sie aktiv, verlassen die Futterpflanzen und beginnen, auf der Suche nach einer geeigneten Stelle herumzulaufen, um sich einzugraben. In der Natur würden sie sich normalerweise in die Erde eingraben, aber in Gefangenschaft kann zerrissenes Toilettenpapier oder ähnliches Material in einer durchsichtigen Plastikbox bereitgestellt werden. Die Raupen graben sich fast sofort ein, und die Verpuppung erfolgt etwa eine Woche später. Die Verwendung von Klopapier hat sich bewährt, es wurden kaum bis keine Verluste oder Missbildungen beobachtet.

    Fig. 6: v.l.n.r, L5 in der Wanderphase; Verpuppungsbox mit Verupuppungssubstrat; L5 in Puppenruhe am Boden der Box;

    Puppenstadium:

    Die Puppen von Brahmaea tancrei sind zunächst glänzend und erscheinen glatt. Sobald sie ausgehärtet sind, werden sie matt und scheinen fast wie mit Talkumpuder bedeckt zu sein. Sie sind dunkelgrau/schwärzlich gefärbt und zeigen bei Berührung leichte Bewegungung. Die Puppen gehen im Allgemeinen in eine Diapause, die 8 bis 10 Monate dauert. Offenbar können manche auch etwa einen Monat später als zweite Generation schlüpfen, was bei mir jedoch nie der Fall war. Die richtige Überwinterung ist für ihre Entwicklung unerlässlich. Dazu können die Puppen auf Küchenpapier auf feuchtem Perlit im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert werden. Der optimale Temperaturbereich für die Überwinterung liegt zwischen 4 und 9 Grad Celsius. Männchen und Weibchen schlüpfen in der Regel gleichzeitig. In einigen Fällen können bestimmte Puppen eine verlängerte Diapause durchlaufen und erst nach einem weiteren Jahr der Lagerung schlüpfen.

    Fig. 7: v.l.n.r, Puppen, dunklere Puppe in der Mitte noch mit typischem Glanz bei noch nicht vollständiger Aushärtung; .Verpuppungsbox mit Verupuppungssubstrat; Puppen in der Aufbewahrungsbox, braun-grüne Puppen erst vor wenigen .Stunden verpuppt;

    Paarung und Imago:

    Die erwachsenen Falter von Brahmaea tancrei haben zwar einen funktionstüchtigen Rüssel, aber es wird angenommen, dass sie nicht fressen. Es heißt, sie saugen Feuchtigkeit wie z. B. Regentropfen auf. Ich versuchte deshalb, sie mit Wasser zu versorgen, indem ich sie besprühte, aber ich konnte sie nie beim Trinken beobachten. Die Paarung von Brahmaea tancrei kann eine Herausforderung sein, und ich bin mir noch nicht sicher, welche Bedingungen für eine erfolgreiche Paarung entscheidend sind. Es hat sich jedoch gezeigt, dass eine ausreichende Luftzirkulation und kühle bis kalte Temperaturen vorteilhafte Faktoren sind, um akzeptable Ergebnisse zu erzielen. Für die Paarung können Netzkäfige verwendet werden, die ein abgedunkeltes Umfeld gewährleisten. Männchen und Weibchen werden gemeinsam in den Käfig gesetzt, und die Paarung findet in der Regel in den ersten Nächten statt. Die Weibchen legen ihre Eier überall im Käfig ab.

    Fig. 8: Männchen von Brahmaea tancrei zum Gräßenvergleich auf der Hand

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Aufzucht von Brahmaea tancrei mit der richtigen Haltung und den richtigen Bedingungen eine lohnende Erfahrung ist. Die Aufzucht dieser Art ist relativ einfach, die Larven entwickeln sich schnell und stellen keine besonderen Anforderungen an die Aufzucht. Die Aufrechterhaltung trockener Bedingungen in Netzkäfigen während der späteren Entwicklungsstadien, das Angebot frischer Futterpflanzen und die richtige Lagerung der Puppen sind Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Zucht. Auch wenn es bei der Paarung zu Problemen kommen kann, kann die Anpassung von Temperatur und Luftzirkulation die Chancen auf erfolgreiche Paarungen erhöhen.

    Bitte bedenken das dieser Zuchtbericht hauptsächlich auf persönlichen Erfahrungen beruht. Wenn jemand zusätzliche Details oder eigene Beobachtungen beisteuern möchte, kann er sich gerne mit mir in Verbindung setzen.

    Fig. 9: Männchen von Brahmaea tancrei


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    Breeding Report for Brahmaea tancrei - Siberian Owl Moth, (Austaut, 1896)

    Manuel Andreas Staggl1,2

    1 Department of Palaeontology, Faculty of Earth Sciences, Geography and Astronomy, Josef-Holaubek-Platz 2, 1090 Vienna, Austria

    2 Vienna Doctoral School of Ecology and Evolution (VDSEE), University of Vienna, Djerassiplatz 1, 1030 Vienna

    Abstract:

    Brahmaea tancrei, commonly known as the Siberian owl moth, is a fascinating species of moth found in Russia, Korea, China, and Indonesia. This captivating insect exhibits unique characteristics throughout its life cycle. The larvae, with their iconic whip-like appendages, feed on plants from the olive family, primarily Ligustrum species. The breeding process involves careful attention to temperature, ventilation, and food sources. The pupae undergo diapause. The adult moths, although possessing a functioning proboscis, are considered non-feeding, relying on moisture for hydration. Understanding the life cycle and requirements of Brahmaea tancrei can contribute to successful breeding and appreciation of this remarkable species.

    General Information:

    Brahmaea tancrei, commonly known as the Siberian owl moth, is a captivating species belonging to the family Brahmaeidae. This moth species is distributed from Russia (Amur, Siberia, and Russian Far East) to Korea, China, and Indonesia. It was first described by Austaut in 1896. Breeding Brahmaea tancrei can be a rewarding and fascinating experience, but it requires careful attention to some specific conditions and stages of development.

    Suitable Food Plants:

    Brahmaea tancrei larvae primarily feed from my experience on some plants from the family Oleaceae, with Ligustrum ovalifolium (Privet) and Syringa vulgaris (Lilac) being the preferred host plant. Ligustrum has proven to be the most suitable food plant for their development based on experience and observations. Offering fresh and healthy food plants is crucial for the successful rearing of the larvae.

    Fig. 1: Netting cage (60x40x40cm) with about 30 caterpillars in L4 and L5, on the .left with fresh food in the evening, on the right the next morning, caterpillars on .the ground in the migration phase looking for a place to pupate.

    Egg Stage:

    The eggs of Brahmaea tancrei are round, the lower side is flattened and pale white. Fertilized eggs undergo a colour change, turning dark to completely black just a few days before hatching. The duration of the egg stage is approximately 8 to 15 days, depending on the temperature, most caterpillars hatched between 10-12 days after oviposition. Room temperature is suitable for egg incubation, and a light misting can assist in hatching. After emerging from the eggs, the tiny caterpillars exhibit their iconic whip-like appendages. It is recommended to provide individual space for the caterpillars, as they are highly active and spin silk threads during this stage.

    Fig. 2: f.l.t.r., eggs, some already with dark discolouration; Hatch; L1;

    Larval Stages (L1-L5):

    Brahmaea tancrei larvae progress through several instars, each lasting between 5 to 8 days. The duration of each instar increases as the larvae mature. The first instar caterpillars are mainly black, with four whip-like appendages on the thoracic segments, one on the second last segment and two shirt ones on the anal segment. They prefer feeding on the edge of the leaves and can be raised in plastic containers. The container should be ventilated at least twice a day to prevent condensation. Second instar caterpillars are dark purple with longer appendages and can also be raised in plastic tubs. If provided with optimal conditions, the larvae quickly advance to the third instar, characterized by vibrant colours and two bright red colour patterns. Ventilation becomes crucial from the third instar onwards, and the larvae are best kept in netting cages or sleeves to ensure adequate air circulation.

    Fig. 3: f.l.t.r, L2; L3 on Ligustrum ovalifolium;

    When disturbed, Brahmaea tancrei caterpillars exhibit a defensive behaviour from the third instar on by striking their thorax and using their whip-like appendages to fend off predators like parasitic wasps.


    Fig. 4: f.l.t.r., L4 in the group at privet; L4 shortly before moulting to L5; L4 in resting .position

    Brahmaea tancrei keeps its long tentacle-like appendages during the fourth instar. At this stage, the caterpillar displays a pale pink colouration with black and yellow markings along its side. However, in the fifth instar, the caterpillar sheds all its appendages and takes on a sand-coloured yellow/brownish appearance adorned with pale white speckles. Especially when getting towards the end of the last instar, the colour pattern is especially beautiful from close.

    Fig. 5: f.l.t.r., L4 in molting dormancy vs. L5 shortly after molting; L5 in resting position total + detail;

    Pupation:

    When the larvae are ready to pupate, they become active, descend from the food plants and start running around in search of a suitable spot to burrow themselves. In nature, they would typically burrow into soil, but in captivity, ripped toilet paper or similar paper material can be provided in a clear plastic box. The larvae burrow almost instantly, and pupation occurs approximately one week later. The use of paper material has proven effective, with almost no losses or deformities observed.

    Fig. 6: f.l.t.r.,L5 in migration phase; pupation box with substrate; L5 in pupation dormancy at the bottom of the box;

    Pupal Stage:

    The pupae of Brahmaea tancrei have first a polished appearance, appearing glossy and shiny and become matt and almost seem to be covered in talcum powder as soon as they have hardened. They are dark grey/blackish in colour and exhibit slight wiggling movements when touched. The pupae generally undergo diapause, lasting 8 to 10 months. Apparently, they can also emerge as a secondary generation about one month later, but to me they never did. Proper overwintering is essential for their development. To facilitate this, the pupae can be stored on kitchen paper placed on moist perlite in the vegetable compartment of a refrigerator. The optimal temperature range for overwintering is between 1 and 9 degrees Celsius. It has been noted that males and females tend to emerge simultaneously. In some cases, certain pupae may experience an extended diapause and emerge after an additional year of storage.

    Fig. 7: f.l.t.r, pupae, darker pupa in the middle still with typical gloss when not fully hardened; pupation box with pupation .substrate; pupae in storage box, brown-green pupae pupated just a few hours earlier;

    Mating and Imago:

    The adult moths of Brahmaea tancrei have a functioning proboscis but are considered to not feed. One says that they suck up moisture such as raindrops. So, I tried to provide water, meaning I sprayed them, but I could never observe them drinking. Mating Brahmaea tancrei can be a challenging task, and determining the key conditions for successful pairings is not yet certain to me. However, providing ample air flow and maintaining cool to cold temperatures have shown to be advantageous factors for achieving acceptable success rates. Netting cages can be used for mating, ensuring a darkened environment. Males and females can be placed together in the cage, and mating usually occurs within the first few nights. Females lay eggs all over the cage. 

    Fig. 8: Male of Brahmaea tancrei for size comparison on the hand

    In conclusion, rearing Brahmaea tancrei is a rewarding experience with the right approach and conditions. Breeding this species is relatively easy, with the larvae progressing quickly and exhibiting straightforward rearing requirements. Maintaining dry conditions in netting cages during the later instars, offering fresh food plants, and providing suitable storage conditions for pupae are key factors for successful breeding. Although challenges may arise during mating, adjusting temperature and air flow can increase the chances of successful pairings. By following these guidelines, enthusiasts can enjoy the enchanting life cycle of Brahmaea tancrei.

    Please note that this breeding report is based mainly on personal experiences. If one has any additional details or specific observations you would like to share, please feel free to contact me.

    Fig. 9: Male of Brahmaea tancrei 


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