Posts by Woodstock

    Schaffen es die Tiere aber trotzdem irgendwie, sich mit den Tieren vor Ort zu paaren, könnte sich die falsche Anpassung verbreiten - und am Ende im dümmsten Fall ganze Populationen gefährden.

    Diese Gefahr sehe ich höchstens bei seltenen, ja gefährdeten Arten. Bei relativ häufigen wie pavonia wäre zu erwarten, dass die schlecht angepasste Fraktion dem Selektionsdruck nicht standhalten kann. Selbst bei einer Verpaarung mit einheimischen, würden die Nachkommen schlechter abschneiden als die gut angepassten und schließlich aussterben. Auf lange Sicht würden nur positiven Gene in der heimischen Population Einzug halten.

    In der Tat haben wir eher Probleme mit zu gut angepassten Einschleppungen wie zum Beispiel die Afrikanische Biene / Mörderbiene in Amerika oder bei uns den exotischen Marienkäfer, die Riesenhornisse und die argentinische Ameise. Im Falle von S. pavonia müsste man da schon eine Supervariante einschleppen, die vielleicht für Fressfeinde ungenießbar ist, die heimische Population verdrängt und riesige Fressschäden anrichtet.

    Allemal ein interessantes Thema.

    Blaues Ordensband: Es handelt sich um Kaffeebaum (Samen sind aus Brasilien) und Chili, deren Samen ich aus den verbrauchten Früchten habe. Sicherlich ist irgendwann ein Falter durchs Fenster und hat die Eier abgelegt. Hab ihn aber nicht gesehen und weiß auch nicht wohin er sie gelegt hat. Womöglich sind die Raupen einfach losgekrabbelt und haben sich an der jeweils erst-besten Pflanze niedergelassen.

    Hallo zusammen,

    ich habe seit Herbst letzten Jahres diese beiden ungebetenen Gäste in meinem Wohnzimmer. Habe je eine winzige Spannerraupe auf einem Kaffeebaum und einer Chili-Pflanze entdeckt. Unzweifelhaft handelt es sich um Geschwister, wenn auch mit sehr unterschiedlichen Geschmäckern. Beide Raupen haben den ganzen Winter auf ihrer jeweiligen Pflanze überdauert und ein Vielfaches an Körpermasse zugenommen. Um welche Art handelt es sich dabei?

    Viele Grüße
    Thomas

    Hallo Ramona,

    P. proserpina kommt auch in meiner Gegend vor und ich freue mich jedesmal, wenn ich Raupen entdecke. Gerade bei (FFH-)geschützten Arten ist eigentlich das Milieau, insbesondere die Futterpflanze das Entscheidende/das Problem. Um die Art zu fördern, also gerne mehr von dem Zottigen Weidenröschen ansäen. Es könnte auch Sinn ergeben, die Samen, die Du ja reichlich haben solltest, im Freiland an feuchten Stellen (Entwässerungsrinnen usw.) auszubringen. Das wäre schon sehr hilfreich für die Art.

    Viele Grüße und viel Spaß beim Beobachten,
    Thomas

    Hatte auch zwei parasitierte S. ocellata. Als L3 gefunden und bei L4 sind die Parasiten ausgetreten. Jene aber anders als auf dem Bild mit einem schneeweißen Gespinst.
    Beide Raupen leben noch, verweigern aber jede Nahrung. Haben wohl keine Chance sich wieder aufzurappeln.

    Bei anderen Arten, z.B. Sphinx ligustri, kamen Maden erst aus der frischen Puppe. Es war aber damals die Raupenfliege.

    Gruß
    Thomas

    Hallo André,

    ist mir ähnlich ergangen mit einem Weibchen von Saturnia pavonia. Hatte es zum Anlocken am frühen Nachmittag ausgesetzt. Bereits zwei- drei Stunden später bin ich zurück und habe festgestellt, dass es nicht anlockt. Das Abdomen war nicht mehr ausgestülpt. Habe es wieder mitgenommen und siehe da es hat in der Nacht 200 Eier abgelegt. Alle waren befruchtet!

    Würde sagen, dass eine rege und geordnete Eiablage auf eine erfolgte Paarung hindeutet. Unbefruchtete Weibchen legen manchmal ein paar Eier ab, aber nicht in Reih und Glied.


    Viele Grüße und viel Erfolg,

    Thomas

    Hi, hab tatsächlich mehrere Male gesehen, dass sich Inachis io und Aglais urticae "versehentlich" in einem Nest zusammengetan haben. Es war eine Brennesselwiese mit unglaublich vielen Nestern beider Arten zur selben Zeit. Die Raupen waren aber etwas größer als hier. Im vorliegenden Fall sehe ich aber auch nur eine Art, eben mit variabler Dunkelfärbung.

    Viele Grüße

    Hatte immer wieder Schlupf und Freilandanflug Mitte April hier in Nordbayern. Die Männchen kamen ab 15:00 Uhr (MEZ). Letztes Jahr war es um die Zeit sogar außergewöhnlich kalt und einige Eier, die ich im Freien habe ablegen lassen, haben mehrere Frostnächte überstanden und sind nach fast vier Wochen doch noch geschlüpft.


    Gruß

    Thomas

    Hallo,

    wenn ich mich einmischen darf, habe sehr viel Erfahrung mit Pavonia:

    Bitte bedenkt, dass sich das mit 16:00 Uhr auf die MEZ bezieht!!!! Die Zeitumstellung erfolgt aber erst Überübermorgen. :winking_face:

    Also 15:00 Uhr - 15:30 Uhr.


    Viele Grüße

    Thomas

    Hallo Klex,

    ich habe als Kind jahrelang S. pavonia gezüchtet und mir fallen noch zwei Dinge ein:

    - Die Reuse der Männcjen ist schlanker als die der Weibchen und geht gerader in den Kokonbauch über.

    - Man kann die Kokons auch durchleuchten, wenn man sie gegen das Licht hält. Die männliche Puppe ist schlanker, die weibliche hat eine deutlich bauchigere "Hüfte".

    Vielleicht kannst Du ja mehrere der vorgeschlagenen Methoden anwenden: Erst wiegen und die eindeutigen sortieren und die zweifelhaften nochmal durchleuchten usw.

    Viel Erfolg!

    LG

    Thomas

    Hallo Fabian,

    wie groß sind die Raupen denn schon? Haben sie das Futter denn schon lange angenommen?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie Ahorn weniger gerne mögen, sich aber mit der Zeit daran gewöhnen. Dann aber langsamer wachsen. Besser ist prunus, d.h. Kirsche, Pflaume, Mirabelle. Auch Eberesche ist nicht schlecht.
    19° erscheinen mir zu wenig. Ich habe immer auch mal für kutze Zeit die Sonne draufscheinen lassen (Gitterkäfig) und morgens das Futter besprüht um den Tau zu simulieren. Sie trinken unübersehbar gerne die Tröpfchen.
    Vielleicht ist ja das Futter welk und sie sind durstig. Dann bisschen sprühen. Aber bei pyri nicht zu viel, jedenfalls muss es luftig genug sein, dass es auch wieder trocknet. Unbegingt Dunst/Dauernässe vermeiden!
    Dann nicht zu viele Raupen zu eng halten, sonst stören sie sich gegenseitig.
    Naja, ich hatte auch stets nur eine Hand voll Raupen, so dass ich ihnen eine Komfortbehandlung zukommen lassen konnte. Sie haben sich immer wunderbar entwickelt.

    LG

    Thomas

    Hallo Sandra,

    vielen Dank für den Hinweis. Das mit dem Reinschieben war tatsächlich möglich? Ich habe bisher nicht hingefasst aus Angst, es noch zu verschlimmern. Bei allem Spott hier, ich finde es durchaus interessant so etwas zu beobachten. Falls die Raupe es bis zur Puppe schaffen sollte, bin ich gespannt, was passiert. Schließlich wird ja die gesamte Anatomie umgeformt. Ich werde berichten.

    Hallo liebe Züchter,

    ich möchte hier von dem Fall einer invaliden Raupe berichten, bei der durch einen angeborenen Defekt die Gedärme aus dem Hinterteil hervorquellen. Die Raupe heißt "Tigerraupe", weil sie als L2 und L3 rot-schwarz getigert war anstatt nur schwarz gefärbt. Sie hatte allerdings von Anfang an eine helle Stelle am Hinterteil. Offenbar eine zu dünne Hautstelle. Während der Häutung L3/L4 ist sie dann leider aufgeplatzt und seither quellen die gallertigen Innereien hervor. Ich wollte sie schon aufgeben, nämlich den Vögeln zum Fraß überlassen. Da sie aber frisst und, wenn auch recht langsam, wächst, habe ich sie behalten. Um sie vor Austrocknung zu bewahren, halte ich sie getrennt von den übrigen Raupen in einem Plastikbehälter und besprühe das Futter regelmäßig. Sie trinkt dann gierig die Wassertropfen.

    Vielleicht kennt jemand den Fall und kann irgendwelche Tipps geben.

    Hier ein Bild: IMG_2152.JPG

    Gruß

    Thomas