Ich hab das Gefühl, bei manche haben schon wieder mehr Lust, themenfremd auf andre Personen zu antworten, statt einfach selbst eine sinnvolle Antwort beizutragen (egal, in welch gutem Deutsch sie formuliert sein möge)...
Emil hat super sinnvolle und wichtige Fragen und Gedanken.
Zuersteinmal muss man erwähnen, dass rein rechtlich betrachtet gem. §40 BNatSchG jegliches Aussetzen von Tieren in der freien Natur untersagt ist. Also demnach dürfte theoretisch niemand hier gekauftes Material bei sich freilassen. Wie sinn- oder nicht sinnvoll das in dem jeweiligen Falle ist, ist eine andere Geschichte. Auch wo hier Grenzen zu ziehen sind. Bspw. wie verhält es sich mit aufgenommenen Tieren, die dann später wieder an einer etwas anderen Stelle wieder freigelassen werden? Welche Distanz ist relevant? Dazu gibt es für Insekten meines Wissens auch kaum Urteile, auf die man sich beziehen kann. Grundsätzlich sollten solche Regelungen Ber vermutlich eher mit Populationsbezug ausgelegt werden - also befindet sich der Ort des Aussetzens innerhalb der Population, in der das Tier entnommen wurde. Auch dies ist allerdings subjektiv, artabhängig und schwer nachzuweisen.
Das sind zumindest die rechtlichen Regelungen, die man im Kopf haben sollte (wieauchimmer man persönlich damit umgeht).
Grundsätzlich ist es aber schon so, dass die Herkunft eine Rolle spielen kann und auch dieser Paragraph nicht ganz unbegründet ist. Emil, wie du schon gesagt hast, gibt es ja lokale Anpassungen der Arten. Also ein Tier aus dem Gebirge kann sich evtl schon bei viel kühleren Temperaturen entwickeln als zB ein Tier der gleichen Art an der Küste. Tauscht Man nun also beide Tiere, so kann es sein, dass das Tier aus dem Gebirge an der Küste plötzlich schon viel früher schlüpft als seine Artgenossen vor Ort. Wiederum das Küstentier kann im Gebirge seinen Lebenslauf vor dem nächsten Winter evtl gar nicht rechtzeitig abschließen. Schaffen es die Tiere aber trotzdem irgendwie, sich mit den Tieren vor Ort zu paaren, könnte sich die falsche Anpassung verbreiten - und am Ende im dümmsten Fall ganze Populationen gefährden. Und das, obwohl man doch eigtl. etwas Gutes tun wollte. Also man sollte den Faktor defintiv im Blick haben. Aber auch das ist natürlich abhängig der Art (extrem mobile Arten werden zB weniger betroffen sein, als ganz lokale). Also grundsätzlich würde ich zumindest empfehlen, je näher an der Ausgangspopulation, desto besser. Oft kennt man einfach mögliche Auswirkungen nicht und alles bleibt quasi Spekulation. Die Anpassung an einen Moorstandort? Tja, schwierig abzuschätzen. Ich würde denken, daß Habitat selbst spielt weniger eine Rolle als die geografische Distanz.
Eine andere Diskussion wäre grundsätzlich noch die Sinnhaftigkeit von ausgesetzten Tieren. Haben diese überhaupt einen positiven Effekt für die lokale Population? Ich bin der Meinung, dass auch das in den überwiegenden Fällen nicht sinnvoll ist - aber das wäre vllt nochmal eine ganz andere Diskussion.
Liebe Grüße, Toni