• Offizieller Beitrag

    Hallo Leute,

    kann mir irgendjemand etwas dazu sagen, wer oder was Celerio Oken ist?
    Ich weiß, das es irgendetwas mit den Sphingiden zu tun hat, aber näheres ist mir unbekannt.
    Ist es evtl. der Gattungsname für manche Schwärmer?

    Lucas

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    Der Inhalt dieses Beitrages wurde von Claude Sinner gelöscht.

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    Hallo ihr beiden.

    Ich finde, dass du, Claude, das ganze schon recht gut erklärt hast. Und zwar so, dass es für einen Laien auch noch Verständlich bleibt.

    Anfügen möchte ich noch folgendes:

    In Gattungen werden in der Regel Arten zusammen gefasst, die in gewissem Umfang gleiche Merkmale untereinander aufweisen und sich so von anderen Arten, die wiederum in anderen Gattungen zusammengefasst wurden, unterscheiden. Dies sind so gut wie immer Unterschiede in Morphologie, sprich der Erscheinungsform der Tiere. Das können zB Unterschiede im Körperbau, in der Ausfärbung der Imagos oder auch bei den Präimaginalstadien sein.

    Und wiederum Gattungen, die sich in bestimmten Merkmalen gleichen, werden in Familien zusammen gefasst.

    Um das ganze noch ein bisschen komplizierter zu machen, gibt es auch noch Unterarten, Untergattungen, Unterfamilien etc. etc., wovon vieles sicher nicht unbedingt gerechtfertigt erscheint und einen Neuling (oft auch versierte Entomologen :winking_face: ) eher verwirrt, als hilft.

    Herr OKEN nun hat im Jahre 1815 in "Oken´s Lehrbuch Naturgeschichte" für die von Claude genannten Arten die Gattung Celerio in´s Leben gerufen. Dieser Name war und ist bis in unsere Gegenwart noch recht geläufig. Allerdings ist der Name 'Celerio' zur Zeit nicht der gültige Name für diese Arten, da die ICZN (Zoologische Nomenklatur nach dem International Code of Zoological Nomenclature, kurz: ICZN) dieses Werk, in dem OKEN den Namen anwendet, für ungültig erklärt hat. Aus welchem Grund auch immer. :nixweiss:

    Somit kommt der nächst veröffentliche und beschriebene Gattungsname zum Einsatz für diese Arten, und der ist 'Hyles'. Der Gattungsname Hyles wurde von HÜBNER im Jahre 1817 in einer Urbeschreibung genannt und bezog sich damals auf folgende Hyles: gallii, opheletes, zygophylli, nicea, hippophaes und euphorbiae (Gattungstypus). In dieser Urbeschreibung beschrieb HÜBNER die Arten der Gattung Hyles folgendermaßen: "Die Schwingen am Senenrand wolkig gefleckt; der Wanst an den Seiten mit schwarzen und weißen Würfeln geziert"

    Somit ist der Gebrauch des Namens 'Celerio' heute nicht mehr wissenschaftlich zulässig, sondern nur der Name 'Hyles'. Allerdings umfasst die Gattung Hyles weltweit so viele Arten, dass man versucht mit Untergattungen diese Vielzahl an Arten weiter zu systematisieren. Sinn oder Unsinn dieser Arbeit sei dahin gestellt.

    Für den Züchter, der sich mit Hybridisationen befasst, sind die Verwandschaftsgrade der einzelnen Arten soweit von Wichtigkeit, da er daraus ableiten kann, welche Arten er untereinander kreuzen kann. Bzw. wo es wohl einfacher klappen könnte und wo größere Probleme auftauchen könnten.

    Das bedeutet aber nicht, dass nur Kreuzungen von Arten gleicher Gattungen möglich sind. Zum Beispiel ist ein leicht zu erzielender Hybrid Smerinthus ocellata gekreuzt mit Laothoe populi. Zwei Tiere unterschiedlicher Gattungen, aber aus der gleichen Unterfamilie 'Smerinthinae'.

    Und Paarungen von Arten völlig unterschiedlicher Familienabstammungen sind natürlich auch möglich, aber meist ohne Resultat.

    So, ich hoffe, das ganze war nicht zu trocken abgefasst und hat nicht noch mehr verwirrt. Aber dieses Thema 'Nomenklatur' ist nicht ganz einfach. Wer interessiert ist, kann ja im ACTIAS-Lexikon schon einige erklärte Begriffe nachschlagen.

    Gruss.

    Rudi

    • Offizieller Beitrag

    Vielen Dank für die Antworten.

    Um noch mal auf die Hybridation zurückzukommen, wo steht den eigentlich, welche Tiere man paaren kann?
    Und noch ein Gedanke zur Namensgebung: wie können lateinische Namen eigentlich verändert werden?
    Ein Beispiel: neben mir liegen ein paar Auszüge aus einem recht alten Zuchtbuch ( Name mir leider unbekannt)
    Darin werden einige Namen im Zusammenhang mit der Kreuzung genannt, so Zum beispiel "Großer Weinschwärmer" als Chaerocampa celerio, Mittlerer Weischwärmer als Chaerocampa elpenor, und was mich sehr verwirrt, Wolfsmilchschwärmer als Deilephila euphorbiae.
    Weiterhin das Abendpfauenauge als Smerinthus ocellatus und Pappelschwärmer als Smerinthus populi.

    Kann mir jemand sagen, warum sich die Gattungs und Artennamen bis heute bei diesen Vertretern so stark geändert haben, am besten noch im Zusammenhang mit der Hybridation???

    Lucas

    Hallo Lukas.

    Du bringst da mal wieder was durcheinander. In deinen Beispielen haben sich nur die Gattungsnamen geändert, aber nicht die Artnamen. Die sind auch heute noch so gebräuchlich, wie du sie aufgeführt hast.

    Die unterschiedlichen Gattungsnamen resultieren aus den Gattungszuordnungen diverser Arten, die von verschiedenen Autoren/Entomologen vorgenommen wurden, die sich wiederum mit diesem Thema beschäftigen.

    Wie ich schon oben geschrieben habe, laufen derzeit Bestrebungen, die Gattung Hyles (oder auch Hemaris ist so eine Riesengattung) neu zu überarbeiten.

    Das könnte dann dazu führen, dass gewisse Arten aus der Gattung Hyles ausgesondert werden und in eine neu zu benennende Gattung zugeordnet werden. So könnte, rein spekulativ, Hyles euphorbiae in Zukunft Lukasi euphorbiae heißen, oder auch sonst wie. Nur der Artname 'euphorbiae' wird dem Tier dann weiterhin erhalten bleiben.

    Daraus ergibt sich, dass im Laufe der Jahrhunderte ein und dieselbe Art, unterschiedliche Gattungsnamen erhalten hat, je nachdem nach welchen Kriterien die Systematiker die Tiere "sortiert" haben.

    Artnamen ändern sich eigentlich nur, wenn nachgewiesener Maßen ein älterer, gültiger Name auftaucht, der dann den bisher gebräuchlichen ersetzt. In einem solchen Fall würde der bisherige Name zum Synonym werden. Es gibt auch noch ein paar andere Situationen, in denen sich Artnamen ändern können, aber das würde jetzt zu speziell werden.

    Hinweise zu Hybridationen gibt es in der entsprechenden Fachliteratur. So ist auch der Download von Literaturo zu den Handbüchern der Entomologie von AUE sehr empfehlenswert, da AUE dort immer wieder auch auf 'abnorme' Paarungen hinweist und die beteiligten Arten aufführt. Ansonsten gibt es noch jede Menge weitere Litereratur zu diesem Thema. Dazu kannst du ja mal die Listen von Literaturo durchgehen.

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