Fundortetiketten

    Hallo,
    habe als Anfänger mal ne Frage. Bin beim stöbern im Netz auf so einiges gestoßen. Das zum Beispiel ein handelsüblicher Drucker zum herstellen von Fundortetiketten nicht geeignet ist.
    So habe ich mir gedacht ich schreibe die Dinger mit der Hand und Bleistift wie es früher halt auch üblich war.
    Habt ihr Vorschläge für mich wie die ideale Größe sein sollte ? Habe bei Entomologie Meier welche gefunden in der Größe 18/10mm. Es gibt noch weitere 2 Größen. Wird ja wohl abhängig sein von der Faltergröße. Das ist mir schon klar. Nur was ist die gängige Größe? Was kommt nun da genau drauf. Die einen schreiben den Monat römisch die anderen Lateinisch-Hier gibt es doch bestimmt ne klare Vorgabe. Könnt Ihr mir da helfen ??

    Das war Frage 1.-nun die 2.

    Wie kann ich man besten die gespannten Falter aufheben um in der Trocknungsphase zu vermeiden das da schon ein Schädling rangeht. Mein Gedanke war ne Art Tupperschüssel, nur wird wohl der Falter hier schlecht trocken werden oder? Hat hier jemand einen Tip.

    Gruss Roland

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    Hallo allerseits,
    das ist ein ganz wichtiges Thema!
    Das Etikett ist der Beleg für die Sammlungsdaten. Nicht etikettierte Stücke sind wissenschaftlich wertlos und es lohnt sich überhaupt nicht, derartige Exemplare in eine Sammlung einzustecken.
    Die Größe der Etiketten ist natürlich auch von der Tiergruppe abhängig. Unter große Schmetterlinge passen größere Etiketten als unter sog. Microlepidopteren.
    (Bei ungeflügelten Insekten - Käfern, Wanzen ... - sollten die Etiketten bei aufgeklebten Exemplaren die Größe der Klebeplättchen nicht wesentlich überragen. Bei kleineren genadelten Insekten können die Etiketten etwas größer als der Umfang des Tieres sein, wodurch es etwas geschützt wird).

    Wie sollten nun die Etiketten beschaffen sein.
    Häufig werden zwei Etiketten verwendet. Fundortetikett und Determinationsetikett.
    Auf dem Fundortetikett ist (natürlich :grinning_squinting_face: ) der genaue Fundort und das Datum vermerkt. Die Ortsangabe sollte auf einer allgemein zugänglichen Landkarte wiederzufinden sein. In letzter Zeit werden auch GPS-Daten angegeben, was sehr nützlich ist. Wenn möglich, sollte auch noch kurz der Lebensraum charakterisiert werden (z.B. Waldrand, Trockenrasen...).
    Die Darstellung des Monats in römischen Ziffern hat sich als günstig erwiesen, da auf diese Weise Missverständnisse im Vergleich mit der amerikanischen Schreibweise (Monat/Tag/Jahr) vermieden werden.
    Schließlich wird (meist) noch vermerkt, wer das Tier gefangen hat (leg. ...). Die Angabe des Sammlernamens dient durchaus nicht nur der Selbstdarstellung, sondern erlaubt auch noch nach dem Tode des Sammlers, das Material einer bestimmten Kollektion zuzuordnen oder Rückschlüsse über die Glaubwürdigkeit von Angaben zu ziehen.

    Auf dem Determinationsetikett wird verzeichnet, um welche Art es sich handelt und wer das Exemplar bestimmt hat. (det. ...)

    Für die Darstellung der geographischen Herkunft hat sich international die Verwendung verschiedener Etikettenfarben durchgesetzt: Palaearctis-weiß, Nearctis-hellgrün, Neotropis-dunkelgrün, Aethiopis-blau, Madagassis-dunkelblau, Orientalis-gelb, Australis-violett und Neuseeland dunkelviolett).
    Rot sind lediglich die Determinationsetiketten der Typen. .

    Als Material für Etiketten hat sich handelsübliches alterungsbeständiges (!) Druckerpapier oder -karton bewährt. Dieses Papier entspricht der Norm DIN ISO 9706. Meist ist das auf den Papierpackungen vermerkt - ggf den Schreibwarenhändler des Vertrauens fragen.
    Für die meisten Etiketten kann man gut Karton mit dem o.g. Papiergewicht von 160g/m² verwenden. Bei Tieren, die auf sehr dünnen Nadeln stecken, auch entsprechend dünneres Papier, damit die Nadel sich beim Etikettieren nicht verbiegt.

    Als Druckverfahren eignet sich die Laser- bzw. Kopiertechnik. Die verwendeten Toner sind chemisch völlig inert und praktisch unbegrenzt haltbar. Ebenfalls geeignet - wenn auch kaum gebräuchlich - ist der Thermotransferdruck.
    Dagegen konnte mir auf meine Anfrage kein Hersteller eine Langlebigkeit der Tinten für Tintenstrahldrucker zusichern.
    Ich benutze bei kleineren Faltern Etiketten mit einer Breite von 10 mm bei größeren Faltern 15 mm breite (die Höhe ergibt sich aus der Textmenge) und die Schrift Arial narrow mit einer Größe von 4 bis 5 pt.

    Wer lieber mit Stift schreibt, sollte dokumentenechte Sifte verwenden.
    Bei Tests haben sich bewährt Faber-Castell UniBall dokumentenecht, Staedtler pigment liner und Staedtler Mars professional oder aber der rotring Rapidograph mit klassischer Zeichentusche.

    Zur zweiten Frage:
    Ich benutze zum Trocknen einen alten, aber weitgehend dichten Kleiderschrank. Die Türen habe ich mit tesamoll abgedichtet. Gegen Schädlinge lege ich ein paar Streifen Mottenpapier mit in den Schrank. Trotzdem sollte man jedes Objekt - egal ob eingetauscht oder vom eigenen Spannbrett - bevor es in die Sammlung kommt, einfrieren.

    Viel Spaß bei der Beschäftigung mit den Insekten
    Achim

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