Schlupfwespenbefall bei Puppe Kleiner Fuchs

    Hallo zusammen,

    mal eine Frage als Neuling, kann es sein, daß Umweltveränderungen dazu führen, das sich eine Schlupfwespenart stark vermehrt und dadurch eine bevorzugte Falterart extrem vermindert?

    Ich habe nämlich 10 Puppen vom Kleinen Fuchs und bis jetzt sind daraus 5 Schlupfwespen geschlüpft. Wenn das so weitergeht schlüpfen wohl nur Wespen.

    Allgemein läßt sich ja ein Rückgang beim Kleinen Fuchs feststellen, früher sah ich den Falter sehr häufig. Dieses und letztes Jahr sah ich keinen einzigen. Die Jahre davor habe ich nicht gezielt Ausschau danach gehalten, da mein Entomologisches Interesse erst wieder geweckt wurde.

    Hat noch jemand Puppen vom Kleinen Fuchs gehabt mit einen Befall von Schlupfwespen?? Meine Vermutung ist weit hergeholt und wie erwähnt ich bin da noch ein rechter Neuling aber

    wäre dies nicht ein Grund für den Rückgang dieser Falterart?

    Nehmen wir doch nur mal an, daß eben diese bestimmte Schlupfwespenart sich nur diesen einen Typ Falter als Beute auserkoren hat und durch Klimaveränderungen günstigere Lebensumstände entstanden sind. Kann dies eine Erklärung für den sonst so häufigen Kleinen Fuchs sein ??

    Falls jemand in der Richtung Beobachtungen gemacht hat bitte mir mitteilen, am besten wäre es wenn man die Schlupfwespen vergleichen könnte

    Viele Grüsse

    Roland

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    Ja das konnte ich diese jahr bei meinen Kleinen Fuchs puppen also sowohl auch bei den Tagpfauenaugen beobachten hatte ungfähr von jeder art ca. 150 puppen daraus sind vielleicht pro art 75 falter geschlüpft wegen diesen kleinen viechern -.-die fliegen bei mir sehr klein ,Ameisen groß und sie kommen zu hundert mehr oder auch weniger aus der puppe gegrochen darum rate ich dir mache ich jezt auch so tu die puppen rein ins haus :smiling_face:
    Und ich denke auch damit das ein grund für das zurück gehen der arten sind.Leider :frowning_face:

    lg nico

    Da die Weibchen vom Kleinen Fuchs meist bis zu 80 Eier aufs Mal legen, sind die Raupen auch immer bis L4 gesellig auf dem gleichen Blatt anzutreffen, oft in dicken verwobenen Klumpen. Da ist es für Schlupfwespen leicht, gleich ein Dutzend und mehr Raupen für ihre parasitoide Eiablage anzustechen.
    Die Parasitierungsraten durch die Ichneumonidae können im Freiland hohe Werte bis zu 90 Prozent betragen, besonders dann, wenn die Aglias-urticae-Weibchen besonders viele Eier gelegt haben. Dadurch halten die Schlupfwespen deren Populationen auf natürliche Weise in Grenzen. Das bedeutet aber nicht, dass die Schupfwespen einen messbaren Einfluss auf den Artenrückgang haben. Sie sind nicht schuld daran.
    Zu schaffen macht den zarten Flatterern die Zerstörung der Lebensräume. Moore, lichte Wälder und Auen sind verschwunden. Die Landwirtschaft ist viel zu intensiv. Öde Monokulturen. Überall sind Agrarwüsten, zerschnitten von Siedlungsbrei und Verkehrswegen. Gärten und Parks mit exotischem Grün tragen dazu bei, dass es für Schmetterlinge keinen Platz mehr hat. Dabei bräuchten sie doch nur ein paar Brennnesseln auf magerem Boden.
    Beim Kleinen Fuchs kommt noch dazu, dass sein Vorkommen immer in Wellenbewegungen beobachten wird. Es gab Jahre mit praktisch keinen Sichtungen, dann tauchte er plötzlich im Vorsommer sehr häufig auf, nicht aber im Herbst. Und ein Jahr später war der Schmetterlingsflieder wochenlang richtig besetzt von dieser Art. Der Kleine Fuchs ist zäh.
    Die Populationsstärke hängt von den Klimabedingungen, vom lokalen Wetter und von den vorhandenen Futterpflanzen ab, weniger von den Schupfwespen.

    Hallo,

    mit 11 Jahren, im Sommer 1982 , sammelte ich meine ersten Kleine Fuchs Raupen auf einer Klassenfahrt bei Koblenz und musste damals erschreckt feststellen, dass von den 45 Raupen die ich zur Puppe brachte nur 9 Falter schlüpften, denn der Rest der Puppen beherbergte Schlupfwespen (schrieb mir damals meine Erfolge und Mißerfolge in meinen Kosmos-Schmetterlingsführer den ich heute noch habe ).
    Gerade in den 80er Jahre hatte ich durch hohen Schlupfwespen-Befall der meisten Tagfalterarten eine Menge Frust erlebt. Also vor fast 30 Jahren gab es bei mir schon so schlechte Quoten!.....
    Mir ist nicht bekannt (oder liege ich falsch?), dass Parasiten und andere Fressfeinde dauerhaft zum Rückgang einer Art geführt haben.
    Die einzige Tagfalterart, die ich auch seit Jahren regelmäßig aufziehe und noch nie - wirklich nie - Parasitenbefall hatte, ist der Segelfalter(Iphiclides podalirius).
    Das ist aber der Lebensweise der Raupen geschuldet, die versteckt einzeln an der Futterpflanze leben und so schwerer für Feinde auffindbar sind.


    Gruß Klaus

    Hallo

    danke für die Antworten, ich werde im kommenden Jahr mal gezielt den Kleinen Fuchs bei uns suchen. Evtl. finde ich ja Raupennester und kann den Befall bei den aufgezogenen Puppen überprüfen.

    Das behalte ich in den kommenden Jahren mal bei und werte das aus, vielleicht gibt es ja doch einen Zusammenhang-denn an den Brennnesseln kann es ja nicht liegen, die gibt es genug bei uns.

    Viele Grüsse

    Roland

    Die meisten Schlupfwespen sind auf bestimmte Familien und oft sogar Arten angewiesen.
    Daher verhält es sich (allerdings nicht bei allen Arten) eher so wie bei Beutegreifern und Beute.
    Nicht der Beutegreifer regelt den Beutebestand sondern umgekehrt.
    Erst mit dem Ansteigen der Raupenzahl wird auch der Parasit häufiger. Irgendwann kommt der Punkt, dass die Parasiten so zahlreich werden, dass der Falterbestand stark einbricht.
    Das führt jedoch dazu, dass auch der Parasitenbestand wieder stark einbricht. Die Falterbestände erholen sich wieder, und das Spiel beginnt wieder von vorne.
    Dies führt zusammen mit vielen anderen Faktoren (Witterung, Krankheiten …) zu den starken Bestandsschwankungen (übrigens nicht nur bei den Schmetterlingen!).

    Walter

    P.S.: Vor einigen Jahren bekam ich frisch geschlüpfte Freilandräupchen (sollten eigentlich parasitenfrei sein, dachte ich) von N. antiopa.
    Aus den Puppen schlüpften 3 verschiedene Arten (je Puppe natürlich 1 Art) von Schlupfwespen.
    Der Grad der Parasitierung war 100%

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