Melanargia galathea/Schachbrettfalterzucht welche Voraussetzungen?

    Hallo Merlin.

    Sicher hast du Recht das eine kleine Box für Schachbrettfalter nicht optimal ist als Lebensraum und um möglichst viele Nachkommen zu zeugen. Natürlich sollte man die Bedürfnisse einer Art kennen wenn man sie erfolgreich züchten möchte. Auch ich versuche in der Regel meine Tiere eher "naturnah" zu halten. Trotzdem muß man sagen das die Behauptung möglichst naturnah nachgebaute Bedingungen seien die optimalsten durch nichts zu belegen ist. Vielleicht hast du aus ethischer Sicht recht wenn du damit meinst die Tiere würden sich dann am "wohlsten" fühlen (falls Insekten solche Gefühle haben). Aber wenn es nur um optimale Zuchtergebnisse geht sind oftmal künstliche unnatürliche Bedingungen die besseren. Bespiele gibts da reichlich -sowohl aus der konventionellen Landwirtschaft aber auch gerade bei unserem Hobby -zB optimiertes Substrat für Käferlarven das wesentlich größere und vermutlich wohl auch gesündere Tiere hervorbringt. oder die Zucht des Augsburger Bären: man versucht eine der beiden Überwinterungen der Raupen zu vermeiden weil dann die Verluste wesentlich geringer sind. Mit natürlich hat das nix zu tun. Das Baden von Raupen nach der Überwinterung in lauwarmen Wasser ist auch nicht natürlich -aber warum soll mans nicht tun wenn es den Raupen hilft? Ganz so einfach "natürlich ist gut, künstlich ist schlecht" ist es halt auch nicht. Sonst müßtest du in Zukunft auch immer ein paar Schlupfwespen zu deinen Raupen lassen -die sind schließlich auch natürlich..

    VG Chris

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    Hallo Chris,

    interessant, dass Du ebenfalls einen emotionalen Aspekt ansprichst, was ich bislang nicht tat. Ich weiß nicht, ob Insekten etwas fühlen oder nicht, ob sie sich an eine Box, halb so groß wie eine Schuhschachtel "gewöhnen" oder sich in größeren Behältnissen "wohler fühlen".

    Worauf ich hinweisen wil ist: Man kann den Zuchterfolg auf verschiedene Weise verbessern. Man kann die Umgebungsbedingungen optimieren (Kleinklima, Futter, Fernhalten von Feinden, Nachahmen des Frühlingsregen, etc.). Wunderbar, das machen wir wohl alle. Oder man kann die Umgebungsbedingungen so sehr verschlechtern, dass er schließlich doch eintritt. In einer kleinen Kiste werden die Eier nicht gelegt, weil sich das Weibchen, sagen wir mal adaptiert, sondern eher weil das Leben des Weibchens zu Ende geht und es zuvor noch wenigstens ein paar Eier, selbst in dieser Umgebung legt. "Wohlfühlen" hin oder her. Wir sind uns wohl einig, dass ein Lebensraum von 10 x 40 cm kein super-optimaler für einen Tagfalter ist, an den er sich anpasst.

    Sicher kann man so Eier gewinnen. Wahrscheinlich sogar mehr als mit anderen Methoden. Aber jeder kann sich entscheiden, ob er lieber die künstliche Zuchtumgebung optimiert oder eine gezielt Verschlechterung herbeiführt, um zum Zuchterfolg zu kommen. Nein, ich bin kein extremer Tierschutzfanatiker, der nicht will, dass die armen Schmetterlinge leiden. Ein Insekt für drei Tage in eine Schachtel stecken und danach wieder fliegen zu lassen, ist m.E. kein ethisches Kapitalverbrechen. Ich finde aber, wenn man die Bedingungen für Schmetterlinge verändert, sollte man klar sagen, was eben auch ungünstig ist. Und nicht sich die Bedingungen für die eigengen Gefühle schön reden.

    Schönen Gruß, künstlich ist natürlich auch gut. :winking_face:

    Hallo

    Also da bin ich jetzt schon erstaunt. Wo ist denn in meinem Beitrag die Gefühlsdusselei? Ich hab lediglich dich gefragt warum du möglichst Naturnahe Haltungsbedingungen nachempfinden möchtest. Ich wollte den Grund wissen ob du das tust weil du dir erhoffst die Tiere würden sich so wohler fühlen (wobei ich etwas bezweifle ob das der Fall ist) oder ob du das aus ethisch -moralischen Gründen tust (Bespielsweise aus Respekt gegenüber der zunächst freien lebendigen Kreatur-also eher ein philosophischer Aspekt). Oder ob du dir schlicht die besten Zuchterfolge erhoffst wenn du die Natur im Zimmer möglichst genau nachbaust. Aber das der Zuchterfolg unter anderen Bedingungen oft besser ist hab ich ja bereits erwähnt und begründet. Ich geh stark davon aus das dir das auch bekannt ist deshalb habe ich den emotionalen Aspekt eigentlich eher bei dir vermutet....
    Das so manches Weibchen kurz vor dem Tod noch ein paar Eier ablegt ist schon richtig. Aber das sind dann doch eher weniger als wenn es gut genährt normal ablegt. Deine Behauptung man könne die Haltungsbedingungen so lange verschlechtern bis sich dann plötzlich doch der Erfolg einstellt erscheint mir eher abwegig. Erklär doch mal genauer was du damit meinst?

    VG Chris

    oh-oh was geht denn hier ab:))

    konnte wegen dem Umzug nicht vorbeischauen. Hier hat sich ja einiges getan. Merlin, das "unnütz gefangene Männchen" ist längst wieder frei. Du meinst also Schmetterlinge legen-trotz einer kleinen Box- Eier. Die Betonung liegt auf trotz. Ich habe sie ja auch nicht gerne in eine Box verfrachtet, die Erklärung warum habe ich oben schon erläutert. An Gardine kleben, keine Kopula, kein Blumenbesuch, etc...

    so blieb mir keine Wahl, hätte ich überhaupt gewusst daß die Weibchen meistens befruchtet sind, hätte ich das Männchen gar nicht gefangen. Ich weiss aber nicht ob wir jetzt davon ausgehen können, daß Falter genauso fühlen wie wir. Wohlfühlen ist doch ein menschlicher Begriff. Vom moralischen oder ethischen Aspekt aus, hast du natürlich recht. Trotzdem habe ich z.b. viele (Ca. 120) Tagpfauenaugenfalter in die Natur entlassen können, die wegen MIR wohlauf waren. Somit habe ich mein Gewissen reingewaschen:)

    Ich experimentiere ja nicht mit Genen oder mache sonst was unethisches. Mein Gott, habe halt einmal aus Eiern züchten wollen. Habe ja auch bis dato nur Raupen und Eier gesucht und nie Falter gefangen. Habe auch noch nicht Eier von hier bestellt. Und wie kommen die zustande? hier werden ja auch Eier verkauft. Haben all diese Falter sehr naturnah gelebt? ist das ethisch unbedenklich Eier zu verkaufen?? Raupen in eine kleine Box zu stecken die dann tagelang unterwegs ist und hin und her geschleudert wird?? ist das NATURNAH?

    und was ist mit Leuten die per HANDKOPULA Hybriden züchten? nicht sehr natürlich...

    habe ganz vergessen was ich eigentlich schreiben wollte. Die kleinen Räupchen sind geschlüpft. Ich will jetzt aber keine grosse Diskussion breittreten, sondern einfach mal fragen. Obwohl-wenn man fragt, damit es den Tieren besser geht, wird man auch gerügt. Dennoch: Die Räupchen wrden jetzt nichts fressen. Stimmt das so? Wann werden sie wohl fressen wollen? wie lange dauert die Überwinterung? Ab wann soll ich ihnen ihre Futterpflanzen anbieten? und wenn ich dann Futter reintue und versehentlich die Baby-Raupen berühre, wachen die dann auf?? ist dann ihre Überwinterung zu Ende?

    Wie passe ich am besten auf sie auf??

    danke

    Hallo,
    Nesrin.. ich glaube du bist einfach nicht geeignet um Schmetterlinge zu züchten!
    Wen man schon mit der " ich will sie doch nur züchten" und "scheiß auf naturnah" einstellung zur Sache geht, da kann was nicht stimmen!
    Ich nehme mal an das die meisten Halter hier im Forum einen Wert auf Artgerechte Haltung legen!
    Sie sind daran intetressiert eine vollständige Entwicklung vom Ei bis zum vollendeten Schmetterling mit beobachten zu können in einer möglichst Naturnahen umgebung..
    und nicht in einer 40cm x 10cm Box!!!

    nur zur info..
    die "Baby" Raupen über wintern nicht...
    in den läppischen 4 Monaten bis zur Winterruhe sollten die Raupen eigentlich fressen und wachsen!
    im nächsten Frühjahr werden sie sich verpuppen und wenige Zeit später als wunderschöner Schmetterling durch die Gegend flattern!!

    Phill

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