7. November 2013 um 20:46 - Beitrag: Eine innige Beziehung....., Thema: Schmetterlinge züchten: Erfahrungen, Fragen und Antworten
....so könnte man die folgende Situation fast sehen.
Auf der Börse in Kloten bekam ich 3 Puppen-Paare von Daphnis nerii von meinem Freund Uwe Kauz geschenkt, mit dem Hinweis "es doch mal wieder zu versuchen".
Irgendwie war ich gar nicht so sehr begeistert, freute ich mich doch jetzt mal auf die Winterpause, so schön die Arbeit mit den Schmetterlingen im Sommer auch ist.
Aber Uwe und Roman ließen keine Ruhe und so waren auf der Rückfahrt nach Dachau die 6 Tiere wohlverpackt auf der Rückbank im Auto.
Am 7.Oktober schlüpfte dann das erste Weibchen, leider mit einem kleinen Makel am Rüssel, welcher dem Tier im Nachhinein noch Probleme bereiten sollte.
Dann folgen die nächsten zwei Tage die drei Männchen und am 11. Oktober dann diese beiden Mädels, welche sich heute nach der täglichen Fütterung der Kamera präsentierten.
Aber zurück zum Beginn.
Die nächsten drei Tage war nicht viel im Flugkäfig zu beobachten, außer dass einmal früh morgens ein Männchen in etwas komischer Haltung unter einem Weibchen saß, was eine erfolgte Paarung vermuten ließ.
Da sich dann aber wie gesagt kaum was tat, begann ich den Flugkäfig etwas kuscheliger, also etwas "femininer" zu gestalten. Was bei Faltern von nerii eigentlich nur bedeutet, ein paar Triebe der Raupenfutterpflanze in den Käfig zu bringen.
Die Weibchen dankten es mir in der ersten Nacht, mit dem ersten und auch einzigen Ei.
In der zweiten Nacht waren es dann schon 7 Eier. Aha, anscheinend war doch zumindest ein Weibchen befruchtet.
In der dritten Nacht dann, waren plötzlich 100 Eier mehr in den Händen eines glücklichen Schwärmerzüchters.
So legten die Weibchen, in Gesellschaft der Männchen, bis zum 18. Oktober 400 Eier.
An sich nicht schlecht, aber so wie es aussah, legten jetzt alle drei Weibchen ab und dann ist diese Menge eher gering.
So nahm ich zu diesem Zeitpunkt die Männchen aus dem Flugkäfig, damit die Weibchen sich auf´s Eier legen konzentrieren könnten.
Mann weiß ja, dass Frauen sich manchmal leicht vom Wesentlichen ablenken lassen... ![]()
Am 21.Oktober begannen dann die ersten Räupchen zu schlüpfen, mit einer Schlupfrate fast an 100% grenzend.
Zwei Tage später, am 23. Oktober, hatten die Weibchen die 1000er Grenze geknackt. Das kam den Angaben in der Literatur schon mehr näher.
Am 25. Oktober dann starb das erstgeschlüpfte Weibchen nach 17 Lebenstagen, welches sich aufgrund des Makels am Rüssel nicht so gut ernähren ließ, wie die beiden Schwestern.
Zu diesem Zeitpunkt hatten alle drei Tiere zusammen 1300 Eier gelegt.
Die beiden verbliebenen Tiere jedoch zeigen sich bis heute sehr vital und sind mittlerweile 28 Tage alt.
Am 1.11. haben beide Weibchen die 2000er Grenze überschritten und jede Nacht sind immer noch 30-50 Eier im Flugkäfig zu finden.
Die Schlupfrate liegt bis jetzt bei weiterhin fast 100% und ein Teil der Nachkommen der drei Schwestern sind über ganz Europa verteilt und erfreuen andere Schmetterlingsbegeisterte.
Im Sommer hätte ich die Tiere schon lange fliegen lassen, denn wozu sollte jemand soviele Eier benötigen!?
Nun jedoch wäre ein Freisetzen gleichbedeutend mit Tod und ehrlich gesagt interessiert es mich ungemein, wie lange sie noch ihrem Trieb, jede Nacht ihre Eier an die Gaze und die Blätter zu kleben, noch fortführen werden.
Ich finde das einfach irre, was diese kleinen Körper so leisten. ![]()
Rudi