frischgebackene hobby entomologin mit latenter phobie

    aloha!
    tjoah was soll ich sagen..ich finds selbst so lustig das ichs mal loswerden muss und mir im gleichen atemzug vllt ein paar tipps holen will.

    ich versuch mich kurz zu halten, sag aber gleich das es nicht meine stärke ist.
    also arachniden und käfer: geht garnicht.

    ich interessiere mich aber ohnehin immo sehr für schmetterlinge und da ist auch die angst nicht so groß. ich konnte mich da schon mehrfach austesten und halte inzwischen auch raupen. im vordergrund meiner aufzucht steht natürlich das interesse an den tieren, jedoch ist es auch ein guter weg an meiner phobie zu arbeiten.

    ich hab's vor allem mit saturnidae, sprich großen faltern. es gibt ganz tolle bilder, auf denen die falter auf dem blossen finger sitzen und mein ziel wäre es, das mit meinen tieren auch zu schaffen. da ich sie ja selbst aufziehe, entsteht schonmal eine ganz hilfreiche bindung zu ihnen und es gibt auch schon erste fortschritte.

    zum auf die hand nehmen ist es jedoch noch ein weiter weg (natürlich eher die falter, nicht die raupen gg stichwort brennhaare...)
    meine idee wäre nun es, wenns soweit ist, erstmal mit einem latexhandschuh zu versuchen. der gedanke dahinter wäre, das ich dann das krabbeln nicht spüre und mich damit sicherer fühle. es ist ja nicht so das ich mich ernsthaft ekle, es ist einfach eine phobie und die lässt sich mit logik nicht erklären und auch nicht bekämpfen. "die tun dir doch nichts" und "die haben mehr angst vor dir als du vor ihnen" helfen da nicht wirklich zumal letzteres nicht stimmt :face_with_tongue:

    daher die frage: hat das schon mal jemand getestet? würde ich die "krabbelbeine" noch spüren? wie fühlt es sich gerade bei so großen faltern ohne handschuhe an?
    ich hoffe einfach mal den hebel in meinem maroden hirn umlegen zu können. gerade weil ich eine kleine tochter habe und ihr meine angst nicht unbeabsichtigt anerziehen will, ist es mir wichtig was daran zu ändern. zumal ich es auch einfach leid bin, gerade bei arachniden geht die angst bis hin zum kleinen nervenzusammenbruch :unsure:

    ganz klar: raupen und schmetterlinge sind keine kuscheltiere, das weiss ich. und ich würde sie auch nicht halten, wenn sie durch meine phobie bzw irgendwelche reaktionen gefährdet wären. aber ich möchte gern entspannt in jeder form mit ihnen umgehen können und es eben wenigstens ein mal schaffen ganz gelassen einen falter auf der hand zu haben.

    wenn noch irgendwelche fragen offen sind oder euch etwas aufstösst, nur raus damit. ich erklär mich gerne aber der text da oben hatte in den vorigen 2-3 versionen noch die 3fache länge und ich will euch nicht mit unnötigen dingen "vollquatschen". für die info ob bzw ab welcher größe man einen falter durch einen handelsüblichen latexhandschuh noch spürt und auch für andere tipps wie ich welchen tieren gefahrlos nahe kommen kann, wäre ich sehr dankbar. denn nur aus so positiven erfahrungen kann mein hirn lernen und ich im kampf gegen die phobie weiter kommen.

    lg
    thren

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    Hi Denise.

    Finde ich gut, dass du die Sache angehst.
    Ich habe hier bei mir an der Schule eine Lehrerin, die ging noch vor ein paar Jahren gut 5 Meter auf Abstand, als ich ihr den ersten lebenden Totenkopffalter ihres Lebens zeigte.
    Sie hatte nun nicht eine ausgesprochene Phobie, aber doch um einiges mehr als nur "Respekt" vor diesen Tieren. Spinnen gehen immer noch gar nicht, aber der Rest....
    ....letztes Jahr zog sie zusammen mit ihrer 4jährigen Tochter und dem 2jährigen Sohn ihre ersten beiden Totenkopfraupen groß und vor ein paar Wochen hatte sie das erste mal ein Langia-Weibchen auf den bloßen Händen sitzen.
    Und die Langias haben wirklich Krallen die du spüren kannst. Und wenn sie unruhig werden schlagen sie mit den Flügel und quietschen. Also alles das, was sie und wahrscheinlich auch dich, das Weite suchen läßt.
    Aber, trotz etwas Unwohlsein, hat sie es ausgehalten und war gleichzeitig fasziniert.
    Und dieses Jahr müssen es unbedingt wieder Totenköpfe werden.... :grinning_squinting_face:
    Und übrigens sind es seitdem nicht mehr nur "Motten", sondern "schöne Falter" in ihren Augen!

    Nun zum Praktischen.
    Wenn du dir nen Latexhandschuh drüber ziehst, wirst du kaum noch was spüren, ausser du nimmst wirklich die großen Nachtfalter, wie Atlasspinner / Totenkopf etc. auf die Hand.
    Klar, je größer der Falter, desto größer auch die Krallen (Tarsen genannt), mit denen sie sich festhalten. Ansonsten hat so ein Falter, auch wenn er so groß daher kommt, kaum ein Gewicht das er auf die Waage bringt.
    Ein Totenkopf-Falter oder ein Großes Wienernachtpfauenauge wiegt kaum mehr als eine normale Tomatenscheibe aus dem Tomatensalat.
    Und ein Atlasspinner-Weibchen wiegt vielleicht annähernd so viel wie deine Zahnbürste, wenn sie nicht gerade ne elektrische ist. :squint:

    Trotzdem würde ich dir empfehlen ganz klein anzufangen. Gerade auch, wenn du noch keine Zuchterfahrung hast.
    Nimm dieses Jahr die Arten, die wir hier im Forum für die Zucht in den Schulen empfehlen. Es sind dies die kleinen, aber sehr schönen, einheimischen Nesselfalter, wie Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs.
    Wenn die dir über die Hand krabbeln spürst du fast nichts und mit Handschuhen rein gar nichts.

    Sollten es unbedingt aber die Saturniiden sein, fange mit einer Samia cynthia-Zucht an. Dann hast du auch schon dieses Jahr die Falter und musst nicht erst langwierig irgendwelche Puppen überwintern.
    Die Eier gibt es in der Börse für nen Appel und nen Ei, die Raupen sind einfachst aufzuziehen und die Falter sind wunderschön anzusehen.

    Und wenn dich die Sache dann weiterhin fasziniert, dich nicht mehr loslässt und du den Schmetterlingsvirus in dir endgültig verspürst, dann machst du halt mit anderen Arten weiter.
    Aber dazu solltest du erst dieses Jahr ein bisschen Erfahrung sammeln.
    Es ist besser, zu Beginn nicht zu viel zu machen, sonst sind die Rückschläge wegen eventuell versemmelter Zuchten zu demotivierend.

    Tschau und wie gesagt, find ich klasse, dass du diesen Schritt vielleicht wagst.
    Und von einem maroden Gehirn würde ich da nicht sprechen, sondern eher davon, dass da bei dir Potenzial ist, das zu ändern.

    Rudi

    aloha rudi,
    zum thema motte: das ist bei mir keinesfalls abwertend gemeint. ich unterscheide so für mich nur grob die arten. als laie mach ichs mir da noch recht einfach, die tiefe kommt mit der zeit von allein. was also eher wie "der klassische schmetterling" aussieht (z.b. zitronenfalter) ist für mich ein "schmetterling" (ja ich weiss, die ganze tierfamilie heisst so. auch meine "motten" :winking_face: ) und totenkopffalter etc sind für mich "motten" (im sinne von mottenartige, nicht kleiderfressendes ungeziefer. es ist wie bei pflanzen: es gibt kein unkraut/ungeziefer nur in der umgebung erwünschte und eben nicht erwünschte pflanzen/tiere) meine ausdrucksweise darf man nicht immer auf die goldwaage legen, gerade wenn es negativ klingt. ich hab einen schrägen sinn für humor und zugleich die eigenheit geliebte dinge und personen mit negativ klingenden namen zu bezeichnen. meine tochter ist da gern mal das kleine monster oder die zicke, unser hund ist ein "mutiertes meerschweinchen"(rasse shi tzu,das sagt alles)..alles völlig normal, zumindest nach meinen maßstäben :grinning_squinting_face:


    ich habe auch kontakt zu einem sympathischen züchter hergestellt der mich demnächst durch die aufzucht von samia cynthia begleitet. dann passt das ja durchaus :winking_face: d.h. die aufzucht mache ich zwar allein aber ich habe in ihm bei fragen einen kompetenten ansprechpartner.
    das ding ist, ab einer gewissen größe ist ja der krabbelfaktor nicht mehr so groß. könnte sein das sie in meinem kopf eher als "kleines tier" durchgeht denn als "winziges, krabbelndes 'ungeheuer' " (ungeheuer deswegen weils mir nicht geheuer ist, mir angst macht)
    das gerade große falter eher deutlich spürbare krallen haben könnte also schon wieder so intensiv sein, das ich damit besser umgehen kann als mit hauchzarten füßchen eines zierlichen kohlweißlings o.ä. es ist ja dieses zarte krabbeln das mich zum schütteln bringt. kleine, pieksende krallen könnten mich dann schon wieder eher an mäuse und mäusebabys erinnern, welche ich abgöttisch liebe :grinning_face_with_smiling_eyes: es geht ja gerade beim thema phobien auch darum sich selbst aus zu tricksen gg

    aus einer vorrangegangenen, gescheiterten aufzucht (bin noch am recherchieren...der züchter von dem ich die eier habe antwortete mir bisher nicht und ich bin mich noch am erkundigen ob ich nicht doch etwas falsch gemacht habe, wobei überhaupt nur 8 von 30 geschlüpft waren...) habe ich noch 2 a.artemis raupen die sich inzwischen aber gut machen und mich wieder hoffen lassen.
    ansonsten habe ich mir erlaubt ein paar gespinstmotten aus dem gebüsch in meinem vorgarten in obhut zu nehmen um mit einer vllt weniger empfindlichen art erfahrung sammeln zu können. zumal ich da die option habe, sie als falter einfach wieder in die freiheit zu entlassen im gegensatz zu extra bestellten exoten die nicht in die heimische flora und fauna gehören. (auch da weiss ich schon gut bescheid :winking_face: )

    anbei sei noch gesagt das für die tiere ein separater raum zur verfügung steht in dem sie vor kind und hund absolut sicher sind und in dem ich alles nötige wie z.b. auch den flugkäfig aufstellen kann. den flugkäfig muss ich zugegebener maßen erst noch zusammenbauen, hab aber schon das ganze material hier und es ist schnell gemacht. (der rahmen ist der eines stoffkleiderschranks. der stoff fehlt, wäre aber ohnehin nicht das richtige. statt dessen habe ich mir schon insektennetze besorgt mit dem ich das ganze dann umhülle) des weiteren kann ich auch den garten ums haus mitnutzen.
    mehr werde ich dieses jahr auch nicht machen. später würde ich es auch gerne mal mit Macroglossum stellatarum, dem taubenschwänzchen versuchen. ich fand sie schon immer besonders hübsch und mag ihre ähnlichkeiten mit kolibris aber das ist noch zukunftsmusik vielleicht fürs nächste jahr :winking_face:

    danke für die tipps und vor allem sehr nützlichen daten und fakten. damit kann ich schonmal gut arbeiten. denke den handschuh werde ich auf jeden fall brauchen, zumindest für meine psyche um die erste hürde zu kriegen. ansonsten schau ich immer eher spontan was sich ergibt. als ich gestern beim spatziergang immer wieder mal auf ganz winzige grüne raupen gestoßen bin, hatte ich sogar eine auf der hand. aber die betonung liegt da wirklich auf winzig! vllt max 3-4 mm lang und nicht mal 1/4mm breit und absolut unmöglich zu spüren...
    btw ich bin recht stark kurzsichtig und hab dadurch zumindest bei diesem hobby enorme vorteile. brille ab und meine augen werden zum mikroskop :winking_face: ich muss dafür allerdings entsprechend nah an die tiere dran. kann dann aber z.b. bei diesen miniraupen sogar erkennen das sie eine feine, schwarz gesprengelte zeichnung an der seite hatten. die details faszinieren mich immer wieder und lenken mich dann auch von der angst ab wenn ein tier sich dabei bewegt.

    sich bewegende raupen steck ich inzwischen aber auch ganz gut weg :grinning_face_with_smiling_eyes: (wenn nicht gerade ein titan wie ein a.atlas meint mit dem kopf schlagen zu müssen ~hust~ aber ich vermeide es ohnehin so gut es geht sie zu stressen. die beiden sorgenkinder werden besonders behutsam behandelt) mir wirds nur grusellig wenn sie auf einmal ganz flott auf mich zukrabbeln oO gerade a.a. machen das anscheinend ganz gern, weiss nicht wie ich das interprätieren soll XD wobei man so mancher raupe wirklich charakter zusprechen kann, was die persönliche bindung stärkt und das wiederum hilft dann auch nochmal mit die ängste zu überwinden.
    gerade bei den a.a. merke ich auch, das die größe sich eher positiv als negativ auswirkt. ganz genau erklären kann ichs glaube ich nicht aber eine winzige zappellige raupe macht mich eher nervös als meine a.a. "brocken" die inzwischen stolze 4,5-5cm lang und fast 1cm breit sind. es ist also nicht dieses "oh ein riesiges monster!" das problematisch werden könnte, sondern eher "irks lauter kleines krabbelzeugs...", wenn ihr mir diese etwas eigenwillige formulierung verzeiht :winking_face:

    uff schon wieder so viel text ^^' aber ich habe immer das gefühl es fehlt sonst was oder man könnte mich falsch verstehen/etwas falsches von mir denken.

    lg
    denise

    das nennt man dann wohl einen erfolg? :grinning_face_with_smiling_eyes:
    mein selbstgebautes airarium ist nicht ganz dicht und es büchst immer mal jemand aus. sie hocken sich meist direkt an den vorhang am fenster und idr kann ich sie mit dem kächer wieder reinsetzen. heut mit meiner mum und meiner kleinen dabei war ich mutig und hab den kächer unten mit der hand abgedeckt damit das kerlchen nicht erneut ausbüchst. (wie ich jetzt weiss...frau admiral hat also tatsächlich einen partner :winking_face: hatte es gehofft da er deutlich kleiner war als sie. konnte bisher aber kaum genau kucken...)

    kleine rückblende. zuvor hatte ich mit der selbstgemachten kinderknete meiner tochter gespielt und garnicht daran gedacht, das ich mir noch nicht die hände gewaschen hab. (knete: salzteig sprich sehr viel salz, wasser, mehl und für die geschmeidigkeit noch etwas sonnenblumenöl)

    ehe ich mich versah, saß er an meiner hand und hat "an mir gerüsselt" (geschleckt? kA wie man das nennen soll...) hat zwar überwindung gekostet aber nachdem er wieder im airarium war, war mein größtes problem nur noch: wie krieg ich ihn wieder unbeschadet von meiner hand runter?! -.- musste ganzschön überzeugungsarbeit leisten, der wollte garnicht mehr von mir weg :irrelachen:
    war aber alles in allem sehr schön und spannend.

    mich würde jetzt nur interessieren: ist der echt so auf die knete abgefahren? woran lag es? ich kenns von pferden etc das sie salz mögen aber bei schmetterlingen hätte ich das nie gedacht.

    lg
    denise

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