Bestimmung erbeten

    Guten Abend,

    ich bräuchte mal wieder Eure Erfahrung und Fachkenntnis. Zwar habe ich die Beiträge im lepiforum gelesen, bin mir aber dennoch bei den beiden folgenden Faltern nicht sicher. Könnt Ihr mir sagen um welche Epirrita-Art/en es sich handelt.

    Funddatum: Siege Foto

    Fundorte: Deutschland, östliches Brandenburg, Nähe Fürstenwalde

    Vielen lieben Dank

    Christian

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    Hi Leo,

    das soll jeweils das abgepinselte Abdomenende sein. Im Koch und in den Beiträgen vom lepiforum ließt man, dass die Männchen an den Valvenfortsätzen und an den Fortsätzen des 8. Abdomenrings unterschieden werden können. Mir fehlt bei den Arten aber ein konkreter Vergleich, bzw. weiß ich nicht, ob ich auf die richtigen Merkmale schaue. Für mich wirken beide Fotos (sofern ich überhaupt richtig schaue) wie E. autumnata. Aber ich schließe auch dilutata nicht ganz aus.

    Vielleicht kann mir jemand Aufschluss geben, oder sagen, dass die Bilder keinesfalls die entscheidenden Merkmale zeigen.

    Viele Grüße Christian

    Zeige doch mal bitte den Vorderflügel...

    Wenn der gut sichtbare Zeichnung aufweist wäre das aufschlussreich.

    Hier zum Beispiel autumnata aus Südostmecklenburg, genitalisiert durch Horst Pichler.

    Man erkennt deutlich den fast rechten Winkel in der Querlinie saumwärts des Mittelpunktes. Etwas das bei typischen autumnata immer deutlich sichtbar ist. Bei dilutata verläuft diese Linie völlig anders: eine gewellte Linie die meist dicht am Mittelpunkt verläuft und diese oft sogar berührt.

    Bei christy ist der autumnata-Winkel durch einen annähernden Halbkreis ersetzt welcher den Mittelpunkt umrundet bzw deutlich ausspart.

    Fast immer sind das zusätzlich noch auffallend kleine Tiere.

    Achtung!!!

    Ist gibt natürlich bei jeder Epirrhita auch untypisch gezeichnete Exemplare die man anhand der Querlinie nicht bestimmen kann. Auch ist die Kleinheit der christy kein absolutes Dogma. Bei der Häufigkeit der Gruppe kann man die allerdings außen vor lassen. Um aber ein paar sichere Exemplare aus der Masse herauszufischen funktioniert die Methode durchaus. Bei mir ging es halt um sichere Eiablagen: um nicht 1000 Gelege aufziehen zu müssen und erst später anhand der Zuchtmännchen eine Bestimmung zu bekommen.

    S. Diskussion in Lepiforum bei der Horst Pichler reichlich Epirrhita genitalisiert hat welche ich zuvor per Querlinie zugeordnet hatte. Meine Trefferquote lag übrigens bei 100 Prozent...

    Die Querlinie ist übrigens bei den Weibchen oft viel besser zu erkennen da sie meist deutlich schärfer gezeichnet sind.

    Auch läßt sich das Weibchen von christy genitaliter von autumnata/dilutata trennen, was bisher so nicht bekannt war.

    Hallo Andreas,

    vielen lieben Dank für Deine ausführliche Nachricht. Die Bestimmung mit Flügelzeichnung hielt ich immer für ausgeschlossen, aber Deine Trefferquote spricht eine ganz eigene Sprache. Ich habe von beiden Fundplätzen auch je ein Weibchen mitgenommen, jetzt zweifle ich allerdings schon wieder. Ich würde mal alle vier Falter mit anhängen: jeweils ein Foto pro Fundplatz. Könntest Du bitte hier auch raufschauen.

    Beste Grüße und Dank

    Christian

    https://www.lepiforum.de/2_forum.pl?md=read;id=2154

    Ich habe noch eine englische Arbeit die unabhängig von Hans Joachim zu praktisch gleichem Schluß gekommen ist und bei der die Zeichnung noch besser rausgearbeitet ist.

    Erstens ist das aber eine PDF und zweitens habe ich keine Rechte zur Veröffentlichung daran.,

    Der Linienverlauf ist aber laut dieser Arbeit exakt wie oben im Text beschrieben...

    Mir persönlich ging es in diesem Jahr allerdings um sichere Eier von christyi, und da lässt sich das Weibchen genitaliter von autumnata/dilutata abtrennen.

    Bin dafür zwar kein Experte dafür, der Horst Pichler von Lepiforum schon...Er erklärte mir das der Unterschied beim Weibchen im Sklerotisierungsgrad liegt.

    Bei autumnata habe ich gemogelt und die Art aus Finnland gezüchtet. Da fehlen die Schwesterarten komplett und man kann nichts falsch machen.

    Allerdings kommt sie auch hier im norddeutschen Flachland vor, und Deine Tiere passen da ebenfalls gut rein.

    Und immer beachten: Anhand der Querlinie kann man sich ein paar sichere Exemplare rausfischen, was besonders den Züchter freut.

    Aber Du kannst damit nicht alle Tiere die man sieht bestimmen.

    Meine hohe Trefferquote entstand natürlich auch nur deswegen weil ich mich an die Falter gehalten habe die absolut dem Klischee entsprachen....

    Ich bin halt Züchter, und dadurch MUSS ich auch nicht jede mir unterkommende Epirrhita bestimmen....Für mich also perfekt.

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