Issoria lathonia (kleiner Perlmuttfalter) Erfahrung zur Überwinterung gesucht.

  • Schon öfters habe ich aus Eiern des Kl. Perlmuttfalter Raupen gross gezogen und zur Verpuppung gebracht Die Falter liess ich danach fliegen. Im September/Oktober gibt es bei uns die Falter am leichtesten zu finden.

    Über die Überwinterung der Art ist aber immer noch wenig bekannt.

    In der Literatur wird angenommen das hauptsächlich die Raupen überwintern werden.

    Bin auf diesen interessanten Artikelaus dem Jahre 1993 gestossen, https://www.zobodat.at/pdf/Atalanta_25_0193-0197.pdf Da gibt es einen ÜW-Versuch mit allen Stadien allerdings gelang es damals offenbar nicht weder die Eier,Raupen,Puppen oder Falter erfolgreich durch den Winter zu bringen.


    Gerne möchte ich den Versuch starten und suche jemand dem es vielleicht gelungen ist die Art in Mitteleuropa erfolgreich zu überwinter.

    Würde mich sehr freuen auf Eure Erfahrungen und Anregungen zum Thema.


    Viele Grüsse,

    André

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  • Hallo Andre,


    in den Buch "Handbuch der Schmetterlingszucht" von Ekkehard Friedrich wird folgendes beschrieben.

    Gerade in dieser Hinsicht verhalten sich die Perlmutterfalter sehr uneinheitlich. Bei wenigen Arten überwintert die Raupe fertig entwickelt im Ei, so bei F. niobe,F. adippe und A. laodice. Bei letzterer schlüpft ein Teil der Raupen noch im Sommer oder Herbst, nimmt aber außer der Eihülle keine Nahrung auf. Dieses Verhalten ist typisch für M charlotta, P maja, A paphia und B. alethea Hemming (F. arsilache Esp.) Wegen der Zartheit der Tiere ist hier die Gefahr des Vertrocknens oder Verschimmeln sehr groß. Man läßt die Raupen entweder an der Basis von eingetopften Grashorsten überwintern oder - bei A. paphia - auf mäßig feucht und kühl untergebrachten rissigen Rindenstücken, wo in der Natur auch die Eiablage erfolgt. So bald wie möglich , also schon ab Anfang Februar, beginnt man mit getrieben Pflanzen die Zucht. In allen übrigen Fällen überwintert bei den Perlmutterfaltern die Raupe frühestens nach der 2.Häutung. Die Raupe der meisten Arten leben an Violaceen (Veilchengewächse), auch Gartenstiefmütterchen werden in diesem Falle angenommen.


    Schöne Grüße


    Carola :falter:

  • Hallo Carola,


    Danke für Deine Ausführung. Das "Handbuch der Schmetterlingszucht" von Ekkehard Friedrich habe ich auch schon viele Jahre und wenn auch schon in die Jahre gekommen immer noch ein tolles Werk mit wertvollen Tipps.


    Eiraupen von Argynnis paphia habe ich auch schon öfters erfolgreich überwintert hier ist das Stadium auch klar definiert in welchem sie den Winter überdauern hingegen zu I.lathonia wo es offenbar kein definiertes Überwinterungsstadium zu geben scheint.


    Vermutlich migrieren im Frühling Falter aus dem Süden und deren Nachkommen"zumindest der grösste Teil" in sehr frostigen Wintern bei uns abstirbt ?!

    Hingegen dürften in Südeuropa mediterranen Gegenden lediglich einer verlangsamung der Entwicklung führen.


    Deswegen wäre es sehr interessant zu erfahren wenn jemand hier eine Überwinterung dieser Art geschafft hat ?!


    Viele Grüsse,

    André

  • Kleiner Perlmuttfalter (Issoria lathonia) Überwinterung ?! Aber wie ?!


    Hier eine chronologische Darstellung nach meinem gewagten Versuch diese Art durch den Winter zu bringen.


    09.09.23 Ein frisches Weibchen gefangen in einem 30x30x30cm Aerarium mit V.arvensis (Ackerveilchen) und Blumen gesetzt aber 2 Tage keine Eiablage erfolgt!

    12.09.23 Dazu ein Männchen gefangen da der Verdacht das Weibchen noch nicht begattet war.

    14.09.23 folgte eine Kopula danach Männchen gleich wieder freigelassen.

    16.09.23 Eiablage an V.arvensis.

    19.09.23 Das Weibchen nach Ablage von ca. 50 Eier in gutem Zustand wieder freigelassen.

    23.09.23 erste Raupen schlüpften davon 10 Raupen Indoor in Plastikbox an V.arvensis bis zur Puppe gross gezogen. Diese Puppen (9) Puppen in Garage 15°C Kunstlicht gelagert.

    Die restlichen Raupen (Menge geschätzt 30+) an getopften Hornveilchen V.tricolor im Freien und mit Gaze geschützt belassen.

    13.10.23 erste Puppen (9) Puppen in Garage schlüpfen.

    20.10.23 Die 9 Falter im Freien in Styropor Kiste mit Gazefenster gehalten mit Skabiosen und Flockenblumen und gelegentlicher Fütterung mit Honiglösung.

    Ende Nov.23 die ersten Falter sterben und bis Anfang Dezember waren alle tot.


    Ende Januar 2024 die erste Raupen L2 im Topf gesichtet. Jetzt ging alles gut und ab anfang März mussten neue Veilchen dazugestellt werden.

    Heute am 24. März hängen die ersten Puppen im Käfig. Ein paar Raupen fressen noch und andere haben sich zur Verpuppung an der Gaze festgesponnen.

    Insgesamt hat die Hälfte 15 den Winter gut gemeistert.


    Somit ist es mir gelungen und bewiesen das eine Überwinterung im Raupenstadium möglich ist. Es ist noch zu erwähnen das der Winter 23/24 auch relativ warm war.

    Lokalität ist Nördlich von Zürich Schweiz 400m.ü.M


    Allen einen schönen Sonntag

    André

  • Vielen Dank für die Likes :smiling_face:


    Obwohl so ganz ohne Bilder wirkt es etwas trocken darum noch schnell raus nach dem Graubelschauer und noch 2 Bilder vom Zuchtgefäss geknippst.

    Der Überzug ist eine Damenstrumpfhose man schneidet die Beine weg und hat so gleich auch ein Zugang oder Sichtfenster von oben.


    Im Winter habe ich noch getrocknetes Moos um die Veilchen getan damit die Raupen sich darin verkriechen konnten.

    Die ersten Veilchen waren noch getopft, später im Februar als die Raupen Appetit kriegten einfach noch weitere dazugestellt.


    Guten Sonntagabend,André

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