Posts by Fleischmann

    Ich habe einmal etwa 10 Eier aus der Türkei im September im Auto mitgebracht, außerdem in einer Plastiktüte ein Bündel Arbutus unedo-Zweige. Die Zweige habe ich zu Hause im Kühlschrank aufbewahrt und nach Bedarf gewässert gefüttert. Dem Wasser hatte ich etwas Glucose zugesetzt, da ich gehört hatte das sei günstig. Leider fingen die Zweige an zu schimmeln, als die Raupen fast verpuppungsreif waren. Ich habe daraufhin neue Zweige aus Südfrankreich geholt. Zwischen Weihnachten und Neujahr schlüpften dann die Falter, verlustfrei und deutlich größer als in der Natur. Ein paar Jahre später hatte ich das gleiche Problem mit dem Schimmel. Ich bot daraufhin Rosenblätter an. Die bereits fast erwachsenen Raupen verhungerten.

    G. Fleischmann

    Wenn du die Falter nur zum Schmuck in den Strauß stecken möchtest, finde ich, daß er da sogar natürlicher aussieht, wenn er so prepariert ist wie bei deinem ersten Versuch und nicht nach herkömmlicher Art. Ein wissenschaftlicher Aspekt leidet darunter nicht.

    Gruß

    G. Fleischmann

    Mich würde es einmal interessieren, wie stark ein Kokon mit Reuse durch das Schlüpfen des Falters zerstört wird. Leere Kokons würden allerdings an der Oberfläche des Kochwassers schwimmen und weniger benetzt werden.

    Eine kurze Bemerkung zu Brombeerranken.
    Ich habe vor Jahren im Winter Raupen von Eacles imperialis anchicayensis? an Brombeere gezogen. Ich wunderte mich,daß vor allen Dingen Jungraupen scheinbar friedlich an den Zweigen saßen aber tot waren. Sie hatten sich kaum erkennbar an den Stacheln aufgespießt. Ich habe daraufhin beim Futterwechsel mühsam alle Stacheln entfernt. Die Raupen gediehen nun prächtig. Die von mir später angepflanzten verschiedenen stachellosen Sorten hatten im Winter leider kein so makelloses Laub.
    Einen guten Rutsch ins neue Jahr
    wünscht
    G. Fleischmann

    There exsists some literature about crossbreeding of Hyalophora species. I remember one: Collins, M. M. Hybridization and speciation in Hyalophora (Insecta: Lepidoptera: Saturniidae): A reappraisal of W. R. Sweadner's classic study of a hybride zone. Annals of Carnegie Museum. Vol. 66, Number 4 Pp. 411 - 455 (1997)
    This paper might be a little special. At least you will find here more reverences about this topic .
    Regards
    G. Fleischmann

    Ich möchte zu diesem Tema nur anmerken, daß man mit Sodiumhypochlorid sehr schnell die Schalen von Insekteneiern total entfernen kann, daß also genau die nötige Konzentration und Inkubationsdauer heraus gefunden werden muß, damit die Embryonen auch am Leben bleiben. Nur z. B.: Eier von D. melanogaster befreit man von der Schale bei einer Konzentration von 2,5% und fünfminütigem Rühren.
    Frohes Experimentieren wünscht
    Gerhard Fleischmann

    Hallo Sven,


    so auf die Schnelle fällt mir dazu eine Literaturstelle ein, die vielleicht aber schon etwas zu speziell ist.
    Henke, K. Versuch einer vergleichenden Morphologie des Flügelmusters der Saturniiden auf entwicklungsphysiologischer Grundlage. Nova acta Leopoldina. Halle (Saale), Band 4 (1936)
    Auf welchen Seiten dieser Artikel steht, habe ich leider nicht in meinen Unterlagen notiert. Aber es sind etliche. Dieses Buch kann man in öffentlichen Bibliotheken bestellen.


    Viel Spaß
    G. Fleischmann

    Ich schicke nie Zuchtmaterial in die USA. Einerseits dauert es zu lange, andererseits fürchte ich die rechtlichen Folgen, wenn ich einmal in die USA einreise. Sie haben dort sehr strenge Bestimmungen, was die Einfuhr von lebenden Insekten betrifft and NSA is watching you.
    Gruß an alle
    G. Fleischmann

    Ich habe früher hin und wieder Raupen und Pflanzen für Lebenszykluskästen präpariert, und zwar nach den Vorschriften, wie sie auf Seite 30 (Raupen) und 39 (Pflanzen) in der " Biologie der Schmetterlinge" von Forster - Wohlfahrt beschrieben werden. Ich hatte mir dazu aus dem Blech einer großen Dose in Anlehnung an die Abbildung in diesem Buch den Präparierofen gebogen. Zur gleichmäßigen Wärmeverteilung benutzte ich eine Kupferplatte (Aluminium tut es auch). Weiterhin braucht man einen Blasebalg, ein paar Glaspipetten und eine Wärmequelle. Man kann das Ganze auch auf eine Herdplatte stellen. Ich fand es vorteilhaft, den Ofen während des Gebrauchs je nach der gewünschten Temperatur abzudecken. Die Raupen waren mit dieser Methode nach maximal einer halben Stunde fertig. Zur Fixierung der Raupenhaut habe ich mir analog der Abbildung im Forster - Wohlfahrt einen Draht zurecht gebogen. Er sollte leicht federnd sein. Haarige Raupen sehen besonders echt aus, soweit sie nicht bei der Prozedur die Haare verlieren.
    Viel Spaß und nicht beim ersten Mißerfolg verzweifeln!
    G. Fleischmann

    Meine erste berufliche Anstellung war für 2 Jahre bei einem Ameisenmenschen (Karl Gößwald). Es war völlig normal, in den Nestern von Formica polyctena Rosenkäfer und deren Engerlinge zu finden. Gößwald beschreibt das auch in dem Kosmos-Bändchen von 1955 "Unsere Ameisen II". Demnach leben die Larven von Cetonia floricola und C. aurata im Nestmaterial von Roten Waldameisen, Wiesenameisen und Strunkameisen.

    Die abgebidete Larve ist eine Steinfliege (Plecoptera). Typisch sind die paarigen "Schwanzanhänge". Zum Bestimmen der Gattung ist ein Spezialist nötig.


    Einen schönen Abend


    G. Fleischmann

    Ich züchte seit einigen Jahren Actias dubernardi völlig problemlos, obwohl sie in der Zwischenzeit eine totale Inzucht sein dürften. Ich denke, sie sind in der Zwischenzeit bestens für die üblichen Zuchtbedingungen ausgelesen. Das heißt natürlich nicht, daß sie unter natürlichen Bedingungen optimal überleben würden. Ich tippe deshalb eher auf eine Infektion, die durch das Futter eingeschleppt wurde. Auch Labortiere wie z. B. Mäuse, Fruchtfliegen usw. werden bewußt als Inzuchtstämme gezogen, da sie sich so besser wegen ihrer genetischen Gleichheit zur Haltung und für wissenschaftliche Untersuchungen eignen.


    Übrigens, die von Josef 6764 gezogenen A. dubernardi stammen nicht von mir.


    G. Fleischmann

    Nik hat die Methode schon richtig beschrieben. Die Blasen entstehen allerdings nicht durch zu schnelles Eingießen, sondern durch die Hitzeentwicklung beim Polymerisieren. Deshalb muß man in dünnen Schichten gießen und jedesmal warten bis diese fest geworden sind. Schmetterlinge verlieren allerdings beim Eingießen ihre Farben, was bei Strukturfarben besonders deutlich wird. Ich habe in meiner Schulzeit einmal einen Morpho eingegossen. Die Flügel waren nachher durchscheinend braun.


    Trotzdem viel Spaß dabei


    G.Fleischmann

    Herr Reißmann hat das Thema Parthenogenese angeschnitten. Es ist hierzu zu sagen, daß Parthenogenese, also die Entwicklung aus unbefruchteten Eiern, bei den Schlupfwespen die Regel ist, um männliche Nachkommen zu erzeugen. Das Gleiche gilt auch für alle anderen Hymenopteren, zu denen neben den verschiedenen Schlupfwespenfamilien auch Bienen, Wespen, Ameisen usw. gehören. Wenn Hunderte von Schlupfwespen aus einer Raupe oder Puppe schlüpfen, gehören diese gewöhnlich zu den Chalcididae und stammen von einem einzigen Ei ab. Sie entstehen durch Polyembryonie und sind somit auch alle vom gleichen Geschlecht.


    Beste Grüße


    G. Fleischmann

    Liebe Züchterkollegen,


    zuerst einmal besten Dank für die schnellen Antworten. Das erste Weibchen stammt aus Südfrankreich (S.t Cyr-s-M.), die anderen fünf aus der Vorderrhön etwa 5 km südlich von Fulda. Die Abdomen dieser fünf sind zwar typisch für S. pavonia, mich irritiert jedoch, daß die distale Zackenlinie der Hinterflügel bei dem linken mittleren und dem linken unteren Weibchen stark abknickt. Das ist nicht der Fall bei dem Weibchen rechts oben. Leider sieht man dies bei den etwas kleinen Abbildungen nicht allzu deutlich. Außerdem sind die Hinterflügel rötlich überhaucht, wie man es häufig bei S. pavoniella findet.


    Viele Grüße


    Gerhard Fleischmann