Beiträge von Christian Schw.

    Das ist im Grunde alles schon alter ranziger Forums-Käs... :grinning_squinting_face:
    Soll heißen, dass es eine Art Kinderkrankheit eines jeden Forums ist, dass dieses einige Zeitlang über sich ergehen lassen muss. Hier ist ACTIAS beileibe nicht das erste Opfer... Zum Teil resultiert das aus dem zeitweise gehäuften Zustrom an Jungvolk, das dem betreffenden Forum einige sehr interessierte und fähige, leider auch viele weniger "eloquente" Charaktere beschert. Das ist nun mal so, denn ein Internet-Forum dient nicht immer nur dem betreffenden Hobby, sondern, so schwer das auch zu verstehen sein mag, ist nun mal auch eine gute Methode, sein Ego zu pflegen. :winking_face:
    Es tut mir leid, dass ich jetzt zum Buhmann werde, nachdem jeder geflissentlich betont hat, nichts gegen die Jungspunte sagen zu wollen. Es ist aber nunmal so, dass die entsprechenden "Problem-Bären" meist von jüngeren Mitgliedern stammen.
    Das ist ein rein demographisches Phänomen, gegen das man kaum was ausrichten kann außer einer rigorosen Moderation - womit aber auch klar sein soll, wem diese Aufgabe obliegt. Wie gesagt, man sollte sich einfach daran gewöhnen (bis zu einem gewissen Maß), denn höherer Traffic bedeutet auch immer einen höheren Anteil an Geblubber. Das ist der Lauf der Forums-Welt.

    VGC

    Einen schwerwiegenden Kritikpunkt gibt es an der Genrtechnologie in der heute praktizierten Form, die das ganze wesentlich komplexer macht als einen simplen Vergleich mit früherer Zucht: der "Züchter", ob das nun die Natur oder eine Person ist, setzt immer am Phänotyp an, also am ganzen Organismus. Man züchtet also überlebensfähige Organismen heruas, in denen das gesuchte Merkmal (das meist schon als Alleltyp im Genom enthalten war) möglichst optimal ins Genom des Organismus integriert ist und mit den anderen Genen interagiert. Die Genetik setzt am Genotyp an, also direkt an den Genen, und baut Merkmale ein, ohne deren Kompatibilität mit dem restlichen Genom zu testen. Der Test ist praktisch die Überlebensfähihkeit, doch klappt die Abstimmung mit den restlichen Funktionen nicht immer problemlos. Ei Analogon aus der klassischen Zucht wären Qualzuchten: man hat ein Merkmal erschaffen, aber der Organismus als Ganzes ist nicht fit (im evlolutionären Sinne). Die Kunst der Genetik besteht nun darin, die transgenen Organismen, die man geschaffen hat, ökologisch zu integrieren - was auch bedeutet, ihre Eignung als Futter zu testen sowie ihre Interaktion mit anderen Organismen. Hier ist "Langzeit" das Schlüsselwort und hier hakt es auch in der Umsetzung. Kritik an Gentechnologie sollte nicht bedeuten, sie pauschal zu verteufeln, sondern dazu führen, die negativen Auswirkungen auszumerzen oder zumindest auf ein erträgliches Mass zu reduzieren. Aktuell ist die Wissenschaft der Politik weit voraus, was den Konzernen entsprechende Manipulationslücken erlaubt. Man sollte sich vor Augen führen, dass nicht die Wissenschaft das Problem ist, sondern die Politik und unser Wirtschaftswesen.

    Einen schwerwiegenden Kritikpunkt gibt es an der Genrtechnologie in der heute praktizierten Form, die das ganze wesentlich komplexer macht als einen simplen Vergleich mit früherer Zucht: der "Züchter", ob das nun die Natur oder eine Person ist, setzt immer am Phänotyp an, also am ganzen Organismus. Man züchtet also überlebensfähige Organismen heruas, in denen das gesuchte Merkmal (das meist schon als Alleltyp im Genom enthalten war) möglichst optimal ins Genom des Organismus integriert ist und mit den anderen Genen interagiert. Die Genetik setzt am Genotyp an, also direkt an den Genen, und baut Merkmale ein, ohne deren Kompatibilität mit dem restlichen Genom zu testen. Der Test ist praktisch die Überlebensfähihkeit, doch klappt die Abstimmung mit den restlichen Funktionen nicht immer problemlos. Ei Analogon aus der klassischen Zucht wären Qualzuchten: man hat ein Merkmal erschaffen, aber der Organismus als Ganzes ist nicht fit (im evlolutionären Sinne). Die Kunst der Genetik besteht nun darin, die transgenen Organismen, die man geschaffen hat, ökologisch zu integrieren - was auch bedeutet, ihre Eignung als Futter zu testen sowie ihre Interaktion mit anderen Organismen. Hier ist "Langzeit" das Schlüsselwort und hier hakt es auch in der Umsetzung. Kritik an Gentechnologie sollte nicht bedeuten, sie pauschal zu verteufeln, sondern dazu führen, die negativen Auswirkungen auszumerzen oder zumindest auf ein erträgliches Mass zu reduzieren. Aktuell ist die Wissenschaft der Politik weit voraus, was den Konzernen entsprechende Manipulationslücken erlaubt. Man sollte sich vor Augen führen, dass nicht die Wissenschaft das Problem ist, sondern die Politik und unser Wirtschaftswesen.

    Ich habe mich nicht für den kritiklosen Einsatz transgener Organismen ausgesprochen. Tatsächlich stehe ich der aktuellen Politik dieses Thema betreffend und der im Moment gängigen Praxis eher kritisch gegenüber. Trotzdem zeigt auch Dein Post, dass Du nicht viel Ahnung von der Thematik hast. Die Machenschaften internationaler Konzerne (neben jenem mit M gibt es noch zwei mit B und eines mit N) in der sog. Dritten Welt sind verabscheuungswürdig, keine Frage. Andererseits stellt sich die Frage, ob man auf lange Sicht ohne genetisch veränderte Organismen auskommen kann. Hier sind weder Panikmache noch sinnlose Emotionalität gefragt, sondern strenge Regelungen und Langzeitstudien, bevor irgendwelche Schlüsse gezogen werden können.

    Ich habe mich nicht für den kritiklosen Einsatz transgener Organismen ausgesprochen. Tatsächlich stehe ich der aktuellen Politik dieses Thema betreffend und der im Moment gängigen Praxis eher kritisch gegenüber. Trotzdem zeigt auch Dein Post, dass Du nicht viel Ahnung von der Thematik hast. Die Machenschaften internationaler Konzerne (neben jenem mit M gibt es noch zwei mit B und eines mit N) in der sog. Dritten Welt sind verabscheuungswürdig, keine Frage. Andererseits stellt sich die Frage, ob man auf lange Sicht ohne genetisch veränderte Organismen auskommen kann. Hier sind weder Panikmache noch sinnlose Emotionalität gefragt, sondern strenge Regelungen und Langzeitstudien, bevor irgendwelche Schlüsse gezogen werden können.

    Es ist wahr, auf Europa habe ich mich bezüglich des Zitats nicht bezogen, da gibt es nichts mehr zu retten an urspr. Landschaft (außer in Bielowieza). Ich muss Dir aber widersprechen, wenn Du sagst, es gäbe Wald überall, tatsächlich sind die Wälder früher weniger dicht gewesen (Megafauna läßt grüßen) und mosaikartig in verschiedene Sukzessionsstadien gegliedert, wie sonst kämen die ganzen lichthungrigen Wald-Arten in unsere Landschaft? Da gibt es einige gute Artikel drüber.
    Auch muss einem klar sein, dass die von uns so hochgelobten Habitate, also Trockenrasen usw., im Grunde nur frühsukzessionale Flecken sind, die unter hohem Energieaufwand (!) ständig gestört werden müssen, um zu persistieren. Das wäre nicht nötig, wenn wir noch große unberührte Landschaften hätten, die ihre Mosaikstruktur ausbilden könnten und damit kleinräumig auch Primärstandorte dieser Qualität hervorbringen würden. Heute wird Naturschutz nur nach dem Motto "möglichst artenreich" betrieben, ohne auf regionale und lokale Eigenarten einzugehen - was nicht selten bedeuten würde, auf die eine oder andere Art zugunsten einer authentischen Lebensgemeinschaft zu verzichten.

    Was meinen Spruch angeht, so ist gerade das Nebelwaldbeispiel ein schlechtes, denn: dieser Wald ist aufgrund der Störung kein urspr. Habitat mehr und damit weniger divers (Diversität vereinigt Artenreichtum mit Abundanzen) als ein Primärwald. Tatsache ist, dass Habitate degenerieren, sobald menschliche Aktivitäten das natürliche Gefüge verändern. Natürlich ist jedem klar, dass ein teilweise genutzter Wald besser ist als eine Eukalyptus- oder Teak-Monokultur, keine Frage. Man muss aber immer eine recht große Kernzone haben, die aus Primärwald besteht und damit als Refugium, der die umliegenden Regionen mehr oder weniger starker Nutzung immer wieder mit Arten "impft". Dann kann dieses nachhaltige Konzept funktionieren, ja selbst Mischkulturen in der Nähe können sehr artenreich sein, für Laien sehen diese sogar oft artenreicher aus als der Wald selbst. Das Problem ist, es funktioniert nur dann, wenn man eine unberührte Kernzone hat, hat man diese nicht, wird der Wald oder was auch immer da ist auf lange Sicht verarmen. Daher stimmt der Spruch "use it or lose it" eben nicht oder nur bedingt, nämlich wenn man auch Kernzonen ohne "usage" übrigläßt. Übrigens ist auch Brandrodung eine durchaus sinnvolle Landwirtschaftsform für die Tropen, sie macht nur Probleme, wenn der zyklische Feldbau aufgrund von Überbevölkerung zu einem Feldbau "in breiter Front" wird. Aber das führt jetzt zu weit.

    VGC

    Es ist wahr, auf Europa habe ich mich bezüglich des Zitats nicht bezogen, da gibt es nichts mehr zu retten an urspr. Landschaft (außer in Bielowieza). Ich muss Dir aber widersprechen, wenn Du sagst, es gäbe Wald überall, tatsächlich sind die Wälder früher weniger dicht gewesen (Megafauna läßt grüßen) und mosaikartig in verschiedene Sukzessionsstadien gegliedert, wie sonst kämen die ganzen lichthungrigen Wald-Arten in unsere Landschaft? Da gibt es einige gute Artikel drüber.
    Auch muss einem klar sein, dass die von uns so hochgelobten Habitate, also Trockenrasen usw., im Grunde nur frühsukzessionale Flecken sind, die unter hohem Energieaufwand (!) ständig gestört werden müssen, um zu persistieren. Das wäre nicht nötig, wenn wir noch große unberührte Landschaften hätten, die ihre Mosaikstruktur ausbilden könnten und damit kleinräumig auch Primärstandorte dieser Qualität hervorbringen würden. Heute wird Naturschutz nur nach dem Motto "möglichst artenreich" betrieben, ohne auf regionale und lokale Eigenarten einzugehen - was nicht selten bedeuten würde, auf die eine oder andere Art zugunsten einer authentischen Lebensgemeinschaft zu verzichten.

    Was meinen Spruch angeht, so ist gerade das Nebelwaldbeispiel ein schlechtes, denn: dieser Wald ist aufgrund der Störung kein urspr. Habitat mehr und damit weniger divers (Diversität vereinigt Artenreichtum mit Abundanzen) als ein Primärwald. Tatsache ist, dass Habitate degenerieren, sobald menschliche Aktivitäten das natürliche Gefüge verändern. Natürlich ist jedem klar, dass ein teilweise genutzter Wald besser ist als eine Eukalyptus- oder Teak-Monokultur, keine Frage. Man muss aber immer eine recht große Kernzone haben, die aus Primärwald besteht und damit als Refugium, der die umliegenden Regionen mehr oder weniger starker Nutzung immer wieder mit Arten "impft". Dann kann dieses nachhaltige Konzept funktionieren, ja selbst Mischkulturen in der Nähe können sehr artenreich sein, für Laien sehen diese sogar oft artenreicher aus als der Wald selbst. Das Problem ist, es funktioniert nur dann, wenn man eine unberührte Kernzone hat, hat man diese nicht, wird der Wald oder was auch immer da ist auf lange Sicht verarmen. Daher stimmt der Spruch "use it or lose it" eben nicht oder nur bedingt, nämlich wenn man auch Kernzonen ohne "usage" übrigläßt. Übrigens ist auch Brandrodung eine durchaus sinnvolle Landwirtschaftsform für die Tropen, sie macht nur Probleme, wenn der zyklische Feldbau aufgrund von Überbevölkerung zu einem Feldbau "in breiter Front" wird. Aber das führt jetzt zu weit.

    VGC

    Ja ja, die böse Genetik! Die meisten haben keine Ahnung, wovon sie da reden. Ich will mal ein Beispiel geben (es gibt natürlich auch andere Bedrohungen als unten dargelegt).
    Vor Jahren habe ich mal auf einer Tropenökologie-Konferenz einen genialen Vortrag von irgendeinem (Name längst entfallen) Landwirtschaftsexperten gehört. Anfangs dachte ich auch, der wil hier nur Lobbyarbeit machen, umso erstaunter war ich über die Qualität (und den Sinn) seiner Aussagen. Im Kern ging es ihm um 2 Themen. Die erste war auch für die militanten Ökos nachvollziehbar, da hat er für den Erhalt lokaler Sorten und gegen die Vereinheitlichung von Saatgut plädiert (mit allen bekannten Problemen). Zweitens jedoch hat er dargelegt, dass die heutigen Probleme (also vor allem die Konvertierung von naturnahem Land in Acker und Plantage) nur durch Intensievierung behoben werden kann. Denn je extensiver man landwirtschaftet, umso mehr Wald, Savanne usw. muss gerodet werden, um die gleiche Menge an Ertrag zusammenzubringen. Man sollte also die bereits vorhandenen Flächen intensiver bewirtschaften (inklusive Dünger, Pestizideinsatz und Gentechnik), um die noch vorhandene Natur zu schonen. Intensive Bewirtschaftung inpliziert aber keinen exorbitanten Einsatz an Dünger und chem. Keulen, sondern eine auf den jeweiligen Standort abgestimmte Mange. Wie immer, und das war ihm klar, sieht die Realität auch hier anders aus, weil die Bauern zu Überdosierungen neigen.
    Bevor man also immer ins gleiche Horn bläst, sollte man sich klarmachen, wogegen man eigentlich angeht. Man kann nicht alles haben, und außerdem: will man das, was noch da ist, schützen, muss man den Menschen draußen lassen. Das lange Zeit propagierte "use it or lose it" Konzept hat fast nie funktioniert.

    Ja ja, die böse Genetik! Die meisten haben keine Ahnung, wovon sie da reden. Ich will mal ein Beispiel geben (es gibt natürlich auch andere Bedrohungen als unten dargelegt).
    Vor Jahren habe ich mal auf einer Tropenökologie-Konferenz einen genialen Vortrag von irgendeinem (Name längst entfallen) Landwirtschaftsexperten gehört. Anfangs dachte ich auch, der wil hier nur Lobbyarbeit machen, umso erstaunter war ich über die Qualität (und den Sinn) seiner Aussagen. Im Kern ging es ihm um 2 Themen. Die erste war auch für die militanten Ökos nachvollziehbar, da hat er für den Erhalt lokaler Sorten und gegen die Vereinheitlichung von Saatgut plädiert (mit allen bekannten Problemen). Zweitens jedoch hat er dargelegt, dass die heutigen Probleme (also vor allem die Konvertierung von naturnahem Land in Acker und Plantage) nur durch Intensievierung behoben werden kann. Denn je extensiver man landwirtschaftet, umso mehr Wald, Savanne usw. muss gerodet werden, um die gleiche Menge an Ertrag zusammenzubringen. Man sollte also die bereits vorhandenen Flächen intensiver bewirtschaften (inklusive Dünger, Pestizideinsatz und Gentechnik), um die noch vorhandene Natur zu schonen. Intensive Bewirtschaftung inpliziert aber keinen exorbitanten Einsatz an Dünger und chem. Keulen, sondern eine auf den jeweiligen Standort abgestimmte Mange. Wie immer, und das war ihm klar, sieht die Realität auch hier anders aus, weil die Bauern zu Überdosierungen neigen.
    Bevor man also immer ins gleiche Horn bläst, sollte man sich klarmachen, wogegen man eigentlich angeht. Man kann nicht alles haben, und außerdem: will man das, was noch da ist, schützen, muss man den Menschen draußen lassen. Das lange Zeit propagierte "use it or lose it" Konzept hat fast nie funktioniert.

    Es lebe die Paranoia, oder wie? :grinning_squinting_face:
    Leider fürchte ich, dass zumindest ein Teil davon wahr ist. Man sieht das schon daran, wie die NATURA 2000 Anträge gelaufen, oder besser gesagt nicht gelaufen sind.
    Mitteleuropa ist in Sachen Diversität schon ziemlich auf dem absteigenden Ast.