"Geschützte" Arten inserieren?

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Schwalbenschwänze an gentechnisch veränderten Pflanzen fressen.


    Hallo Frank!
    Bin ich hier bei Spekulatius? :nixweiss:

    Diese pauschale Aussage (Vermutung deinerseits) ist genauso schlimm, wie die von dir angeprangerten Aussagen zur grünen Politik in Deutschland, denn die (Gen-)manipulationsmöglichkeiten sind sehr zahlreich.
    In einem Forum wie diesem sollten Fakten präsentiert werden und nicht Vermutungen bis hin zur Polemik! Dieses Gebiet kann man getrost den sog. Politikforen überlassen.
    Zu welchen teilweise abstrusen Ergebnissen Vermutungen führen, sieht ja ja im Bestimmungsteil. :face_with_rolling_eyes::grinsen:

    Unabhängig davon vertrete ich die gleiche Meinung zur Wichtigkeit und Verantwortung der Lehrer wie ihr.

    Mit schönen Grüßen von spinne

    Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen,
    aber haben keine Bedenken, dies mit leerem Kopf zu tun,

    Orson Welles

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    Ja ja, die böse Genetik! Die meisten haben keine Ahnung, wovon sie da reden. Ich will mal ein Beispiel geben (es gibt natürlich auch andere Bedrohungen als unten dargelegt).
    Vor Jahren habe ich mal auf einer Tropenökologie-Konferenz einen genialen Vortrag von irgendeinem (Name längst entfallen) Landwirtschaftsexperten gehört. Anfangs dachte ich auch, der wil hier nur Lobbyarbeit machen, umso erstaunter war ich über die Qualität (und den Sinn) seiner Aussagen. Im Kern ging es ihm um 2 Themen. Die erste war auch für die militanten Ökos nachvollziehbar, da hat er für den Erhalt lokaler Sorten und gegen die Vereinheitlichung von Saatgut plädiert (mit allen bekannten Problemen). Zweitens jedoch hat er dargelegt, dass die heutigen Probleme (also vor allem die Konvertierung von naturnahem Land in Acker und Plantage) nur durch Intensievierung behoben werden kann. Denn je extensiver man landwirtschaftet, umso mehr Wald, Savanne usw. muss gerodet werden, um die gleiche Menge an Ertrag zusammenzubringen. Man sollte also die bereits vorhandenen Flächen intensiver bewirtschaften (inklusive Dünger, Pestizideinsatz und Gentechnik), um die noch vorhandene Natur zu schonen. Intensive Bewirtschaftung inpliziert aber keinen exorbitanten Einsatz an Dünger und chem. Keulen, sondern eine auf den jeweiligen Standort abgestimmte Mange. Wie immer, und das war ihm klar, sieht die Realität auch hier anders aus, weil die Bauern zu Überdosierungen neigen.
    Bevor man also immer ins gleiche Horn bläst, sollte man sich klarmachen, wogegen man eigentlich angeht. Man kann nicht alles haben, und außerdem: will man das, was noch da ist, schützen, muss man den Menschen draußen lassen. Das lange Zeit propagierte "use it or lose it" Konzept hat fast nie funktioniert.

    Noch sind wir zwar keine gefährdete Art, aber es ist nicht so, dass wir nicht oft genug versucht hätten, eine zu werden. (Douglas Adams)

    Das lange Zeit propagierte "use it or lose it" Konzept hat fast nie funktioniert.


    Mit dieser Aussage bin ich nicht ganz - eigentlich überhaupt nicht - einverstanden Christian. Reden wir von Biotopen, die sich dadurch auszeichnen unberührt zu sein, dann bekommst du noch ein bedingtes "Okay" von mir. Denn der Grundsatz, dass man erst effektiv schützt, was man auch nutzt, stimmt schon, nur mit der Umsetzung klappt's nicht, weil die Frage nach dem WIE nutzen und schützen nicht geklärt ist.

    Voll einverstanden bin ich mit dir jedoch bezüglich Gentechnik. Den meisten Menschen erscheint sie wie ein rotes Tuch, ohne dass sie sich jedoch bewusst sind, dass die Natur das grösste Gentechlabor überhaupt ist und seit Milliarden von Jahren rumwurstelt, was ausprobiert und wieder vernichtet. Wenn dabei bereits vorhandene Organismen untergehen - wen kümmert's? Dann war es einfach nicht überlebensfähig. Es ist seltsam, zu sehen, wie sich die Menschen an Bestehendes festklammern und dies in einer Welt die noch nie stillgestanden hat, sondern permanent Veränderungen hervorbringt. Vermutlich sind wir uns im Unterbewusstsein klar darüber, dass auch wir nur eine Episode, vielleicht nur ein Episödchen auf diesem Planeten sind. Oder glaubt einer ernsthaft, dass wir es länger machen, als dass wir unsere Lebensgrundlagen erhalten können...? Aber zurück zu deinem Zitat:

    Mein früheres Beispiel aus dem peruanischen Andennebelwald zeigt, dass das Konzept - richtig gemacht - sehr wohl funktionieren kann. Andere Mächte pfuschen da rein und deshalb geht der Wald den Bach runter.

    Soweit zu den "unberührten" Landschaften. Nur - diese findet man in Europa praktisch nicht. Europas Gesicht ist jenes einer Jahrtausende alten Kultur und Nutzung. Ohne diese stünde Wald von Skandinavien bis ans Mittelmeer, von der Bretagne bis zum Ural. Nur selten unterbrochen durch Flusslandschaften die sich nicht durch Auen charakterisieren oder durch wenige klimatsich bedingte Steppengebiete. Doch genau die Arten dieser kleinen Gebiete konnten unheimlich davon profitieren, dass der Mensch die Landschaft formte, trocknete und Licht in sie rein brachte.

    Es gäbe keine Diskussionen über Blumenwiesen-, Hecken- oder Moorschutz, weil alles längst verbuscht und wieder vom Wald zurück erobert worden wäre, wenn man den Menschen draussen lassen würde, wie du sagt Christian. Europa ist das Resultat unseres Tuns und wir können deshalb nicht einfach aufhören zu tun - aber eben WIE das ist die Frage. Unsere Ahnen - also die Schuldigen an der grossartigen Artenvielfalt - haben die Arbeit nicht aus Freude an der Nachtigall oder dem Neuntöter gemacht, sondern weil sie dadurch ihr Überleben am besten sichern konnten. Der Rest war reine Begleiterscheinung einiger Opportunisten, die sich auf Kosten der ursprünglichen Arten in den neu geschaffenen Biotopen breit machten. Wenn's damals schon Naturschutzbehörden gegeben hätte - uiuiuiuiui :grinning_squinting_face: ?!?

    Na und heute sollen die Leute einfach schützen, weil es so schön ist? Das ist nicht die Natur des Menschen und wird hundertpro schiefgehen. Sie schützen nur das, wovon sie glauben, dass es ihnen ein besseres Leben beschert. Folglich ist es wichtig, die Menschen das Richtige glauben zu lassen. Und da hat eben auch jeder wieder eine andere Meinung.

    Gruss


    Bernhard

    Es ist wahr, auf Europa habe ich mich bezüglich des Zitats nicht bezogen, da gibt es nichts mehr zu retten an urspr. Landschaft (außer in Bielowieza). Ich muss Dir aber widersprechen, wenn Du sagst, es gäbe Wald überall, tatsächlich sind die Wälder früher weniger dicht gewesen (Megafauna läßt grüßen) und mosaikartig in verschiedene Sukzessionsstadien gegliedert, wie sonst kämen die ganzen lichthungrigen Wald-Arten in unsere Landschaft? Da gibt es einige gute Artikel drüber.
    Auch muss einem klar sein, dass die von uns so hochgelobten Habitate, also Trockenrasen usw., im Grunde nur frühsukzessionale Flecken sind, die unter hohem Energieaufwand (!) ständig gestört werden müssen, um zu persistieren. Das wäre nicht nötig, wenn wir noch große unberührte Landschaften hätten, die ihre Mosaikstruktur ausbilden könnten und damit kleinräumig auch Primärstandorte dieser Qualität hervorbringen würden. Heute wird Naturschutz nur nach dem Motto "möglichst artenreich" betrieben, ohne auf regionale und lokale Eigenarten einzugehen - was nicht selten bedeuten würde, auf die eine oder andere Art zugunsten einer authentischen Lebensgemeinschaft zu verzichten.

    Was meinen Spruch angeht, so ist gerade das Nebelwaldbeispiel ein schlechtes, denn: dieser Wald ist aufgrund der Störung kein urspr. Habitat mehr und damit weniger divers (Diversität vereinigt Artenreichtum mit Abundanzen) als ein Primärwald. Tatsache ist, dass Habitate degenerieren, sobald menschliche Aktivitäten das natürliche Gefüge verändern. Natürlich ist jedem klar, dass ein teilweise genutzter Wald besser ist als eine Eukalyptus- oder Teak-Monokultur, keine Frage. Man muss aber immer eine recht große Kernzone haben, die aus Primärwald besteht und damit als Refugium, der die umliegenden Regionen mehr oder weniger starker Nutzung immer wieder mit Arten "impft". Dann kann dieses nachhaltige Konzept funktionieren, ja selbst Mischkulturen in der Nähe können sehr artenreich sein, für Laien sehen diese sogar oft artenreicher aus als der Wald selbst. Das Problem ist, es funktioniert nur dann, wenn man eine unberührte Kernzone hat, hat man diese nicht, wird der Wald oder was auch immer da ist auf lange Sicht verarmen. Daher stimmt der Spruch "use it or lose it" eben nicht oder nur bedingt, nämlich wenn man auch Kernzonen ohne "usage" übrigläßt. Übrigens ist auch Brandrodung eine durchaus sinnvolle Landwirtschaftsform für die Tropen, sie macht nur Probleme, wenn der zyklische Feldbau aufgrund von Überbevölkerung zu einem Feldbau "in breiter Front" wird. Aber das führt jetzt zu weit.

    VGC

    Noch sind wir zwar keine gefährdete Art, aber es ist nicht so, dass wir nicht oft genug versucht hätten, eine zu werden. (Douglas Adams)

    Man muss aber immer eine recht große Kernzone haben, die aus Primärwald besteht und damit als Refugium, der die umliegenden Regionen mehr oder weniger starker Nutzung immer wieder mit Arten "impft". Dann kann dieses nachhaltige Konzept funktionieren, ja selbst Mischkulturen in der Nähe können sehr artenreich sein, für Laien sehen diese sogar oft artenreicher aus als der Wald selbst.

    Du sagst es Christian. Und genau diese Randbedingungen fand man dort in Peru vor. Nur dass der genutzte Teil nicht um die Kernzone herum stand, sondern letztere den Nutzwald umstand. Und zwar an den steilen unbegehbaren und deshalb zu mühsamen Stellen für die Waldbauern. Sie hatten genug an der zur Verfügung stehenden Fläche und brauchten sie nicht weiter vor zu treiben. Doch nun stehen auf den flacheren Teilen Kühe für McDonalds und die steilen Flanken werden mit intensiv gespritzten Chiliarten und Kartoffeln bebaut. Dies tun die ärmeren Bauern, die nu plötzlich an diese Hänge ran können, weil durch die Rodung der Weg dorthin frei wurde.

    Und bezügl. Wald muss ich ebenfalls zugeben nicht präzise genug gewesen zu sein. WALD ist natürlich ein weiter Begriff, der unheimlich viele verschiedene Biotope beinhaltet. Von trocken bis dauernass, von gleissend hell bis stockdunkel und dies noch bei etlichen verschiedenen Klimaten. Der Kombinationsmöglichkeiten bigt es somit praktisch unendliche. Der perfekte Spielplatz für Mutter Natur sich in Sachen Artenausbildung auszutoben.

    Gruss

    Bernhard

    Es ist zwar vollkommen ab vom Thema, aber das macht mich emotional

    Voll
    einverstanden bin ich mit dir jedoch bezüglich Gentechnik. Den meisten
    Menschen erscheint sie wie ein rotes Tuch, ohne dass sie sich jedoch
    bewusst sind, dass die Natur das grösste Gentechlabor überhaupt ist und
    seit Milliarden von Jahren rumwurstelt, was ausprobiert und wieder
    vernichtet.

    Mag sein, aber es ist nicht der Mensch, der da da
    seit Milliarden Jahren rumwerkelt. Sondern "die Natur". Und die hat (vermutlich) kein Ziel
    vor Augen. Der Mensch muß bei seinem Ausprobieren aufpassen, dass er
    nicht am Ende sich selber "vernichtet". Die Natur hat schließlich auch
    Uran und Plutonium "gemacht" aber nicht die Atombombe. Nicht ohne Grund wurde die Ausbringung des sog. Gen-Mais in Deutschland dieses Jahr aufgrund öffentlichen Drucks im letzten Moment noch gekippt. Es ist vollkommen unklar, was der für Auswirkungen auf die allg. Fauna und Flora hat. Und ich kann jede Sorge des Otto-Normalverbrauchers diesbezüglich verstehen.

    Unterbewusstsein klar darüber, dass auch wir nur eine Episode, vielleicht nur ein Episödchen auf diesem Planeten sind. Oder glaubt einer ernsthaft, dass wir es länger machen, als dass wir unsere Lebensgrundlagen erhalten können...?

    Und Du meinst, die Gentechnik schafft das? Grundlegend falsch. Es werden auf der Welt noch immer mehr Lebensmittel hergestellt als gebraucht werden. Der Rest wird vernichtet. Den hungernden Teil der Weltbevölkerung erreicht dieser Überfluß nicht, und auch hier bringt die von einigen wenigen Monopolisten propagierte Politik (nichts anderes ist das) keinen Segen. Mit dem gentechnisch verändertem Saatgut werden die regionalen Bauern, die in gutem Glauben den Vertrag mit der Firma mit dem großen M (nein, nicht Mafia, die ist Kinderkacke dagegen, auch nicht McDonalds) eingehen, in Abhängigkeit, Ruin und Tod getrieben. Ebendiese Firma strengt derzeit ein Patent auf das Genom des Schweines an. Ist das nicht vollkommen krank und perfide? Ich kann es nicht leiden, wenn Verbrechern das Wort geredet wird.

    Ich habe mich nicht für den kritiklosen Einsatz transgener Organismen ausgesprochen. Tatsächlich stehe ich der aktuellen Politik dieses Thema betreffend und der im Moment gängigen Praxis eher kritisch gegenüber. Trotzdem zeigt auch Dein Post, dass Du nicht viel Ahnung von der Thematik hast. Die Machenschaften internationaler Konzerne (neben jenem mit M gibt es noch zwei mit B und eines mit N) in der sog. Dritten Welt sind verabscheuungswürdig, keine Frage. Andererseits stellt sich die Frage, ob man auf lange Sicht ohne genetisch veränderte Organismen auskommen kann. Hier sind weder Panikmache noch sinnlose Emotionalität gefragt, sondern strenge Regelungen und Langzeitstudien, bevor irgendwelche Schlüsse gezogen werden können.

    Noch sind wir zwar keine gefährdete Art, aber es ist nicht so, dass wir nicht oft genug versucht hätten, eine zu werden. (Douglas Adams)

    Und Du meinst, die Gentechnik schafft das? Grundlegend falsch. Es werden auf der Welt noch immer mehr Lebensmittel hergestellt als gebraucht werden. Der Rest wird vernichtet. Den hungernden Teil der Weltbevölkerung erreicht dieser Überfluß nicht, und auch hier bringt die von einigen wenigen Monopolisten propagierte Politik (nichts anderes ist das) keinen Segen. Mit dem gentechnisch verändertem Saatgut werden die regionalen Bauern, die in gutem Glauben den Vertrag mit der Firma mit dem großen M (nein, nicht Mafia, die ist Kinderkacke dagegen, auch nicht McDonalds) eingehen, in Abhängigkeit, Ruin und Tod getrieben. Ebendiese Firma strengt derzeit ein Patent auf das Genom des Schweines an. Ist das nicht vollkommen krank und perfide? Ich kann es nicht leiden, wenn Verbrechern das Wort geredet wird.

    Hallo Sven

    Tut mir leid, wenn du dich geärgert hast über etwas, was völlig anders gemeint war. Das Problem heute ist - und dieses meinte ich - dass die Allermeisten entweder für die Gentechnologie (aus welchen vielleicht dubiosen Gründen auch immer...) sind oder sie strikte ablehnen (mit welcher Wissensgrundlage auch immer...). Doch selten wird einfach nur objektiv drauf geschaut und sachlich diskutiert. Will sagen, es ist nicht die Technologie, die Schlimmes bewirkt, sondern die Menschen, die sie nicht verantwortungsbewusst einsetzen. So wie Medizin, sie kann gelcihzeitig Segen und auch Fluch sein.

    Die ganze Sortenzüchterei bei Nutztier und -pflanze wie sie seit Jahrtausenden stattfindet, ist nicht anderes als Genmanipulation - und zwar immer schon mit einem bestimmten Ziel vor Augen. Dafür brauchte man jedoch enorm viel Zeit und produzierte ungalublich viel "Ausschuss". Nun gibt es da eine Technologie, mit welcher man die gewünschten Resultate nicht erst im Zeitraum von einigen Jahrzehnten und vielen Artgenerationen erzielen kann - oder eben könnte, wenn Menschen dahinter stehen, die die nötige Verantwortung und Vorsicht mitbringen.

    Die Natur hat sehr wohl ein Ziel - wenn man es so nennen will - bei ihrer Form von Artenproduktion. Sie will jede neu entstehende ökologische Nische mit Leben besetzen. Und zwar nicht nur mit irgendwas sondern mit dem, das am besten dafür gerüstet ist. Und weil sich die Bedingungen eben ständig ändern, gibt es ständig neue Nischen, an welche die Arten neu angepasst werden müssen.

    Mit den "Lebensgrundlagen" meinte ich am allerwenigsten Nahrung, so wie du angedeutet hast. Pragmatisch gesehen ginge es dabei ja nur um blosse Energie, die unseren Körpern in verwertbarer Form zugeführt wird und das wird kaum ein Problem sein. Ich dachte viel mehr an die Bedingungen, für die wir uns über einige hundertausend Jahre (oder Millionen?) entwickelt haben. Z.B. sind unsere Körper so ausgerichtet, dass sie innerhalb bestimmter Temperaturgrenzen überleben können oder dass sie Wasser- und Luftverunreinigungen nur bis zu einem bestimmten Grad verarbeitenkönnen. Andere Organismen brauchen andere Bedingungen zum Überleben. Die Natur würde nun dafür sorgen, währenddem sich die Lebensgrundlagen ändern, dass sich immer wieder einzelne Individuen leicht verändern und ihre Überlebensfähigkeit mit den Genen weitergeben (einfach ausgedrückt - mir ist bewusst, dass das Ganze wesentlich komplexer ist). Nun habe ich vom Fluch der Medizin gesprochen - und dies wo du Arzt bist... Wieder rein pragmatisch betrachtet, verhindert sie mit allen verfügbaren Mitteln, dass wir uns anpassen, indem sie auch die zur Vermehrung kommen lässt, die von der Natur ausgeschieden würden. Und unter diesem Gesichtspunkt fällt es uns doch schon viel schwerer zu rufen, lasst einfach die Natur alles machen... Wer will es den Menschen verübeln, wenn sie die Medizin zu Hilfe nehmen, um ihr Leben damit zu retten? Und doch klinken wir uns als Art dadurch aus dem ausgeklügelten, weil über Millarden von Jahren erprobt, verbessert und bewährt, Gentech -Programm der Natur aus. Wir verhindern also, dass wir uns anpassen an natürliche Veränderungen und somit auf natürlichem Weg überlebensfähiger würden. Theoretisch könnten wir so eine Art bleiben, die sich für eine völlig andere Umwelt entwickelt hat. Wenn wir also die Natur nicht machen lassen wollen, weil wir mit den damit verbundenen Opfern und dem Leid nicht konfrontiert werden wollen, wer soll es denn dann richten? Ob wir's nun wollen oder nicht, ohne Anpassung geht nichts. Sachlich gesehen muss man einfach zugeben, dass dann irgend jemand sonst die Gene manipulieren müsste - oder man betet.

    Ich hoffe nun Sven, dass ich deinen Ärger etwas besänftigen konnte und nicht noch mehr davon verursacht habe. :upside_down_face:

    Bernhard

    Einen schwerwiegenden Kritikpunkt gibt es an der Genrtechnologie in der heute praktizierten Form, die das ganze wesentlich komplexer macht als einen simplen Vergleich mit früherer Zucht: der "Züchter", ob das nun die Natur oder eine Person ist, setzt immer am Phänotyp an, also am ganzen Organismus. Man züchtet also überlebensfähige Organismen heruas, in denen das gesuchte Merkmal (das meist schon als Alleltyp im Genom enthalten war) möglichst optimal ins Genom des Organismus integriert ist und mit den anderen Genen interagiert. Die Genetik setzt am Genotyp an, also direkt an den Genen, und baut Merkmale ein, ohne deren Kompatibilität mit dem restlichen Genom zu testen. Der Test ist praktisch die Überlebensfähihkeit, doch klappt die Abstimmung mit den restlichen Funktionen nicht immer problemlos. Ei Analogon aus der klassischen Zucht wären Qualzuchten: man hat ein Merkmal erschaffen, aber der Organismus als Ganzes ist nicht fit (im evlolutionären Sinne). Die Kunst der Genetik besteht nun darin, die transgenen Organismen, die man geschaffen hat, ökologisch zu integrieren - was auch bedeutet, ihre Eignung als Futter zu testen sowie ihre Interaktion mit anderen Organismen. Hier ist "Langzeit" das Schlüsselwort und hier hakt es auch in der Umsetzung. Kritik an Gentechnologie sollte nicht bedeuten, sie pauschal zu verteufeln, sondern dazu führen, die negativen Auswirkungen auszumerzen oder zumindest auf ein erträgliches Mass zu reduzieren. Aktuell ist die Wissenschaft der Politik weit voraus, was den Konzernen entsprechende Manipulationslücken erlaubt. Man sollte sich vor Augen führen, dass nicht die Wissenschaft das Problem ist, sondern die Politik und unser Wirtschaftswesen.

    Noch sind wir zwar keine gefährdete Art, aber es ist nicht so, dass wir nicht oft genug versucht hätten, eine zu werden. (Douglas Adams)

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    Trotzdem zeigt auch Dein Post, dass Du nicht viel Ahnung von der Thematik hast.

    Woraus auch immer Du das schließen magst. Dein letzter Post geht doch eigentlich auch in die Richtung, die ich einschlage: Eigentlich beherrschen wir die Gentechnologie nicht in dem Maße, wie wir uns das wünschten, und was Du beschreibst, sind die bekannten Probleme. Ich möchte wetten, dass die meisten Probleme der gentechnisch veränderten Organismen sich erst noch offenbaren, inklusive bezüglich ihrer ökologische Relevanz. Natürlich ist das alles faszinierend, wenn man Biologe ist (von Allmachtsfantasien will ich hier nicht sprechen, das wäre naiv), aber je tiefer man in der Materie steckt, desto weniger sieht man sich mit ihrer Peripherie konfrontiert. Ich selber arbeite auch mit rekombinant hergestellten Produkten. Ist eben so. Aber die Dimensionen verändern sich.
    @ bernhard: ich unterstelle niemandem bösen Willen oder so. Ich denke, dass dieser Gentechnik-Karren ordentlich gegen die Wand knallen wird. Und Du hast Recht mit Deinen Bedenken über die Entwicklung der Biologie des Menschen, global gesehen die reine Katastrophe. Solche Gedanken verschwinden relativ schnell, wenn man einen kranken Menschen vor sich hat oder selber krank ist. Betrachtet man allerdings die Intelligenz des Menschen als evolutionsbedingten Überlebensfaktor und Selektionskriterium, dann passt die Sache wieder.
    Götz: Du hast Recht.
    hm - leider fällt mir zum Hauptthema grad nix ein. :frowning_face:

    Ich denke, dass dieser Gentechnik-Karren ordentlich gegen die Wand knallen wird. Und Du hast Recht mit Deinen Bedenken über die Entwicklung der Biologie des Menschen, global gesehen die reine Katastrophe

    Mit dem ursprünglichen Thema hat dies sicher nichts zu tun - ausser wenn man alles unter dem grossen Hut von Entwicklungen/Reentwicklungen verstauen will. Aber interessant ist es allemal.

    Sven, ich habe deine Stelle zitiert, weil du damit haargenau das sagt, was ich früher mit den veränderten Lebensgrundlagen angesprochen habe. WIR MENSCHEN knallen an die Wand, weil wir die Kontrolle über unsere Geschwindigkeit verlieren. Um die Natr mache ich mir keine Sorgen, die findet ihre eigene Lösung weiter zu machen und der Mensch ist als Episode abgehakt.

    Wir neigen dazu nur A zu sagen, ohne auch B sagen zu wollen. Genauer gesagt, wir pfuschen nun mal in so vielen Bereichen der Natur ins Handwerk, ohne die Konsequenzen überhaupt nur zu erahnen. Und da gibt es jetzt eine Technologie die eingesetzt werden KÖNNTE, angerichtete Schäden oder Fehlentwicklungen in nützlicher Zeit in den Griff zu bekommen. Sie einfach zu verbieten, weil wir nicht richtig damit umgehen, erachte ich als den falschen Weg. Wie sollte man denn je lernen, sie korrekt anzuwenden? Was würde zum Beispiel die Medizin ohne die vielen Drogen machen, wenn die nicht mehr produziert würden, weil sie eben auch sehr viel Not und Leid verursachen? Mit dem Zerstören eines Lernfeldes an einer potentiell guten Sache ist niemandem gedient. Und jetzt mache ich den Bogen zurück zum Thema: Die gute Sache ist der Gedanke Naturschutz, Die Umsetzung pervertiert langsam aber, weil sie zu wenig überlegt stattfindet und eher den Naturzerstörern nützt als der Natur.


    Bernhard

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