Ansiedeln von heimischen Arten - Informationen gesucht

    Hallo liebe Schmetterlingfreunde,

    Ich habe vor zwei Jahren einen großen Garten (1300 qm) gekauft. Es handelt sich um ein Hanggrundstück in einem Weinanbaugebiet, wobei der Berg, an dem das Grundstück liegt, so gut wie nicht mehr bestellt wird (also auch weniger Pestizide). Es gibt viele brachliegenden Stücke, verwildert mit Brommbeeren, Waldrebe, Schlehen und vielen anderen Pflanzen. Auf meinem Grundstück gibt es alte Kirsch-, Apfel, Birnbäume, Quetschen und Mirabellenbäume, des weiteren Holunder, Nuß, Birke, Buche, Flieder und Weißdornbestand, in der Nähe noch Robinien und Kastanien. Ich habe zusätzlich Johannesbeeren, Himbeeren, buddeleia davidii, Magnolien, Kamelien, Feigen und einiges mehr angepflanzt. Zusätzlich habe ich viele Zwiebeln vergraben: Krokusse, Tulpen, Narzissen, usw. gesteckt. Auch lasse ich verwilderte Inseln stehen mit Brennesseln usw. Ausserdem betreibe ich eine kleine Imkerei in dem Garten.

    Nun zu meiner Frage: Ich möchte gerne heimische Schmetterlingsarten ansiedeln und dafür zusätzlich aus Zucht vermehrte Exemplare einbringen, da es sehr wenige Arten an diesem Berg gibt, zumindestens nach meiner bisherigen unqualifizierten Beobachtung. Dies hat auch als Grund, dass ich natürlich an dem Lebensweg der Schmetterlinge interessiert bin und durch ihre Zucht diesen auch nahe erleben möchte. Hier spielen auch Gedanken mit hinein, das ich mir bessere Chancen für meine Makrofotografie verspreche. Also schlage ich drei Fliegen mit einer Klappe, dachte ich. Der Gedanke, dass mehr Tagfalter im Garten umherflattern ist natürlich ebenfalls verlockend.

    Nun möchte ich aber erfahrene Entomologen und passionierte Amateure als erstes einmal zu Rate ziehen. Ist es sinnvoll, so vorzugehen? Gibt es rechtliche/ökologische Schwierigkeiten, wenn ich heimische Schmetterlingsarten als Zuchtmaterial kaufen möchte, bzw. in meinem Garten aussetzen möchte?

    Beobachten konnte ich bisher Zitronenfalter, Taugpfauenaugen, Schachbrett und Weißlinge, sowie Spanner. Auch eine Pyramideneulenraupe habe ich schon entdeckt.

    Problematisch ist wohl, dass ich auch recht viel für die Singvögel im Garten mache (Nistkästen, Füttern im Winter), was wahrscheinlich den Faltern nicht so entgegen kommt.

    Würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet, bzw. mir vielleicht auch die richtige Richtung weisen würdet, wie ich mein Vorhaben umsetzen könnte und dabei keine Fehler mache. Macht es Sinn, wenn die Futterpflanzen vorhanden sind (was ich ja schon vorbereitet habe), Falter auszusetzen, um die Population zu erhöhen, nicht vorhandene Arten anzusiedeln?

    Viele Grüße,

    Ivo

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    Ich möchte Euch nocheinmal bitten, mich mit Informationen zu unterstützen. Über Hilfe wäre ich wirklich dankbar!

    wichtig wäre für mich zu erfahren, ob ich Schmetterlinge zur Ansiedelung ausetzen darf und ob Ihr das für sinnvoll haltet. Des Weiteren möchte ich fragen, welche Arten im Bereich der Bergstrasse bei Heidelberg denn heimisch sind, also unbedenklich ausgesetzt werden dürfen, oder ob es egal ist was ich aussetze.Ich nehme aber mal an, dass es Sinn macht bestimmte Arten zu bevorzugen. Besonders gefallen würden mir Schwalbenschwänzchen, Admiral, Fuchs, Pfauenaugen, Bläulinge usw. eigentlich alles bis auf Weisslinge, die es hier genügend gibt.

    Ich habe gesehen, dass es hier auch die Möglichkeit gibt, Puppen und Eier zu beziehen. Leider ist alles mit lateinischen Namen verschlüsselt, wodurch ich wohl noch eine Weile zum orientieren brauche. gibt es denn Züchter, die sich besonders auf heimische Arten spezialisiert haben? Wenn ja, könnte ihr mir vielleicht den Kontakt herstellen? Das würde mich sehr freuen!

    Und zuletzt würde ich noch gerne wissen, wann ich denn im Jahr mit den Vorbereitungen beginnen muß, damit ich das Jahr möglichst effizient anfangen kann.

    Würde mich über Hilfe wirklich freuen!

    Viele Grüße,

    Ivo

    PS: Bitte entschuldigt, dass ich das Thema zuerst wohl in der falschen Kategorie eingestellt hatte und vielen Dank für das Umsetzen.

    Hallo Ivo,

    Das Ansiedeln von heimischen Faltern klappt in den meisten Fällen nicht. Es spielen einfach zu viele Umweltfaktoren eine große Rolle. Das sind z. B. Vegetation, Lage des Grundstücks, Wettereinflüsse, natürliche Feinde. Nicht zu vergessen der meistens negative Einfluß des Menschen in der näheren Umgebung. Für eine stabile Population ist das Grundstück einfach zu klein.Du kannst nur warten, was sich von selbst ansiedelt und hoffen, daß dies von Dauer ist. Meistens bleibt eine Art nur 1 bis 2 Saisonen, dann verschwindet sie wieder, obwohl sich der Biotop sich optisch nicht verändert hat.

    Viel Erfolg wünscht dir trotzdem

    Werner

    Nach dieser eher negativen Antwort vielleicht noch eine optimistischere.
    Ich habe vor fünf Jahren auf dem Gurten, einem kleinen Vorstadt-Hügel von Bern, lokal der Hausberg genannt, über 2500 Schwalbenschwanzraupen gezüchtet und die Schmetterlinge fliegen lassen. Zusätzlich wurde weiträumig bei Hecken und am Waldrand wilde Möhre zur Eiablage gesät.
    Erfolg der Aktion: nicht messbar.
    Dafür kamen ein Jahr später Anwohner aus einem gut 10 km entfernten Wohngebiet und erzählten, wie viele Schwalbenschwanz-Falter sie in ihren Gärten zurzeit beobachten können.

    Nun zu deinen Fragen:

    • Das Aussetzen von gezüchteten einheimischen Faltern der Arten, die du genannt hast, ist unbedenklich.
      Auch Zuchten von mehreren tausend Schmetterlingen haben keinen langfristigen Einfluss auf die Gesamtpopulation.
      Die Voraussetzungen für eine stabile Schmetterlingsfauna sind viel komplexer - das Züchten hat nur in ganz wenigen Ausnahmefällen einen nachweisbaren Einfluss.
    • Der Schwalbenschwanz ist eine auffällige Art, leicht zu züchten und auch bestens geeignet, wenn es dir darum geht, andere Leute auf die Problematik der Schmetterlinge aufmerksam zu machen. Dazu brauchst du im Garten ein paar Stauden Gewürzfenchel (Foeniculum vulgare).
      Eier und Jungraupen vom Schwalbenschwanz kriegst du bei ACTIAS ab April.
    • Die Raupen vom Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Distelfalter und Admiral fressen an Brennnesseln. Aber nicht alle Nesseln sind geniessbar. Brennnesseln brauchen mageren Boden. Ebenfalls sehr leichte Zucht. Eier findest du als ganze Gelege, meist 100 bis 200 Eier, ab Ende Mai auf jungen Brennnesseln.
    • Praktisch alle Arten kommen und gehen, bleiben und verschwinden, wie Werner es beschrieben hat, ohne offensichtlichen Grund. Das soll dich aber nicht hindern, in deinem Garten Raupen zu füttern und die Schmetterlinge der Natur zu übergeben. Du wirst Enttäuschungen erleben und auch Überraschungen.
    • Zuchttipps kriegst du hier bei ACTIAS jederzeit. Trag deine Adresse unter Mein Profil in die Karte ein. Dann siehst du auf der Karte, welche Züchter in deiner Nähe wohnen. Daraus ergibt sich vielleicht ein persönlicher Kontakt, und ein erfahrener Züchter schaut sich deinen Garten an.
    • Schmetterlingsgerechte Gartengestaltung beginnt heute. Das Herbstlaub bietet Schmetterlingen, Käfern und anderen Insekten gute Quartiere für die Überwinterung. Deshalb Laub unter Hecken und Bäumen liegen lassen, um die Humusbildung des Bodens zu fördern. Laubsauger oder -bläser sollten nur auf Straßen und befestigten Wegen eingesetzt werden.

    Wie auch immer: Schmetterlinge kommen nicht über Nacht, um deinen Garten zu erobern. Aber wenn sie mal vorbei kommen, sollten sie einen Garten finden, der ihren Bedürfnissen entspricht:

    • Einheimische Wildpflanzen mit Nutzen als Nektarspender oder Raupennahrung anpflanzen
    • Verzicht auf synthetische Schädlingsbekämpfungs-und Düngemittel und auf Torfprodukte
    • Exotische Pflanzen nur in Ausnahmefällen anpflanzen; keine Arten, die einheimische verdrängen können
    • Auf dem Balkon die Geranien & Co. mit einheimischen, nektarreichen Arten ersetzen
    • Möglichst vielfältige Lebensräume schaffen; wo immer möglich etwas Wildnis im Garten tolerieren
    • Blumenreiche Wiesen ansäen, diese nur selten und jeweils nicht die ganze Fläche auf einmal mähen
    • Kleinstrukturen für Überwinterung anbieten: altes Gras, Kletterpflanzen, Asthaufen, dürre Stauden


    Viel Erfolg mit deinem Schmetterlingsgarten!

    :smiling_face_with_sunglasses:

    Hallo Ivo,

    ich kann mich Werners Meinung nur anschliessen - ein Erfolg ist die Ausnahme. Erschwerend kommt hinzu daß die meisten Arten komplexe Habitatanforderung stellen. Der Lebensraum der Raupen ist meistens anders beschaffen als der Lebensraum der Falter. Dazu kommt noch, daß Nahrungsaufnahme und Geschlechterfindung der Falter wiederum meist in verschiedenen Biotopen stattfinden. Aus der Literatur kenne ich einige Versuche mit Freisetzung teils riesiger Stückzahlen (manchmal mehrere tausend Falter zB. um den Apollo wieder einzuführen) die fast immer nicht funktioniert haben. Auch kann man argumentieren, daß die Freisetzung von Zuchstämmen die in Freiheit lebenden Arten gefährden kann, da ja Tiere aus Massentierhaltung mit der einhergehenden Krankheitsproblematik verwendet werden, und diese Krankheiten dann auf die eh schon unter Druck stehenden freien Stämme übertragen werden.

    Insgesamt lässt sich vereinfacht sagen, daß es Spezialisten und Generalisten gibt was den Lebensraum betrifft. Spezialisten haben eine sehr komplexe Biologie und lassen sich in der Regel nicht auswildern und Generalisten kommen sowieso vorbei und nutzen den Lebensraum wenn die Minimalanforderung erfüllt ist.

    Du kannst nur versuchen günstigen Lebensraum zur Verfügung zu stellen und zu sehen was sich von alleine ansiedelt. Insgesamt hört sich das doch schon ganz gut an: Erhalt alter Obstbäume, Stehenlassen kleiner verwilderter Flächen, Vielfalt der Pflanzen etc. sind gute Ansätze. Auch die Bepflanzung so wählen daß möglichst die ganze Vegetationsperiode über verschiedene Blüten als Nektarpflanzen zur Verfügung stehen.

    Wenn du Vögel fütterst, dann solltest du das verstärkt im Sommer machen damit die Vögel einfach an Futter kommen und nicht alle Raupen und andres Insektenleben wegfressen. Die Vögel fressen sämtliche Stadien (Eier, Raupen, Puppen und Falter): Vogelfütterung hat nämlich mit Naturschutz nicht das geringste zu tun. Den meisten Menschen ist das allerdings nicht so ganz klar. Insgesamt sinnvoller als das Aussetzen von Schmetterlingen ist konsequenter Biotopschutz, da wo noch Schmetterlinge leben.


    Gruß aus Ettlingen

    Ralf

    Servus Ivo.

    Letzlich ist schon alles gesagt, aber einen kleinen Punkt habe ich noch.

    Du fragst nach einigen zu züchtenden Faltern, wie Zitronenfalter und Tagpfauenaugen, aber auch pauschal nach Weißlingen und Spannern. Marc schrieb dazu, dass ein Aussetzen von gezüchteten Faltern dieser Arten kein Problem aufwirft. Bei den beiden Arten: ja, aber nicht pauschal bei Weißlingen und Spannern!

    Es besteht mit jeder Freilassung von gezüchteten Schmetterlingen, die sich in ihrer Herkunft von den Populationen vor Ort unterscheiden, die Gefahr der Faunenverfälschung. Auch wenn der Grundgedanke, die Unterstützung der Population vor Ort, ein guter ist. Aber es ist in keinster Weise absehbar, inwieweit eine Freilassung von ortsfremden Individuen Einfluss auf bestehende Populationen hat oder die Erforschung dieser erschweren.

    Ein gutes Beispiel ist in den letzten Jahren das Kleine Nachtpfauenauge (Eudia pavonia). Diese Art hat eine als mittlerweile eigenständig anerkannte Schwesterart, das Südliche Nachtpfauenauge (Eudia pavoniella), die sich aufgrund der Klimaerwärmung über die Donautäler nach Norden in Ausbreitung begriffen ist. Ein sehr interessantes Studienobjekt, um den natürlichen Ausbreitungdrang eines Schmetterlings zu beobachten. Um jedoch die "Wege" dieser Ausbreitung verfolgen zu können, werden natürlich Belegstücke gefangen, determiniert und mit vorherigen Daten verglichen.

    Ein grosses Problem sind jedoch gerade bei dieser Art, die Falter, die aus den diversesten Zuchten der letzten Jahre entkommen sind, bzw. willentlich freigelassen wurden, da ja diese Falter "sowieso nichts anstellen konnten". Ist ja auch in gewisser Weise richtig, jedoch erschwert jetzt genau diese Einstellung vergangener Jahre die Forschungsarbeit von Heute.

    Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte ist, dass du gerne gezüchtete Schmetterlinge (Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Distelfalter, Admiral) freilassen kannst, jedoch dir über die Verantwortung im Klaren sein solltest. Unsere Natur ist in sich zu komplex um sie einfach nach schwarz-weiß / gut-schlecht zu beurteilen. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann suche dir Zuchtmaterial aus deinem Einzugsgebiet, vermehre diese Tiere und setze sie frei. Jedoch wirst du mit diesen Aktionen keinerlei positives für die natürlichen Populationen erreichen, sondern ausschliesslich schöne Erlebnisse für dich und die anderen involvierten Personen erfahren. Was ja auch nicht schlecht ist, aber wähle die Arten mit Bedacht.

    Schau auch erst vielleicht noch mal in Ruhe auf deiner Wiese nach, oder stell in der Nacht mal eine Lampe auf. In der Regel ist die Artenfülle überraschend hoch, wenn man denn mal intensiver sucht. Und wenn sich deine Wiese als Biotop für manche Tiere besonders eignet, wird es auch von diesen besiedelt werden. Zum Glück haben unsere Schützlinge, zumindest die meisten, Flügel mit denen sie neue Lebensräume erreichen können. Und viele seltene Tiere sind auf Ruderalflächen spezialisiert und zu beobachten, obwohl dort nie ein Entomologe was ausgesetzt hat! Also erst mal ruhig Blut und recherchieren, was denn überhaupt bei dir kreucht und fleucht.

    Schönen Gruss,

    Rudi

    Hallo an alle fleißigen Schreiber,

    Vielen Dank für Eure tollen und ausführlichen Antworten. Das war richtig kompetent und genau das, was ich an Informationen gesucht habe. Die Faunenverfälschung ist genau meine Befürchtung gewesen, dass es keinen Sinn macht, eine Art neu ansiedeln zu wollen, selbst, wenn man tausende von Faltern aussetzt, hätte ich nun echt nicht gedacht, aber die Komplexität war mir auch so nicht klar. Ich hatte das Viereck Futterpflanze, Nektarpflanze, Raupe und Imagino schon als komplex erahnt, aber so komplex hatte ich es mir nicht ausgemalt. Da wundert es nicht, dass die Arten teilweise wirklich so stark bedroht sind (Apollo).

    Naja, dann ist wohl der richtige Weg, weiterhin auf einheimische Pflanzen zu setzen, welche die Tiere unterstützen und für sich aus Interesse kleine Zuchten ausgewählter heimischer Arten für die Makrofotografie durchzuführen, die dann bedenkenlos freigelassen werden können, wenn Sie auch schon in der Population vorhanden sind. Ich habe in den letzten Wochen Saatgut Hersteller für Schmetterlingswiesen ausfindig gemacht und werde nächstes Jahr versuchen die Artenvielfalt der Fauna damit noch zu unterstützen. Auch ganzjähriges Nektarangebot steht schon auf meinem Merkzettel.

    Die Bedenken mit der Vogelfütterung ist sehr interessant, hier sieht man auch, wie schwierig es ist, etwas Gutes zu tun. Ich hatte schon von der Sommerfütterung gehört, werde nun nocheinmal alles überdenken. Wo der Mensch eingreift ist das Gleichgewicht verändert.

    Wenn Zeit ist, würde ich wirklich gerne mal mit Züchtern in der Nähe Kontakt aufnehmen, bzw. wenn die richtige Jahreszeit kommt, werde ich mit ein paar Zuchtexemplaren einen Anfang legen. Auch eine Börse hört sich sehr interessant an, aber die Termine für dieses Jahr habe ich wohl schon verpasst.

    Danke für Eure Hilfe und viele Grüße aus dem schönen Heidelberg,

    Ivo

    Hallo Ivo!

    Wurde schon ganz viel richtiges gesagt, aber ein wenig weitere Hilfe können evtl. auch meine Erfahrungen mit einem (teilweisen) Naturgarten bringen. Zunächst und ganz ganz wichtig: füttere keine Vögel. Bringe auch keine Nistkästen in Deinem Garten an. Bitte auch Deine Nachbarn diese zu entfernen, sofern sie welche aufgehängt haben. Ein einziges brütendes Meisenpärchen hält Dir Deinen Garten praktisch insektenfrei. Die Meisen brauchen keine übertriebene Hege, es gibt sie in großer Menge. Zulasten geht dies alles nur der scheueren und selteneren Arten, die eine solche Hilfe nicht annehmen können. Entferne auch nach Möglichkeit alle Pflanzen in Deinem Garten die dafür bekannt sind, daß sie Vögel anlocken (z. B. Vogelbeere).
    Versuche in einem Teil Deines Gartens eine Magerwiese anzulegen (nur mit Saatgut von einheimischen Wildpflanzen). INFOS dazu findet man im Internet. Eine gute Bezugsquelle für Samen und Pflanzen dafür ist z. B. http://www.hof-berggarten.de.
    Schwalbenschwanzraupen bekommst Du recht schnell in Deinen Garten, wenn Du ein großes Beet mit Gewürzfenchel anlegst.
    Desweiteren empfehle ich Dir an den Grenzen des Gartens eine Naturhecke anzulegen. Nur mit einheimischen Sträuchern natürlich. Dafür bieten sich z. B. Schlehe, Weißdorn, Faulbaum, Liguster, Haselnuß und Salweide an. Laß speziell für die Saalweide im Vornherein viel Platz. Wenn sie zu hoch wächst einfach stutzen, aber lasse sie schön breit werden. Du wirst Dich wundern, was Du alles an Raupen darauf finden wirst. Desweiteren würde ich auch 2 Zitterpappeln anpflanzen, ist ebenfalls sehr "ergiebig", kann ebenfalls leicht gestutzt werden.
    Habe alle diese Maßnahmen während der letzten 3 Jahre durchgeführt mit durchschlagenden Erfolg. Im vergangenen Sommer hat mein Garten nur so gebrummt und gesummt. Ist gut für alle Insekten, nicht nur Schmetterlinge. Habe zum Beispiel jetzt auch regelmäßig das große grüne Heupferd zu Gast (auf Brombeere), eine Augenweide (und leider auch Leckerbissen für jeden Vogel, der sich noch im Garten aufhält!).
    Hoffe ich konnte weiterhelfen.
    Viele Grüße
    Jürgen

    Hallo Ivo.

    Klasse, dass du die Problematik die mit der Zucht und Freilassung gezüchteter Tiere zusammen hängt erkennst und auch zu akzeptieren verstehst.

    Trotz allem möchten wir dir natürlich nicht grundsätzlich die Zucht von Insekten vermiesen. Ich hoffe, dies kam nicht so rüber. Die Insektenzucht ist ein wunderschönes Betätigungsfeld, bei dem man die Bedürfnisse der Tiere besser kennen lernen kann und vor allem auch den Blick für diese Tiere schärft. Umso leichter findet man sich dann auch in der "Feldforschung" zurecht.

    Also nur zu mit der Zucht, aber mit dem entsprechendem Verantwortungsbewusstsein. Und der Kontakt zu erfahrenen Züchtern in deiner Nähe wäre ein sehr guter Schritt, damit die ersten Erfahrungen in der Zucht auch von Erfolg gekrönt sein werden.

    Schönen Gruss.

    Rudi

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