22. November 2008 um 22:05 - Beitrag: Ansiedeln von heimischen Arten - Informationen gesucht, Thema: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Hallo liebe Schmetterlingfreunde,
Ich habe vor zwei Jahren einen großen Garten (1300 qm) gekauft. Es handelt sich um ein Hanggrundstück in einem Weinanbaugebiet, wobei der Berg, an dem das Grundstück liegt, so gut wie nicht mehr bestellt wird (also auch weniger Pestizide). Es gibt viele brachliegenden Stücke, verwildert mit Brommbeeren, Waldrebe, Schlehen und vielen anderen Pflanzen. Auf meinem Grundstück gibt es alte Kirsch-, Apfel, Birnbäume, Quetschen und Mirabellenbäume, des weiteren Holunder, Nuß, Birke, Buche, Flieder und Weißdornbestand, in der Nähe noch Robinien und Kastanien. Ich habe zusätzlich Johannesbeeren, Himbeeren, buddeleia davidii, Magnolien, Kamelien, Feigen und einiges mehr angepflanzt. Zusätzlich habe ich viele Zwiebeln vergraben: Krokusse, Tulpen, Narzissen, usw. gesteckt. Auch lasse ich verwilderte Inseln stehen mit Brennesseln usw. Ausserdem betreibe ich eine kleine Imkerei in dem Garten.
Nun zu meiner Frage: Ich möchte gerne heimische Schmetterlingsarten ansiedeln und dafür zusätzlich aus Zucht vermehrte Exemplare einbringen, da es sehr wenige Arten an diesem Berg gibt, zumindestens nach meiner bisherigen unqualifizierten Beobachtung. Dies hat auch als Grund, dass ich natürlich an dem Lebensweg der Schmetterlinge interessiert bin und durch ihre Zucht diesen auch nahe erleben möchte. Hier spielen auch Gedanken mit hinein, das ich mir bessere Chancen für meine Makrofotografie verspreche. Also schlage ich drei Fliegen mit einer Klappe, dachte ich. Der Gedanke, dass mehr Tagfalter im Garten umherflattern ist natürlich ebenfalls verlockend.
Nun möchte ich aber erfahrene Entomologen und passionierte Amateure als erstes einmal zu Rate ziehen. Ist es sinnvoll, so vorzugehen? Gibt es rechtliche/ökologische Schwierigkeiten, wenn ich heimische Schmetterlingsarten als Zuchtmaterial kaufen möchte, bzw. in meinem Garten aussetzen möchte?
Beobachten konnte ich bisher Zitronenfalter, Taugpfauenaugen, Schachbrett und Weißlinge, sowie Spanner. Auch eine Pyramideneulenraupe habe ich schon entdeckt.
Problematisch ist wohl, dass ich auch recht viel für die Singvögel im Garten mache (Nistkästen, Füttern im Winter), was wahrscheinlich den Faltern nicht so entgegen kommt.
Würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar Tipps geben könntet, bzw. mir vielleicht auch die richtige Richtung weisen würdet, wie ich mein Vorhaben umsetzen könnte und dabei keine Fehler mache. Macht es Sinn, wenn die Futterpflanzen vorhanden sind (was ich ja schon vorbereitet habe), Falter auszusetzen, um die Population zu erhöhen, nicht vorhandene Arten anzusiedeln?
Viele Grüße,
Ivo