Wie finde ich weibliche Falter von Aglia tau?

    Seit Jahrzehnten bin ich auf der Suche nach weiblichen Faltern von Aglia tau.

    Ein einziges Mal habe ich durch Zufall vor Jahren am Fuß einer Buche ein Weibchen

    beobachten können.

    Heute am Ostermontag (13.4.09 , ungewöhnlich früh im Jahr) wollte ich es genau wissen.

    Gegen 10 Uhr bei herrlichstem Sonnenschein suchte ich einen Buchenwald auf, nachdem ich gestern schon die ersten männlichen Falter beobachten konnte. Abgegangen wurden ca.

    500 m Waldrand und einen Weg, der etwa 300 m in den Wald hineinführte.

    Am Waldrand standen neben halbwüchsigen Buchen auch Kirschen, Weißdorn, Schlehen und andere. Im Wald selbst gab es Buchen unterschiedlicher Größe. Viele heruntergefallene

    Äste mit teilweise vertrockneten Blättern lagen herum.

    Heute war der noch lichte Wald voller männlicher Falter. So einen starken Flug habe ich bisher noch nie beobachten können. Hunderte schienen es zu sein. Alle flogen in der Höhe bis zu einem Meter.

    Aber wo waren die Weibchen? Prozentual müssten doch genau so viele Weibchen da sein. Ich suchte 3 Stunden.

    An den Stämmen der Buchen nichts, hunderte Äste mit vertrockneten Blättern suchte ich ab.

    Manchmal stürzte sich ein Männchen in ein Astgewirr, aber auch da war nach sorgfältiger

    Suche nichts auszumachen. Blieben die Weibchen evtl. auf dem Boden zwischen den Buchenblättern? Nichts war zu finden.

    In der frühen Nacht sollen die Weibchen dann ihre Eier in höheren Bereichen ablegen?

    Kann jemand aus eigener Erfahrung berichten?


    LG Götz

    :hilfe: :hilfe: :hilfe: :hilfe: :hilfe: :hilfe:

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    Das ist wirklich Glück, wenn man ein Weibchen findet. Im Prinzip hast Du alles richtig gemacht. Am ehsten findet man sie, wenn man nach einer Ansammlung wild flatternder Männchen sucht. Das war auch bei mir beim ersten Kontakt mit der Art so. Ich dachte, es seien mehrere kleine Füchse, die sich in einem Spinnennetz verfangen hätten, und einige Meisen waren auch schon on the scene. Aber da saß es, das Weibchen. Ein andermal waren es nur Männchen und da lagen Reste eines Weibchens. Naja... Sie sitzen meist in Bodennähe an Zweigen oder Gräsern hängend mit nach hinten geklappten Flügeln. Vielleicht klappt auch der Lichtanflug.

    Hallo Sven,

    danke für deine Antwort. Eine Ansammlung von mehreren Männchen auf einer kleinen Stelle ist mir heute nicht aufgefallen. Der Gedanke ist aber grundsätzlich recht einleuchtend. Waren heute nicht genügend Weibchen da und schlüpfen diese vielleicht erst 1-2 Tage später?

    Ich werde es morgen nochmal probieren und besonders darauf achten.

    Götz

    zu beachten ist auch, dass die Flugzeit nur so bis ca 15 Uhr geht, so meine Beobachtung. Im Unterschied zu E. pavonie, die offenbar am späten Nachmittag und in den hellen Abendstunden locken. Das Schauspiel mit den Männchen könnte recht kurz dauern. Wenn ich mich recht erinnere, war es damals um die Mittagszeit, vielleicht früher. Ich ging noch zur Schule, und wir hatten zwei Sportstunden, die wir in den Wald gingen, um zu laufen. Kann sein, dass die Weibchen etwas später schlüpfen. In Eisenach sind übrigens vor Ostern noch keine tau geflogen, dann sind wir weggefahren. Bin gespannt, denn meine einzige (weibliche) Puppe liegt schlupfbereit im Kühlschrank :face_with_rolling_eyes:

    Hallo zusammen,

    die Weibchen findet nur ein Frühaufsteher nach der Methode von soil74! Man sollte sich schon zum Sonnenaufgang im Wald befinden, um dann die Männchen auf die Weibchen fliegen zu sehen. Ich habe übrigens auch vor einem Haufen Blättern und Ästen etwa 30 Minuten gesessen ehe ich das Weibchen und das begattende Männchen endlich endeckt hatte. Sie sind wirklich gut getarnt!

    Nach meinen Beobachtungen ist das gegen 11:00 MEZ Sommerzeit schon vorbei.

    Viele liebe Grüße
    Franz

    Hallo zusammen,

    heute morgen war ich wieder draußen ab 9 Uhr. Von den Männchen weit und breit keine Spur. Erst ab 11 Uhr konnte der Flug beobachtet werden. Die Falter flogen kreuz und quer durch den Wald, ohne eine Stelle wirklich genauer anzufliegen, geschweige denn sich an einigen wenigen Plätzen zu konzentrieren.

    Wieder meine Überlegung, wo sind die Weibchen? Auch trotz intensiver Suche war nichts zu entdecken. Weiter geht meine Feststellung, haben denn die Männchen evtl. zwei Flugzeiten? Einmal am Vormittag ab 11 Uhr kurz nach dem Schlüpfen. Auf diesem ersten Flug scheinen sie keine Weibchen zu finden. Am nächsten Morgen kurz nach Sonnenaufgang müsste dann eine weitere Flugzeit stattfinden (wie Franz feststellt), bei der die gestrigen Männchen jetzt eine frisch geschlüpfte Partnerin finden. ??????

    Liegt da bei mir etwa ein Gedankenfehler? Für Klarstellung wäre ich sehr dankbar. Jedenfalls fliegende Männchen ab 11 Uhr beobachten zu wollen, die eine Partnerin ansteuern, klappt irgendwie nicht.

    LG Götz

    Hallo Götz,

    ich glaube die beste Zeit liegt zwischen 9:00 und 11:00 Uhr mal ein Männchen beim Anflug auf ein Weibchen zu sehen. Ich glaube zudem das der Flugplatz eine wesentliche Rolle spielt. Das Gebiet wo ich den tau Männchen hinterhergejagt bin, war durchsetzt von Fichtenschonungen und anderen Laubwaldbereichen ohne Buche. Dort konnte ich die Männchen zwar auch fliegen sehen, habe aber meißt erfolglos das Männchen verfolgt. Erfolg hatte ich in einem Buchenniederwald (ehemalige Niederwaldwirtschaft). Ich bin den auftauchenden Männchen, so schnell ich konnte, hierhergerannt. Als dann ganz plötzlich das Männchen sich am Stamm einer Buche an den Boden begab, hatte ich das erste Weibchen gefunden. Ich habe das mehrfach wiederholt, und dabei auch viele Männchen schon aus den Augen verloren, bevor sie sich zu Boden stürzten. Insgesammt konnte ich aber so drei Weibchen in dieser Saison einfangen, pro Tag eins. Denn die Suchzeit an der Stelle wo das Männchen runterging betrug etwa eine halbe bis zu einer Stunde. Mann muss dann auch schon mal das eine oder andere Blatt hochnehmen umdrehen und so :winking_face:

    Viel Erfolg
    Franz

    Ich kann nur zustimmen, dass man eigentlich geduldig warten muss, dann immer hinterher rennen und schauen, was das Männchen macht. Die Weibchen sitzen meist am Boden oder bis 1 m darüber. Man sieht sie meist nicht. Nur durch das Anflattern des Männchens erkennt man irgendwann das fast bewegungslos sitzende Mädel. Bei der Zeit würde ich das anders formulieren. Je nach Temperatur und Wetterlage ist der Flug vorwiegend vormittags bis in den späten Mittag. An sonnigen Tagen mit schneller Aufwärmung kann das ab 9:00 ... 10:00 sein. An kalten Tagen ist kaum was zu machen. Nach 14:00 flaut zwar die "Hauptflugzeit" ab, aber trotzdem kann man hin wieder einem Flatter-Mann begegnen. Ich kenne die Art nur von Buchen- und Buchen-Mischwälden, auch wenn die Raupen auch andere Pflanzen nehmen.

    Wie beschrieben, wenn ein irgendwo sitzt, kann und muss man(n) ruhig bleiben. Die Männchen fliegen dann immer wieder zu dieser Stelle ...

    ... ausserdem dürften jetzt das wohl die ersten Flieger sein. Die Buchen beginnen (hier) gerade erst mit dem Austrieb. Der Höhepunkt der Flugzeit sollte erst in den nächsten 2 ... 3 Wochen kommen. Also immer entspannt bleiben, das wird schon ...

    Herzliche Grüsse

    Der Inhalt dieses Beitrages wurde von Claude Sinner gelöscht.

    Hallo,

    vielen herzlichen Dank für eure wertvollen Beitrage. Eins ist mir klar geworden, wie immer ein Patentrezept gibt es nicht.

    Die Sache mit der zweiten Flugzeit bei Sonnenaufgang erschien mir sehr unwahrscheinlich, zumal ich annehme, dass um diese Uhrzeit für die Männchen die optimale Betriebstemperatur noch nicht gegeben ist. Für mich kristalisiert sich heraus, das deckt sich auch mit meinen Beobachtungen, dass der Flug abrupt und kaum sichtbar unterbrochen wird und sich der Falter zu dem in der untersten Vegetation sitzenden Weibchen begibt. Die Duftdrüsen werden sofort eingestülpt, die Pheromonproduktion eingestellt und damit der Prozess abgeschlossen ist. Sicher wird sich in diesem Jahr noch mal die Gelegenheit ergeben , sich einfach in die Vegetation zu setzen und zu warten.

    Ich hoffe in diesem Jahr noch einige Eier oder Puppen von Anbietern zu bekommen, um im Jahr 2010 ein Weibchen auszusetzen und dann den Anflug zu beobachten und zu fotografieren.

    LG Götz

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    Naja, das mit dem "Sofortabschalten der Pheromondrüsen" wird wohl nicht abrupt funktionieren. Das Weibchen sendet ja eine ganze Zeit lang. Es sollen nur wenige Moleküle pro Kubikmeter genügen, um die Lockspur zu legen, d.h. da ist einiges in der Luft, das nicht sofort aufhört zu riechen. Das ist kein Furz, der einfach weggeweddelt wird! Darum sind auch häufiger mehrere Männchen in der Nähe zu beobachten. Diese sind dann naturgemäß einfach geil und versuchen an die "Braut" ranzukommen.

    Man findet die Weibchen kaum im flachen Unterholz des Waldes, sondern ehr an Unterbrechungen der homogenen Landschaft, wie an Steinbruchkanten mit Bewuchs oder an Hecken am Waldrand.

    Mit der Flugzeit ist das ähnlich wie beim Lichtfang. Ab dem Zeitpunkt, an dem eine Temperatur über 14 ... 15°C gemessen wird, steigt rapide die Flugaktivität. Insofern ist das mit der Uhrzeit "relativ" und mit Deiner Formulierung der "Betriebstemperatur" besser. Ich meine, dass die Saison gerade erst beginnt. Daher solltest Du es ruhig weiter versuchen.

    Herzliche Grüsse

    Was ich bis jetzt oft beobachten konnte, war, dass die weibchen am abend, als die straßenlaternen angingen, zu hauf an den lampen schwirrten. nur war es schwer, sie dort runter zubekommen :winking_face:


    ich bin auch in der letzten zeit auf der suche nach nagelfleck-weibchen, finde jedoch keine. Ebenfalls suche ich nach Weibchen vom kleinen Nachtpfauenauge, aber diese suche scheint sich noch schwerer zu gestalten, da überall Brombeergestrüpp den Weg versperrt. muss wohl bis zu den jungräupchen warten.

    lG --> Danke für das thema, ich war im begriff, auch eins aufzumachen :winking_face:

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