Cerura vinula - Holz oder Rinde zur Verpuppung

    Hallo zusammen,


    wie macht ihr es bei euren Gabelschwänzen, wenn die Verpuppung ansteht? In der Natur nagen die Tiere ja an der Rinde und arbeiten diese Späne mit in ihren Kokon ein.

    Legt ihr den Tieren Äste der Futterpflanze mit rein in den Zuchtbehälter? Ich habe im Internet auch schon was von Sägespänen gelesen, die man zur Verpuppung anbieten kann. Wäre Hamster bzw- Meerschweinchenstreu auch möglich?

    Kommt es überhaupt zu Fehlverpuppungen, wenn den Tieren die Rinde bzw. das Holz fehlt?

    Wäre schön, wenn ihr mal über eure Erfahrungen hierzu berichten könntet.

    Vielen Dank schon mal für eure Antworten!

    Josef

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    Hallo Josef.

    Holz oder Rinde zur Verpuppung ist absolut notwendig. Ich hatte auch schon C. erminea, die sich in den Buchrücken von Jules Verne "Zwei Jahre Ferien" reingefressen hatte und ein schönes Weibchen im Frühjahr ergab. Aber natürliches, unbehandeltes Holz ist besser. :kissing_face:

    Ohne Holz bzw. Kokon verpuppt sich zumindest vinula auch einwandfrei, aber diese Puppen vertrocknen bei der Überwinterung leichter.

    Für die größeren Arten (vinula, erminea) sollten es Holz-, Ast- oder Rindenstücke sein, möglichst Laubholz, das so gelegt oder gestellt wird, dass Hohlräume und Ecken und Kanten entstehen, in denen sich die Tiere mit Vorliebe verkriechen und den Kokon zurecht nagen. Diese Holzstücke lassen sich später dann mit einer Bandsäge zu handlicher Größe zurecht sägen.

    Die kleineren Arten (bifida, furcula und auch milhauseri) nehmen auch bleistift starke Äste von Weide, Pappel etc. an.

    Von Einstreu und Hobelspäne würde ich abraten, weil unnötiges Risiko, da geeignete Rinde etc. überall zu erhalten/sammeln ist.

    Servus.

    Rudi

    Hallo Josef,
    ich habe bisher einfach nur etwa handgrosse Rindenstücke in den Zuchtkäfig gelegt. Wenn diese dann noch etwas gewölbt waren, wurden sie problemlos angenommen. Ich habe auch nichts extra herausgelöst, sondern die Rinde einfach im Winter im Zuchtkäfig belassen. In losen Abständen habe ich die Rinde dann mal kurz umgedreht und ordentlich angefeuchtet. Im Frühjahr dann etwas öfter und stärker. Das hat sich bei mir bis jetzt bewährt.
    Viele Erfolg
    Monty

    Hallo,

    ich habe es ähnlich Monty gemacht. Ich habe einfach zu meienen zwei Gabelschwänzen Rindenstücke reingelegt die ein bisschen größer waren als die Raupe selbst. Beide haben jeweils ein so ein Rindenstück gebraucht und sich darin verpuppt...natürlich waren auch noch Erde und ich denke vertrocknetes Laub war auch noch dabei...

    Beide schlüpften erfolgreich aus ihren Hüllen...

    Gruß Thomas

    Hallo Rudi, Monty und Thomas,


    vielen Dank für eure Erfahrungsberichte!

    @ Rudi: interessant, anscheinend lesen manche Tiere gern während ihrer Puppenruhe, ist ja auch ein langer Zeitraum und es soll ja schließlich nicht langweilig werden :smiling_face:


    Eine Frage hab ich allerdings noch vergessen: Kann oder darf es auch frisches Holz sein, oder besser angemoderte Stücke, wie man sie für die Käferzucht nimmt?

    Josef

    Hallo,

    Das wird wohl egal sein. Solange es nicht behandelt ist wird es schon passen.

    Wenn jemand andere Erfahrung gemacht hat, bitte ich um entschuldigung, aber da sie sich sogar in einem Buch verpuppt hat, wird es egal sein.

    Gruß Thomas

    Es ist völlig egal, wie frisch das Holz ist, aber am besten sind eben Rindenstücke. Die Raupe bohrt sich ja auch in der Natur nicht durch die Rinde bis auf´s Holz, um sich dort den Kokon zu machen, sondern bleibt auf der Rinde.

    Es gehen aber auch Laubholzbretter, Feuerholz usw., solange es nicht behandelt ist. Also kein Sperrholz, Leimholzplatten, etc. etc. und Erde/Laub ist nicht unbedingt förderlich, da dieses Material bis zum Frühjahr 2010 in Verrottung übergehen kann.

    Tschaui

    Rudi

    Zitat

    Kann oder darf es auch frisches Holz sein, oder besser angemoderte Stücke, wie man sie für die Käferzucht nimmt?


    Je trockener das Holz ist, desto geringer ist die Gefahr, dass was zu schimmeln beginnt.
    Allerdings habe ich meinen wenigen Raupen, die ich letztes Jahr hatte, nichts dergleichen angeboten. Sie haben ihre Kokons an dünnen Zitterpappelzweigen gebaut. Die Kokons waren schön rund und nicht verformt. Also es klappt auch ohne alledem.

    Ich meine, dass es auch ohne große Rindenstücke, Holzbretter, Feuerholz, etc klappt. Ein dünner Ast der Futterpflanze (2mm dick) und vielleicht noch ein Blatt der Futterpflanze reicht der Raupe auch, um sich dazwischen einzuspinnen.
    Natürlich ist es nicht schlecht, wenn man der Raupe viele verschiedene Möglichkeiten zur Verpuppung anbietet, aber für einen Zuchterfolg sind sie trotzdem nicht zwingend.
    LG David

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    So, so.

    Klar, viele Wege führen nach Rom.

    Aber soll das wirklich ein ernsthafter Tip von dir sein, den Verpuppungsbehälter so minimalistisch wie möglich zu gestalten, mit einem 2 mm dicken Ästchen, aus denen sich dann ein Cerura oder Harpyia einen Kokon bauen soll. Wo es doch im Freiland Holz- und Rindenstück o Mass gibt!?

    Bei mir zu Hause haben sich auch schon die seltensten Sphingiden-Raupen, mit den höchsten Ansprüchen, auf dem blanken Betonboden verpuppt. Meinst du, da es manchmal klappt, verwende ich nur noch Beton?

    Also Bitte! Hier wird ernsthaft nach Verpuppungstips gefragt zu Gabelschwänzen, die auch gegeben wurden. Und zwar solche Tips, bei denen es so gut wie 100%ig klappt, mit der Verpuppung. Klar geht´s auch oft mit dünnsten Ästchen, aber muss das sein, bzw. würdest du dieses Risiko bei einer Zucht eingehen, wenn du es auch besser vorbereiten könntest?

    Zitat

    Natürlich ist es nicht schlecht, wenn man der Raupe viele verschiedene Möglichkeiten zur Verpuppung anbietet, aber für einen Zuchterfolg sind sie trotzdem nicht zwingend.


    Zwingend nicht, aber viel viel viel besser. Du schreibst selbst, es ist nicht schlecht gute Verpuppungsmöglichkeiten anzubieten und dann revidierst du das im selben Atemzug wieder. Also aus so manchem Jungentomologen werde ich nicht schlau und so langsam gebe ich es auf.

    Bei wievielen Tieren welcher Art hast du das denn schon mal ausprobiert? Waren es Einzelstücke, oder ein paar, bei denen du den richtigen Verpuppungstermin verpasst hattest. Das passiert wohl jedem mal bei einer Cerura-Zucht. Aber hast du auch schon mal 300 vinula-Raupen an 2mm dicken Ästchen ihre Kokons raspeln lassen? Das wäre doch mal ein interessanter Erfahrungsbericht. Vielleicht klappts ja und sämtliche Cerura vinula-Züchter müssten nicht mehr auf Knien durch die heimischen Wälder robben auf der Suche nach ökologisch dynamischen Rindenstücken. Wow! Bei Harpyia-Arten könnte ich deine Aussage ja noch akzeptieren, aber nicht für vinula.... :fluchen:

    Begeisterte Grüsse.

    Rudi

    PS: ziehe mich zurück zum Cool-Down.

    Zitat

    Zwingend nicht, aber viel viel viel besser. Du schreibst selbst, es ist nicht schlecht gute Verpuppungsmöglichkeiten anzubieten und dann revidierst du das im selben Atemzug wieder.


    Ja, das war ja auch beabsichtigt. Mir ist ja selbst klar, dass es natürlich besser ist, den Raupen die besten Möglichkeiten zur Verpuppung zu bieten, was ich ja normalerweise auch immer mache. Aber wie du schon vermutet hast, habe ich damals nicht rechtzeitig gesehen, dass die Raupen verpuppungsreif sind und sie hatten schon begonnen sich an den Zitterpappelästchen anzuspinnen. Also bin ich davon ausgegangen, dass das so problemlos klappt. (Vielleicht war es ja nur ein Einzelfall)
    Wieviele Raupen es genau waren weiß ich nicht mehr. Es waren zwischen 12-15 Raupen, aber bis auf 3 waren alle parasitiert (Raupen haben sich noch verpuppt, aber aus der Puppe sind dann die Maden gekommen). Die 3 nichtparasitierten Puppen haben aber makellose Falter entlassen, die auch problemlos aus den harten Kokons gekommen sind.
    Ich wollte einfach nur mitteilen, dass es bei mir auch ohne Rinde oder Holz geklappt hat. In Zukunft werde ich mich wohl auf Rudi's Wunsch hin besser mit solchen Erfahrungen zurückhalten. Wenn ich mit meinen Beiträgen den "hohen Ansprüchen" von Actias nicht gerecht werde, möchte ich mich hiermit entschuldigen.

    LG David

    Hallo David.

    Waffenstillstand! :thumbs_up:

    du sollst dich mit deinen Äußerungen nicht unbedingt zurück halten, aber deine Erfahrungen so beschreiben, dass jeder, auch ein Laie, die richtigen Schlüsse daraus ziehen kann. Aufgrund deiner Beschreibung war mir klar, dass sich da bei deiner vinula-Verpuppung um einen Notfall handeln musste. Aber so wie du es formuliertest, könnte ein Laie denken, das wäre ein ganz reguläres Vorgehen, wie man vinula problemlos zur Verpuppung bringen kann.

    Dein Hinweis ist sehr gut, als dass erkenntlich wird, dass vinula bei der Verpuppung nicht zu anspruchsvoll ist und die Raupe auch "improvisieren" kann. Aber trotz allem, sollte man es den Raupen nicht zu schwer machen und ihnen den Verpuppungsvorgang so leicht wie möglich gestalten. Und dazu gehört auch ein etwas größeres Holz- oder Rindenstück.

    Gute Nacht.

    Rudi

    Hallo zusammen!
    Also ich gebe meine verpuppungsreifen Raupen in eine Grillendose. In diese Dose gebe ich davor noch ein bis zwei zerknüllte Blätter Klo- oder Küchenpapier. Diese können sie dann zerknabbern und einen Kokon daraus spinnen. Also das ist die schnellste Methode, die ich kenne. Und teuer ist sie auch nicht. Außerdem kann man in einer Grillendose auch gleich bis zu fünf Raupen verpuppen lassen!


    Mit freundlichsten Grüßen, mondvogel99 (Lukas Hackl)

    Hallo Lukas
    hast Du schon einmal was davon gehört, das sich Raupen bei der Verpuppung gegenseitig stören (hochgradiger Streß), und sich
    (bei fünf Stück pro Dose) völlig unnatürlich zu einem Klumpen zusammen verpuppen, was zum größten Teil zu Krüppel-Puppen führt.
    Außerdem wird sehr wahrscheinlich während der Lagerng (bei Luftfeuchtigkeit) Schimmelpilze auftreten. :daumennein:
    Ich kann nur jedem raten diese Methode nicht nachzumachen.!!!
    Grüße
    Heiner B.
    Sphingidae

    Wer mit Tieren und Pflanzen in der richtigen Weise umzugehen weiß,
    erschließt für sich Quellen unversiegbaren Reichtums. ( Max Metzger )

    Hallo allerseits!

    Also bei mir hat es immer mit bis zu fünf Raupen funktioniert. Aber wer es lieber mit 1-2 Raupen pro Dose machen will, der kann, wenn er das will, natürlich auch. Und man kann dann auch die fertigen Kokons, mitsamt der Puppen, einzeln aus der Papier ausarbeiten. Das meine ich so: So weit, wie es geht das Papier auseinanderfalten. Dann mit einer etwas größeren Schere ca. 0,5 cm um den Kokon herumschneiden. So kann die Puppe nicht austrocknen und wenn man die vielen Kokons nicht in der Dose lassen will, kann man sie auch gleich in den Puppenkasten geben. Und nicht erst im Frühling.

    Mit freundlichsten Grüßen, mondvogel99 (Lukas Hackl)

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